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Endlich ist wieder einmal unser traditionelles Paddelwochenende im Spreewald angesagt. Und endlich kann ich wieder einmal den Kofferraum meines Ford Galaxy bis unters Dach voll packen mit Zelt, Isomatten, Schlafsäcken, Bettzeug, Klappstühlen, Badminton-Sets, Grill, Grillgut, Kleidung und noch so allerlei mehr – was man eben für zwei Übernachtungen auf einem Zeltplatz alles so braucht. Ein bisschen Platz muss ich aber in diesem Jahr lassen, denn ich habe wieder einmal eine Kühlbox in meinen heiligen Tester-Hallen zu Besuch und die soll natürlich auch mit.
Nachdem ich im letzten Jahr bereits das High-End-Kühlwunder CFX3 55IM von Dometic unter die Lupe nehmen durfte, schaue ich mir in diesem Jahr einen kleineren Gefährten namens Dometic CFF 20 genauer an. Die Kompressorkühlbox ist mit 21 Litern Füllmenge deutlich kompakter als mein Vorjahres-Begleiter und gibt sich auch sichtbar puristischer. Sie konzentriert sich auf das Wesentliche: auf eine Kühl- und Gefrierleistung bis -18 Grad für ein kleines bis mittleres Arsenal an Getränken und Speisen. Mit aktuell um die 400 Euro spielt die CFF 20 auch preislich in einer deutlich moderateren Liga als die CFX3 55IM. Aber für meinen Camping-Ausflug scheint sie ideal. Schauen wir uns an, wie sie sich im Alltag schlägt.
Perfekt für kühle Drinks
- sehr gute Kühlleistung
- bis minus 18 Grad möglich
- robust und widerstandsfähig
- einfache, intuitive Steuerung
- geringer Verbrauch
- angenehm leise
- Verarbeitung hat Ecken und Kanten
- Öffnungsmechanismus verklemmt sich im Deckel
Produkttest Aktualisiert am: 20. Juli 2022
Lieferumfang: Klassischer Lieferumfang mit kleiner Bastel-Einlage
Ich bin jedes Mal aufs Neue begeistert, wenn mich ein Unboxing überrascht. Ich hätte es bei der Dometic CFF 20 Kompressorkühlbox ja eigentlich gar nicht erwartet, aber auch sie ließ mich beim Auspacken mit einem Schmunzeln auf dem Gesicht zurück. Dabei fängt alles ganz klassisch an. Da der Karton nur unwesentlich größer ist als die Kühlbox selbst, erwartet mich nach dem Öffnen auch auf den ersten Blick nichts Anderes als die Dometic CFF 20. Jenseits davon finde ich noch eine Tüte mit der Anleitung und dem Energie-Label im Karton, ebenso wie eine kleine Papp-Schachtel.
Und in dieser Schachtel wartet das restliche Zubehör auf mich. Dazu gehört natürlich das Kaltgerätekabel und ein Ladekabel für den Zigarettenanzünder. Außerdem wären da noch zwei Metallstangen, vier Halterungen aus Plastik, ein Inbusschlüssel und acht Schrauben. Als erstes habe ich all das ein wenig verwundert angeschaut, bis ich gemerkt habe, dass ich jetzt erst einmal die Griffe an die Kompressorkühlbox schrauben kann. Dann lege ich doch gleich einmal Hand an und befestige mit dem Inbusschlüssel die Griffe an der Kühlbox. Jetzt ist die CFF 20 komplett und ich kann sie mir im Detail anschauen.
Verarbeitung: Robustes Design mit kleinen Mängeln
Eine klassische Kühlbox mit zirka 20 Litern Volumen misst meist um die 40 mal 40 mal 30 Zentimeter. Die Dometic CFF 20 kommt auf 66 Zentimeter Länge und 43 Zentimeter Höhe. Das Plus an Größe ist natürlich dem Kompressor geschuldet. Nebenbei: Wer sich für die Funktionsweise einer Kompressorkühlbox interessiert, den verweise ich gern noch einmal an meinen Text der CFX3 55IM. Dort habe ich die Kompressortechnologie im Detail beschrieben. Aber zurück zur Verarbeitung der CFF 20. Die Außenhülle der Kühlbox ist durchgängig in robustem Plastik gehalten, das im Dometic-typischen Hellgrau-Dunkelgrau-Mix daherkommt. Ausnahmen sind hier nur die Metallgriffe und die Display-Sektion.
