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Reisetest: Sigma 18-250mm F3.5 – 6.3 DC OS



3
Zugeordnete Tags Sigma | Objektiv | Test | Pentax
Bereiche

Bewertung
Nicht schlecht.
3,5

 Pro

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 Contra

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Zusammen mit meiner Pentax K7 unterwegs in Vietnam
Du gehst auf Reisen und musst dich gezwungenermaßen auf ein reduziertes Fotoequipment beschränken und möchtest aber dennoch flexibel sein und alle Motive ablichten? Dafür hat Sigma eine gute und auch kostengünstige Lösung auf den Markt der Objektive gebracht. Ausgestattet mit meiner Pentax K7 und dem Allround-Objektiv Sigma 18-250 mm F3.5-6.3 DC OS startete ich in ein dreiwöchiges Reiseabenteuer nach Vietnam. Auf den Weg machte ich mich mit dem Vorhaben, das Superzoomobjektiv von Sigma als Reiseobjektiv auf Herz und Nieren zu prüfen und alle bunten Eindrücke der Reise festzuhalten. Leider vergingen die drei Wochen wie im Flug, doch ich kehrte mit guten Bildern und einem eindeutigen Fazit zurück.
Im Normalfall sollte man für jeden Anwendungsbereich ein eigenes Objektiv zum Wechseln dabei haben, um optimale Bildergebnisse erzielen zu können. Doch nicht immer ist es möglich schnell das Objektiv zu wechseln oder eine Vielzahl an Objektiven mitzunehmen. Deswegen lohnt sich für viele der Kauf eines praktischen Superzooms. Damit ist man super gerüstet, muss keine Objektive wechseln, spart teilweise sehr viel Gewicht und muss dennoch auf keinen wichtigen Brennweitenbereich verzichten. Perfekt für jeden Rucksack-Tourist. Das Sigma 18-250mm stellte für mich eine perfekte Lösung dar, um in allen Situationen der Landschafts-, Porträt- und Makrofotos zu schießen. Dank des sehr großen und flexiblen Brennweitenbereich von 18 bis 250 Millimeter konnte ich spontan und schnell interessante und auch vergängliche Motive von nah und fern festhalten.

Mit dem Sigma 18-250mm unterwegs durch Vietnam

Das Sigma hat ein sehr gutes Handling, eine matte Oberfläche und sehr griffige sowie gummierte Drehringe. So ließ sich gut im Hoch- und Querformat mit der Kamera samt Objektiv hantieren. Der große Zoomring ermöglichte mir ein bequemes und zügiges Verstellen der Brennweite. Praktisch war der, gegen unbeabsichtigtes Herausfahren des Objektivtubus beim Transport, Zoom-Lock-Schalter. Er arretierte den Zoomring bei 18 mm. Jedoch kam es nie vor, dass der Objektivtubus von allein im nicht arretierten Zustand herausrutschte. Von ähnlichen Objektiven anderer Hersteller hatte ich da nicht so Gutes gehört. Ben berichtete mir von Probleme mit seinem damaligen Tamron-Test-Objektiv (18-270mm), welches beim Nach-Unten-Halten ständig herausrutschte, wenn er es nicht arretierte. Dieser stellt auf jeden Fall eine gute Sicherheit dar.

AF/MF-Schalter und der Schalter für den Bildstabilisator waren für mich gut zu erreichen und leicht zu bedienen. Etwas zu leichtgängig war dagegen der Fokusring, welcher eine manuelle Feineinstellung der Schärfe nicht perfekt möglich machte. Schade. Hier braucht es etwas Fingerspitzengefühl. Der leise und schnelle Ultraschalantrieb des Autofokus glich diesen Minuspunkt jedoch im Consumerbereich wieder aus und stellt mich vor ein zufriedenstellendes Ergebnis. Durch eine Innenfokusierung – innerhalb des Objektivtubus – besitzt das Objektiv eine feste und nicht rotierende Frontlinse mit einem Durchmesser von 72 mm. So war es für mich möglich problemlos meine vorhandenen Filter zu benutzen. Zum Lieferumfang von Sigma gehörte auch schon eine Gegenlichtblende, welche bei anderen Herstellern nicht grundsätzlich mitgeliefert wird. Ein weiterer Pluspunkt des Objektives war die Größe und das Gewicht. Mit den kompakten Maßen von 101 x 79 mm (Länge x Durchmesser) und einem Gewicht von ca. 630 g passte das Objektiv gemeinsam mit der Kamera sogar gut in eine kleinere Kameratasche und war unterwegs keine große Last. So wünscht ich mir das auf Reisen.

