Olympus Tough TG-5 – der 4K-Allrounder unter den Kompaktkameras
Olympus Tough TG-5 – der 4K-Allrounder unter den Kompaktkameras
Die Smartphone-Kamera ersetzt für viele die herkömmliche Digitalkamera, da man sie stets dabei hat und auch die Qualität besonders in den letzten zwei Jahren stark zugenommen hat. So könnt ihr mit einem iPhone 8 oder Samsung Galaxy 8 Fotos knipsen, welche eine starke Konkurrenz zu Fotos von Einstiegs- und Mittelklassekameras bilden. Es gibt aber auch genug Leute, die noch hochwertigere Bilder machen oder keine teuren Smartphones kaufen wollen.
Die Kamera, die ich euch heute vorstelle, ist speziell für den extremeren Einsatz gedacht. Stoß- und fallsicher, wasserdicht und besonders robust soll sie deswegen sein und viele, teils auch smarte Funktionen bieten. Wie sich die Olympus Tough TG-5 schlägt und ob der hohe Preis gerechtfertigt ist, klären wir nun.
Kompakt & stabil für den Outdoor-Einsatz & Individualisten
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sehr robust & stoßfest
auch für Aufnahmen im Schnee geeignet
perfekt für Unterwasser
GPS-Sender für Routenaufzeichnung
4K-Videoaufnahmen
Slowmotion-Funktion
viele Motivprogramme
schneller Autofokus
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Kameraauflösung etwas gering
Bildqualität nur mittelmäßig
keine manuelle Optionen für die Belichtungsdauer
Max. Belichtungsdauer von 4 Sekunden nur über Programm abrufbar
kein optischer Sucher
zu hoher Preis
wenig Zoom
Knapp, aber ausreichend
Bei diesen angegebenen Voraussetzungen erwartet man schon fast ein großes Zubehörpaket. Nicht gerade enttäuscht, aber doch verwundert war ich, als ich im Inneren der schlichten Schachtel aus Pappe nur die Kamera selbst mit separatem Akku, einen Stapel an Anleitungen, das USB-Kabel mit passendem Netzteil sowie eine rote Handschlaufe gefunden habe.
Da die Kamera aber selbst alles integriert hat, was ihr benötigt, ist das nicht negativ zu werten. Außerdem müsst ihr bis auf das sehr schlanke Ladegerät mit USB-Kabel nichts weiter mit in den Urlaub nehmen.
Wasser, Eis & Schlagschutz
Ein großer Vorteil der kompakt gebauten Kamera ist, dass kein spezielles Gehäuse für den Schutz vor eindringendem Wasser benötigt wird. Die Olympus Tough TG-5 ist von sich aus schon sehr gut gegen sämtliche Umwelteinflüsse geschützt. Nur wenn ihr längere Zeit tiefer als zehn Meter tauchen möchtet, wird ein zusätzliches Gehäuse benötigt. Außerdem könnt ihr die Olympus Tough TG-5 aus einer Höhe von bis zu einem Meter ohne Angst vor Schäden fallen lassen, im Schnee fotografieren oder auch mit bis zu 100 Kilogramm Gewicht belasten.
Bedienung & Einrichtung
Die Einrichtung der Kamera ist gewohnt einfach, dauert weniger als eine Minute und besteht im Grunde nur darin, Uhrzeit sowie Datum festzulegen. Am längsten hat es bei mir gedauert, den Verschluss des Akkufachs zu öffnen, da dieser mit zwei kleinen Sicherungen versehen ist, welche sich nur schwer aufmachen lassen.
Durch mehrmaliges Öffnen des Faches, welches übrigens die Speicherkarte vor eindringendem Wasser schützt, wurden die Sicherungen etwas leichtgängiger. Derselbe Mechanismus kommt ebenfalls beim zweiten Fach, welches den USB-Anschluss sowie den miniHDMI-Anschluss verbirgt, zum Einsatz.
Die Bedienung der Olympus Tough TG-5 erfolgt über einfache Drehregler, welche für die Bedienung mit Handschuhen leider deutlich zu klein geraten sind. Sämtliche Bedienelemente sind leicht verständlich und nahezu selbsterklärend. Die Programmeinstellungen nehmt ihr mit dem Auswahlregler vor, während darunter ein Steuerkreuz für die Navigation und den Schnellzugriff auf Funktionen gedacht ist. Ein separater Knopf zum Anzeigen von Bildern ist ebenfalls vorhanden, so wie ein sehr kleiner Knopf zum direkten Starten von Videos. Ein zweistufiger Auslöseknopf am oberen Bereich mit zugehörigem Zoomregler und ein Drehregler für das Definieren von Optionen schließen das Gesamtpaket ab.
