Produkttest: Apple Airport Express Basisstation
Altes Gerät, neuer Einsatzzweck…
Es gibt so ein paar Produkte aus dem Hause Apple, die halten sich seit Jahren – teils leicht modifiziert – ohne größere Beachtung in der Produktpalette. Dazu gehören vor allen Dingen die Netzwerkgeräte wie zum Beispiel die AirPort Extreme, die Time Capsule oder Apples Airport Express. Doch insbesondere der heimische Einsatz von Letzterem macht seit dem Erscheinen von iOS 4.2.1. so richtig Sinn: Denn via AirPlay zaubert man seine Musiksammlung von Hosentasche im Nu zur Stereoanlage im Wohnzimmer. Und ganz nebenbei löst AirPort Express noch WLAN-Probleme und macht den Drucker netzwerkfähig.
Was denn nun: AppleTV oder AirPort Express
Auf der Suche nach einem Gerät, dass Inhalte via AirPlay zur Stereo-Anlage fliegen lässt, hat man momentan im Prinzip nur zwei Alternativen: Das neue AppleTV (aktueller Cyberport-Preis: 155,03 Euro) oder das AirPort Express stehen zur Auswahl. Während das AppleTV die Möglichkeit bietet via HDMI, von Apple vorgegebene Inhalte – darunter zum Beispiel YouTube, Inhalte aus der iTunes-Bibliothek oder Leihfilme- und Serien – auf dem Fernseher auszugeben, kommt das AirPort Express zusätzlich mit einer Access-Point-Funktion daher. Schön ist bei der Kombination iOS-Gerät mit AppleTV natürlich, dass man auch Videos von den iOS-Geräten auf den Fernseher streamen kann. Das gilt sowohl für YouTube, als auch für die Videos-App von Apple. Mangels Codec-Unterstützung seitens des AppleTV wird das Streamen via anderer Videoplayer – zum Beispiel VLC – wohl vorerst ein Traum bleiben.
AirPort Express…
Entscheidend war für mich vor allen Dingen eines: Dank Access-Point-Funktion kann ich mit dem AirPort Express auch das heimische WLAN ausbessern. Das geht auf verschiedene Weisen: Man kann natürlich zum einen einfach ein neues WLAN mit neuer SSID aufspannen, alternativ kann man das AirPort Express via Ethernet-Port mit ins heimische LAN einbinden und das bisherige LAN erweitern. Dank 802.11n – leider ohne Simultanbetrieb im 2,4 und 5 Gigahertz Band – sogar mit akzeptabler Reichweite und Geschwindigkeit. In meinem Fall ist der Router nicht WDS-kompatibel, weshalb ich mit meinem Airport Express einfach eine identische SSID verwende, um mein Netzwerk zu erweitern. In der Theorie kann das bestimmte Geräte verwirren, im hiesigen Haushalt kommen alle WLAN-fähigen-Geräte aber mit dieser Lösung klar, Reichweite und Geschwindigkeit sind überall auf gutem Niveau. Das war ohne den Einsatz des AirPort Express bisher nicht der Fall. Die Konfiguration ist übrigens denkbar einfach und funktioniert mit dem AirPort-Dienstprogramm, dass OS-X-Anwender unter den Dienstprogrammen findet.
Doch der eigentliche Einsatzzweck des AirPort Express ist die Verwendung von AirPlay, früher AirTunes genannt. Via iTunes oder iOS-Gerät (ab iPod touch 2G / iPhone 3G) lässt sich über das AirPort Express per Drahtlosnetzwerk Musik streamen. Neben dem vorhandenen USB-Port findet sich dafür ein kombinierter 3,5-Millimeter-Klinkenstecker, der entweder optisch Digital- oder Analogsignale ausgibt. Während man bei der Analogverkabelung keine besonders großartige Qualität erwarten sollte, ermöglicht der Digitalausgang natürlich eine Top-Qualität. Die Besitzer von modernen HiFi-Anlagen werden das zu schätzen wissen. Doch einen Nachteil gibt es: Drückt man – egal ob auf iPhone oder in iTunes – die Play-Taste, dauert es zirka zwei Sekunden, bis der AirPort Express den Ton ausgibt, mit der gleichen Verzögerung muss man auch beim Vorspulen rechnen. Während das Ganze beim Musik abspielen kein Problem darstellt, kommt man beim Wiedergeben von YouTube-Videos oder Filmen auf den iOS-Geräten in die Bredouille: Mit der Verzögerung sind Stimmen und Lippen alles andere als Synchron.
Drucker rein!
Zusätzliches Feature des AirPort Express ist, dass man per USB-Anschluss einen Drucker anschließen kann, der dann im Netzwerk zur Verfügung steht. Das funktioniert recht einfach, meinen Recherchen nach muss man aber bei den meisten Multifunktionsgeräten auf die Scan-Funktion verzichten. Und noch ein Wehmutstropfen: Jetzt hat man ins iOS schon die Druckfunktion namens AirPrint integriert, kann aber mit einem ans AirPort Express angeschlossenen Drucker nichts drucken. Da sollte Apple schnellstens nachhelfen.
Fazit
Wer AirPlay für Musik nutzen möchte und die WLAN-Funktionen oder den Print-Server des AirPort Express gebrauchen kann, sollte sich die kleine Wunderkiste in jedem Fall zulegen. Wer ein Gerät sucht, um ausschließlich Medien zu streamen, sollte lieber einen Blick auf den AppleTV werfen, mit dem sich ebenfalls Videos und YouTube auf den Fernseher streamen lassen. Dank AirPlay bieten beide Geräte in Kombination mit den iOS-Geräten eine wirklich komfortable Möglichkeit, die Inhalte aus der Hosentasche in die Stereo-Anlage zu bekommen.










