Der iPhone-3G-Testmarathon bei Cyberport
Der iPhone-3G-Testmarathon bei Cyberport
Der zweite Starter ist der erste mit einem Bericht ;-)
Genau sieben Tage ist es her, als ich von Sven das langersehnte iPhone 3G zur Verfügung gestellt bekam – endlich durfte ich es in Händen halten und für mich die Frage beantworten: California Dreamin oder versinkt das iPhone 3G im Nebel der nahen Oakland Bay? Einen ersten, kleinen und teilweise eher amüsanten Testbericht gab es schon auf meinem privaten Blog, aber dieser war nicht für das Cyberbloc geeignet.
Wie von Apple gewohnt, ließ die Auspacktzeremonie den Puls in die Höhe steigen – behutsam wurde die Schachtel geöffnet und das iPhone als Erstes entnommen. Was war sonst noch in der Schachtel, die nicht wirklich nach den versprochenen Kartoffeln schmecken mochte? Doch das Zubehör war ersteinmal völlig egal, zunächst einmal wurde der Hauptgrund, weswegen man sich überhaupt solch eine (Verpackungs-)Schachtel zulegt inspiziert. Von vorn kaum verändert zum ersten iPhone, musste man es nur wenden, um schon die erste, in meinen Augen sehr gelungene, Verbesserung begutachten zu dürfen. Das schwarze Kleid steht dem Gerät wesentlich besser, auch wenn ich die weiße Variante noch ein bisschen attraktiver finde – aber ich bin ja eh nicht dieser „Man in black“ – das überlasse ich anderen Kollegen.
Die Verarbeitung empfand ich rundum als sehr hochwertig – sogar den Slot für die SIM-Karte muss man schon ein wenig suchen, wenn man nicht vorher den Ort kennt. Per Tastsinn ist er wirklich so gut wie gar nicht zu erfühlen und auch mit bloßem Auge fällt er kaum auf. Um seine Karte einlegen zu können, bedarf es der von mir mal „iStaple“ getauften formschönen Heftklammer. Was weckte sie doch auf den ersten Blick für eine Erinnerung in mir an die Zeit, in der man mit einem ähnlichen Gerät die Zahnspange nachstellen durfte. Aber die Designer in den Werkstätten von Apple haben ein wirklich formschönes Zubehörteil herbeigezaubert, dass man auch zum Reinigen der Zahnzwischenräume oder Stechen von Löchern im Körper zweckentfremden könnte. Nein, Spaß beiseite. Insgesamt liegt das iPhone sehr gut in der Hand, ich möchte meinen, doch um einiges besser als sein Vorgänger, auch wenn sich die Ausmaße und das Gewicht nicht gravierend verändert haben. Vorbei sind endlich die Zeiten, in denen die Damenwelt die Rückseite von Apple’s iPhone dazu nutze, sich zu schminken oder die Frisur immer und immer wieder zu richten. Da muss nun wohl doch wieder der Spiegel hervorgeholt werden.
Auf die inneren Werte kommt es! „Ja nee, is klar“ würde der berühmteste Ruhrpott-Komiker sagen, aber Recht hat er. Auch wenn Apple dem lauten Ruf nach mehr Power durch 3G nachkam, entlockt es mir nur ein leises Grunzen, dass dem des Heimwerkkönigs wohl kaum nahe kommen dürfte. Permanent gab es mindestens einen Balken weniger als bei meinem Samsung SGH-G800 oder meiner UMTS/HSDAP-Datenkarte, die ich mit meinem MacBook Pro nutze. Leider lies sich der Internet-Dienst partout nicht nutzen – nichts war es mit SIM rein und lossurfen bei dem nicht gelockten belgischen iPhone 3G. Permanent bekam ich die Nachricht, dass ich nicht zum mobilen Datendienst zugelassen sei. Das einzige was ich bekam, war eine nette SMS von Vodafone, dass ich weitere Informationen in der nächsten erhalten würde, wie ich es einrichten kann, doch auf diese wartete ich vergebens. Erst kurz vor Ende des Produkttestes erreichte mich die SMS, in der ich netterweise auf eine Internetseite hingewiesen wurde – dumm nur, wenn man grad unterwegs ist und das MacBook Pro nicht unterm Arm hat. Vielleicht kann ich es mit dem Einstellen von APN und Co. doch noch mal testen, wenn ich eines Tages das iPhone 3G nochmals in die Finger bekommen werde.
Gern wieder einmal sagen wollen: Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert. Aber so änderte ich spontan meinen Test-Plan und stöberte ein wenig im neuen App-Store herum, probierte das ein oder andere Spiel bzw. Programm aus. Natürlich testete ich nur die preislich günstigen – sprich die kostenlosen – Angebote, aber muss sagen, dass die ersten Angebote wirklich eine Empfehlung wert sind. Mittlerweile gibt es Programme für Facebook und WordPress, was für mich sehr interessant ist, mal zu testen. Vor allem das Bloggen von jedem Fleck aus reizt mich. Der Start des App-Stores war gelungen und vielversprechend. Bei der starken Community wage ich mir gar nicht auszumalen, was es alles schon zu Weihnachten geben wird. Ersetzt das iPhone bald noch mehr Geräte? Mit einer Anwendung scheint ja fast die gute alte Wasserwage abzudanken, auch wenn die exakte Genauigkeit von A Level noch nicht ganz vorhanden ist. Das Potential ist gigantisch und ich bin mir sicher, Apple wird es verstehen, dieses entsprechend auszuschöpfen.
Was hält mich also noch vom Kauf des iPhones ab? Punkt numero uno ist die verbaute Kamera. Hier gab es keine Verbesserung, so dass ich da lieber zum G800 greife, dessen Bilder einfach besser sind. Der zweite Kritikpunkt ist die Speicherkapazität – warum in Gottes Namen hat man das iPhone nicht gleich mit 32 GB ausgestattet? Dann hätte man genügend Speicherplatz für Videos, Bilder und Musik. Die maximalen 16 GB finde ich in solch einem „All-In-One-Gerät“ zu wenig. Ein weiterer Ansatzpunkt zur Verbesserung betrifft die integrierten Mono-Lautsprecher. Der Klang ist zwar um einiges besser als beim Vorgänger, aber vom guten Stereo-Sound für einen lauschigen Kinoabend auf der Decke zu zweit am See ist man noch weit entfernt. Da helfen wohl nur Kopfhörer. Apropos Kopfhörer – Apple hatte ein Einsehen mit den Herstellern und hat die Buchse für sämtliche 3,5 mm Klinken zugänglich gemacht. Vorbei sind also die Zeiten, in denen man noch nach einem passenden Adapter suchen musste, um die Apple-hauseignenen Kopfhörer zu umgehen.
Fazit: Die Offenbarung vor dem Herrn ist das iPhone 3G wahrlich nicht, auch wenn es mir schon schwerer fällt als beim ersten iPhone, nicht sofort zuzugreifen. Da ich mich und mein Telefonier-/Surf-Verhalten kenne, siegt hier wohl wieder die Vernunft gegen das Verlangen nach dem neuesten Gadget aus Cupertino. Verbessert man bei Apple die integrierte Kamera, die Speicherkapazität und die Akkuleistung, greife ich sofort zu. So hoffe ich, dass sich die letzten Nebelschwaden auflösen und ich bald laut zu „California Dreamin“ aus meinem iPhone mitträllern kann.






