Produkttest: Logitech QuickCam Communicate STX und Pro 9000 unter Mac OS X
Produkttest: Logitech QuickCam Communicate STX und Pro 9000 unter Mac OS X
Und es geht doch…
Die Aspiranten: Vöglein auf dem Ast.
Letzten Donnerstag kündigte ich einen Praxistest an, der sicherlich für viele Mac-User interessant sein dürfte. Der Mangel an externen Webcams für den Mac sorgte bisher für viel Verwirrung, welche Cam kann man denn getrost kaufen, auch wenn auf der Verpackung nur das Windows-Logo entgegen lächelt? Meine zwei Kandidaten schlugen sich wacker, und soviel kann man verraten, beide funktionieren mit dem Mac. Jetzt aber zu den Einzelheiten…
Die Hardware
Bevor die Cams in Berührung mit unserem Lieblingsrechner kommen, nehmen wir zunächst die Verarbeitung und den Hardware-Aufbau in Augenschein. Die STX hält sich strikt an die Tradition der QuickCam-Linie. Die Kamera sitzt innerhalb eines Kugelgehäuses. Positiv fällt hierbei die mechanische Verschlussmöglichkeit für das Objektiv auf, mittels eines Plastikschiebers bleibt das Objektiv geschützt und verschmutzt nicht in der Zeit des Nichtverwendens. Eine flexible Halterung, die sich in jede beliebige Richtung justieren lässt, verspricht eine sichere Befestigung auf jedem TFT-Monitor oder Notebookdisplay. Aber auch auf den Schreibtisch findet die STX so ihren festen Platz. Auch wenn die Gesamtverarbeitung als zufrieden stellend gelten kann, ein Gefühl von Luxus kommt nicht gerade auf. Dem widerspricht die Verwendung von „preiswerten“ Plastik wo man nur hinsieht, Aluminium wir bei der originalen iSight sucht man vergebens, bei einem Preis von ca. 40 Euro auch nicht zu erwarten.
Traditionelles Produktdesign: Die QuickCam STX.
Von anderem Kaliber ist da schon die Pro 9000, der Preis von ca. 80 Euro verpflichtet. Auf der Vorderseite findet man ein hochglänzendes Plastik, sicherlich nicht praktisch aber schön. Die Halterung ist gänzlich anders aufgebaut. Das dreiteilige Design mittels zweier Scharniere verspricht jedoch ebenso eine sichere Befestigung. Leider fehlt eine Schutzklappe für das Objektiv, kompensiert wird dies jedoch mit einer sanft orange scheinenden Aktivitätsanzeige, dieser fehlt der STX gänzlich. Insgesamt ist das Material als auch die Solidität der Pro 9000 als hochwertiger zu bezeichnen. Dies hat jedoch auch den doppelten Preis zur Folge.
Bessere Verarbeitung hat ihren Preis: Die QuickCam Pro 9000.
Verbindung und Verwendung am Mac?
Wie schon erwähnt sind beide Cams nach offiziellen Angaben gänzlich für den Mac inkompatibel. Die mitgelieferte Software kann man also getrost in die Tonne werfen, es sei denn die Kamera soll noch Verwendung innerhalb einer Bootcamp-Installation finden. Aber wer will sich schon mit diesem Zustand zufrieden geben? Wo ein Wille ist, da ist auch meist ein Weg den es zu bestreiten gilt. Legen wir los mit Kandidat Nummer 1, der Communicate STX.
Schließt man die Kamera per USB an, bekommt man zunächst nur die Möglichkeit das integrierte Mikro als Aufnahmequelle zu nutzen, die Kamera indes bleibt blind, egal in welcher Anwendung. Zum Glück gibt es fleißige Programmierer die sich hiermit nicht zufrieden geben. Der Weg führt zunächst zur Anwendung van macam. Eine kleine Freeware, die unsere STX anstandslos erkennt und ansteuert. Innerhalb der Anwendung hat man auch Zugriff auf die Steuerung der Kamera, so lassen sich verschieden Farbeinstellungen etc. vornehmen. Es besteht die Möglichkeit Standbilder aufzunehmen und auch kleine Quicktime-Filme festzuhalten.
macam im Einsatz, ein Handbuch zur Bedienung ist nicht notwendig.
