Produkttest: Packard Bell Butterfly-S – Teil 2
Produkttest: Packard Bell Butterfly-S – Teil 2
Günstiges „Flach-Notebook“ mit SSD und Core i5-CPU
Vor einiger Zeit widmete ich mich im ersten Teil des Testberichts zum Packard Bell Butterfly-S vor allem der äußeren Erscheinung. Nüchtern betrachtet hinterließ der Flachmann einen bis dahin eher durchschnittlichen Eindruck. Zwar soll und kann man gerne über das Design streiten, unstrittig hingegen waren und sind die nicht sonderlich zufriedenstellende Tastatur und das verspielte, da beleuchtete Touchpad. Doch wie bei der wahren Liebe sind es mehr die inneren Werte die zählen, oder? ;-). Von diesen besitzt das Packard Bell Butterfly-S gleich zwei Trumpfkarten: Einen schnellen Intel Core i5 Prozessor und eine SSD mit 160 GB aus demselben Haus.
Intel X25-M 160 GB SSD: Flinker Festspeicher
Zwar finden sich in einigen Rechnern schon schnelle SSD-Laufwerke, indes die wenigstens Hersteller geben frei und offen das verbaute Modell gegenüber dem Kunden an. Nicht so bei Packard Bell: Ohne falsche Scham verweist man auf eine Intel X25-M mit 160 GB Kapazität. Nicht nur bei uns gehören die SSDs der Postville-Serie seit langer Zeit zu den meistgekauften Solid State Disks. Ich selbst konnte mich zuletzt von der Performance innerhalb eines MacBooks überzeugen. Zunächst sollte man sich den Wert dieser SSD vor Augen führen, denn auch bei Cyberport kostet ein solches Modell noch weit über 300 Euro. In diesem Licht betrachtet wirken die aktuell aufgerufenen 949 Euro für das Packard Bell Butterfly-S geradezu als Schnäppchen. Doch was leistet die SSD nun im Rechner?
Im Benchmark-Test mit CrystalDiskMark werden Leseraten von über 200 MB/s erreicht. Nicht minder beeindruckend die maximalen Schreibzugriffe mit leicht über 100 MB/s. Wer diese und die folgenden Zahlen in Relation bringen möchte, dem empfehle ich den sehr ausführlichen Testbericht unseres Gastautors Kay Menzel zum Lenovo ThinkPad Edge 11 – zum Vergleich, die interne Platte dieses Modells muss sich mit maximalen Schreib- und Leseraten von etwas über 70 MB/s zufrieden geben. Entsprechend zügig geht es auch beim Startvorgang zu: Der Packard Bell Butterfly-S benötigt nicht viel mehr als 22 Sekunden für das Hochfahren. Das Herunterfahren nimmt zwischen sechs und sieben Sekunden (ohne geöffnete Programme) in Anspruch. Werte mit denen ein flinkes Arbeiten möglich sein sollte.
Intel Core i5-470UM Prozessor: „Schwimmt“ gut mit
Die verbaute SSD ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der größte Trumpf im Zusammenspiel der Komponenten des Packard Bell Butterfly-S. Nicht vergessen werden sollte allerdings auch der Prozessor, ein Intel Core i5-470UM. Dieser unterstützt die Gesamtleistung des Systems, auch wenn freilich noch schnellere CPUs am Markt existieren. Im Gegensatz zum MacBook Air entspricht der i5 jedoch dem aktuellen Entwicklungsstand, die Apple-Flunder muss sich so noch mit einem betagten Intel Core 2 Duo abfinden.
Im Windows Leistungsindex verbucht der Prozessor 5,7 Punkte – ein guter Wert bspw. im Vergleich mit einem Core i3 des ThinkPad Edge 11 (4,6 Punkte). Bestimmt wird der Index jedoch durch den Flaschenhals der geteilten Grafik, somit gehen allein 3,6 Punkte auf das Konto des Packard Bell. Wer allerdings nicht unbedingt die neusten 3D-Games mit maximaler Auflösung zocken möchte, der kann diesen Wert getrost ignorieren. Im PassMark Rating erreicht das System dank des i5 und natürlich vor allem auch Dank der SSD eine hohe Punktezahl von 790,5 – zum Vergleich, das ThinkPad bekommt an dieser Stelle nur 552 Punkte (jeweils im 64-Bit-Modus).
Akku: Mittelstreckenläufer
Da ich den Packard Bell Butterfly-S nicht über Stunden nutzte, muss ich mich bei der Akkuleistung allein auf die Aussage des Systems verlassen. Je nach Auslastung attestierte mir Windows 7 eine Laufzeit zwischen zwei und drei Stunden bei 50 Prozent der Kapazität. Eine Gesamtlaufzeit von ca. vier bis sechs Stunden, sind demnach durchaus realistisch und entsprechen den Herstellerangaben. Damit reicht es für den Packard Bell Butterfly-S nicht zum Marathon, allerdings geht ihm auch nicht sofort die Puste aus wie bei einem Sprinter, vielmehr ordnet er sich als Mittelstreckenläufer ein.

Achtung: Kein Zugang
Gerne hätte ich unseren Lesern auch einen Blick ins Innere der Rechenflunder gegönnt. Hingegen bietet der Packard Bell Butterfly-S keinerlei Zugangsklappen für den Arbeitsspeicher oder das Laufwerk. Zwar konnte ich die Schrauben der Unterseite lösen, allein dadurch gelang mir noch kein Zugang zum Herzen. Da ich das gute Stück nicht zerstört ins Lager zurücksenden wollte, verzichtete ich auf rabiate Methoden um mir Zugang zu verschaffen. Daher auch der Rat an potentielle Kunden: Finger weg! Eine spätere Aufrüstung ist also nur schwerlich möglich und sollte dem Fachmann überlassen werden.
Fazit
Wie ich schon erwähnte, ob der Packard Bell Butterfly-S eine Augenweide ist, darüber lässt sich herzlich streiten – man persönlicher Fall ist er nicht. Dagegen lassen sich die sehr guten inneren Werte nicht wegdiskutieren: Die extrem schnelle SSD, eine flotte CPU und ein Preis von günstigen 949 Euro überzeugen. Zusammenfassend mag der Packard Bell Butterfly-S kein Fall für Ästheten sein, gleichwohl aber für kühle Rechner.
Hinweis: Eine informative Übersichtsseite zum Packard Bell Butterfly-S und weiteren Modellen findet sich im Wehshop von Cyberport.






