Das Menü selbst ist sehr umfangreich, leider nicht immer gleich ganz verständlich und ein wenig unübersichtlich. Nach etwas Eingewöhnung kommt man damit aber klar und findet alle notwendigen Einstellungen recht schnell.
Programmautomatik für Alles & Nichts
Die Olympus Tough TG-5 kommt mit einer Vielzahl von verschiedenen Automatikprogrammen daher. Ihr könnt zwischen einer Blenden-, Programm-, und Vollautomatik wechseln, außerdem stehen zwei individuell einstellbare Programme, ein Videomodus oder diverse Szenenprogramme mit verschiedenen Unteroptionen zur Verfügung.
Im Modus für Szenen gibt es Voreinstellungen für Personen, Nachtlandschaften, Bewegung, Landschaft oder Indoor-Aufnahmen. Jeweils wird dann versucht, die besten Einstellungen für das gewählte Motiv zu finden.
Sehr schön ist auch die Mikroskop-Funktion, bei der die Naheinstellgrenze extrem gering ist und sehr kleine Objekte groß und scharf abgebildet werden können. Neben dem Makromodus, der zusätzlich vergrößert, steht auch eine Belichtungsreihe und eine Funktion, welche mehrere Fotos mit unterschiedlichem Fokus aufnimmt, zur Verfügung.
Da unter Wasser andere Lichtbedingungen herrschen, steht euch bei der Olympus Tough TG-5 ein Programm zur Auswahl, welches speziell für Aufnahmen unter Wasser konzipiert ist. Hier könnt ihr zwischen Makro-, Weitwinkel- und HDR-Modus wechseln und so versuchen, unter Wasser die besten Aufnahmen zu erstellen.
Für mich viel wichtiger als diverse Programme wäre ein manueller Modus, der leider komplett fehlt und speziell den professionellen Fotografen enttäuscht. Auch ein einfacher Modus, um die Belichtungszeit anzupassen, fehlt komplett, sodass ihr auf die Voreinstellungen angewiesen seid, die jedoch selten ausreichen. Besonders bei wenig Licht habt ihr keine Möglichkeiten, absichtlich etwas zu überbelichten, um beispielsweise den Himmel etwas besser einzufangen. Die automatische Belichtung konzentriert sich zu sehr auf den Bildmittelpunkt und erhellt den Himmel damit zu wenig.
4K-Videos & Slowmotion-Aufnahmen
Die Olympus Tough TG-5 kann Videos mit einer Auflösung von 4K bei 30 Bildern pro Sekunde aufnehmen, was für ein gestochen scharfes Bild sorgt. Stellt ihr die Auflösung auf Full HD herunter, stehen euch Slowmotion-Aufnahmen mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde zur Verfügung oder sogar bis zu 240 Bildern pro Sekunde, bei etwas unschärferen HD-Aufnahmen. Damit dies möglich ist, benötigt ihr allerdings eine schnelle SD Karte, welche diese Datenmengen auch schreiben kann, da die Aufnahme sonst nach wenigen Sekunden abbricht.
Fotoqualität im Mittelfeld
Schaut ihr euch die Fotos an einem Smartphone oder Tablet an, werdet ihr kaum etwas zu kritisieren haben. Betrachtet ihr euch die Fotos jedoch etwas genauer an einem PC oder wollt diese größer ausdrucken, überzeugen mich die Ergebnisse der Olympus Tough TG-5 weniger. Die Fotos könnten zum einen schärfer sein und bieten teilweise zu wenig Details.
Der Autofokus arbeitet schnell und zuverlässig, Fotos mit hohem Kontrast sehen jedoch oft zu unnatürlich aus und dunkle Stellen im Bild haben kaum Details. Mit besserem Licht und etwas Nachbearbeitung könnt ihr dennoch einiges an Qualität gewinnen. Wenn ihr das passende Programm wählt, versucht die Kamera selbst die besten Einstellungen zu finden, auch wenn die Einstellungen dabei nahezu immer gleich ausfallen.
Mit einer Blende von f2.0 bis f4.9 und einer Brennweite von 25 bis 100 Millimeter seid ihr mit dem fest verbauten Objektiv für alle Situationen ausreichend gerüstet und könnt sowohl etwas Weitwinkel als auch den vierfachen Zoom für entsprechende Fotos nutzen. Der ISO-Wert ist bis 12800 einstellbar, aber mit mäßigem Rauschen nur bis ISO 800 zu empfehlen.
