Tests

Angetestet: WD My Cloud mit Switch & Cam für bequeme Video-Überwachung



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Zugeordnete Tags Western Digital | NAS | Produkttest
Bereiche

Bewertung
Intuitive Überwachung
4,5

 Pro

  • Sehr gute Kamera
  • Gutes Kamera-Bild inkl. Nachtsicht
  • Performantes NAS
  • Kostenlose, intuitive "Milestone"-Software
  • Unbegrenzt kostenlose Kameralizenzen bis Ende 2016
  • Funktionale Mobile-Apps

 Contra

  • Lauter NAS-Lüfter
  • Switch kommt ohne Ethernet-Kabel

War es wirklich die Nachbarkatze, die das Frühbeet zum wiederholten Male verwüstet hat? Hatte ich den Herd heute früh ausgeschaltet? Sind das tatsächlich Einbruchsspuren an der Kellertür? Und ist Kevin eigentlich allein zuhause? Wer sich solche oder ähnliche Fragen stellt, landet früher oder später bei einer Surveillance-Lösung für die eigenen vier Wände.

Dank moderner Netzwerktechnik ist das alles heute weder eine Wissenschaft für sich, noch ein unerschwinglicher Luxus. Ganz im Gegenteil: Passende NAS-Speicher für stundenlange Videoaufzeichnungen gibt es schon im mittleren dreistelligen Euro-Bereich. Für den Privatanwender geeignete Kameras tummeln sich bereits im Preissegment zwischen 80 und 175 Euro zuhauf. Grund genug für mich, einen Blick auf eine geeignete aktuelle Überwachungs-Konfiguration zu werfen. Deshalb stelle ich euch heute ein cleveres Surveillance-Paket vor, das ich mir aus dem WD My Cloud DL4100 NAS mit für den Anfang 2 mal 4 Terabyte, dem TP-Link-Switch TL-SG1008P und der D-Link-Kamera DCS-2132L zusammengestellt habe.

Unboxing NAS

Karton #1: WD My Cloud DL4100 NAS

Der Karton des WD My Cloud DL4100 ...
... hält ein ordentliches Stück NAS-Technik bereit.
Der Netzwerkspeicher inkl. Zubehör
Deutscher & UK-Stecker
Ein Ethernet-Kabel ist auch an Bord.
Hochwertiges 4-Bay-NAS ...
... mit ordentlicher Anschluss-Vielfalt
Bestückt ist der Netzwerker mit 2x 4 Terabyte
Das Innenleben
Plattentausch leicht gemacht
Der Karton des WD My Cloud DL4100 ...

Das My-Cloud-NAS DL4100 ist schon ein ordentlicher Brummer. Das zeigt bereits der Karton des 4-Bay-Speichers. Drin finde ich das NAS-System selbst, das mit zwei WD-Red-Festplatten zu je 4 Terabyte bestückt ist. Daneben bietet mir das Paket noch das übliche Schnellstart-Heftchen und die ebenso WD-typische Auswahl an Kabel-Zubehör – ein sehr gutes Sortiment aus deutschem Stecker, UK-Stecker, Netzteil und Ethernet-Kabel.

Auch bei der Haptik bekomme ich das gewohnte WD-Paket. Das beginnt bei der hochwertigen Verarbeitung des Speichers, setzt sich beim komfortablen Ein- und Ausbau der Festplatten per schraubenlosem Fronteinschub fort und endet bei der Anschluss-Vielfalt inklusive zweimal USB 3.0 und zweimal LAN. Bleibt die Frage, warum ein NAS und warum WD? Ein Netzwerkspeicher eignet sich natürlich hervorragend für den Dauereinsatz bei Video-Überwachung und bringt ausreichend Speicher mit. Und WD im Speziellen punktet hier mit der kostenlosen Surveillance-Software „Milestone Arcus“. Dazu später mehr. Wert des NAS inklusive Festplatten: Aktuell um die 800 Euro.

