Vorgestellt: Kamera-Apps

von dirk-haase

· 7 min Lesezeit

Vorgestellt: Kamera-Apps

Fotos mit dem iPhone 4 aufnehmen
Ja, mich haben sie nun auch gekriegt. Und das leider kurze Zeit bevor es freie iPhones gab :-(. Aber das soll nicht das Thema sein, sondern die im iPhone 4 verbaute Kamera und was man damit alles machen kann. In den letzten Wochen wurden damit sehr viele Fotos und Videos aufgenommen. Eine Erkenntnis, welche sich schon nach wenigen Tagen einstellte, war, dass die Leistung der Kamera zwar für die private Fotosammlung ausreichend ist, aber mangels Zoom nicht alles so fotografiert werden konnte, wie ich es gerne getan hätte. Ebenso habe ich einen 16:9-Modus vermisst, so das für die spätere Ausgabe auf einem TV entsprechende Nacharbeit notwendig ist.
Zur Kompatibilität der Apps werde ich keine Angaben machen, zu unsicher sind die Angaben im AppStore. Warum sollte ansonsten bei einer Foto-App auch das iPad auftauchen, welches bisher keine Kamera hat. In den meisten Fällen habe ich mich auf kostenlose Lite-Versionen für den Test beschränkt, daher kann jede(r) selber testen, ob die App auf dem eigenen Gerät funktioniert. Getestet wurden alle Apps mit dem iPhone 4. Ebenso erhebt die Aufstellung keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, es sind einfach nur jene Apps welche mir empfohlen wurden und mit denen ich experimentiert habe.

Kamera (kostenlos)
Direkt einsatzbereit ohne jegliche Installation ist die App, welche Apple dem iPhone mitgibt. Bei jedem Foto wird der Aufnahmeort in den EXIF -Daten des Fotos vermerkt und auf Wunsch zusätzlich eine HDR-Aufnahme gemacht. Per kleinem Schiebeschalter lässt sich die Video-Aufnahme aktivieren. Fotos werden mit fünf Megapixel aufgenommen, Videos im kleinen HD-Format (1280×720). Der Blitz lässt sich zwischen Automatisch, Ein und Aus umschalten. Für den Wechsel zwischen den beiden Kameras genügt ein Tipp mit dem Finger auf das entsprechende Symbol. Ebenfalls mit nur einem Tipp kann festgelegt welcher Bereich scharf gestellt wird. Mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen, denn Einstellungen die man ändern könnte, gibt es keine.

Was fehlt sind einblendbare Hilfslinien um das iPhone vor der Aufnahme möglichst gerade auszurichten. Ebenso ein „Bildstabilisator“ wie ihn die folgenden Apps teilweise bieten.

Screen mit allen erwähnten Kamera-Apps
Kamera – Foto-Modus
Fotos – Aufnahmen in Kartenansicht
ProCamera – Foto-Modus mit Hilfslinien und künstlichem Horizont
ProCamera – Foto-Modus mit Hilfslinien und künstlichem Horizont
Kamera App – Teil 1″

ProCamera (v3.0/2,39€)
Mein derzeitiger Favorit, welcher mit dem letzten Update noch weiter verbessert wurde. Besonders erwähnenswert sind die verschiedenen einblenbaren Hilfslinien, die Speicherung der Aufnahme-Koordinaten in den EXIF-Daten des Fotos und der „Bildstabilisator“. Keiner im üblichen Sinne, sondern man selbst übernimmt dessen Funktion. Dafür nutzt ProCamera (und die anderen Apps) die internen Sensoren und löst die Aufnahme erst aus, wenn man das iPhone ruhig genug hält. Die Empfindlichkeit lässt sich in den Einstellungen in drei Stufen einstellen. Die App bietet viele weitere Funktionen, die aber erst einmal entdeckt werden wollen. Leider gibt es die bis vor wenigen Wochen erhältliche kostenlose Basis-Version nicht mehr, so dass ein Test vor dem Kauf nicht möglich ist.

