Safer Internet Day 2023: Top 3 Tipps für mehr Sicherheit im Netz

von Maria Klipphahn

· 6 min Lesezeit

Der Safer Internet Day fordert uns jedes Jahr neu heraus, unser Wissen über die Online-Welt zu hinterfragen. Der Aktionstag findet immer am zweiten Tag der zweiten Woche des zweiten Monats statt – dieses Jahr am 14. Februar 2023. Er soll auf die Risiken des Internets aufmerksam machen und die Medienkompetenz stärken.

Deshalb wollen wir uns heute mit der Frage beschäftigen, wie sichere Internetnutzung aussehen kann. Hier kommen unsere Top 3 Tipps für mehr Online-Sicherheit im Alltag.

Tipp 1: Passwörter in einem Passwort-Manager sichern

Auf wie vielen Seiten bist du mit einem Passwort registriert? Gar keine einfache Frage, oder? Noch komplizierter wird es, wenn du versuchst, dir all diese Passwörter zu merken. Besonders, wenn du darauf achtest, deine Passwörter sicher zu gestalten und für jede Website unterschiedliche Zugangsdaten nutzt, gleicht diese Aufgabe der Quadratur des Kreises.

Doch wann gilt ein Passwort überhaupt als sicher? Als Faustregel lässt sich sagen, dass es aus mindestens acht Zeichen bestehen, Groß- und Kleinbuchstaben sowie Sonderzeichen und Zahlen beinhalten und in keinem Wörterbuch zu finden sein sollte.

Damit dein Kopf nicht ins Qualmen kommt und du im analogen Passwort-Notizen-Dschungel nicht den Überblick verlierst, solltest du einen Passwort-Manager zu Rate ziehen. Dieser speichert deine Passwörter nicht nur sicher, sondern kann für dich auch neue, sichere Passwörter generieren, die Sicherheit deiner bisherigen Passwörter analysieren und dir Tipps zum Schließen von Sicherheitslücken geben.

Mit der Zeit sammeln sich immer mehr Passwörter an. Zeit für einen Passwort-Manager.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Du musst dir fortan nur noch ein einziges Passwort merken, und zwar das des Passwort-Managers, das sogenannte Master-Passwort. Dadurch sind deine Passwörter sicher hinterlegt – auf jeden Fall sicherer als in einem Notizbuch, das theoretisch jeder durchstöbern kann, der es findet. Praktisch ist dabei, dass die meisten Anwendungen geräteübergreifend funktionieren, du sie also an Notebook, Tablet und Smartphone gleichermaßen nutzen kannst. Außerdem beinhalten die meisten Passwort-Manager eine Auto-Fill-Funktion, mit der du deine Zugangsdaten nicht mehr händisch eintippen musst. Vielmehr füllt sich das Anmeldefeld automatisch aus, wenn du das möchtest.

Das Angebot an Passwort-Manager-Software ist inzwischen riesig. Neben kostenlosen Anwendungen wie KeePass, LastPass oder den in Browsern enthaltenen Passwort-Sicherungsfunktionen gibt es auch Apps, die kostenpflichtig sind. Anbieter wie AgileBits 1Password, Enpass Individual, Bitwarden Premium oder Dashlane Premium bieten meist noch umfangreichere Funktionen für noch mehr Sicherheit.

Tipp 2: Über eine VPN-Verbindung surfen

Jeder, der sich im Internet bewegt, hinterlässt Spuren. Unsere IP-Adresse gibt Aufschluss darüber, wo wir uns auf der Welt befinden oder welchen Internetanbieter wir nutzen. Theoretisch kann dein Netzwerkanbieter oder der Betreiber der Website, auf der du dich bewegst, herausfinden, wie du dich im Internet bewegst und sogar auslesen, welche Daten du eingibst. Im Worst Case, beispielsweise bei einem Hacker-Angriff, werden die erhaltenen Informationen für kriminelle Zwecke missbraucht.

Mit einem VPN, also einem Virtual Private Network (deutsch: virtuelles privates Netzwerk), lässt sich das vermeiden. Ein VPN kannst du dir wie einen Filter vorstellen, der sich vor deine IP-Adresse legt und somit verhindert, dass Dritte deine Daten auslesen. Dazu leitet dich der VPN-Anbieter vorab über einen sogenannten Remote-Server. Erst über diesen rufst du dann die finale Website auf, die du besuchen möchtest. Die Websites, auf denen du dich befindest, sehen also nur die Informationen deines VPN-Clients, nicht aber deine eigenen.

VPN-Lösungen erhöhen deine Sicherheit im Netz – auch beim Banking.

Neben dem Sicherheitsaspekt bieten VPNs auch einen weiteren positiven Nebeneffekt: Meist lässt sich der Remote-Server, den du nutzen willst, selbst auswählen und damit auch der virtuelle Ort, über den du surfst. Dadurch kannst du zum Beispiel ein VPN nutzen, das eine amerikanische IP-Adresse besitzt. Der Vorteil: Du kannst Inhalte anschauen, die durch einen Geo-Blocker sonst nicht von Usern aus Deutschland gesehen werden können. Das ist zum Beispiel für Serien, Filme oder Spiele-Releases praktisch.

VPN-Anwendungen sind meist kostenpflichtig. Zu den bekanntesten Anbietern gehören Kaspersky, NordVPN oder ExpressVPN.