Doch eigentlich handelt es sich doch um eine Webcam, wie bekommt man nun die STX dazu in anderen Anwendungen Verwendung zu finden? Neben dem Programm macam gibt es hierzu noch eine Erweiterung für die Quicktime-Libary im selben Ordner des Programms, nach der Installation in die Bibliothek kann man die STX wunderbar beispielsweise in Skype verwenden. Allerdings hat man keinerlei Einstellungsmöglichkeiten mehr: Take it as it comes!
Die STX (großes Bild) innerhalb von Skype.
Bei iChat jedoch herrscht Funkstille, von Hause aus sträubt sich Apples Messanger mit der STX zu arbeiten, trotz Quicktime-Erweiterung. Abhilfe könnte hier iChatUSB schaffen oder aber man greift gleich zur Pro 9000. Denn diese hält eine besondere Überraschung bereit.
Nach dem Anschluss der Pro 9000 möchte macam keine Kamera erkennen. Klingt nicht gut, oder etwa doch? Die Verblüffung offenbart sich zunächst innerhalb von Skype, denn die Pro 9000 wird ohne weiteres zutun problemlos erkannt. Der Grund liegt darin, dass die Kamera vom System (ab Mac OS X 10.4.3) von Hause aus erkannt wird. Ebenso unter Leopard gibt es keinerlei offene Fragen. Auch iChat erkennt die Pro 9000 sofort und arbeitet mit ihr ohne Probleme zusammen. Wunderbar, womit bewiesen wäre, und es funktioniert doch!
Die Pro 9000 innerhalb der iChat-Einstellungen.
Die Bildqualität
Als Referenz dient uns zunächst die integrierte iSight meines iMac Core Duo. Bevor ich lange anfange zu erzählen zunächst ein vergleichender Blick auf alle drei Kandidaten:
Apple iSight,, QuickCam Pro 9000, QuickCam STX (v.l.n.r.) innerhalb der Skype-Einstellungen.
Zunächst fallen die unterschiedlichen Brennweiten ins Auge. Apple wählt einen vernünftigen Mittelweg, die STX kann man schon fast als Tele bezeichnen, die Pro 9000 überzeugt mit einem schönen Weitwinkel. Was tatsächlich besser ist, muss letztendlich jeder für sich selbst entscheiden.
Anders sieht dies schon bei Farben und der Helligkeit aus. Wir testeten unter relativ schwierigen Bedingen, trübes Novemberwetter und eine gewisse Dunkelheit zeichnen unser Büro aus. Die iSight belichtet hierbei etwas unter, jedoch die Farbstellung kommt sehr natürlich rüber. Die Pro 9000 lässt mich im rechten Licht erscheinen, allerdings die Farben überzeugen mich nicht hundertprozentig. Dagegen weit abgeschlagen rangiert die STX, die Helligkeit geht so in Ordnung, jedoch ein mieser Blaustich verdirbt das optische Erscheinungsbild.
Die Tonqualität
Beide Kameras kommen mit einem verbauten Mikrofon. Hierfür fertigte ich heute Nachmittag ein kleines Filmchen an, überzeugt euch selbst.
Das Mikro der STX ist schlichtweg nicht zu verwenden, es sei denn man steht auch sonst auf Mittelwellenempfang. Besser schon die Pro 9000, jedoch die Referenz ist und bleibt das integrierte Mikro des iMac. Bei der STX sollte man sich unbedingt ein Headset zuzulegen als Alternative zur Audioeingabe, bei der Pro 9000 muss man abwägen, mehr Bewegungsfreiheit oder aber eine bessere Tonqualität mittels optionalen Headsets.
Fazit
Der Test beweißt, auch Windows-Cams funktionieren am Mac. Welche der zwei Kandidaten man sich zulegen möchte, hängt letztendlich vom eigenen Geldbeutel ab. Die STX ist für den Anfang sicherlich ausreichend und als Übergangslösung bis zum nächsten Mac mit integrierter iSight überlegenswert. Wer mehr Qualität in der Bilddarstellung benötigt, greift zur Pro 9000, muss jedoch auch verstärkt in die Tasche greifen. Leider ignoriert Logitech derzeit noch die steigende Zahl der Mac-User, zumindest der Aufbau der Pro 9000 mit automatischer Erkennung unter Mac OS X gibt jedoch Mut zur Hoffnung.
PS: Auf Kandidat Nummer 3 (Sphere AF) warten wir noch.








