Testbericht Buffalo DriveStation Duo: Made in Japan
Testbericht Buffalo DriveStation Duo: Made in Japan
Der Bison aus Japan überrascht am Mac…
Seit Montag verrichtet nun ein kleines RAID-System an meinem iMac seinen Dienst, wie schon angekündigt erfolgt nun ein erster Test. Mir geht es zunächst weniger um irgendwelche Geschwindigkeitsorgien (wird noch nachgeliefert), als vielmehr um einige wichtige Details. Anders als der Name vermuten lässt, kommt der Speicherriese nicht aus Amerika, sondern aus dem Land der aufgehenden Sonne. Dies macht ja schon einen guten Eindruck, wie bemerkte Marty McFly gekonnt richtig: „Gute Technik kommt doch nur aus Japan!“. Doch läuft diese Technik auch am Mac? Die europäische Website zerstört zunächst diese Hoffnung, man liest: „Kompatible Betriebssysteme: Windows Me / Windows 2000 / Windows XP“. Nun ja, hiermit wäre der Testbericht ja schon beendet, wenn nicht…doch dazu später mehr.
Der erste Eindruck
Satte drei Kilogramm bringt der Bulle auf die Waage, daher auch optional als Briefbeschwerer zu missbrauchen. Allerdings eine Schönheit ist die DriveStation mitnichten. Black is back, könnte man meinen. Vorne Plastik, der Rest im lackiertem Metallfinish. Nicht sonderlich ausgefallen, aber man will ja mit einem solchen System auch arbeiten, hierfür ist ein Standplatz im Museum of Modern Art nicht unbedingt notwendig. Die Verarbeitung kann als durchschnittlich gut bezeichnet werden, allerdings hinterlassen die eigenen Hände unschöne „Fettflecke“ an den Gehäuseseiten, aber wer begrabscht schon ständig seine Festplatte? Im Lieferumfang enthalten: USB-Kabel, FireWire-Kabel (6 auf 4 Pin), ein Netzkabel und eine CD. Kommen wir zu den Anschlüssen und weiteren technischen Details.

Die „Speicherbox“ in der Ansicht.
Die Technik von Außen
Für die Datenübertragung setzt Buffalo auf USB 2.0 und FireWire 400. Wer einen schnelleren 800er Anschluss sucht wird leider enttäuscht. Für die meisten Anwendungen sollte dies genügen, Profis die das letzte Quäntchen Performance suchen, müssen auf eine andere Lösung zurückgreifen. Eine Alternative von Buffalo stellt hier die DriveStation Quattro aus demselben Hause dar, diese verfügt über eine eSATA-Schnittstelle, FireWire 800 scheint für Buffalo allerdings kein Thema zu sein.
Ausgeführt sind die FireWire-Anschlüsse jeweils als 4-Pin und 6-Pin, mit dem beiliegenden Kabel kann man fröhlich kombinieren, je nachdem welchen Anschluss der eigene Rechner bietet, für die Geschwindigkeit spielt das keine Rolle und die Stromversorgung erfolgt so oder so über das eingebaute Netzteil.
Zusätzlich enthalten ist ebenso ein Kensington-Lock zwecks Diebstahlsicherung. Eine nette Idee ist die Wahl zischen automatischem oder manuellem Einschalten mittels eines Schalters. Diese Funktion ist auch am Mac verfügbar, wird also rein von der Hardware gesteuert.