Du willst noch mehr über VPN erfahren? Dann schau doch mal bei diesem Artikel vorbei:

  • Tech-Facts

    Tech-Facts: Alles, was du zu VPN wissen musst

Tipp 3: Die Seriosität von Websites überprüfen

Wer online Produkte bestellt, persönliche Informationen wie Bankdaten übermittelt oder Dateien herunterlädt, sollte vorher besonders sicher gehen, dass es sich um seine seriöse Website handelt. Viren und Trojaner bis hin zu Bankbetrug können sonst die Folge sein

Doch wie finde ich heraus, dass es sich bei der Seite, auf der ich mich befinde, um eine seriöse Website handelt? Leider gibt es nicht den einen Indikator, auf den du vertrauen kannst. Vielmehr spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Folgende Fragen solltest du dir stellen:

1. Handelt es sich um eine verschlüsselte Website?

Die URL der Website, auf der du dich befindest, sollte mit „https://“ beginnen. Diese Abkürzung steht für „HyperText Transfer Protocol Secure“ und zeigt dir an, dass die Daten, die von deinem Smartphone, Notebook oder Tablet an die Website übermittelt werden, vorher verschlüsselt werden. Dazu ist außerdem ein Zertifikat erforderlich. Um zu erkennen, ob die Zertifizierung besteht, hilft dir das Schloss-Symbol im Browser-Fenster. Du findest es am Anfang der Adresszeile, direkt vor der URL der Website.

Das Schloss-Symbol im Browser gibt einen ersten Hinweis zur Seriosität der Seite.

Wenn du genauer wissen willst, was es mit dem Schloss-Symbol im Browserfenster auf sich hat, verrät dir CyberBlog-Autor Mario in diesem Beitrag mehr:

  • https-brower-schloss
    Tech-Facts

    Tech-Facts: Scheinbar sicher – das Schloss-Symbol im Browser

2. Besitzt die Website ein Impressum?

Besonders Websites, auf denen du Produkte kaufst, sollten unbedingt ein Impressum besitzen. Oft findet du es in der Fußzeile der Website, also ganz unten. Für deutsche Websites gilt die Impressums-Pflicht für jede Website – egal ob Händler, Blog, Info-Seite et cetera. Betreiber sind demnach verpflichtet, bestimmte Angaben zur Identität anzugeben. Das beinhaltet Name, Anschrift und eine Möglichkeit der schnellen Kontaktaufnahme, also beispielsweise eine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse. Ist kein Impressum zu finden, wird kein Name als Ansprechpartner angegeben oder fehlt die Anschrift, ist Vorsicht geboten.

3. Sind Datenschutzrichtlinien angegeben?

Als Betreiber einer deutschen Website ist eine Seite zu Datenschutzbestimmungen Pflicht. Auch in vielen anderen Ländern gilt das. Eine seriöse Seite beinhaltet also höchstwahrscheinlich eben diese. Die Datenschutzrichtlinien findest du meist entweder – wie bei uns – ganz unten oder ganz oben auf der Website verlinkt.

4. Linkt die URL wirklich auf die vorgegebene Seite?

Du hast per Nachricht einen Link erhalten oder willst auf eine auf der Website verlinkte URL klicken? Wenn du dir über die Vertrauenswürdigkeit des Absenders oder der Quelle nicht sicher bist, solltest du vorher prüfen, ob tatsächlich die Seite verlinkt ist, die der verlinkte Text vorgibt. Dazu bewegst du den Mauszeiger über den Link. In den meisten Browsern erscheint unten links im Fenster die URL, zu der der Link tatsächlich führt. Stimmen verlinkte Seite und angezeigter Link nicht überein, ist Vorsicht geboten.

Besonders bei Links, die euch ein fremder Absender zuschickt, solltet ihr Vorsicht walten lassen.

5. Wie wirkt die Seite im Allgemeinen?

Es klingt banal, aber oft können schon Kleinigkeiten Rückschluss darüber geben, ob eine Seite seriös ist oder nicht. Beinhaltet ein Text beispielsweise viele Komma- oder Rechtschreibfehler, spricht das nicht gerade für eine vertrauenswürdige Website. Auch übermäßig viel Werbung oder zahlreiche Pop-up-Fenster lassen die Alarmglocken klingeln.

Fazit

Das waren unsere Top 3 Tipps für sicheres Surfen im Netz. Natürlich ist das nur die Spitze des Eisberges und es spielen noch viele weitere Punkte eine Rolle, wenn es ums Thema Online-Sicherheit geht. Umso schöner ist es, dass es Tage wie den Safer Internet Day gibt, der uns jährlich daran erinnert, über die Gefahren des Internets nachzudenken und sich zu informieren.

Welche Sicherheitsvorkehrungen sind dir beim Surfen besonders wichtig? Schreib es uns gern einmal in die Kommentare.

Du willst mehr über Online-Sicherheit im CyberBlog lesen? Hier kommst du zu unseren bisherigen Artikeln zum Safer Internet Day:

  • Ratgeber

    Safer Internet Day 2020: Ist Antiviren-Software noch notwendig?

  • Ratgeber

    Safer Internet Day 2022: Top 3 Internet-Mythen zum Miträtseln

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