Alles in allem ist die Kühlbox recht gut und stimmig verarbeitet, aber sie ist natürlich nicht mit dem Produktionsniveau eines Notebooks oder Smartphones zu vergleichen. So hat das Gitter über dem Kompressor doch eine spürbar gewölbte Kante hin zur restlichen Box. Der Deckel lässt sich von der Box entfernen und hat dementsprechend in geschlossenem Zustand leichtes Spiel nach links und rechts. Dann wäre da noch die Lasche zum Öffnen der Box, die ich in den Deckel drücken muss, um die Kühlbox zu öffnen. Diese Verriegelung ist ziemlich schwergängig und hat sich in meinem Test auch mehrfach verklemmt. Das heißt schlichtweg, dass sie nach dem Öffnen im Deckel hängen geblieben ist und der Deckel damit kurzzeitig nicht richtig schloss.
Aber ich muss der Box eben auch zugute halten, dass sie sehr widerstandsfähig ist und den ein oder anderen Rempler verträgt, ohne gleich Kratzer zu bekommen. Auch fand ich die Dometic CFF 20 trotz ihrer Größe noch leicht genug, um Sie auch mal ein paar Meter mehr allein zu tragen. Ich würde einfach mal sagen, dass das Design funktional ist. Hochwertig wäre der falsche Ausdruck, aber robust, langlebig und durchaus solide trifft es ganz gut.
Steuerung: Kein App-Schnickschnack und einfache Bedienung
Die Dometic CFF 20 kommt mit einem erfrischend simplen Bedienkonzept daher. Eine App wie bei den großen Dometic-Geschwistern gibt es und braucht es hier nicht. Alles Wesentliche funktioniert über die vier Tasten rund um das Display. Da wäre zunächst ganz links der Power-Button, der – ihr ahnt es sicherlich schon – für das Ein- und Ausschalten der Kompressorkühlbox zuständig ist. Rechts daneben sind zwei LEDs verbaut, die anzeigen, ob die Box an ist und kühlt und ob eine Warnmeldung anliegt.
Rechts neben dem Display finde ich drei weitere Tasten mit den selbsterklärenden Aufschriften “SET”, “+” und “-”. Und hier kommt auch schon die ganze Magie für herrlich kühle Getränke: Drücke ich einmal auf “SET”, gelange ich in die Einstellung der Zieltemperatur, die ich wiederum mit “+” und “-” auf bis zu minus 18 Grad Celsius einstellen kann. Drücke ich zweimal auf “SET”, kann ich mit “+” und “-” zwischen Grad Celsius und Fahrenheit wechseln. Durch dreimaliges Drücken der “SET”-Taste gelange ich zum Batterie-Computer, mit dem ich einstellen kann, ab welchem Ladezustand die Box keinen Strom mehr von der Autobatterie ziehen soll. Das schützt die Batterie vor zu starker Entladung. Last, but not least kann ich den “SET”-Button viermal drücken und gelange so in das Menü zur Einstellung der Display-Helligkeit.
Mehr gibt es nicht zu wissen und zu beachten bei der Steuerung der Dometic CFF 20. Es ist denkbar einfach, die Kompressorkühlbox zu bedienen und dennoch bringt sie alle nötigen Features mit – ganz ohne angeschlossene App.
Im Einsatz: Ein Camping-Wochenende mit der Dometic CFF 20
Jetzt, da ich mich mit der Steuerung und der Funktionsweise der Dometic CFF 20 Kompressorkühlbox vertraut gemacht habe, kann ich mich schnurstracks der Praxis widmen. Die sieht in diesem Jahr bei mir so aus: Ich fahre zum alljährlichen Paddelwochenende von Freitag bis Sonntag in den Spreewald auf einen Zeltplatz ohne Stromversorgung. Die Kühlbox muss am Freitag auf Temperatur gebracht werden und ich schaue mir an, wie kühl die Getränke über zwei Abende hinweg bleiben.
