Test Mirra von HermanMiller
Test Mirra von HermanMiller
Eine Sitzmaschine im Praxistest
Man möge sich daran erinnern, dass ich seit einigen Tagen einen neuen Bürostuhl im „harten und schweren“ Arbeitsalltag bei Cyberport zur Probe sitze. Wollen wir uns beschäftigen mit den ersten Eindrücken, hält der Stuhl mich aus, birgt er Gefahren und Risiken und ist er sein Geld wert?
Der „Mirra“ tritt ein mächtig schweres Erbe an, und hiermit ist mal ausnahmsweise nicht mein Körpergewicht gemeint. Der „Aeron“ gilt als DIE Designinkarnation der 90er Jahre. Ein wunderschönes Teil, wie man schon lesen konnte haben wir hier in der Firma auch ein Exemplar, mit einem kleinen entscheidenden Nachteil. Der Preis!!! Jenseits der 1.000,- Euro Grenze angesiedelt, beschränkt sich die Zielgruppe auf wohlverdienende Designfetischisten mit einem Mercedes SLK in der Garage und einer B & O Anlage an der Wand. Was möchte ich damit ausdrücken? Ich halte kurz fest, ich habe keinen Benz (nicht einmal ein sonstiges Fahrzeug, und wie man lesen konnte, ist mein Fahrrad derzeit auch defekt) und keine dänische Design-Anlage in meinem 50 qm großen „Loft“ stehen. Was machen? Zu Ikea fahren und dem Traum vom schöneren Sitzen weiterträumen?
HermanMiller dachte sich, dass muss nicht sein. Wir brauchen ein Produkt für die angehenden Designgurus, welches in einem preislichen Rahmen liegt der unterhalb der 1.000,- Euro Grenze angesiedelt ist. Den Entwicklungsauftrag bekam die Berliner Designschmiede Studio 7.5. Heraus kam der „Mirra“, ein kleiner Bruder vom „Aeron“. Da fällt mir gerade ein, eine Freundin von mir absolvierte ihr Praktikum bei jenem Designstudio, vielleicht sollte ich mal ein kleines Interview führen. Soweit zum Gedankeneinwurf, kommen wir jetzt aber zum Test.
Das Design
Willkommen auf der Enterprise Captain Kirk! So oder so ähnlich könnte man den Erstkontakt mit dem Mirra beschreiben. Auffällig anders als das „Baumarkt-geschädigte“ Auge gewöhnt ist. Als erstes fällt die „zerklüftete“ Rückenlehne auf, danach sticht die Sitzschale in den Augapfel. Die Verwandtschaft zum Aeron ist unverkennbar feststellbar. Bemängelt wurde hier vor Ort, vor allem von den Mädels, die etwas billig wirkende Rückfront. HermanMiller bietet aus diesem Zweck noch eine zusätzliche Stoffbespannung an. Mangels Testexemplar kann ich leider keine Aussage hierzu treffen. Meiner Meinung nach sollte man den Mirra auch nicht, wie mein Testmuster, in schwarz bestellen, sondern eine der anderen Farben wählen. In diesem Zusammenhang wirkt die „billige“ Rückenlehne sicherlich auch mehr poppig. Ansonsten lässt sich über das Design trefflich streiten. Ein weiterer kleiner Kritikpunkt stellt die Erscheinungsgröße dar. Unsere Mädels würden sich dieses „Monster“ nicht in die heimische Wohnung stellen. Als Bild von einem Mann, ist mir die Größe relativ egal bzw. kommt mir sogar entgegen. In diesem Sinne, Designtest bestanden ;-)
Der erste Sitzeindruck
Design hin, Design her, das wichtigste an einem Stuhl ist der Sitzkomfort. Was nützt mir eine grandiose Form, wenn die Funktionalität nicht mitzieht und ebenso überzeugen kann. Eins vorweg, ich bin nun nicht gerade ein kleiner, leichtgewichtiger Zwerg. Der Mirra bekommt also mit mir einen schweren Brocken zu spüren. Der erste Eindruck überzeugt, Platz ist genügend vorhanden, auch die Armlehnen stören mich nicht in meinem Freiheitsdrang. Kleine Mädels fühlen sich hier aber unter Umständen etwas verloren. Die Sitzfläche besteht aus einer Art Maschengitter, welches sich dem Ar.. ähm ich meine dem Gesäß anpasst. Dies funktioniert auch ganz gut, allerdings habe ich einen Mangel festzustellen. Im vorderen Bereich der Sitzfläche befindet sich die Aufhängung für die gesamte Mechanik des Stuhls. Wenn man nicht ganz korrekt sitzt, sprich nur die Hälfte der Sitzfläche in Anspruch nimmt, spürt man diese Aufhängung deutlich an den Oberschenkeln. Dies ist relativ unangenehm. Also, man muss sich zwingen immer korrekt und aufrecht zu sitzen. Kein Stuhl für „Faulsitzer“ ;-)
Die Verstellmöglichkeiten
Im Folgenden möchte ich in bebilderter Form auf die Einstellungsmöglichkeiten eingehen. Es sind eine ganze Menge…

1. Die Sitzhöhe, leicht verstellbar, da gasgefedert.
2. Sitztiefe, lässt sich wie eine „Hutkrampe“ bedienen.
3. Lumbalstütze, damit der Rücken nicht weh tut. 
4. Armlehnen, sowohl in der Höhe verstellbar, als auch seitlich
5. Neigungsbegrenzer. Ideal für Zappelphilippe, der Mirra kann mit dem Rücken zurückgeklappt werden. Wie weit wird hier justiert. Eine Härteregulierung (auf der anderen Seite) bestimmt wie viel Kraft man mit dem Rücken hierfür benötigt.
Noch kein Fazit…
Mit einem abschließenden Fazit halte ich mich noch zurück. Hierfür möchte ich den Mirra nochmals mit dem Aeron direkt vergleichen. Mehr dann im zweiten Teil.






