
Anfang letzten Jahres bin ich von einem Macbook Pro aus 2012 auf eines mit Apples eigenem M-Chip umgestiegen. Dabei habe ich zwar viel an Performance und Akkulaufzeit hinzugewonnen, gleichzeitig aus Kostengründen aber auch große Einbußen beim Speicherplatz in Kauf genommen.
Ich habe mich deshalb für ein Modell mit 512 Gigabyte (zum Vergleich: Mein Modell aus 2012 verfügt über drei Terabyte) Speicher entschieden und mir vorgenommen, mit externen Datenträgern zu arbeiten. Dank immer schnellerer Chips und Übertragungsstandards ist es längst kein Problem mehr, darauf auch hochauflösende Videos zu schneiden.
Bisher habe ich dazu eine SanDisk Portable SSD im Einsatz, die ich mir ursprünglich lediglich angeschafft habe, um in Erfahrung zu bringen, ob Videoschnitt auf externen SSDs für mich überhaupt in Frage kommt. Dementsprechend hat sie vergleichsweise wenig Kapazität und ist unter ihresgleichen auch nicht die Schnellste. Grund genug also, sich mal bei der Konkurrenz umzuschauen.
Samsungs T7 Shield verspricht nicht nur die doppelte Geschwindigkeit, sondern auch den Schutz meiner Daten sowohl soft- als auch hardwareseitig. Ob sie diese Versprechen halten kann und wie sie sich in meinem Alltag bewährt, erfahrt ihr in diesem Testbericht.
Vor- und Nachteile
- Angenehme Größe und Haptik
- Robustes Gehäuse
- Schnelle Datenübertragung
- Ansprechendes Design
- Staubfänger
Lieferumfang: Samsung T7 Shield mit unnötigen Papierbeilagen
Der T7 Shield liegt neben einem USB-A-auf-USB-C auch ein Kabel mit beidseitigem USB-C-Anschluss in jeweils ausreichender Länge bei. Leider aber auch zu viel Papier – insbesondere vor dem Hintergrund, dass es sich um eine SSD mit lediglich einem Anschluss handelt. Ein gedrucktes Handbuch ist dafür aus meiner Sicht wirklich nicht notwendig.
Ersteindruck: Auf die inneren Werte kommt es an
Die SSD wird in einer absolut zweckmäßigen Verpackung ausgeliefert. Die ist genau so groß, wie sie sein muss und die Außenseite schafft lediglich Fakten, weckt aber keinerlei Emotionen. Bis auf die Vorderseite ist der gesamte Außenkarton in schwarz gehalten und mit technischen Details bedruckt. Die Vorderseite ziert ein etwas lieblos platziertes Produktbild, das sichtbar über einem Untergrund aus Sand schwebt. Von links und rechts spritzt Wasser in Richtung der SSD. Die Front soll wohl auf den ersten Blick klarmachen: Ich bin gegen Witterungseinflüsse geschützt.
Dieser recht zweckmäßige Eindruck setzt sich auch im Inneren der Verpackung fort. Dort befindet sich ein weißer, auffallend dünner Karton, der lediglich mit dem Samsung Logo und ein paar Symbolen bedruckt ist. Unter dessen Klapp-Deckel liegt die SSD in einer Art Wanne, deren Material mich an eine Mischung aus Pommes-Schale und Styropor erinnert. Kabel und Bedienungsanleitung sind separat in einem ebenfalls rein weißen Karton verpackt, der unter der Wanne liegt und seitlich entnommen wird.
Insgesamt ist das Auspacken eine wortwörtlich emotionslose Angelegenheit. Ich bin weder aufgeregt, noch enttäuscht. Die Emotionalität, die die Verpackung vermissen lässt, spüre ich aber schon beim ersten in die Hand nehmen der SSD. Sie ist angenehm klein, vergleichbar mit einer Kreditkarte, und von einer stoßfesten Außenhaut aus Gummi umgeben, die meiner Hand schmeichelt. Ich habe die SSD wirklich gerne in der Hand. Das Metall-Gehäuse ist gewellt, was für noch mehr Griffigkeit sorgt. Bis auf das dezente Samsung-Logo, den kleinen T7 Shield Schriftzug und einigen Details zum Modell ist die SSD schwarz wie die Nacht. Und ich liebe schwarze Technik.
Das tiefe Schwarz, das angenehme Material und das für eine SSD recht hohe Eigengewicht verleihen der T7 Shield einen edlen Eindruck. Besonders deutlich wird mir das, wenn ich sie mit meiner betagten SanDisk vergleiche. Die ist geradezu unangenehm leicht und besteht fast ausschließlich aus Kunststoff. Beide versprechen, einen Sturz aus zwei beziehungsweise drei Metern unbeschadet zu überstehen, aber nur der Samsung SSD glaube ich das sofort. Als ein begeisterter Camper, der zudem oft auf Foto-Touren tief in der Natur unterwegs ist, schätze ich dieses Gefühl von Sicherheit sehr.
