Produkttest: McGuider Europa 2009
Produkttest: McGuider Europa 2009
Navigation für Smartphones
Handys sind nicht mehr das was sie einmal waren, sie können heute soviel mehr. Smartphones sind die neuen Infoterminals mit komplettem Zugriff aufs Internet, einer Schnappschusskamera, einem Mp3-Player und natürlich auch einem Navigationssystem, zusammen mit einem GPS-Empfänger. Mit dem McGuider Europa 2009 kann für knapp 70 Euro ein voll funktionsfähiges Onboard Navigationssystem gekauft werden, das sich nicht vor einem TomTom oder einem Garmin verstecken muss. Onboard heißt, dass die Karten auf dem Handy gespeichert sind und nicht über eine Internetverbindung für die geplante Route abgerufen werden müssen.
Verpackungsinhalt/Software
Die Software kommt auf einer 4-GB-MicroSD-Karte (samt MiniSD-Adapter und SD-Adapter) und ist somit wirklich universell in jedem Handy und Smartphone einzusetzen. Ein Schnellstart- Handbuch liegt bei, in das man eigentlich nicht wirklich blicken muss, wenn man schon einmal ein TomTom oder ein anderes Navigationsgerät benutzt hat.

Installation
Die Installation auf meinemNokia N85 (Symbian Betriebssystem) war ganz einfach. Die Speicherkarte in das Handy einlegen und kurz warten, schon geht es los. Falls der Autostart nicht funktioniert, muss man wie bei einem PC oder bei einem Mac im Dateimanager des Smartphones zum Verzeichnis der Karte gehen und dort die Installation manuell anstoßen. Nach dem Bestätigen von diversen AGB und der Auswahl, ob die Software nun auf der Speicherkarte oder auf dem Smartphone installiert werden soll, ist man auch schon fertig. Ein Assistent begleitet jeden dieser Schritte, es kann quasi nichts falsch gemacht werden.
Benutzeroberfläche
Die Icons (2 x 3 pro Seite) sind einfach, klar strukturiert und schön groß, so dass das Ablesen im (stehenden) Auto nicht zur Qual wird. Wer TomTom-Navis kennt, der fühlt sich schon fast wie zu Hause. Aber auch der Umstieg von anderen Navis zu McGuider fällt nicht sonderlich schwer, spätestens nach der ersten geführten Fahrt weiß man, wie man was zu machen hat. Die notwendigen Einstellungen sind schnell und einfach erreichbar. Wer detailliertere Einstellungen vornehmen möchte, der muss sich in die unteren Menüebenen hinabbewegen, aber auch hier ist alles klar und übersichtlich strukturiert. Mittels eines klar bezeichneten Softkeys kommt man auch immer wieder einen Schritt zurück. Die Navigation in den Menüs erfolgt über die Vier-Wege-Taste des Nokias N85.
Hauptmenü
Das Hauptmenü besteht aus aus elf Symbolen, welche über zwei Bildschirme verteilt sind. Die Auswahl der gewünschten Symbole erfolgt über die Vier-Wege-Taste des N85 oder aber über die Tastatur. Auf dem ersten Bildschirm sind die wichtigsten Symbole für die Navigation angeordnet: „Fahre zu“, „Kartenübersicht“, „Alternativroute“, „Einstellungen“, „Route“ und „Geplante Route“. Auf dem zweiten Bildschirm gibt es dann die folgenden Symbole: „POI modifizieren“, „GPS Status“, „Speichern der Position“, „Extras“ und „Beenden“.
Das sehr umfangreiche Hilfemenü verbirgt sich unter „Einstellungen“ auf dem dritten Bildschirm unter „Hilfe“. Hier werden ausreichend ausführlich die Funktionen und Möglichkeiten des Navigationssystems erläutert.
Fahre zu
In dem Menü „Fahre zu“ kann die Zieladresse benannt werden. Die Möglichkeiten erstrecken sich über die Eingabe einer Adresse, eines bereits definierten Favoriten, den letzten Zielen und diversen „Point of Interests“ (POI). Man kann nach POI wie z. B. einem Hotel, Restaurant oder Parkplatz in der Nähe suchen, rund um eine Adresse, POI am Ziel oder POI in einer Stadt nach Wahl. Wurde bereits eine Heimatadresse definiert, so kann auch diese per direkter Auswahl angeklickt werden. Auf dem zweiten Bildschirm des „Fahre zu“-Menüs können Punkte auf der Karte, eine GPS-Position, aber auch die letzte gültige Position angegeben werden. Für Geocacher besonders interessant ist natürlich auch die Möglichkeit, die GPS-Position anzugeben.
