Testbericht: Sony Ericsson K800i

von joerg-pittermann

· 7 min Lesezeit

Testbericht: Sony Ericsson K800i

Oldie but Goldie
Das Sony Ericsson K800i ist zwar bereits seit Sommer 2006 auf dem Markt, aber für einen aktuellen Testbericht sprechen zwei Dinge: Ersten stößt das sehr gut ausgestattete Handy in die günstigeren Preisregionen vor und zweitens liegt die Bildqualität der 3,2-Megapixel-Kamera mit Autofokus immer noch an der Spitze des Kamera-Handy-Feldes – selbst die aktuellen 5-Megapixel-Modelle von Nokia und Sony Ericsson können sich nicht allzu deutlich absetzen.

Gehäuse und Verarbeitung
Das Gehäuse des K800i, das es übrigens auch in den Farbvarianten Allure Brown und Royal-Silber gibt, fühlt sich hochwertig an und auch vom optischen Eindruck her kann es mit „modernen“ Handys mithalten. Die Rückseite inklusive Akkudeckel ist aus Plastik und in leichtem Softtouch gehalten, einzig der Kameraschieber ist aus Metall. Die Vorderseite besteht aus dem nicht zu stark spiegelnden Display, einer Gummitastatur und einer gebürsteten Aluminiumoberfläche. Greift man fester zu, ist keinerlei Knarzen oder Knacken zu hören, auch nicht nach längerer Gebrauchszeit. Mitverantwortlich für das stabile, knirschfreie Auftreten ist der Akkudeckel, der nicht mehr die komplette Rückseite des Handys einnimmt, sondern lediglich das untere Drittel. Dadurch ist das Einlegen des Akkus zwar nicht mehr ganz so einfach – aber wie häufig legt man den Akku ein oder wechselt die Sim-Karte, die sich unter dem Akku befindet?
Die Speicherkarte ist übrigens Hot-Swap-tauglich, sie wird unter einer stabilen Gummilasche an der Seite des Handys aufbewahrt und nicht, wie bei vielen Handys üblich, unter dem Akku. Das K800i liegt zudem sehr angenehm in der Hand, es ist weder zu kopf- noch zu bauchlastig, weder beim Telefonieren noch beim Fotografieren. Aufgrund der Kameraabdeckung liegt das Gerät allerdings nicht bündig auf beispielsweise der Schreibtischoberfläche auf, wodurch die Bedienung auf dem Tisch zu einer wackligen Angelegenheit wird. Immerhin ist der Verschleiß der Kamerabdeckung selbst bei häufiger Nutzung äußerst gering; lediglich der Joystick bzw. Joystickkontakt ist als Schwachpunkt anzusehen, weil es passieren kann, dass er nach intensivem Dauergebrauch aussetzt.

Display
Das 2-Zoll-Display ist grandios und stellt bei einer Auflösung von 240 x 320 Pixel standesgemäß 262.144 Farben dar. Der Kontrast und die Ablesbarkeit sind in fast jeder Lebenslage gegeben, lediglich bei Sonneneinstrahlung schwächelt das Display etwas, doch damit hat ja fast jedes aktuelle Handy zu kämpfen. Gegenüber dem legendären Sony Ericsson T610 sind Kontrast und Ablesegrad ausgesprochen hoch und um nahezu 100 Prozent verbessert. Man sieht was! ;-]

Die Displayhelligkeit kann im Menü zwischen 50 und 100 Prozent eingestellt werden; ich habe mich für 70 Prozent entschieden, sodass Helligkeit und Akkulaufzeit in einem guten Kompromiss stehen. Im Stand-by-Modus werden auf dem abgedunkelten, aber immer noch ablesbaren Display verschiedene Informationen, etwa Uhrzeit, eingegangene SMS oder verpasste Anrufe, angezeigt; somit muss man für einen schnellen Überblick nicht stets das Display einschalten. Schließlich die Schrift, die ausreichend groß dargestellt wird – ohne zu scrollen ist eine ganze SMS ablesbar.