image

Sigma 18-250mm F3.5-6.3 DC OS“

Das flexibel einsetzbare Superzoomobjektiv reicht mit seiner Brennweite von 18 bis 250 mm. Daraus ergeben sich folgende Offenblenden: Im Brennweitenbereich von 18-55 mm war eine Offenblende von f3.5 möglich. Bei 200 mm erreichte ich den Wert von f5.6, bei 250 mm von f6.3. Damit befindet sich das Sigma im üblichen Bereich von Superzoomobjektiven und bringt gute Bilder bei ausreichend (Sonnen-)Licht. Doch sobald etwas weniger Licht zur Verfügung stand kam es im Telebereich durch den hohen Blendenwert zu längeren Belichtungszeiten, die auch schon eine Unschärfe oder kontrastarme Bereiche im Bild hervorriefen. Durch den Einsatz eines Statives hätte dies sicherlich behoben werden können, doch auf meiner Reise war leider kein Platz mehr für ein Stativ. Im Sigma-Objektiv selber ist jedoch ein sehr guter optischer Bildstabilisator eingebaut, der sogar bis zu 4 Blendenstufen ausgleichen konnte. Der Stabilisator arbeitete sehr zuverlässig und vollkommen geräuschlos. Wenn in der Kamera schon ein eigener Stabilisator eingebaut ist, sollte man einen der beiden ausschalten, da die beiden Stabilisatoren sich sonst gegenseitig stören und beeinflussen. Die Kamera Pentax K7 ist schon mit einem Bildstabilisator ausgestattet, doch um zu testen, wie der Stabilisator vom Objektiv arbeitet, wählte ich für die komplette Reise den des Objektivs aus und deaktivierte den Kameraeigenen. Im war mit dem Sigma-Bildstabilisator sehr zufrieden und konnte bei schlechteren Lichtverhältnissen auch noch ohne Stativ gut arbeiten. Was jedoch der Bildstabilisator nicht ausgleichen konnte, ist die Bildqualität an den Rändern eines Bildes im Telebereich. In diesem Brennweitenbereich kam es häufig zu einer gering abfallenden Schärfe von der Bildmitte zum Rand hin. Im Weitwinkelbereich des Objektivs trat dieser Effekte jedoch nie auf. Hierbei stellt sich nun die Frage, warum man dieses Objektiv, welches als Superzoomobjektiv betitelt wird, als Zoom/Teleobjektiv einsetzen soll, wenn es in diesen Bereichen Unschärfen aufweist? Meiner Meinung nach halten sich diese Unschärfen jedoch noch in Grenzen und für den Consumerbereich bietet das Objektiv eine in allen Bereichen – selbst noch im Telebereich – zufriedenstellende Bildqualität. Vor allem wenn man einmal beachtet, wie flexibel und einfach das Objektiv für Jedermann einzusetzen ist.

Fazit: Kleiner Preis, großer Brennweitenbereich – Das Sigma ist ein tolles Immerdrauf-Objektiv.

Das Sigma 18-250mm F3.5 – 6.3 DC OS Superzoom-Objektiv ist mit einem aktuellen Preis von knapp 400 Euro eine kostengünstige und leistungsfähige Möglichkeit, mit der man flexibel arbeiten kann. Schon mit wenigen Mitteln kann man gute Bilder unterwegs oder auf einer Reise, wo es auch mal zügig voran gehen kann, festhalten. Durch die geringe und komplexe Größe bleibt man mit der Kamera trotzdem recht unauffällig und trägt nicht zu dick auf. Das geringe Eigengewicht ist ein weiterer Pluspunkt. Ich kann euch dieses Objektiv in jedem Fall weiterempfehlen, vor allem für reiselustige Fotografen mit wenig Platz im Koffer oder Rucksack.

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3 Kommentare

  1. Ronson schrieb am
    Bewertung:

    Für diesen Preis würde ich mir ne Bridge oder eine eigenständige Superzoom kaufen. Dies hat zwei entscheidende Vorteile:

    – Gewicht & Größe
    – Bildqualität

    lg

  2. Bernd schrieb am
    Bewertung:

    @Ronson
    Also mir ist bisher noch keine Superzoom oder Bridge Kamera über den Weg gelaufen, die die Bildqualität einer DSLR hätte.
    Das Argument des Gewichts lasse ich ja gelten, aber nicht die Bildqualität.

    Ich selber nutze auf Reisen und Wanderungen ein 18-200 von Canon und bin sehr zufrieden damit. Das Sigma wäre auch meine erste Wahl, wenn ich nicht schon das Canon hätte. :-)

  3. Ben Walther schrieb am
    Bewertung:

    @Ronson: Aber den Nachteil, dass du dir kein zweites oder drittes Objektiv kaufen kannst, wenn du einfach mehr mit der Kamera machen möchtest (Weitwinkel oder Festbrennweite).

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