Software-Test: Chrome OS (aka Chromium OS)

von joerg-pittermann

· 3 min Lesezeit

Software-Test: Chrome OS (aka Chromium OS)

Ein Browser mutiert zum Betriebssystem…
Matze hatte schon letztes Jahr über Googles eigenes Betriebssystem hier im CyberBloc berichtet, und auch ich wollte eigentlich bereits in Chrome OS reinschaut haben und einen Artikel dazu verfassen – leider fehlte bisher die Zeit dazu. Diese fand sich nun im Zusammenhang mit der Installation einiger, virtueller Umgebungen. Nachdem die eigentliche Vorstellung von Chrome OS und der nun folgende Testbericht in einem größeren, zeitlichen Abstand zueinander liegen, gibt es einleitend eine kleine Erinnerung zum Thema.
Was ist Chrome OS?
Chrome OS ist ein superleichtes Betriebssystem welches für die Nutzung auf Netbooks optimiert worden ist, mit dem Fokus auf das Internet. Chrome OS ist auf einem Linux-Kernel aufgebaut mit dem Ziel, schneller, einfacherer und sicherer zu sein. Als Leichtgewicht ist
natürlich auch die Bootzeit minimiert, das Userinterface ist eher spartanisch, die Daten werden in der Cloud gespeichert und die Integrität der Daten wird bei jedem Bootvorgang überprüft.

Was ist Chrome OS nicht?
Chrome OS ist momentan nicht wirklich dafür gedacht, dass eigentliche Betriebssystem (Windows, Mac OS X oder Linux) mit allen Funktionen zu ersetzen.

Installation von Chrome OS (bzw. Chromium OS)
Unter Windows habe ich zunächst VirtualBox installiert und dann den Chromium-Source-Code (Chromium OS ist die Open-Source-Variante von Chrome OS) heruntergeladen und anschließend ein Image erzeugt. Für die weniger Technik-affinen Menschen gibt es auch an dieser Stelle eine Version für den USB-Stick, welche ich aber nicht separat testete. Das erzeugte Image, wurde dann noch in ein VM-Ware kompatibles Image konvertiert und dann einfach „draufgezogen“.

Testlauf: Chrome OS
Vereinfacht ausgedrückt, ist Chrome OS eigentlich nicht viel mehr als der schon bekannte Browser Chrome aus selben Haus. Nach dem Bootvorgang gibt’s einen schönen blauen Screen (nein, der „Blue Screen of Death“ ist es nicht) und mit dem vorhandenen Google-Mail-Account kann man sich anmelden. Wenn, ja wenn eine Netzwerkverbindung besteht. Ohne Netzwerkverbindung gibt’s keinen Zugang. In diesem Fall kann mit dem Benutzernamen „chronos“, ohne weitere Passworteingabe der Offline-Zugang erfolgen. Aber bis man auf diese Lösung kommt, vergeht dann doch einige Zeit – eine Google-Suche brachte später das gewünschte Ergebnis ;-).


Video zum Login- Start-Prozedere vom Youtube-User FloPMT.

Nach dem Login, wird sofort der Chrome-Browser angezeigt und siehe da, man erblickt die Startseite seines Betriebssystems. Da alle Apps Cloud-basiert sind kann man direkt loslegen. Dieser Text wurde übrigens in Google Docs innerhalb von Chrome OS geschrieben. Klickt man auf das Chrome-Logo an der linken, oberen Ecke, so werden eine Auswahl an Web-Apps angezeigt, damit der Nutzer am Anfang nicht ganz so verloren dasteht. Ganz im Sinne des Open-Source-Charakters der hier getesteten Chromium-Varinate, gibt es natürlich auch Links zu Yahoo! und anderen Nicht-Google-Diensten. Hier gibt’s sogar den Link zu Facebook, während das Google Pendant Orkut vollkommen fehlt.

Wie es sich für ein Linux-basiertes OS gehört, kann natürlich auch über die Command-Line gearbeitet werden. Der Aufruf erfolgt mit Strg+Alt+T, mit „Exit“ kommt man wieder zur Browser-Ansicht zurück. Was kann man sonst noch sagen? Eigentlich nichts großartiges, denn im Grunde ist Chrome OS (aka Chromium OS) nicht viel mehr als der Browser Chrome in Betriebssystemform – das Look & Feel des Browsers gefällt mir eh ziemlich gut. Flash lief übrigens auch in Chrome OS, auch wenn man deutlich gemerkt hat, dass die Batterie leidet – Flash ist halt nicht mehr zeitgemäß.

Fazit
Chrome OS aka Chromium OS ist alleine auf die Personen ausgerichtet die immer und überall Internetzugang haben. Auf Grund des Webbasierten Arbeitens, kann man offline nicht auf persönliche Daten aus der Cloud zugreifen. Ebenso ist das Interface noch sehr simpel und vielleicht eine Spur zu minimalistisch. Die Verbindung mit Google ist eine andere Sache die sicherlich den einen oder anderen Anwender abschrecken wird. Ansonsten bleibt die Frage festzuhalten, welche Endgeräte letztendlich mit Chrome OS in Zukunft ausgeliefert werden und wie man in der Zwischenzeit die kleinen Problemchen noch lösen wird.

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