SSD-Produkttest: RunCore, Patriot und original Asus Eee PC 900A
SSD-Produkttest: RunCore, Patriot und original Asus Eee PC 900A
SSD ist nicht gleich SSD…
Zum Thema SSD gab es in der Vergangenheit ja schon den einen oder anderen Artikel im Blog, so gar in Filmform haben es diese modernen Massenspeicher schon bei uns geschafft. Doch ist SSD gleich SSD? Wie unser folgender Test beweißt, kann man dies definitiv verneinen, denn allein die Technologie macht einen SSD-Speicher noch lange nicht zum Überflieger, auf die Details kommt es an. Doch vorweg richtet sich mein Dank an den guten Sascha von Netbooknews. Als dieser meiner Heimatstadt Dresden anlässlich des Mobile Camps einen Besuch abstattete, hatte er neben kurzweiligen Anekdoten, noch zwei Mini-PCI-e-SSDs mit im Köfferchen bzw. der Einkaufstüte. Da ihm derzeit die notwendige Hardware zum austesten fehlt (kompatibler Eee PC 900,900A bzw. 901) überlies er mir diese Stücke der fortschrittlichen Speichertechnik für einen Haustest. Also nochmals herzlichen Dank an Sascha und einen lieben Gruß nach Taiwan (der Gute ist mal wieder an der Quelle aller Netbooknews). Stürzen wir uns nun mit voller Leidenschaft in den Test…
Worum geht es?
Zur grundsätzlichen Technik von SSD möchte ich keine großen Worte verlieren, kurz gesagt handelt es sich um Flashspeicher (bekannt von Digitalkameras und Co) die nun vermehrt auch in mobilen Rechnern Einzug halten. Normalerweise findet man diese in einer 2,5-Zoll-Form, sprich wie herkömmliche Notebookfestplatten, die auch ebenso unkompliziert einzubauen sind. Doch was eigentlich, wenn der geliebte Rechner gar keinen Platz für eine solche Erweiterung bietet? Vor allem einige, wenn auch schon etwas ältere Netbooks, verwenden anstatt eines S-ATA-Anschlusses, einen Mini-PCI-e-Port direkt auf den Board. Beispielsweise findet man diesen bei jedem Eee PC der 900er-Serie (900, 900A und 901) bzw. auch beim ersten Netbook von Dell. Diese kommen von Haus aus mit einem eigenen SSD-Speicher daher, jedoch bietet dieser nicht unbedingt genügend Platz (8 bis 16 GB) und es lässt sich auch vermuten, dass schon allein aus Kostengründen ebenso nicht unbedingt die schnellste Variante verbaut wurde.
Die Frage die sich nun stellt, gibt es die passenden Mini-PCI-e-SSDs zum nachrüsten? Nun, dies beantwortete ich schon in der Einleitung, hier und heute im Test die Patriot Lite Series SSD mit 32 GB (bei uns schon im Shop erhältlich) und die RunCore Mini PCI-e SSD mit 64 GB (bei uns noch nicht erhältlich).
Der Einbau
Als Basistestrechner wählte ich einen Eee PC 900A, nicht mehr der neueste Schrei, jedoch perfekt dazu geeignet die Vorteile einer SSD-Aufrüstung am Praxisbeispiel zu zeigen. Standardmäßig verfügt dieses Netbook über eine SSD mit 8 GB, vorinstalliert befindet sich Linux darauf, welches wir jedoch im späteren Verlauf durch Windows XP ersetzen werden. Der eigentliche Einbau ist eine Angelegenheit von wenigen Minuten, zwei Schrauben lösen um an die Erweiterungsschächte zu gelangen und gut. Im unteren Bereich befindet sich der Arbeitsspeicher, der uns jedoch heute nicht interessieren soll. Darüber thront die SSD. Wir lösen nochmals zwei Schräubchen, ziehen die Karte zur Seite heraus und wiederholen diesen Schritt in umgekehrter Reihenfolge für den Einbau der neuen SSD. Übrigens, RunCore ist so klug und legt gleich einen passenden Schraubendreher mit bei, sehr löblich. Die RunCore bietet übrigens noch einen Mini-USB-Anschluss, damit sollte es möglich sein, das bestehende System zu klonen. Eine Aufgabe, die ich mir unter Linux jedoch, zunächst nicht zutraue. Also bleibt es bei der klassischen Installation.