Die Anschlüsse in der Übersicht.
Inbetriebnahme und RAID-Funktionen
Wie ich schon erwähnte, Buffalo spricht selbst nur von einer reinen Windows-Kompatibilität, was würde mich also am Mac erwarten? Im Gehäuse befinden sich zwei 250 GB SATA-Festplatten (7.200 U/min, 11 ms Zugriffszeit), diese sind standardmäßig als FAT32 vorformatiert. Ich machte den Anschlusstest unter FireWire 400, kein Problem. Mein Finder zeigt mir diese Festplatten, jeweils als eigenständige Volumes an. Nun gut, ist das schon alles? Auf der mitgelieferten Software-CD überraschte mich die Existent eines „RAID Setup Utility“. Tolle Sache, da haben die Jungs eine eigene Mac-Steuersoftware und sprechen nicht darüber. Aber das hat schon seinen Grund, wie ich später feststellen durfte.
Die Software-CD.
Nachdem das Image des Volumes von CD gemountet wurde, gab es die erste Erkenntnis: Die RAID-Software lässt sich nicht vom Volume aus nutzen, eine Fehlermeldung über eine nicht gefundene Datei bestätigt dies.
Lösung des Problems, das Volume komplett auf den Rechner ziehen, dann klappt es auch mit dem Start der Software. Ab jetzt wird es spannend, man erhält zunächst eine grafische Übersicht über den derzeitigen Modus (Normal, Spanning-JBOD bzw. RAID1).

Übersicht des Betriebsmodus.
Über den Menüpunkt „Change Disk Structure“ erhält man folgende Ansicht:

Wahl des Betriebsmodus.
Jetzt kann man wählen, allerdings ist Vorsicht geboten, denn eine Änderung des Modus zieht nachweislich die komplette Löschung der Festplatten nach sich. Als erstes aktivierte ich den Spanning-JBO- Modus. In diesem werden die zwei Festplatten zu einem großen Volume zusammengefasst. Anders als bei RAID0 (Data Striping) bringt dies jedoch keinen Geschwindigkeitsvorteil. Nach dem Umschalten verschwinden zunächst die Platten vom Desktop. Nach einigen Sekunden wird ein Volume gemountet, doch es folgt eine böse Überraschung, von den erhofften 500 GB sind nur 250 GB übrig geblieben. Was nun sprach Zeus und griff zum Festplattendienstprogramm von Mac OS X. Des Rätsels Lösung war recht einfach, seitens der Hardware waren beide Platten zu einer Festplatte verschmolzen, allerdings das aktivierte Volume entsprach nur einer Platte mit 250 GB. Die Lösung war relativ einfach, einfach die „neue“, große Platte noch mal formatieren und gut. Dabei spielt es keine Rolle welches Dateisystem man nutzt.
Das Festplattendienstprogramm hilft beim „Feintuning“ aus.
Wie man hier schon sehen kann, es ist ein wenig kompliziert. Aber wir sind ja noch nicht fertig. Übermütig wie ich nun mal bin, wagte ich mich heran, die RAID1-Einstellung (Spiegelung der Festplatten) zu aktivieren. Wie gewohnt, verschwand zunächst die Festplatte um dann allerdings nicht mehr zu erscheinen. Na wunderbar, nach einigem Hin und Her gelang es mir letztendlich doch noch, RAID1 wurde erkannt.
Fazit
Die DriveStation Duo ist an und für sich ein gutes Gerät. Im Gegensatz zu Produkten von Mitbewerbern (wie z.B der Bigger Disk von LaCie) kann man selbst entscheiden in welchem Modus man die Platten betreiben möchte. Allerdings ist die Software doch noch recht buggy und eine Feinjustierung mit dem Festplattendienstprogramm ist notwendig. Hier ist eine Optimierung dringend wünschenswert. Auf der anderen Seite wird man die Moduswahl selten ständig ändern, der Normfall wird sein, die Platten entweder im Spanning-Modus oder aber als RAID1 zu betreiben, diese Entscheidung fällt am Anfang und gut. Der Preis von ca. 220,- Euro (500 GB-Version) ist mehr als in Ordnung, hier ein dicker Pluspunkt. Wünschenswert wäre zukünftig die Unterstützung von RAID0 (Data Striping) um einen echten Geschwindigkeitsvorteil nutzen zu können. Hier noch mal kurz Pro und Contra aufgelistet:
Pro:
+ preiswert
+ echtes RAID1-System
+ fast geräuschlos
+ Unterstützung für Mac OS X
+ Made in Japan, nicht China
+ automatisches Einschalten
Contra:
– Software noch sehr buggy und verbesserungswürdig
– kein RAID0 (Striping)
– kein FireWire 800
PS: Etwaige Geschwindigkeitsergebnisse liefere ich noch nach.






