Produkttest: Vodafone WebSession Paket mit UMTS-USB-Stick am Mac
Produkttest: Vodafone WebSession Paket mit UMTS-USB-Stick am Mac
Prepaid für das mobile Internet
Seit etwas über einer Woche bin ich nun stolzer Besitzer eines UMTS-USB-Sticks von Vodafone, erhalten habe ich das gute Stick im WebSession-Paket. Was darf man sich darunter vorstellen? Vereinfacht gesagt handelt es sich dabei um ein Prepaid-Angebot des Netzanbieters. Man bucht im Voraus einen bestimmten Zeitabschnitt, den man dann frei absurfen kann. Man wird also nicht genötigt einen Volumen-Tarif abzuschließen, sondern nutzt das Netz nur dann, wenn man es wirklich einmal mobil benötigen sollte. Klingt interessant für den „Durchschnittsreisenden“, weniger für den Digitalnomaden der ständig auf Achse ist. Die Netzanbieter, wie in diesem Falle Vodafone, folgen somit einem Trend, der sich schon seit Jahren in der Sprachtelefonie etabliert hat. Der folgende Test soll einen Überblick ermöglichen, für wen sich ein solches Angebot lohnen könnte.
Preise und Co
Mit einem Paket-Preis von ca. 60,- Euro ist man fernab von jedweder Subventionierung der typischen 1-Euro-Angebote. Dies ist verständlich, schließlich bindet man sich nicht an einem Vertrag, für den Netzanbieter ist somit nicht abschätzbar, wie viel Umsatz ein solcher Prepaid-Kunde tatsächlich einbringen wird. Dass die Session-Preise keine Discount-Offerten darstellen, mag man dann auch verstehen. Man bucht entweder 30 Minuten (1,95 Euro), eine Stunde (2,95 Euro) bzw. 24 Stunden (4,95 Euro) im nationalen Netz. Dies klingt zunächst etwas übertrieben, wenn man jedoch den Stick nur gelegentlich nutzt, kommt man stets günstiger als mit einem festen Vertragsgebilde (bspw. Fair-Flat für ca. 30 Euro im Monat) bzw. im Vergleich zu den maßlos überteuerten W-LAN-Angeboten an deutschen Flughäfen und Bahnhöfen. Abgerechnet wird nach dem Parkuhrprinzip, hierzu ein Beispiel: Ich logge mich um 20 Uhr ein, surfe zwei Stunden und gehe zu Bett. Am nächsten Tag steht mir das Netz immer noch bis 20 Uhr zur Verfügung, sprich echte 24 Stunden. Dies ist z.B. ein wichtiger Unterschied zum Angebot von Fonic, hier kann ich immer nur tageweise buchen, sprich bei meiner vorigen Rechnung könnte ich nur bis 0:00 Uhr surfen, danach müsste ich wieder bezahlen. Somit relativiert sich der vermeintlich günstigere Preis von 2,50 Euro pro Tag. Bezahlt wird entweder über das Vodoafone CallYa-Konto (bzw. Karte), die Vodafone-Mobilfunkrechnung oder Kreditkarte. Hat man einen Voucher (Gutschein), wie er bei unserem CP-Artikel beiliegt, kann dieser auch genutzt werden. Spannend ist noch die Möglichkeit der Anwendung im Ausland. Normalerweise sind die Roamingpreise schlichtweg nicht von dieser Welt, wer hier unbedarft einfach mit seiner normalen Mobilfunkkarte surft ist schnell einige tausend Euro ärmer. Das WebSession-Paket schafft hier Sicherheit, in den meisten europäischen Ländern kostet die 24-Stunden-Nutzung 14,95 Euro, bzw. außerhalb 29,95 Euro. Klingt viel, ist aber immer noch günstiger als nach dem Urlaubsaufenthalt ein Kredit über mehrere Jahre aufzunehmen. Ein Überblick über Preise und Länder findet man hier.
Hardware und Lieferumfang
Das WebSession-Paket kommt in einer kompakten Plastikbox, die ungefähr der Größe einer DVD-Hülle entspricht. Neben dem Stick befindet sich noch eine USB-Verlängerung, die SIM-Karte als auch die Bedienungsanleitung in der Packung. Normalerweise passt der Stick an jedes handelsübliche Notebook, z.B. auch an mein schwarzes MacBook. Jedoch findet die USB-Verlängerung ihre Bestimmung bei der Benutzung eines MacBook Airs, denn hierfür ist der Stick allein einfach zu „fett“. Die weiße Gestalt passt sicherlich sehr guten zu einem nun älteren MacBook oder iBook, ansonsten muss man sich mit einem entsprechendem „Farbkontrast“ zufrieden geben. Das Einlegen der SIM geht etwas ungeschmeidig voran, anders als bei dem von uns getesteten Stick von den Telekomikern, muss man das gute Stück in einem herausnehmbaren SIM-Halter platzieren. Dieser ist etwas schwergängig, also Vorsicht bei langen Fingernägeln, es besteht Bruchgefahr. Aufgrund der Tatsache, dass ein SIM-Wechsel nicht alltäglich sein wird, lässt sich dieses Manko jedoch verschmerzen. Ansonsten lässt sich nicht viel mehr über den Stick berichten, die Verarbeitungsqualität ist gut, nichts klappert oder macht einen unfertigen Eindruck.
Einrichtung am Mac
Windows-User haben es ja bekanntlich schon mit ihrem Betriebssystem schwer, diesem Umstand bedenkt Vodafone mit der Tatsache, dass zumindest die Treiber und auch die Software für XP und Vista sich auf dem Stick vorinstalliert befinden und automatisch erkannt werden. Wir Mac-User dagegen sind verwöhnt von unserem System und kennen keine Probleme. Aus diesem Grunde dachte sich wohlmöglich Vodofone, gönnen wir den „Macis“ mal eine Abwechslung und machen es ihnen ein wenig schwerer. Zunächst sollte man schon über einen Internetanschluss verfügen, denn in der Bedienungsanleitung verweist man nur auf eine Webseite, alle anderen Informationen im Handbuch beziehen sich nur auf Windows.