Schritt 1 – die Bestückung: Ich nehme die Dometic CFF 20 in diesem Jahr allein fürs Kühlen von Getränken in Beschlag. Gemüse und Grillgut müssen draußen bleiben. Genau genommen kommen in die Box:
- zweimal zwei Liter Eistee
- insgesamt zwölfmal Cola, Fanta und Sprite in der 0,33-Liter-Dose
- viermal Radler in der 0,5-Liter-Dose
Die Kühlbox wird erst angeworfen, nachdem sie flächendeckend gefüllt ist.
Schritt 2 – das Vorkühlen: Zirka sieben Stunden vor der Abreise geht die Dometic CFF 20 ans heimische Stromnetz. Beim Einschalten zeigt das Display 21 Grad Celsius Innentemperatur an. Als Zieltemperatur stelle ich 5 Grad Celsius ein. Das wohlige Brummen des Kompressors erfüllt den Raum und begleitet mich die nächsten 35 Minuten. Dann zeigt die Box die Zieltemperatur von 5 Grad an. “Das ging ja flott.”, denke ich mir und verfalle dem Trugschluss, dass der Innenraum jetzt schon diese Temperatur erreicht hätte. Natürlich beziehen sich die 5 Grad auf die metallischen Innenwände, die jetzt diese Temperatur erreicht haben und die Kälte in die Getränke und den Innenraum abgeben.
Kurz vor der Abreise hat sich auch der restliche Innenraum deutlich abgekühlt. Zwar sind die 5 Grad nicht erreicht, aber immerhin ist die Temperatur von gut 22 auf 10,8 Grad Celsius abgesunken. Und ich bin sehr zuversichtlich, dass die Getränke selbst deutlich kühler als 10,8 Grad sind.
Schritt 3 – Switch auf die Autobatterie: Die Abreise naht und ich packe die Dometic CFF 20 zum restlichen Camping-Gepäck in den Kofferraum. Dort schließe ich die Kompressorkühlbox über das beiliegende Kfz-Kabel an den Zigarettenanzünder an. Ich starte das Auto und die Box setzt den Kühlvorgang fort. Gut zwei Stunden später bin ich am Zielort angekommen und öffne kurz den Deckel, um die Temperatur zu prüfen: 9,1 Grad strahlen mich jetzt an und ich bin tatsächlich überrascht, dass die Box während der Fahrt noch einmal spürbar herunterkühlen konnte. Der Autobatterie ging es nach diesem Ausflug übrigens auch noch blendend.
Schritt 4 – der coole erste Abend und der Morgen danach: Die Stunde der Wahrheit naht: Wie kühl sind die Getränke, wenn die Umgebungstemperatur in der Dometic CFF 20 noch nicht die anvisierten 5 Grad erreicht hat? Dazu kann ich eigentlich nur sagen: An einem viel zu warmen Frühsommerabend nach dem schweißtreibenden Aufbau des Zeltes hat mich die gut 5 Grad kalte Coke aus meiner Kompressorkühlbox wirklich versöhnt mit allen Strapazen davor. An die kleinen Verarbeitungsmängel der Box oder ihr hohes Gewicht bei ordentlicher Füllung dachte ich in dem Moment gar nicht mehr. Ich saß nur da, grinste zufrieden und verinnerlichte, wie schön es jetzt war, ein kühles Getränk genießen zu können.
Da ich auf dem Zeltplatz keinen Strom und auch keine Powerstation dabei hatte, musste ich mich wohl oder übel mit dem Gedanken anfreunden, dass der nächste Abend nicht so erfrischend verlaufen würde. Aber zunächst kam der nächste Morgen und beim Blick in die Box war ich ganz angetan, dass die Innentemperatur bisher nur auf 15,5 Grad gestiegen war. Ich verfrachtete die Box zurück ins Auto, weil ich mein Leihgerät nicht den ganzen Tag über unbeobachtet im Zelt stehen lassen wollte. Dass ich sie damit in eine Brutkammer stellte, musste ich in Kauf nehmen.