Unboxing Switch

Karton #2: TP-Link TL-SG1008P 8-Port-Switch

Der Karton des TP-Link-Switches ...
... bringt alles Nötige mit - bis auf ein Ethernet-Kabel.
Switch, Netzstecker, Anleitung, Gummifüßchen
Der Switch überzeugt durch hochwertige Bauweise.
8 Ports, 4 davon mit PoE
Der Karton des TP-Link-Switches ...

Beim Switch komme ich zuerst zum Warum, denn letzten Endes würde die Netzwerk-Kamera doch auch direkt am NAS oder Router laufen. Klar, aber der Switch ermöglicht zum einen die Übertragung mit Gigabit-Speed, während das gerade bei älteren Routern nicht sichergestellt ist. Zum anderen geben mir die 8 Ports ordentlich Zukunftssicherheit, da ich so bis zu 8 Kameras zur Heimüberwachung ansteuern kann.

Bei Box-Inhalt und Produkt-Qualität kann ich nicht wirklich meckern. Neben dem TP-Link-Switch finde ich im Karton gleich drei Beileger und den Netz-Adapter in zwei Teilen. Ein eigenes Ethernet-Kabel liegt nicht bei, was ich ein wenig bemängeln möchte. Überhaupt keine Mängel stelle ich bei der Verarbeitung des TL-SG1008P fest. Der Switch kommt im hochwertigen Metall-Äußeren und macht an allen Ports und LEDs einen wertigen Eindruck. Aktueller Preis des Switch: 69,90 Euro.

Unboxing Kamera

Karton #3: D-Link DCS-2132L Cam

Die Kamera von D-Link ...
... bringt ebenso ein ordentliches Zubehör-Portfolio mit.
Das farblich passende Ethernet-Kabel
Der Netzstecker
Der Sensor schafft bis 720p ...
... und kann auch Nachtsicht.
Erst installieren, dann vernetzen
Das Kugelgelenk aus Metal erlaubt viele Einstellwinkel.
Die Unterseite des Standfußes
Der Reset-Button
Die Kamera von D-Link ...

Last but not least, die Netzwerkkamera. Hier punktet die DCS-2132L mit Funktionalität und Design. Im kompakten Karton finde ich die Cam in klassischem Weiß, dazu noch ein Ethernet-Kabel, das Netzteil, eine Installations-CD sowie die Service- und Quick-Start-Heftchen. Ach ja, Schrauben und Dübel für die Wandmontage sind auch an Bord. So weit, so sehr gut.

Die D-Link-Kamera empfinde ich einerseits als gute Wahl, weil die Verarbeitung inklusive hochwertigem Metallkugelgelenk einfach stimmt. Andererseits punktet die Kamera mit Nachtsicht, Bewegungsmelder, microSD-Slot für den Notfall und bis zu 1.280 mal 800 Pixeln Auflösung als gute Indoor-Lösung. Auch der Preis stimmt bei der gebotenen Leistung, mit gut 150 Euro seid ihr dabei.

Setup

Bequeme Einrichtung von "Milestone" & Kamera

Auf dem Regal ist die Kamera nicht ganz so unscheinbar wie an der Wand.
Der Switch im Einsatz
Der Login-Screen von Milestone Arcus
Überblick der angeschlossenen Kameras
Systemauslastung auf einen Blick
Einfache Einrichtung neuer Kameras ...
... mit allen wichtigen Optionen.
Das Video-Export-Menü
Allgemeine Einstellungen
Auf dem Regal ist die Kamera nicht ganz so unscheinbar wie an der Wand.

Über das initiale Setup des NAS möchte ich an dieser Stelle nicht allzu viele Worte verlieren. Nur so viel sei gesagt: Mit Hilfe des Quick Start Guide richte ich das My Cloud DL4100 binnen weniger Minuten und in ebenso wenigen Schritten ein und lande gleich danach in der System-Oberfläche des Netzwerkspeichers.

Natürlich muss ich spätestens an diesem Punkt die restliche Hardware verbinden. Das bedeutet, das My Cloud per Ethernet-Kabel an den Gigabit-Switch anzuklemmen, den Switch mit dem Router zu verbinden und die Kamera noch per Netzwerkkabel an den Switch anzuschließen. Stromzufuhr für alle Komponenten natürlich nicht vergessen. Nachdem das alles getan ist, richte ich noch kurz die Kamera via Notebook ein.

