Samsung Galaxy Tab 2 7.0 im Test
Samsung Galaxy Tab 2 7.0 im Test
Samsungs zweiter Versuch
Es ist schon eine ganze Weile her, dass Apple mithilfe eines Gerichtsbeschlusses das Samsung Galaxy Tab 1 verbieten ließ. Der Nachfolger dieses Geräts ist das Samsung Galaxy Tab 2 7.0. Die Zahl 7.0 steht hier für die Displaygröße von 7 Zoll, da es dieses Gerät auch in einer 10-Zoll-Variante zu kaufen gibt. Mittlerweile ist das Tablet schon eine Weile am Markt, was mich nicht davon abhält das Gerät auf Herz und Nieren zu prüfen. Ob ein Kauf sich lohnt oder nicht, erfahrt ihr in meinem Test.
Ausgepackt
Eine kleine, leichte und ziemlich unscheinbare Pappschachtel in Weiß dient als Verpackung. Nur dezent bedruckt und wenig auffällig kommt sie daher und beherbergt einen Netzstecker, das USB-Kabel, das gleichzeitig zum Laden benötigt wird, eine winzige Anleitung sowie das Galaxy Tab. Das kleine Tablet, das gleich ganz oben in der Schachtel liegt, fühlt sich schon zu Beginn gut in der Hand an. Der Rücken ist aus einem Stück, sieht sehr hochwertig aus und fühlt sich ebenso gut an. Die Wippe für die Lautstärke sowie der Power-Button befinden sich an der rechten Seite und funktionieren tadellos, auch der Druckpunkt ist angenehm und leichtgängig. Schaut man etwas genauer hin, fällt jedoch auf, dass sie recht weit herausstehen und sich durch ihr großes Spiel am Rand auch etwas wacklig anfühlen. Auf der Oberseite befinden sich der 3,5-mm-Klinkenanschluss für ein Headset sowie ein Mikrofon, auf der Unterseite findet das Ladekabel seinen Platz sowie die zwei Lautsprecheröffnungen. Sehr positiv ist die Möglichkeit, das Tablet an der linken Seite mit einer microSD-Karte zu erweitern. Das Display ist etwas zu tief im Gehäuse verbaut, sodass dieses an allen Seiten ein wenig hervorsteht, wobei eine unschöne, teil sogar scharfe Kante entsteht. Leider nicht ganz so gut, aber noch vertretbar.
Display
Sieht man von der Passform ab, überzeugt das Display mit schönen Farben, einer hohen Helligkeit und einer annehmbaren Auflösung von 1.024 x 600 Pixeln. Diese Auflösung ist für ein 7-Zoll-Tablet kein Glanzpunkt, reicht aber für diese Fläche aus, um alles gut zu erkennen und scharf zu sehen. Die Helligkeit ist für innen mehr als ausreichend und ermöglicht auch die Nutzung im Freien. Nur bei starker Sonneneinstrahlung wirkt es dann doch etwas zu dunkel.

Performance
Damit auch Spiele gespielt werden können und alles flüssig läuft, ist ein 1-GHz-Dual-Core-CPU verbaut, dem 1.024 MB (1 GB) Arbeitsspeicher zur Verfügung stehen, was aber offenbar noch nicht ausreicht, wie ihr gleich lesen werdet. Durch die Menüs kommt man damit schnell und flüssig, auch einfache Anwendungen laufen gut. Anders sieht es jedoch im Browser und bei aufwendigeren Apps und Spielen aus: Spiele fangen ziemlich schnell an zu ruckeln oder hängen sich nach einer Weile sogar völlig auf. So musste ich bei mehreren Anwendungen das Tablet neu starten. Auch Gelegenheitssurfer werden auf Dauer weniger glücklich sein. Beim Aufrufen der Webseite vom Cyberbloc.de fiel mir ein merkwürdiges Problem auf, das deutlich macht, dass der CPU hier schon an seine Grenze stößt: Beim Scrollen durch die Beiträge flackern je fünf Zentimeter des Displays entweder an der Ober- oder Unterkante der Seite grün auf, je nachdem, in welche Richtung man scrollt. Es wirkt, als würde es der CPU nicht schaffen, den gesamten Inhalt schnell genug darzustellen, was er mit fehlerhaften Anzeigen quittiert. Auch wenn dies nur beim Scrollen auftritt, stört es beim Surfen doch erheblich, besonders da es im Zusammenhang mit dem folgenden Problem vermehrt auftritt.
Formfaktor Display
Mit der Auflösung von 1,024 x 600 Pixeln auf 7 Zoll ist die abbildbare Fläche ziemlich klein. Was beim Spielen weniger stört und praktisch für unterwegs ist, da ein Gerät mit den Maßen von 194 x 122 x 10,5 mm in jede größere Handtasche passt, ist beim Surfen ein großer Nachteil. Beim 16:9-Displayformat hat man zwar in der Breite viel Platz, jedoch besonders wenig in der Höhe. Schaut man sich auf diese Weise eine Webseite an, genügt das gerade einmal für die ersten zwei Sätze. Von den 600 Pixeln, die hier zur Verfügung stehen, muss man noch das untere Hauptmenü und das Browsermenü mit den Tabs abziehen. Auch wenn man hier mit einem anderen Browser noch etwas optimieren könnte, ist das dennoch sehr wenig Platz. Beim so notwendig werdenden vielen Scrollen haben wir das CPU-Problem, das ich bereits erwähnte, vor uns.