Fusselbürste: Schöne T7 Shield mit kleinem Manko
Leider birgt die schützende Gummierung auch einen kleinen Nachteil: Sie ist ein wahrer Magnet für Fussel und Staub. Da ist es umso ärgerlicher, dass die Fussel auf dem schwarzen Untergrund besonders gut zu sehen sind.
Verwaltung und Bedienung: Fragwürdige Entscheidungen
Als reiner Datenspeicher ist die SSD direkt einsatzbereit. Um sie über die mitgelieferte Software auch verwalten zu können, muss unter aktuellen macOS-Systemen aber eine Systemerweiterung von Samsung geladen werden. Das ist zwar auf macOS zurückzuführen, mag den ein oder anderen Anwender aber dennoch verunsichern. Auch ich frage mich, ob das wirklich sein muss.
Als Dateisystem kommt ab Werk exFAT zum Einsatz. Ich kann also sowohl von macOS, als auch Android und Windows lesend und schreibend darauf zugreifen. Die T7 Shield ist aber ganz klar als eine Speicherlösung für unterwegs konzipiert, Daten ungeschützt darauf abzulegen wäre also grob fahrlässig. Den naheliegensten Weg, diese Daten zu schützen, liefert Samsung gleich mit: Auf der SSD ist eine Partition enthalten, in der Software für Windows und macOS abgelegt ist. Außerdem liegt dort ein Textdokument, das einen Link zum Download der Android-App enthält. Warum stattdessen nicht direkt die Installationsdatei (APK) abgelegt wurde, erschließt sich mir nicht. Fast noch weniger, warum der Link als Text in einem Dokument, statt als ausführbare Verknüpfung gespeichert wurde.
Wie es sich für einen Datenträger-Test fast schon gehört, habe ich die SSD an so ziemlich alles angeschlossen, was einen USB-Anschluss hat und dabei Performance, aber auch Konnektivität getestet. In meinem Fall wird die SSD fast ausschließlich an macOS betrieben, dort aber über zwei USB-C-Hubs eingebunden.
Konnektivität: Portable SSD mit hoher Kompatibilität
In den allermeisten Fällen wird die SSD wohl direkt an einen Computer angeschlossen. Dort kann sie auch nach dem Plug-and-Play-Prinzip verwendet werden. Getestet habe ich das an Windows 10, macOS Ventura und ChromeOS. Auch unter Android steht der Speicher gefühlt augenblicklich zur Verfügung, was mich als iPhone-User doch etwas wehleidig an meinen Lightning-Anschluss denken lässt. Startschwierigkeiten sind nur an eher ungewöhnlichen Endgeräten wie meinem Fernseher oder meiner Fritz!Box aufgetreten und in jedem Fall auf das Dateisystem zurückzuführen. Mein LG-Fernseher aus 2015 möchte erstaunlicherweise nur NTFS-formatierte Datenträger lesen und erklärt MP4-Dateien als ungültig. Was hat sich LG nur dabei gedacht?
Weiter eingeschränkt wird der Zugriff, wenn ich über die mitgelieferte „Samsung Portable SSD“ Software den Sicherheitsmodus aktiviere und ein Passwort vergebe. Das wird ausschließlich von selbiger abgefragt, der Zugriff ist danach folglich nur noch von Windows, macOS und Android möglich. Ob sich die Android-App auf ChromeOS installieren und verwenden lässt, habe ich allerdings nicht getestet.
Hinter dem wenig kreativen Namen der Software stecken übrigens ebenso wenig Funktionen. Mehr als Software-Updates und die Steuerung des Sicherheitsmodus ist zumindest in der aktuellen Version 1.0 nicht enthalten. Inzwischen hat Samsung aber nachgebessert und die Einstellungen in die eigene SSD-Verwaltungssoftware „Samsung Magician“ integriert, wo sie aus meiner Sicht von Beginn an hingehört hätten.
Einen wirklich innovativen Weg der Datensicherung geht Samsung übrigens bei der ebenso portablen SSD T7 Touch. Mit einem eingebauten Fingerabdruck-Sensor ist die T7 Touch unabhängig von Software. Alles was ihr sonst über die T7 Touch wissen müsst, erfahrt ihr in Andrés Testbericht.