Sony Ericsson K800i: Oldie but Goldie“

Tastatur
Die gummierte Tastatur ist angenehm zu bedienen, auch für meine großen Finger ist sie nicht zu klein fürs Schreiben von SMS oder E-Mails. Zwar ist ein Tastenabstand kaum vorhanden, allerdings ist dies Übungssache – spätestens nach der hundertsten SMS ist der Blindflug über die Tastatur gegeben, und auch das Wählen von Telefonummern stellt kein Problem dar.

Anders sieht die Ergonomie rund um den Joystick aus, denn dort sind die Softkey-, Browser- und Activity-Menu-Tasten deutlich zu eng angeordnet. Hier kann es zu ungewollten Fehlbedienungen kommen oder zu ärgerlichen Ausrufen, beispielsweise wenn man gerade die Telefonnummer der Bar-Schönheit eingetippt hat, im Eifer des Gefechts jedoch auf den Zurück-Button kommt – und somit (nicht nur) die Telefonnummer verloren ist. Hier könnte Sony Ericsson Abhilfe schaffen, denn Platz genug wäre vorhanden.

Die Bedienung des K800i mittels Joystick ist hingegen kein Problem, er ist angenehm groß, sticht auch nach längerer Benutzung nicht in den Finger und erleichtert die Bedienung ungemein. Zwar kann, wie gesagt, der Joystickkontakt nach intensivem Gebrauch etwas unzuverlässig sein, dennoch ist der Joystick selbst optimal, um etwa das Spiel „Tennis“ auf dem K800i zu spielen.

Um bei Kameranutzung und Spielen noch weitere Softkeys zur Verfügung zu haben, wurden oberhalb des Displays zwei zusätzliche Minitasten integriert, in denen ich persönlich jedoch keinen höheren Nutzwert sehe.

Menü/Bedienung
Das Menü ist Sony-Ericsson-typisch in sechs Menüpunkte aufgeteilt, die man einfach per Joystick bzw. den beiden Softkey-Tasten unter dem Display auswählen kann. Hinsichtlich der Menüführung kann Sony Ericsson Pluspunkte sammeln, auch wenn viele auf die einfache Bedienung ihres Nokia- oder, zumindest früher, Siemens-Handys schwören. Es mag sein, dass jedes Handy eine Umstellung bedeutet, aber mit einem Sony Ericsson ist der Umstieg auf ein neues System einfach, vor allem, wenn man sich erstens für das richtige Sony Ericsson entscheidet und zweitens etwas Zeit investiert.

Ein logischer, durch Symbole verdeutlichter Aufbau erleichtert die Navigation an der Oberfläche; die Untermenüs sind mit übersichtlichen Reitern voneinander getrennt, sodass alle nötigen Funktionen einfach zu erreichen sind. Die Personalisierbarkeit des Menüs ist ebenfalls gegeben – neben den obligatorischen Hintergrundbildern und Screensavern kann man auch die sogenannten Themes verändern, auf denen das Menü aufbaut. Hier finden sich im Internet unendliche Theme-Varianten, auch kann man mit Theme-Creatern der eigenen Kreativität freien Lauf lassen.

Kamera
Die 3,2-Megapixel-Kamera ist, wie angedeutet, noch immer Quasistandard im Handy-Lager – auch Sony-Ericsson-Modelle, die noch auf den Markt kommen, beinhalten dieses Kameramodul. Persönlich sehe ich kaum einen Unterschied zwischen den 5-Megapixel-Bildern eines Sony Ericsson K850i und den 3,2-Megapixl-Bildern des K800i; bei beiden ist die Linse der limitierende Faktor: Einerseits ist von Haus aus keine absolut hochwertige Linse gegeben, andererseits ist die Öffnung zu klein – wo kein Licht ist, kann auch ein Sensor mit 5 oder mehr Megapixel keine Wunder vollbringen. Eine Weisheit, die auch auf digitale Kompaktkameras zutrifft. Der Trend zu immer höheren Megapixelzahlen mag vielleicht verständlich sein, aber wenn es an der Linse hapert, ist die Megapixelzahl nur eine weitere Zahl für den Stammtisch.

