Produkttest: Nokia 5800 XpressMusic – Teil 2
Produkttest: Nokia 5800 XpressMusic – Teil 2
Nokias erster „Touch-Wurf“
Bedienung: Nachdem die Grunddaten des Displays stimmen, kommen wir zu dem wichtigsten Aspekt eines Smartphones, der Bedienung und dem Betriebsystem. Die ganz spannende Frage ist, ob Nokia mit dem Symbian-Betriebssystem eine Tochscreenbedienung gelungen ist. Die Antwort nehme ich direkt einmal vorweg: Ja, Nokia hat es durchaus geschafft, dem Betriebsystem Touchfähigkeiten angedeihen zu lassen. Es ist kein iPhone oder kein Android oder kein Blackberry Storm, aber es ist eine Grundlage, mit der Nokia arbeiten kann. Die Bedienung des Nokia 5800 XpressMusic macht Spaß, sowohl mit dem Finger als auch mit dem Plektrum. Die Menüstruktur ist der eines herkömmlichen Symbian-Smartphones gleich geblieben – im Fokus von Nokia stand die Umsetzung der Touchscreen-Funktionalität.
Ich selber habe schon eine Reihe von Symbian-Smartphones gehabt und bin bisher immer ganz gut damit zurechtgekommen, aber immer häufiger stelle ich mir die Frage, warum manches so kompliziert ist – z.B. muss ich jedes Mal bestätigen, dass ein Programm online gehen darf – warum kann ich das nicht einfach per Default festlegen, ein Schalter für alle Programme einmal? Das Smartphone reagiert sehr zügig auf die Eingaben, es kommt nicht wirklich zu großartigen Hängern im Menü und bei der Bedienung. Auch gibt’s keine wirklich großen Abstürze oder Probleme im Alltagsbetrieb, allerdings habe ich mir angewöhnt so gut wie jedes Telefon alle paar Tage noch mal neu zu starten, ich nutze die Telefon meistens auch entsprechend viel.
Tasten & Eingaben
Ein vollkommenes Touchscreen-Smartphone hat Nokia nicht konzipiert, es gibt neben dem Ein und Ausschaltknopf, den Lautstärketasten und dem Schieberegler für die Displaysperre noch die eine oder andere Taste mehr. Auf der Front findet man insgesamt vier Tasten, die grüne und rote Hörertaste, die Menütaste und oberhalb des Displays die Sensortaste mit den Schnellzugriffen, welche Zugang auf folgende Funktionen bietet:
- Musik-Player
- Fotos und Videos
- Online-Freigabe
- Video-Player
- Internetbrowser
Das Display selber lässt sich mit dem beiliegenden Stift, dem Plektrum oder mit dem Finger steuern. Die Menüpunkte sind ohne Probleme mit dem Finger erreichbar, lediglich bei der kleinen QWERTZ-Tastatur sollte man doch dann besser den Stift benutzten, aber es gibt noch eine zweite, große QWERTZ-Tastatur, wo der Finger dann auch klein genug für die Tasten ist. Darüber hinaus ist auch eine mehr oder weniger funktionierende Handschriftenerkennung als auch eine alphanumerische Tastatur vorhanden, mit den beiden habe ich mich aber mehr oder weniger nicht auseinandergesetzt. Den Nachteil des nicht kapazitativen Displays hat Nokia durch ein haptisches Feedback bei der Bedienung des Touchscreens versucht auszugleichen, so vibriert das Gerät nach jeder Eingabe ganz leicht – hier war ich aber ehrlich gesagt nicht begeistert. Da können andere Touchscreenhandys mehr.
Gehäuse & Verarbeitung
Die N-Serie von Nokia besteht aus Plastik und ist meist hundsmiserabel verarbeitet, die E-Serie aus Metall und dagegen perfekt ausgeführt. Was kann man dann von einem Nicht E- oder N-Series-Telefon erwarten? Das Gehäuse ist – natürlich – aus Kunststoff, aber es ist überraschend gut verarbeitet. Selbstredend ist auch kein Slider-Mechanismus mit im Spiel, würden jetzt die Nokiakritiker ätzen, weshalb das Handy automatisch besser verarbeitet ist, aber so einfach ist das nicht wirklich. Das Kunststoffgehäuse wirkt nicht unbedingt absolut hochwertig, aber es ist wirklich gut verarbeitet, es gibt zwar schlechte Spaltmasse am oberen Ende der Vorderseite des Handys, wo Displaylicht durchschimmern soll – so die Beschwerden im Internet – aber alles im allen hat sich Nokia Mühe gegeben. Auch ist die Haptik ganz angenehm, es liegt gut in der Hand und zusammen mit der Farbgebung (es gibt eine blaue, rote und schwarze Variante des Nokia 5800) macht es optisch auch was her. Die Größe von gerade mal 111,0 x 51,7 x 15,5 mm ist sehr angenehm, auch die schlanken 109 Gramm sind für ein Gerät mit diesen Leistungsdaten wirklich zu vertreten. Einzig und alleine würde ich mir eine geringere Bauhöhe des 5800 XpressMusic wünschen, aber weniger ging wohl wegen des Touchscreen Displays nicht.Im abschließenden Teil des Testberichtes kommen weitere Sonderfunktionen zur Sprache, ebenso die Sprachqualität und die Leistungsfähigkeit des Akkus.














