Produkttest: Navigon 4310 max

von joerg-pittermann

· 4 min Lesezeit

Produkttest: Navigon 4310 max

Show me the way…
Manchmal scheint die Produktfindung sehr einfach zu sein. Bei Navis gibt’s nur TomTom, bei den Digicams nur die IXUS und bei Papiertaschentüchern greift man zu Tempos. Somit ist dann ja alles klar, ein neues Navi muss schlichtweg immer ein TomTom sein – oder etwa doch nicht? Gut, diesmal nicht, nicht hier in diesem Testbericht. Bewusst greife ich bereits zum zweiten Mal innerhalb von sechs Monaten auf ein Gerät von Navigon zurück. Und da ich das GPS mal eben schnell brauchte und ich mich daher nicht sonderlich vorher über die genauen Daten informieren wollte und konnte, fiel die Wahl auf ein Modell des mittleren Preisbereichs. Wichtig waren mir nur zwei Schwerpunkte: die Europatauglichkeit und ein großes Display für maximale Sicht. Nun aber zum eigentlichen Testbericht des Navigon 4310 max Europa, werfen wir einen Blick auf seine Features und stellen fest, ob mich das Navi überzeugen konnte.
Einführung
Das Navigon 4310 max besetzt, wie schon erwähnt, den mittleren Bereich des Portfolios des Herstellers – 4,3-Zoll-Display im 16:9 Format, kompakte Abmessungen von 119 x 76 x 21 mm und gerade mal 170 Gramm sprechen eindeutig für dieses Gerät. Nun gut, das Navi ist nicht mehr unbedingt das jüngste seiner Art, denn die Vorstellung des 4310 erfolgte bereits auf der CeBIT 2009, somit ist es reichlich 12 Monate auf dem Markt präsent und damit als Technikartikel schon fast „zu alt“. Schick sieht es in jedem Fall aus, dank dem schwarzen Softtouch-Gehäuse mit umlaufender Chromleiste macht es sich sowohl in dem gefahrenen Ford Mondeo als auch in der Mercedes B-Klasse gut.

NAVIGON 4310 max“

Die Software mag überzeugen, dem MobileNavigator 7 und das aktuelle Europaweite Kartenmaterial wird zusätzlich noch MyRoutes, TMC Routen-Info und auch Clever Parking zur Seite gestellt. Einen Teil der Funktionen kannte ich bereits vom kleinen Navitest auf einer Insel im Zentralatlantik.
Mittels der „Latest-Maps-Garantie“ ist auch die Verwendung der neuesten Navigationskarten sichergestellt und wer möchte, kann für gerade mal 20 Euro ein Zwei-Jahres-Abo für die jeweils aktuellsten Karten abschließen. Der Lieferumfang ist ausreichend vollständig – neben dem Navi gibt’s noch eine (etwas hakige) Autohalterung mit Saugfuß, das obligatorische KFZ-Ladekabel und ein USB-Kabel für die Verbindung mit dem PC, welches ich mangels dem temporär nicht vorhandenen Laptop nicht ausprobieren konnte. Dazu noch ein bisschen Papierkram wie eine Schnellstartanleitung und Gutscheine für das schon erwähnte Karten-Abo.

Kartenumfang
Auf dem zwei GB großen internen Flashspeicher ist ganz Europa vorinstalliert (genauer gesagt 40 Länder), zum Glück ist hier auch eine „Seamless-Navigation“ über mehrere Länder hinweg möglich – vorbei die Zeiten als man bis zur Grenze navigieren und dann den neuen Ort im Ausland eintippen musste. Wer wie ich in einem Dreiländereck wohnt, freut sich darüber besonders. Übrigens sind beim spanischen Kartenmaterial auch gleichzeitig die dazugehörigen Inseln mit abgedeckt, dies ist leider nicht immer gegeben und hat bei Freunden schon zu dem einen oder anderen dummen Gesicht geführt, verbunden mit einem anschließenden Einkaufs-Trip in den nächstgelegen, lokalen Elektronikmarkt. Apropos, Navigon verwendet das Kartenmaterial von Navteq.

Funktionen
Das Navigon ist ein Navi der reinen Sorte, sprich es beherrscht das Navigieren von A nach B und nichts mehr. Weder Bluetooth fürs Freisprechen über das Mobiltelefon noch ein Medienplayer findet sich an Bord. Allerdings finde ich diesen Umstand lobenswert, denn die anderen Funktionen sind meist eh schon im Auto installiert und die Qualität derer ist dann meist auch besser. Somit bezahle ich letztendlich nur für das was ich tatsächlich benötige. Das Fahren von A nach B ist mit dem Navigon sehr angenehm. Es werden bis zu drei verschiedene Routen vorgeschlagen – hier unterscheidet sich die Route durch den dicken Berufsverkehr schon merklich von der Route am Sonntag. Basierend auf intelligenten Algorithmen wird somit der optimale Weg ausgesucht – da ich die gefahren Routen inzwischen ganz gut kenne, konnte ich zudem eine Zeitersparnis feststellen. Die Stauwarnung erfolgt leider nur über das nicht dynamische TMC und ist somit in der Praxis mehr störend als nützlich. Aber man kann ja die TMC-Stau-Empfehlungen auch gerne ignorieren.


Test-Video der ComputerBild

Geschwindigkeit
Bei einem Navigationssystem nervt nichts mehr, als die Wartezeit nach dem Einschalten. Unbeachtet dessen, ob es sich um ein eingebautes oder portables Gerät handelt: Es ist verlorene Zeit, gerade wenn man häufiger am Tag das Navi montieren und demontieren muss und jedes Mal ein- und ausschaltet. Hier geht das Navigon jedoch relativ flott zu Gange, in knapp 60 Sekunden steht meist das GPS-Signal und auch die Berechnung der Routen erfolgt relativ flott, so wurde bspw. eine Strecke über 500 km innerhalb von ca. 15 Sekunden berechnet. Verfährt man sich oder verpasst man eine Ausfahrt, so steht die Neuberechnung der Route innerhalb von unter fünf Sekunden.

Bedienbarkeit
Dank des wirklich voluminösen Displays ist die Bedienung und Übersicht mehr als genial. Andererseits wirkt die Größe des Bildschirms zeitweise bizarr und deplaziert, so würde mich das große Display in einem Smart sicherlich fast erschlagen. Dennoch, wenn es eine Navi-Halterung fürs zukünftige iPad gäbe, würde man sich über die „kleinen“ 4,3-Zoll-Navis wahrscheinlich freuen. Die Menüführung ist mehr oder weniger intuitiv. In der Anleitung habe ich nicht nachschlagen müssen – zum Glück. Die Displayhelligkeit ist auch ausreichend, sogar in der strahlenden Sonne, die ich zufälligerweise auch mal erwischt habe.

Fazit
Das Navigon 4310 max war kein Fehlgriff – bis auf die mangelhafte TMC-Funktion (die an sich mangelhaft ist, will heißen der Teufel steckt im Verkehrsdienst an sich) macht das Navi Spaß, in Verbindung mit dem schmalen Preis für ein GPS dieser Größe ist es in jedem Fall eine Empfehlung wert.

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