Dennoch reicht die Fotoqualität des K800i für gute Schnappschüsse am Tag aus, und wird das Handy ruhig gehalten, sind sogar Aufnahmen möglich, von denen ein Laie nicht sagen könnte, ob sie von einem Handy stammen oder nicht. Hierbei spielt natürlich der Autofokus eine entscheidende Rolle. Dieser wird, wie bei anderen Kameras auch, durch halbes Drücken des Auslösers aktiviert; die jeweils aktive Funktion wird mittels eines grünen Rahmens im Sucher-Display angezeigt, wobei das 2-Zoll-Display im Fullscreen-Modus genutzt wird.

Doch das K800i bietet dem Handyenthusiasten noch weitere Kamera-Einstellmöglichkeiten, etwa Weißabgleich oder Serienbildfunktion. Zudem trägt das K800i den Zusatz „Cybershot“ völlig zu Recht: Der interne Speicherplatz beläuft sich auf knapp 70 MB, die frei auf Fotos und sonstige Handydaten verteilt werden können; zudem ist der Speicher mittels Speicherkarte jederzeit erweiterbar, aktuell bis zu 4 GB. Der Videomodus schließlich ist – wie bei allen Sony-Ericsson-Modellen – kaum erwähnenswert, denn hier liegen lediglich bemitleidenswerte 176 x 144 Pixel an.

Verschiedenes
Da ich das K800i hauptsächlich zum Telefonieren, zum Schreiben von SMS oder E-Mails (via Google Mail Mobile) sowie zum Fotografieren nutze, fasse ich die verbleibenden Funktionalitäten kurz und bündig zusammen: Neben dem obligatorisch vorhandenen MP3-Player sind Java-Anwendungen und Spiele installierbar; sicherlich wird das K800i dadurch keine vollwertige PSP, ebenso wenig ist es eine vollwertige Kamera oder gar ein iPod. Wenn man aber keine allzu hohen Ansprüche stellt, ist man mit dem K800i gut bedient. Weiterhin erwähnt werden muss, dass das Handy Multitasking-Fähigkeit besitzt. So können zum Beispiel mehrere Java-Anwendungen parallel geöffnet und auch genutzt werden, was nicht bei allen vergleichbaren Handys selbstverständlich ist. Die Stand-by-Zeit des K800i im UMTS-Netz ist mit zirka zwei Tagen und, dank Flatrate, überdurchschnittlich hohen Telefonierens in Ordnung, hört man jedoch oft Musik und schießt einige Fotos, muss täglich aufgeladen werden.

Fazit
Auch wenn das Sony Ericsson K800i bereits eine – für Handy-Zeiten – Ewigkeit auf dem Buckel hat, findet man zu diesem Preis wenig Vergleichbares auf dem Markt; neben dem Preis sprechen die gute Bedienbarkeit und die stattlichen Features für sich. Das K800i kann alles, macht alles und lässt nichts vermissen; selten hat sich das Motto „Oldie but Goldie“ so bewahrheitet.

Technische Daten
» Triband GSM 900/1800/1900
» UMTS 2100
» Größe: 105 x 47 x 22 mm
» Gewicht: 115 g
» Display: 240 x 320 Pixel
» Klingeltöne: Midi, MP3
» Speicherplatz: ca. 70 MB intern
» Speicherkartenplatz für Sony Memory Stick M2
» Telefonbuch: 1.000 Einträge
» Kamera: 3,2 Megapixel mit Autofokus
» MP3-Player, RDS-UKW-Radio
» GPRS, Bluetooth 2.0 (A2DP), USB

Lieferumfang
» Sony Ericsson K800i
» Li-Polymer-Akku (BST-33)
» Netzlader mit zwei Anschlüssen (CDS-75)
» Bedienungsanleitung
» Stereo-Headset
» Software-CD
» USB-Kabel

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