Aber auch im Hochformat wird es nicht besser: Obwohl nun fast die ganze Webseite zu sehen ist, ist die Darstellung so klein, dass die Schrift nur noch wie kleine schwarze Striche aussieht. Zoomt man auf eine annehmbare Größe, muss man nicht nur horizontal, sondern auch noch vertikal scrollen, was das Ganze noch unangenehmer macht und den CPU nun auch horizontal überfordert. Zusammenfassend kann man hier also sagen, dass Surfen eher die Ausnahme sein sollte und definitiv nicht zu den wesentlichen Anforderungen des Nutzers gehören darf.
Technikdetails
Für die Verbindung ins Internet steht bei diesem Modell WLAN mit den Standards b/g und n zur Verfügung, in dem etwas teureren Modellen gibt es sogar noch das 3G-Modul dazu, um auch mobil im Internet surfen zu können. Der WLAN-Empfang ist relativ gering, große Reichweiten kann man damit nicht überbrücken, aber für das Heimnetzwerk ist es ausreichend. Außerdem steht Bluetooth zur Verfügung, um Daten einfach an andere Geräte versenden zu können. Um Apps und eigene Musik zu speichern, sind intern 16 GB verbaut, die sich durch eine microSD-Karte erweitern lassen. Das ist in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich und sehr gut.
Um dies alles überhaupt nutzen zu können, ist ein interner Akku mit 4.000 mAh verbaut. Ist dieser voll geladen, soll eine Stand-by-Zeit von 1.370 Stunden erreicht werden. Bei der Videowiedergabe soll laut Hersteller eine Betriebszeit von sechs Stunden möglich sein, die ich im Test jedoch nicht erreicht habe. Hierbei ist es wichtig, die Display-Helligkeit anzupassen und alle Verbindungen zu trennen. Im durchschnittlichen Gebrauch hält der Akku recht gut durch und überzeugt positiv.
Video und Sound
Sehr große Abstriche muss man bei Video und Sound machen. Beides ist eher Zubehör, auf das der Nutzer komplett verzichten können sollte. Für Fotos steht eine 3,2-MP-Kamera auf der Rückseite bereit, aber nicht nur ihre Auflösung ist relativ gering, sondern auch die Bildqualität lässt zu wünschen übrig. Die Frontkamera für Videotelefonie besitzt eine Auflösung von 2 MP, überzeugt ebenfalls wenig und setzt einen hellen Raum voraus. Mit starkem Bildrauschen muss man hier immer rechnen. Ebenfalls als Rauschen könnte man den Sound bezeichnen: Dieser ist zwar recht laut, klingt aber alles andere als angenehm. Hält man das Tablet zum Spielen im Querformat, deckt man zudem noch mit der Hand beide Öffnungen der Lautsprecher ab, wodurch praktisch kein Sound mehr zu hören ist.

Handhabung und Software
Hält man das Tablet in der Hand, fühlt es sich sehr gut an, mit 365 g ist es angenehm leicht. Das sollte es auch sein, denn auf dem Tisch kann man es nicht bedienen. Durch den gewölbten Rücken liegt das Galaxy Tab 2 nur mit einer relativ kleinen Fläche auf, die sich zudem fast ausschließlich auf die Kamera beschränkt. Das bedeutet eine große Gefahr, diese zu zerkratzen. Darüber hinaus kippelt das Tablet dadurch bei der Bedienung stark hin und her. Für den Gebrauch in der Hand ist ein 7-Zoll-Tablet natürlich praktisch, da man problemlos mit beiden Händen an jede Ecke des Displays kommt.
Als Software ist Android 4.0 mit Tablet-Oberfläche installiert. Diese ist in manchen Fällen jedoch schon zu klein. Besonders die Tastatur ist im Hochformat so klein, dass es schwer fällt, die richtigen Tasten zu treffen. Bedenkt man, dass es bereits Handys gibt, die fast genauso groß sind und mit der Handy-Oberfläche arbeiten, verwundert dies wenig. Ansonsten arbeitet Android hier zuverlässig und relativ zügig.
Fazit
Mit dem Galaxy Tab 2 schickt Samsung die zweite Generation seiner kleinen Tablets ins Rennen. Diese überzeugt durch ein relativ gutes Display, hochwertiges Design und angenehme Akkulaufzeiten. Jedoch schränken die magere CPU-Performance, der schlechte Sound sowie die einfachen Kameras den Nutzen dieses Geräts ebenso ein wie das unvorteilhafte Bildformat fürs Surfen. Ob man sich das Samsung Galaxy Tab 2 7.0 für 224,90 Euro bei Cyberport trotzdem kauft, bleibt jedem selbst überlassen.