Hierauf gehe ich nahtlos zu Schritt 2 der Einrichtung über, der Installation der Überwachungs-Software Milestone Arcus, die die My-Cloud-NAS der DL-Serie kostenlos mitbringen. Auf meinem System ist „Milestone“ noch nicht vorinstalliert, also lade ich das Programm kurzerhand über das App-Dashboard des Netzwerkspeichers herunter. In Letzterem ist die „Milestone“-Software von nun an verankert und von hier aus starte ich auch die Einrichtung der Überwachungseinstellungen.

Das klingt zwar alles recht aufwändig, ist aber binnen einer Viertelstunde abgeschlossen. Ob ich wirklich alles richtig gemacht habe, sehe ich beim ersten Aufruf von „Milestone“. Hier müsste mir jetzt eine unbekannte Kamera zum Setup zur Verfügung stehen. Und tatsächlich erkennt Milestone Arcus das Vorhandensein einer Kamera problemlos. Beim Klick auf das Kamerafenster öffnet sich ein Installations-Dialog, an dessen Ende mir eine komplett über mein My-Cloud-NAS gemanagte Kamera zur Verfügung steht.

Kleiner Tipp am Rande: Bei der Kamerawahl seid ihr dank „Milestone“ keineswegs auf D-Link beschränkt, denn die Software erkennt tausende handelsüblicher Kameratypen und lässt sich mit einigen Detail-Einstellungen auch mit Kameras verbinden, die den ONVIF-Standard nicht unterstützen. Als kleines Schmankerl für Surveillance-Starter packt WD bis 31. Dezember 2016 unlimitierte Kameralizenzen für die Einbindung beliebig vieler weiterer Cams kostenlos obendrauf. Die Lizenzen gelten nach Registrierung ein Leben lang.

Funktionalität

Jede Menge (Software-)Komfort für intuitive Überwachung

Die Kamera kommt mit der passenden mydlink-App.
Auch Milestone Arcus bringt eine App mit ...
... die viele grundlegende Funktionen an Bord hat.
Die Kamera kommt mit der passenden mydlink-App.

NAS, Switch und Kamera sind eingerichtet und arbeiten. Bleibt mir nun noch der Blick auf die Funktionalität des Überwachungs-Setups und die Software-Lösungen, die das Paket mitbringt.

Was kann die D-Link DCS-2132L? Die D-Link-Kamera liefert ein gutes Schwarz-Weiß-Bild mit ordentlicher Auflösung und Detailzeichnung. Die Aufzeichnung läuft flüssig und lediglich mit geringem Versatz. Je nach Einstellung switcht die Cam manuell oder automatisch vom Tag- in den Nachtmodus. Einige zusätzliche Optionen sind eher für Bastler interessant. So kann ich zum Beispiel mit ein paar kleinen Einstellungserweiterungen die eingebaute Mikrofon-Lautsprecher-Kombination ansteuern. Alles in allem ist die DCS-2132L eine überaus praktikable Kamera für den Heim- und Office-Einsatz.

Wie schlägt sich das WD My Cloud DL4100 NAS? Ich muss ehrlich sagen: Für den Heimanwender ist der Netzwerk-Speicher ein Stück überdimensioniert. Auch ist die My Cloud definitiv kein Wohnzimmer-NAS, denn vor allem der Lüfter ist zuweilen sehr lange sehr laut. Hinsichtlich der Leistung macht das My Cloud aber durchaus Laune, ist prädestiniert für flotte Datei-Transfers und bringt natürlich die bekannte und äußerst komfortable Cloud-Funktionalität mit.