Genau wie bei Apples Kamera-App ist auch ProCamera Schnappschuss-tauglich, da direkt nach dem Start losgelegt werden kann. Nach erfolgreicher Aufnahme wird gefragt, ob man diese auch speichern will. In den Einstellungen kann allerdings das automatische Speichern aktiviert werden, dann spart man sich diese Abfrage und kann stattdessen weiter fotografieren. Die Aufnahmen werden dabei im Hintergrund gespeichert.

In diesem Normalmodus lässt sich der Blitz automatisch auslösen und ein- bzw. ausschalten. Ebenso kann zwischen den beiden Kameras umgeschaltet werden. In der unteren Symbolleiste befindet sich der Zugriff auf das Menü, den Auslöseknopf für eine direkte Aufnahme und jener für eine Timer-Aufnahme. Über das Menü lassen sich diverse Hilfen für die Kameraausrichtung einblenden, zur Videoaufnahme umschalten, die Bearbeitungsfunktionen für Fotos und die Einstellungen aufrufen. In diesen kann wie schon erwähnt die Stärke des „Bildstabilisators“ und die Zeit für den Timer eingestellt, der Expertenmodus (bietet zusätzlich getrennt voneinander einstellbare Felder für den Fokus und Belichtung und einen Weißabgleich) aufgerufen, das automatische speichern in die Foto-App, Vollbild-Zoom, Zoom-Tasten de-/aktiviert und der Virtuelle Horizont kalibriert werden. Weiterhin finden sich im Menü die Bedienungsanleitung, Tipps & Tricks, die Möglichkeit den Kundenservice per Mail zu kontaktieren und den Newsletter zu abonnieren.

Camera Plus (v2.3/kostenlos)
Auch hier die übliche Ansicht des Hauptfensters: Blitzumschaltung, Kamerawechsel, Zoomregler, Zugriff auf gespeicherte Fotos (lassen sich bei Facebook, Flicker, Twitter veröffentlichen und per Email versenden), Effekte (in Schwarz/Weiss wandeln, Zuschneiden und Drehen. Über die Menüleiste lässt sich der Verwacklungsschutz aktivieren, Blitz ein-/aus- und Timer ein-/ausschalten, Aufnahme überall auf dem Touchscreen auslösen erlauben, Bilder in bing suchen, die Pro-Version kaufen und die Einstellungen aufrufen. Diese beschränken sich auf die Timereinstellung und das automatische Speichern in der Foto-App.

Die Pro-Version bietet weitere Werkzeuge, zum Beispiel wird die Aufnahme-Postion in den Fotos vermerkt, es können Tags für die Fotos vergeben werden, Videoaufnahme, viele Effekte für die Fotos usw. Einfach einen Blick in den App Store werfen, dort sind all die Vorteile gut in den hinterlegten Screenshots zu sehen.

Camera + (v1.2.1/AppStore)
Die App ist, wenn auch nicht direkt sichtbar, doch Schnappschuss-tauglich. Man sieht im vorgeschalteten Menü eine virtuelle Spiegelreflexkamera und kann deren Auslöser benutzen um ein Foto aufzunehmen. Das Bild ist dabei im Kamera-Sucher zu sehen. Wird in diesem Bildschirm „Take photos“ gewählt, gelangt man in die Vollbildansicht mit bekannten Elementen: Blitzumschaltung, Kamerawechsel, Zoom, Fotoauslöser, Verwacklungsschutz und Filmrolle. In dieser werden die Aufnahmen zwischengespeichert und können von dort in die Foto-App übertragen werden. In den Einstellungen lassen sich Sound, Zoom und Hilfslinien einschalten, die Zugangsdaten für das verteilen der Fotos erfassen (facebook, twitter und flickr), die Speicherqualität festlegen – volle oder optimierte (1200×1200) Auflösung. Letztere für schnelleres arbeiten mit der App.

Aktuell ist Camera + nicht im AppStore erhältlich, da die App es ermöglichte mit den Knöpfen der Lautstärkeregelung eine Aufnahme auszulösen und dafür von Apple entfernt wurde.