Zunächst gilt es die Dashboard-Software für den Mac herunterzuladen. Nur eine Anmerkung, mit dem Dashboard von Mac OS X hat dieses nichts gemein, also bitte nicht verwirren lassen. Lauffähig ist die Software unter Panther (10.3.9), Tiger (10.4.9) und Leopard (10.5.x). Die Installation ist schnell erledigt, danach gilt es den Stick anzuschließen und dann kann es eigentlich auch schon losgehen. Dachte ich, aber einfach nur Stick ran, PIN eingeben und auf aktivieren klicken bringt zunächst keinen Erfolg. Nach langer Suche wurde ich dann fündig. Es stellte sich heraus, dass vorher noch etwas Hand an die Software gelegt werden musste. So muss die APN geändert und die persönliche Einstellung übernommen werden. Wer mehr wissen möchte, dieses PDF von Vodafone erklärt es recht ausführlich. Schade nur, dass man diese Informationen dem WebSession-Paket nicht gleich mit beilegt.
Danach geht es recht fix, man startet die Dashboard-Software, gibt die PIN ein, wartet bis der Stick ein Signal erhält, geht auf „Aktivieren“ und im Anschluss blendet sich die Software aus. Nun geht man in die Netzwerkeinstellung von Mac OS X, wählt den Stick und verbindet sich mit dem Netz. Es empfiehlt sich bei dieser Gelegenheit, die Modemeinstellung gleich in der Menüleiste ständig anzeigen zu lassen, auf diese Weise erspart man sich, jedes Mal die Netzwerkeinstellung umständlich erneut zu öffnen.
Im Anschluss öffnet man den Browser und man wird automatisch auf eine Landingpage von Vodafone geführt. Hier bucht man nun den gewünschten Zeitraum bzw. gibt den Voucher-Code ein. Danach öffnet sich ein Popup-Fenster, dieses zeigt die verbleibende Zeit an. Danach steht es einem frei, das Netz nach Lust und Laune zu nutzen.
Praxistest
Den Praxistest führte ich vor einigen Tagen in Berlin durch. Das Areal umfasste den Hauptbahnhof, das Gelände rum um den Reichstag und den Flughafen Schönefeld. In allen Bereichen erhielt ich eine mehr oder weniger stabile 3G-Verbindung (sprich UMTS bzw. HSDPA), auf das langsame EDGE oder GPRS musste der Stick nicht zurückgreifen. Die Ping-Zeiten waren nicht berauschend, so dass es Anfangs immer etwas dauerte bis sich eine Website öffnet. Sicherlich stellt diese mobile Lösung kein Vergleich zu einem Festanschluss zu Hause dar, jedoch kann man damit arbeiten und nach etwas Zeit, gewöhnt man sich daran. Keine Probleme bereitete mir das Abrufen meiner Mails, hierfür verwendete ich unsere Hauseigene IMAP-Lösung First Class. Um die Geschwindigkeit zu messen nutze ich den Arcor-Speedcheck. Dieser brachte zwar ein Ergebnis hervor (meistens zwischen 1 und 4 MBit Download, zwischen 100 und 400 KBit Upload), wies mich aber jedes Mal darauf hin, dass es während der Messung zu einer Störung kam. Dies liegt wohl an der grundsätzlichen, technischen Problematik von UMTS.
Achtung: Skype
Eines vorweg, was ich nun beschreibe, ist nicht für die Nachahmung gedacht, denn auf der Rückseite der Packung des Paketes steht im letzten Satz: „Die Nutzung von WebSession für Voice over IP ist nicht gestattet.“ Nun ja, Verbote haben ja immer eine gewisse Faszination, schließlich möchte man gerne Wissen, ob etwas Verbotenes nicht doch funktioniert. Aus diesem Grunde testete ich Skype mit besagtem WebSession-Paket für eine Technologie-Präsentation. Machen wir es ausnahmsweise mal kurz. Skype öffnen, Videocall durchführen und gut. Sowohl in Schönefeld als auch im Berliner Hauptbahnhof hatte ich keine Probleme damit. Die Verbindung war sehr gut, es gab kaum Aussetzer oder Abbrüche. In diesem Zusammenhang möchte ich noch mal drauf verweisen, dass dies nur ein Technik-Test war, ich werde sicherlich niemanden raten dies auch zu versuchen. Denn es stellt letztendlich eine Verletzung der Nutzungsbedingungen dar.
Fazit
Für mich persönlich ist das WebSession-Paket eine wunderbare Alternative zu den überteuerten W-LAN-Angeboten auf Flughäfen und Bahnhöfen. Wenn man wie ich, ca. zwei bis drei Mal im Monat unterwegs ist, ist es zudem noch äußerst preisgünstig im Vergleich zu den doch teueren Volumentarifen. Wer indes, ständig mobil online sein muss, für den lohnt sich die Anschaffung nicht wirklich. Die erstmalige Einbindung am Mac war hingegen etwas kompliziert, hier würde ich mir wünschen, dass Vodafone entsprechende Hinweise direkt beilegt und den Nutzer nicht erst durch die eigene Support-Seite jagt. Ansonsten gilt: Daumen hoch!
PS: Der nächste Einsatz des WebSession-Pakets steht übrigens am morgigen Donnerstag an, bekannterweise befinde ich mich dann in Hamburg. Schaun mer mal, wie der 3G-Empfang im hohen Norden sein wird ;-).