Produkttest Veröffentlicht am: 2. Juli 2020
Performance: Rasanter Datentransfer und flüssiger Videoschnitt auf Samsungs T7 Shield
Wenig überraschend erreicht die T7 Shield die höchste Geschwindigkeit, wenn sie über das beiliegende USB-C-Kabel direkt mit dem USB-C-Port (USB 3.1 Gen2 mit bis zu 10 Gigabit pro Sekunde) meines Macbook Pro verbunden wird. Hier erreicht sie eine Schreibgeschwindigkeit von 665 Megabyte pro Sekunde (MB/s), während 643 MB/s gelesen werden. Zum Vergleich: Meine SanDisk erreicht unter exakt gleichen Bedingungen lediglich eine Schreibgeschwindigkeit von 371 MB/s und eine Leserate von 390 MB/s.
Viel wichtiger als trockene Zahlen ist mir aber mein subjektives Empfinden in meinem Arbeitsalltag. Deshalb habe ich die SSD unter für mich realistischen Bedingungen eingesetzt. Darunter fällt auch, dass sie – trotz Geschwindigkeitseinbußen – nicht direkt angeschlossen ist. Stattdessen verbinde ich sie über einen USB-C-Hub von Anker, in dem auch mein Monitor eingesteckt ist.
Für den Test habe ich mit Final Cut Pro zwei Videos darauf geschnitten, bearbeitet und exportiert. Beide Videos sind mit meiner Sony ZV-E10 in 4K bei 30 Frames pro Sekunde und in SLOG-3 aufgenommen worden. In der Bearbeitung nahm ich anschießend notwendige Farbkorrekturen vor. Außerdem fügte ich Musik, Übergänge sowie ein paar Einblendungen und einfache Zoom-Effekte hinzu. Ich habe ohne Proxy-Medien gearbeitet und die Vorschau auf „Bessere Qualität“ gestellt. Abgesehen von wirklich minimalen Verzögerungen zwischen dem Wechsel der Abspiel-Position und dem Abspielen selbst konnte ich dabei zu keiner Zeit Performance-Einbrüche feststellen.
Der Export eines vier Minuten langen Videos auf die interne SSD hat knapp sechs Minuten gedauert, der eines gut 25 Minuten langen fast 36. Interessanterweise habe ich mit meiner betagten SanDisk SSD nahezu identische Werte erzielt. Grundsätzlich habe ich beim Export jedoch keine Eile und bin mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Viel wichtiger ist mir, flüssig arbeiten zu können.
Schutz nach IP65 : Sorglos durch Wind und Wetter
Ihren Namen trägt die T7 Shield nicht ohne Grund. Sie ist nach IP65 gegen das Eindringen von Staub und Strahlwasser aus beliebiger Richtung geschützt. Mir will zwar keine plausible Erklärung einfallen, warum eine SSD unbeabsichtigt in Strahlwasser geraten soll, aber zumindest kann ich mir so sicher sein, dass sie Regen standhält. Das ist gut so, denn ich bin tatsächlich gerne bei Regen in der Natur unterwegs. Auch die SSD habe ich immer wieder dorthin mitgenommen und mich von der Beständigkeit überzeugt. Um es kurz zu machen: Ja, ich habe sie bewusst fallen gelassen. Nein, nicht aus drei Metern Höhe. Aber aus Höhe meiner Hosentasche und meiner auf Brusthöhe vorgehaltenen Hände, weil das durchaus realistisch ist. Beim ersten Mal kostet das wirklich Überwindung und niemals fühlt es sich gut an. Ein gutes Gefühl ist aber das Vertrauen, das sich schon noch kurzer Zeit einstellt. Die T7 Shield fiel unter anderem auf Stein, in Matsch, lag in einer nassen Wiese und in einem Sandkasten. Nichts davon hat sie in ihrer Funktion beeinträchtigt.
Fazit: Klare Empfehlung
In meinem einmonatigen Testzeitraum habe ich immer gerne mit der T7 Shield gearbeitet. Mit den hohen Transferraten und dem großen Speicher hat sie meine Arbeit erleichtert und bereichert. Die beruhigende Gewissheit, dass meine Daten darauf in vielfacher Hinsicht geschützt sind, möchte ich nicht mehr missen.
Natürlich gibt es auch Verbesserungspotenzial. Mein größter Kritikpunkt ist die Anfälligkeit der Oberfläche für Fussel und Staub, die das sonst so schöne Erscheinungsbild sehr stören. Außerdem empfand ich die Verpackung als recht lieblos. Aber mal ehrlich: Wie oft hantiert ihr nach dem Auspacken noch mit der Verpackung eurer Technik?
Das Design und die Haptik der SSD selbst haben mich dagegen wirklich begeistert. Besonders hervorzuheben ist die Widerstandsfähigkeit: Egal ob Regen, Stürze oder Schlamm: Die Samsung T7 Shield hielt all den ihr im Test zugeführten Strapazen stand. Das vermittelt Sicherheit und weckt Vertrauen, weshalb ich die SSD schlussendlich uneingeschränkt empfehlen kann.