Wer den Rechner danach startet, findet natürlich einen hilflosen Computer vor sich, denn wo kein System, da auch kein Systemstart. Für die Installation des notwendigen Win XP wählte ich die Methode über einen externen DVD-Brenner, hierfür verwendete ich einen Samsung SE-S084B/RSRN (ein separater Test für diesen wird noch folgen). Noch fix im BIOS (Taste F2) die Boot-Reiehnfolge ändern und schon kann es losgehen. Die Formatierung ist schnell erledigt, danach folgt der langweilige und vor allem ausdauernde Teil: die Windows-Installation! Hat man dieses hinter sich gebracht, gilt es im nächsten Schritt noch die beiliegenden Asus-Treiber aufzuspielen. Klingt alles recht einfach, nur es dauert und dauert, bei mir im Übrigen dreimal so lange, denn wir haben es ja auch mit drei SSDs zu tun. Wer im Bild der Diashow übrigens eine gebrannte CD sieht, kann sich beruhigen, wir benutzen hier Windows-Volumenlizensen, die Datenträger hierfür müssen wir uns selber brennen, die Lizensschlüssel kosten natürlich Geld ;-).
Benchmarks und Ergebnisse
Bevor wir reine Zahlen sprechen lassen, möchte ich euch kurz meinen subjektiven Eindruck wiedergeben. Als erstes verbaute ich die RunCore und wahr von den schnellen Reaktionszeiten sehr angetan, irgendwie fühlte sich Windows auf dieser Maschine fix an, ganz anders als man es bisher kannte. Dabei spielte ich nur im System ein wenig herum, aber allein hier war der Unterschied schon feststellbar. Keine Wartezeiten oder ähnliches, wunderbar. Hier ein kleiner Film um dies zu verdeutlichen (Starten des Systems und einiger Anwendungen):
Als nächstes war dann die Patriot dran, zuerst dachte ich, ich hätte einen Fehler begangen, denn allein schon bei der Installation und der ersten Inbetriebnahme hatte ich das Gefühl mit angezogener Handbremse unterwegs zu sein. Die Reaktionszeiten waren im Vergleich einfach grausam, und dabei verlangte ich dem armen Eee PC noch gar nichts ab. Das gleiche Spiel mit der originalen 8 GB SSD die Asus verbaute. Doch lassen wir das Gefühl beiseite und werfen einen objektiven Blick auf die Zahlen (gemessen mit CrystalDiskMark 2.2):

Mein Gefühl bestätigt sich. Die RunCore läuft im wahrsten Sinne des Wortes auf und davon, die beiden anderen SSDs befinden sich auf vergleichbarem, unterem Niveau. Was heißt dies nun übersetzt?
Fazit
In der Patriot findet der geneigte Käufer zwar eine Aufrüstmöglichkeit für die Speicherkapazität des eigenen Netbooks, jedoch einen Zuwachs an Performance erhält man hierfür nicht. Die RunCore dagegen bietet nicht nur eine reine Speichererweiterung, sondern sorgt noch für einen gehörigen Schuss Systembeschleunigung, man hat beinahe das Gefühl vor einem neuen Rechner zu sitzen. Doch leider hat dies auch seinen Preis, kostet die Patriot ca. 180 Euro (64 GB) bzw. 93 Euro (32 GB), so muss man für eine RunCore ca. 150 Euro (32 GB) bzw. 220 Euro (64 GB) investieren. Wir sprechen also über einen Aufpreis von ca. 50 Euro für ein wesentlich schnelleres System. In diesem Licht betrachtet, mag man die RunCore unter Umständen als Schnäppchen bezeichnen. Wer meint, es lohne sich doch nicht, einen solchen Betrag in ein billiges Netbook hineinzustecken, dem sei gesagt, dass gerade eine schnelle SSD den Sinn eines Netbooks entspricht. Wer möchte schon gerne unterwegs auf die Daten seiner lahmen Festplatte warten, oder eine halbe Ewigkeit bis Windows startet bzw. aus dem Sleep-Modus erwacht. Übrigens, wie es scheint, passt die RunCore auch in einen Eee PC S101, ich denke da wächst zusammen was zusammen gehört: Premium-Netbook und ebenso ein solcher Speicher.
Derzeit können wir RunCore bei uns noch nicht anbieten, da ein deutscher Vertrieb praktisch nicht wirklich existiert. Es könnte sich aber lohnen, vielleicht sollten wir mal unsere Distributionspartner darauf aufmerksam machen, denn die Jungs haben neben diesen eher speziellen SSDs, auch noch Standard-Systeme für den Rest der Net- bzw. Notebookwelt im Angebot.


















