Produkttest: Philips DS 1100 Fidelio

von Hans-Peter Pfeil

· 4 min Lesezeit

Produkttest: Philips DS 1100 Fidelio

Die fliegende Untertasse aus Holland
Auf der Suche nach einem geeigneten Radiowecker mit dezenter Weckfunktion stieß ich vor kurzem auf den Philips Dockinglautsprecher Fidelio DS 1100. Das schicke 360°-Design und die klassische Digitalanzeige der Uhrzeit, die sich automatisch mit den Zeiteinstellungen eines angeschlossenen iPhones/iPods synchronisiert, sein satter, omnidirektionaler Sound und die Möglichkeit ein zweites mobiles Gerät – beispielsweise ein iPad – per USB aufzuladen, weckten sofort mein Begehr.
Und ich düse, düse, düse im Sauseschritt…
Betrachtet man den Philips Fidelio DS 1100, erinnert er an ein UFO (unbekanntes Flugobjekt), wie man’s aus zahlreichen B-Movies der Fünfziger Jahre kennt. Die weiße Suppenschüssel mit grauem Stoffverdeck sieht aber nicht nur bei Tageslicht nach Science Fiction aus. Wer in der Finsternis auf den Bediensensor des Docks tippt, aktiviert ein atmosphärisches Nachtlicht, das gelb-orange signalisiert, dass das „Raumschiff“ startklar ist. Zumindest startklar ist jeder Prostatiker, wenn er im Sauseschritt schnell mal zur nächtlichen Toilette flitzen muss. Zu mehr als einem sehr sanft dämmrigen Leuchtfeuer – Wo stand gleich wieder das Kopfende des Bettes? – dient diese zweifach dimmbare Nachtbeleuchtung jedoch nicht. Selbst in der höchsten Stufe wirkt das Licht etwas funzelig. Etwas schwach blinzelt jedoch auch die Uhrzeitanzeige (auch zweifach dimmbar) bei Tageslicht.

Philips DS 1100 Fidelio – Teil 1″

Kein Terror-Alarm…kein Weckruf vom Spieß
Dank der integrierten Abschirmungstechnologie wird man nachts nicht vom gemeinen „Döt-Döt-Döt“ einer nahenden Kurznachricht geweckt oder im Moment des Wegdösens beim Genuss des geliebten Schlummersongs gestört. Die spezielle App Fidelio+, die man kostenlos im App-Store herunterladen kann, ermöglicht die bequeme Einstellung der Schlummer- und Weckfunktion des (nicht-)fliegenden Holländers. Mehrere Alarmfunktionen lassen sich darüber steuern: Aufwachen mit einem Lieblingssong oder mit Naturgeräuschen – alles sanft und sachte dank langsam zunehmender Lautstärke. Sogar das Aufwachen mit dem Foto der/des Liebsten, das einen beim Wecken anlächelt oder vielleicht erschreckt – all das gestattet Fidelio+. Allerdings muss diese App immer vor dem Schlafengehen aktiviert werden, damit man am nächsten Morgen auch wirklich geweckt wird. Begrüßenswert wäre, dass die App künftig Multitasking fähig wäre und dass ganze Wiedergabelisten oder eine Shuffle-Funktion wählbar wären. Perfekt wäre auch das Wecken per Radiosender! Zu weit weg vom Bett darf man den Fidelio DS 1100 nicht stellen. Philips liefert leider keine Fernbedienung mit! Und eine Steckdose sollte auch in der Nähe sein, der Fidelio macht nur einen Piep, wenn er am Strom angeschlossen ist. Und dann kann das iPhone über Nacht aufgeladen werden.

Philips DS 1100 Fidelio – Teil 2″

Fidele Alternativen
Streng genommen, braucht es die Fidelio+ App nicht: Die interne Weckfunktion der iPhone-Uhr eignet sich ebenso hervorragend. Und wer das iPhone als Radiowecker betreiben möchte, kann gerne mal die WDR Radio-App im App-Store gratis ausprobieren. Im App-Store finden sich mittlerweile diverse Radio- und Wecker-Apps, mit denen man sich in und um den Schlaf bringen, als auch aus dem Schlummer reißen lassen kann.


Kurzes Demo-Video – gefunden bei YouTube.

Kein Orchestersound im Schlafzimmer
Die Sinus-Ausgangsleistung (RMS) des 4 Watt Lautsprechers entfacht jedoch kein musikalisches Feuerwerk im Schlafgemach. Zum gepflegten Radio- oder Musikhören vor dem Einschlafen und beim verlängerten Ausschlafen am Wochenende reicht die Klangstärke allemal. Das Neodymmagnet-System sorgt dafür, dass die lasziv-rauchige Stimme der Lieblingsmoderatorin jeden Morgen verführerisch ins Ohr säuselt. Verschiedene Klangprofile sollen sich über die Fidelio-App einstellen lassen, funktionierte an meinem iPhone aber seltsamerweise nicht! Änderungen der Klangfarbe lassen sich jedoch auch über die EQ-Präferenzen der iPod-Systemeinstellungen vornehmen.

Keine Bindungsängste
Am liebsten arbeitet der Fidelio DS 1100 zusammen mit einem iPhone bzw. iPod touch. Je nach Stärke kann man sein iPhone/iPod touch auch mit Schutzhülle verwenden. Mein iPhone im BELKIN Grip Vue passte ohne Wackelkontakt ins Dock. Ebenso prächtig harmonierte die „Tellermiene“ mit meinem alten iPod classic. „Tellermiene“ deshalb, weil der Fidelio nicht nur mit einem unbekannten Flugobjekt zu verwechseln ist. Aus der Vogelperspektive betrachtet sieht der Rundkörper auch einer Tellermiene aus dem Zweiten Weltkrieg zum Verwechseln ähnlich. Ich meine der Dockinganschluss sowie das Bedienfeld zum Aktivieren von Lautstärke und Beleuchtung erinnern daran.

Philips DS 1100 Fidelio – Teil 3″

Mit allen anderen iPod-Produkten soll der Fidelio nach Herstellerangaben übrigens ebenfalls funktionieren. Lediglich das iPad passt wegen seinen Abmessungen nicht auf den Dockinganschluss. Es lässt sich dafür aber über ein Dockingkabel am USB-Anschluss aufladen.

Fazit
Der Fidelio DS 1100 von Philips ist ein schicker Stereo-Lautsprecher und zugleich eine Dockingstation mit Ladefunktion. Zusätzlich verfügt er über eine Schlummer- und Weckfunktion. Dafür muss aber am iPhone/iPod touch die Fidelio+ App aktiviert sein, sonst verschläft man am nächsten Morgen. Der warme Sound begeistert auf Anhieb. Science-Fiction-Feeling vermittelt die sanfte Nachtbeleuchtung des Fidelio DS 1100.

Ach, lieber Philips-Weihnachtsmann: Eine Weck-Funktion per Radiosender oder Internetradio steht auf meiner Wunschliste ganz oben!

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