Schritt 5 – der zweite Abend: Kommen wir zur zweiten Stunde der Wahrheit. Nach einem halben Tag im Auto und recht starker Sonneneinstrahlung war die Innentemperatur der Dometic CFF 20 wieder auf 23,4 Grad angestiegen. Glücklicherweise haben die Getränke ihre Temperatur noch nicht auf den gleichen Wert angepasst, sodass ich abends immer noch ein angenehm kühles, wenngleich auch nicht mehr 5 Grad kaltes Getränk genießen konnte. Dennoch war ich sehr überrascht und angetan, dass ich praktisch nach anderthalb Tagen immer noch von der initialen Kühlung profitieren konnte.
Verbrauch & Lautstärke: Geringer Stromverbrauch & akzeptable Kompressorlautstärke
Wer kühlen will, verbraucht Strom. Und dieser Verbrauch wird bei der Dometic CFF 20 mit 40 Kilowattstunden pro Jahr angegeben. Dass das Energielabel nichts mit einer gewöhnlichen Beispielhochrechnung anhand eines Tagesverbrauchs zu tun hat, habe ich bereits im Test der CFX3 55IM berichtet. Dementsprechend kann ich auch hier nur sagen: Wer den Tagesverbrauch misst, kommt am Ende des Jahres bei einem Dauerbetrieb auf deutlich höhere Werte. Aber die sind ja auch nicht ernst zu nehmen.
Was ich aber an meinem Beispiel konkret sagen kann: Wenn ich die Kühlbox auf 5 Grad herunterkühle und auf dieser Temperatur halte, dann verbraucht sie bei Raumtemperatur von um die 20 Grad gut 0,16 Kilowattstunden in zwölf Stunden. Auf den Tag gerechnet wären das dann 0,32 Kilowattstunden und aufs Jahr gerechnet 116,8. Letzteren Wert ignoriere ich einfach und fasse für mich zusammen, dass die Kühlbox angenehm sparsam im Verbrauch ist. Natürlich muss man auch sagen, dass der Verbrauch höher liegt, wenn der Kompressor den ganzen Tag in der prallen Sonne arbeiten muss. In einem nächsten Schritt habe ich Eiswürfel in der Kühlbox gemacht und die Box dann insgesamt einen ganzen Tag auf der Zieltemperatur von -17 Grad Celsius laufen lassen. Nach zwei Stunden war die Innentemperatur von 20 auf minus 14 Grad abgesunken und nach gut 12 Stunden, also am nächsten Morgen, hatte ich durchgefrorene Eiswürfel. Am Ende des Tages hat die Box bei diesem Frost-Marathon – und abermals bei 20 Grad Raumtemperatur – 0,65 Kilowattstunden verbraucht. Der Wert ist logischerweise deutlich höher, aber für die erbrachte Leistung ist er immer noch sehr gut.
Bleibt die Frage, wie laut die Kompressorkühlbox dabei wurde. Gemessen habe ich außerhalb der Box um die 50 Dezibel und in der Box bis zu 70 Dezibel. Je nach eingestellter Zieltemperatur schaltet die Dometic CFF 20 aber nach einer halben bis 2,5 Stunden ab und geht in den Intervallbetrieb über. Damit komme ich gut klar, auch wenn die Box in der Nähe meines Nachtlagers laufen sollte. Ja, der Kompressor ist hörbar, aber übermäßig gestört hat er mich nicht.
Reinigung: Gut & einfach zu reinigende Kompressorkühlbox
Einen kleinen Schwenk möchte ich noch zur Reinigung der Box machen und ich mache es kurz: Es ist total einfach. Die Dometic CFF 20 besteht weitestgehend aus großen, geraden Flächen ohne Mulden, Gitter oder Nischen – und zwar innen und außen. Das heißt für die Reinigung, dass ich mit einem Lappen und Seifenwasser ziemlich schnell um die Kühlbox herum bin. Nach zwei bis drei Minuten ist die Reinigung erledigt, wobei sich sowohl auf den rauen Plastik-Außenwänden als auch auf den Innenwänden sämtliche Schmutzspuren ohne großen Aufwand entfernen ließen.





















