Welche Optionen bietet Milestone Arcus? In recht wenigen Dashboards listet Milestone Arcus alles, was ich zur Videoüberwachung, zum Video-Export und zum System-Monitoring benötige. In der Live-Ansicht finde ich das Live-Bild sämtlicher angebundener Kameras, während mir der Reiter Export den Download der auf dem NAS gespeicherten Video-Inhalte ermöglicht. Hierfür kann ich durch die Video-Preview scrollen und genau den Ausschnitt exportieren, den ich haben möchte. Hinzu kommt das Einstellungen-Menü, in dem ich einen Überblick über die System-Leistung finde, Kamera-Setup und -Verwaltung manage und Benutzerprofile festlege. Und sogar ein Video-Tutorial ist in Form eines Links zu YouTube an Bord. Das reicht bei Weitem aus für die Verwaltung meiner Überwachungs-Kameras und den Zugriff auf aufgezeichnete Medien. So erweist sich Milestone als sehr gute, kostenlose Software-Lösung, die alles Nötige dabei hat.

Und wie steht es um die Apps? Sowohl die DCS-2132L und das My Cloud DL4100 als auch Milestone Arcus selbst bringen Apps für Smartphone und Tablet mit. Für das Thema Surveillance sind dabei vor allem die D-Link- und Milestone-Apps interessant. Letztere bietet neben dem Live-Zugriff auf die Kamera zahlreiche sinnvolle Features wie Bildschirm-Aktivierung bei Videoübertragung, Push-Nachrichten bei Aktivität und Einbindung der Smartphone-Kamera in die Überwachung. Auch auf das Aufzeichnungs-Archiv greife ich per App bequem zu. Ähnlich funktioniert mydlink Lite, die ich dann am besten nutzen kann, wenn ich die Kamera registriert habe. Danach habe ich die Wahl zwischen lokal und remote verfügbaren Kameras und die DCS-2132L taucht natürlich anstandslos in beiden Bereichen auf. Push-Nachrichten bei Bewegung vor der Linse habe ich hier auch wieder dabei, die weiteren Einstellungen reichen von Anpassung der Videoqualität bis zur Audio-Übertragung vom Smartphone-Mikro auf den Lautsprecher der Cam. Alles in allem ein sehr zufriedenstellendes App-Paket.

Fazit

Sehr gutes Überwachungspaket mit leicht überdimensioniertem NAS

Würde ich mir das Paket aus WD My Cloud DL4100, TP-Link TL-SG1008P und D-Link DCS-2132L kaufen? Grundlegend ja, denn die Kamera macht einen hervorragenden Job und der hochwertige Switch bürgt für perfekte Konnektivität und Erweiterbarkeit. Lediglich beim NAS würde ich wohl eine Nummer kleiner ansetzen und mich mit dem DL2100 begnügen. Ein 2-Bay-Netzwerker mit ordentlich großen Surveillance-Festplatten wie zum Beispiel WD Purple reicht absolut für den Heimanwender aus.

Worauf ich bei beiden Varianten zurückgreifen kann, ist die sehr einfach zu bedienende und doch hochfunktionale, kostenlose Software Milestone Arcus. Als Plattform für die Videoüberwachung zuhause oder auch im kleinen Unternehmen macht die auf bis zu 16 Kameras optimierte Software eine sehr gute Figur. Ebenfalls beachtlich ist an diesem Punkt, das WD bis Ende 2016 unbegrenzt kostenlose Kameralizenzen dazugibt. Rufe ich mir nun noch die angenehm-funktionalen Apps ins Gedächtnis habe ich nicht mehr wirklich viel zu meckern am Surveillance-Bundle von WD, TP-Link und D-Link. Wer also in die Überwachungswelt starten möchte, liegt bei diesem Paket richtig.

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2 Kommentare

  1. Dirk Eckardt schrieb am
    Bewertung:

    Ich benutze seit Jahren WD NAS Systeme und bin sehr zufrieden damit.

  2. Bewertung:

    Also ich sollte schon lange mal ein paar hieb- und stichfeste Videoaufnahmen vom Hunde meines Nachbarn machen, wenn dieser mal wieder durch meinen Garten streunt und seine Geschäfte erledigt!
    Zum Paket benötige ich daher natürlich auch noch eine Outdoor-Kamera!

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