Alternativroute
Im Menüpunkt „Alternativroute“ kann nach Wunsch eine alternative Routenführung ausgesucht werden. Ebenso kann man Hindernissen (wie z. B. Vollsperrungen der Autobahn) ausweichen, indem man definiert, wo sie beginnen (wahlweise nach 500 m bis hin zu 20 km). Außerdem kann man festlegen, ob noch zusätzliche Zwischenziele anvisiert werden sollen. Natürlich besteht die Möglichkeit, die Alternativrouten zu reseten und wieder auf die ursprüngliche Route zurückzukehren.
Route
Im Menüpunkt „Route“ gibt es verschiedene Einstellungen sich die Route als Liste, als Einzelbild oder auf der Karte anzeigen zu lassen, so dass jeder Schritt nachvollzogen werden kann. Auch besteht die Möglichkeit, die Route zu löschen.
Einstellungen
Im Menüpunkt „Einstellungen“ kann zwischen der Vogelperspektive, 3D- und der 2D-Ansicht gewählt, zudem kann die Farbgestaltung angepasst und die Lautstärke reguliert werden. Auch die Routingoptionen (schnelle Route, ökonomische Route, kürzeste Route, nur Fußwege, nur Radwege) und weitere Einstellungen lassen sich hier auswählen. Die Möglichkeiten der Auswahl sind quasi unbegrenzt.
Extras
In dem Menüpunkt „Extras“ kann man Weltzeiten abrufen, es gibt einen Taschen- und Einheitenrechner und es gibt Länderinfos über verschiedene Länder. Zum Beispiel werden die Tempolimits auf den verschiedenen Straßenarten, die jeweilige Landesvorwahl und die maximal zulässige Blutalkoholkonzentration angegeben.
Navigation
Die Navigation an sich ist sehr angenehm. Nach Eingabe des Ziels und nach Lokalisierung mittels GPS kann es schon losgehen. Die Karte wird sowohl in der 3D-, 2D- oder Vogelansicht sehr flüssig dargestellt, die Stimme gibt rechtzeitig die notwendigen Anweisungen in ausreichend hoher Lautstärke. Ich habe die Navigation mehrfach genutzt und sie auch über etliche hundert Kilometer gegen ein fest eingebautes Navigationssystem in einem BMW und einem Mercedes geprüft. Das Kartenmaterial war in meinen Augen an einigen Stellen bei McGuider genauer, obwohl sowohl im Mercedes als auch im BWM mit einem Auslieferungsdatum von Ende 2008 bzw. Anfang 2009 eigentlich das jeweils aktuellste Kartenmaterial zu erwarten wäre.
Die Leistung des im N85 integrierten GPS-Empfängers hat mich zu keinem Zeitpunkt im Stich gelassen, ich hatte das Handy in der Mittelkonsole liegen und konnte trotz leisem Radio problemlos den Anweisungen folgen. Einzig in Tunneln und anderen Bereichen, wo GPS-Signale naturgemäß keine Chance haben, konnten sich die Festeinbauten deutlich besser schlagen, aber diese sind auch mit Radsensoren im Auto vernetzt und können so besser die Position bestimmen. Auch können die Festeinbauten natürlich Verkehrmeldungen über z.B. TMC oder TMC Pro empfangen, hier kann McGuider nicht mithalten.
Fazit
Eine absolute Empfehlung. Natürlich ist das Display bei einem Smartphone nicht so groß oder so gut ablesbar wie bei einem fest eingebauten Navigationsgerät und die aktuellen TomToms oder Garmins haben sicherlich größere Displys mit einem höheren Touch-Bedienkomfort, aber für den Hausgebrauch und die Routenplanung ab und an ist die Investition in McGuider bei einem vorhandenen Smartphone sicherlich nicht die falsche Wahl. Die Einstellungen sind großartig, die Navigation ist grenzüberschreitend europaweit möglich, hier braucht sich niemand zu verstecken.




