Gegensteuern könnt ihr nur mit höheren Belichtungszeiten, die jedoch selbst mit Stativ durch Beschneidung der Einstellungen nicht länger als vier Sekunden sein können. Helle Nachtaufnahmen und Langzeitbelichtungen sind somit nahezu unmöglich.
Smarte Features gibt es extra
Neben der üblichen Variante, einfach auf den Auslöser zu drücken, bietet die Olympus Tough TG-5 eine Funktion, die Kamera über die kostenlose App „Olympus Image Share“ vom Smartphone aus zu steuern. Dabei wird die WLAN-Funktion der Kamera genutzt, um das Livebild an die App zu senden und auch Kameraeinstellungen direkt am Smartphone vorzunehmen und anschließend auszulösen.
Diese Funktion ist als Fernbedienung sehr praktisch und erlaubt den Fokus auch dann noch richtig zu setzen, wenn man selbst nicht mehr auf das Kamera-Display schauen kann. Bilder lassen sich hier ebenfalls betrachten und gegebenfalls gleich auf dem Smartphone sichern.
Routenaufzeichnung & Fotostandort
Praktisch, besonders für die spätere Ansicht von Fotos, ist die Funktion, dass die Olympus Tough TG-5 automatisch die aktuelle Position anhand von GPS-Daten ermitteln kann und die dazugehörigen Daten in den Details der Fotos speichert. So könnt ihr später nicht nur auswerten, wo ihr das Foto gemacht habt, sondern auch die gesamte Strecke, die ihr gelaufen seid, anzeigen lassen. Hierfür wird die App „Olympus Image Track“ benötigt, die ihr euch ebenfalls kostenlos herunterladen könnt. Da diese Funktion nicht in allen Ländern erlaubt ist und außerdem auch bei ausgeschalteter Kamera Strom benötigt, könnt ihr sie auch über einen kleinen Regler an der Kamera deaktivieren.
Akku Akkulaufzeit ausreichend für den Tag
Ist die Olympus Tough TG-5 voll aufgeladen, hängt die tatsächliche Nutzungsdauer stark von den jeweiligen Situationen ab. Eine permanente Nutzung des Blitzes und GPS-Empfängers verringert die Laufzeit drastisch, während die Kamera bei Tageslicht und humaner Nutzung einen ganzen Urlaubstag durchhalten kann. Sehr wichtig ist es, den GPS-Sensor zu deaktivieren, wenn ihr die Kamera nicht mehr benutzt, da der Akku sonst nach wenigen Tagen im Standby leer ist und spontane Foto dann leider nicht mehr möglich sind.
Fazit Schwierige Zeiten für Kameras der Kompakt-Klasse
Auch wenn die Olympus Tough TG-5 einige tolle Features bietet, kompakt sowie handlich ist und einen Sturz auf den Boden oder in den Teich unbeschadet übersteht, hat sie es dennoch schwer. Aktuelle Smartphones bieten oft schönere Fotos, sind ebenfalls mit diversen Funktionen ausgestattet und zudem der tägliche Begleiter für die meisten unter uns. Empfehlen kann ich die Olympus Tough TG-5 dennoch, obwohl sie wahrscheinlich nur für wenige einen echten Mehrwert bietet.
Der Preis von 462 Euro mag gerechtfertigt sein, ist aber dennoch schwer verdaulich für den Gelegenheitsnutzer. Sie entspricht dem Preis einer Mittelklasse DSLR-Kamera, welche weit bessere Fotos liefert und viel mehr künstlerischen Freiraum bietet. Dagegen kommt der Outdoor-Liebhaber, der eine robuste Kamera benötigt, kaum um die Olympus Tough TG-5 herum, wird bei ihr aber wiederum starken Zoom und Detailvielfalt in den Fotos vermissen.
Die Olympus Tough TG-5 ist ohne Frage eine gute Kamera, auch wenn die Zielgruppe sehr klein ausfallen dürfte. Spaß werdet ihr aber mit Sicherheit trotzdem haben. Für mehr Punkte hätte ich mir mehr Freiheiten in den wesentlichen Einstellungen der Belichtung und etwas mehr Qualität in den erstellten Fotos gewünscht. Sucht ihr aber eine extrem robuste und wasserdichte Kamera mit GPS-Aufzeichnungen und WLAN, ist dies wohl der günstigste Weg dahin.


