Camera Plus – Foto-Modus mit Menü
Camera + – Startbildschirm
Camera + – Vollbild-Foto-Modus
GorillaCam – Foto-Modus mit Wasserwaage
GorillaCam – Foto-Modus mit Wasserwaage
Kamera App – Teil 2″

GorillaCam (v 1.2.1/kostenlos)
Wohl als Werbemaßnahme für die GorillaPad-Stative gedacht, ist diese App kostenlos im App Store erhältlich. Neben normalen Foto-Aufnahmen bietet sie eine Besonderheit: Intervallaufnahmen – Kamera in Position bringen, Zeitintervall einstellen und schon wird ein Foto nach dem anderen aufgenommen – zu 10.000 Aufnahmen und einem maximalen Intervall von 120 Sekunden.

Mit dem kleinen Kreis links gelangt man in die Einstellungen, von den ersten Drei Einstellungen (Self-timer, Time-lapse und Anti-shake) kann nur jeweils ein Modus ausgewählt werden. Dieser wird in der Folge als zweites Symbol in der Symbolleiste dargestellt und erlaubt weitere Einstellungen für diesen Modus.

  • Self-timer – Zeitverzögerte Aufnahme zwischen 3 und 90 Sekunden. Die letzten Sekunden werden akustisch signalisiert.
  • Time-lapse – Zeitraffer-Aufnahmen. Per Wählrad wird die Anzahl der Aufnahmen (drei bis max. 10.000) und der Intervall (zwischen einer und 120 Sekunden) eingestellt.
  • Anti-shake – Verwacklungsschutz (mit Hilfe der internen Sensoren) – einstellbar in drei Stufen. Ein Indikator hilft bei der Orientierung – rot = zu unruhige Hand.
  • Bubble Level – Wasserwaage, welche immer an der oberen Kante des Bildschirms eingeblendet wird. Dieser kann in den Einstellungen kalibriert werden.
  • Grid – es werden Hilfslinien für den „Goldenen Schnitt“ eingeblendet.
  • Press Anywhere – Aufnahme überall auf dem Touchscreen auslösen (Fingerabdruck in „Menüleiste“).
  • 3 Shot Burst — drei Aufnahmen auf einmal (drei Punkte in „Menüleiste“).

    Ganz rechts befindet sich ein Symbol mit einem Gitter über welches man Zugriff auf die Aufnahmen erhält. Nach Auswahl lässt sich ein Foto anschließend per Mail verschicken. EXIF-Daten werden von dieser App nicht unterstütz, so das auch die Koordinaten des Aufnahmeortes nicht hinterlegt sind. Ebenso kann kein Video aufgezeichnet oder zwischen den beiden Kameras umgeschaltet werden.

    iZeitraffer (v1.1/0,79€)
    Wie GorillaCam ermöglicht iZeitraffer ebenfalls Zeitraffer-Aufnahmen und ist auf diesen Zweck optimiert. Vorteil ist, das die Aufnahmen direkt in der App zu einem Film zusammengefasst werden können. Da Bilder mehr als 1000 Worte sagen, spare ich mir diese und binde statt dessen ein Video ein ;-).

    Pro HDR (v2.2.1/1,59€)
    Seit iOS4 gibt es auch HDR-Fotografie auf dem iPhone. Während die Kamera-App das HDR-Foto ohne Einflussmöglichkeit des Benutzers erzeugt, bietet Pro HDR schon fast zu viel davon. Bereits vor den eigentlichen Aufnahmen analysiert die App die Umgebung auf dunkle und helle Stellen, nimmt anschließend je eine dunkle und eine helle Aufnahme auf und rechnet diese zu einem HDR-Bild zusammen. Durch die Messungen vor den eigentlichen Aufnahmen ist die App nicht gerade Schnappschuss tauglich und eine ruhige Hand ist gefragt. Das folgende Video verdeutlicht das seht gut. Das Ergebnis lässt sich am Ende noch „finetunen“ und dem eigenen Geschmack anpassen. Vielleicht findet sich noch ein Autor, welcher das Thema HDR vielleicht etwas ausführlicher beleuchten möchte.

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