Produkttest: LG KM900 Arena – Teil 2
Produkttest: LG KM900 Arena – Teil 2
Userinterface, Vergleich und Fazit
Userinterface: Das absolute Highlight des KM 900 Arena ist die grafische Oberfläche. Diese trägt den Namen 3D S-Class und ist zusammen mit der Displayauflösung von 480 x 800 Pixeln ein wirklicher Augenschmaus. Die Animationen und die Displayausgabe der Grafik leistet nicht der normale Prozessor im Handy, sondern ein spezieller Grafikchip von dem Advanced Micro Devices (AMD), einem Chiphersteller der auch in Deutschland in Produktionsstätten investiert hat, insbesondere Dresden. Bei der Bedienung des Userinterfaces ist kaum ein Pixel erkennbar, alles wirkt gestochen scharf. Wischen, Berühren, ein oder zwei Finger – das LG Arena kann es einfach. Die Bedienung ist durchgängig relativ intuitiv. Jedoch muss an einigen Stellen umgelernt werden, wenn der Nutzer von anderen Handybetriebssystemen wie Mac OS X, Android, Windows Mobile oder Symbian kommt, insgesamt ist die Lernkurve aber nicht sehr steil oder unangenehm. Leider ist die Oberfläche an einigen Stellen arg bunt geworden.
Die grafische Oberfläche 3D S-Class unterteilt sich in vier Bereiche: Kontakte, Multimedia, Shortcuts und Widgets. Wischt der Nutzer über den Bildschirm, so erfolgt der Wechsel innerhalb einer absolut brillianten 3D-Animation. Jede Seite des dargestellten Würfels steht für einen Bereich. Wenn die Animationen einem irgendwann lästig oder langweilig sind, kann man auch wieder zur Listenform wechseln. Mich persönlich hat die Animation jedoch nicht sonderlich gestört, selbst als ich das Handy einige Tage im harten Arbeitseinsatz genutzt habe.
Kommen wir jetzt aber mal zu den vier verschiedenen Bereichen im Einzelnen:
Kontakte– hier werden die Kontakte im Kreis angeordnet und mit Namen und (falls vorhanden) Bild angezeigt. Mit dem Finger kann beliebig durchgescrollt werden. Dank der beiliegenden PC Suite lassen sich die Kontakte auch ohne Probleme mit Outlook abgleichen.
Multimedia – hier gibt es zwei Unterbereiche, Musik und Videos/Fotos. Der Mediaplayer ist hübsch animiert und die Albencover und Fotos werden als Thumbnails präsentiert.
Shortcuts – hier können bis zu neun Shortcuts frei definiert werden. Mal schnell etwas ändern, ohne sich in den Tiefen des Menüs zu verlieren? Kein Problem.
Widgets – ganz wie bei Windows Vista oder OS X können hier Programme hinterlegt werden, die nach Berührung (Fingertouch-Technologie) aufgerufen werden. LG liefert schon eine Reihe von Widgets mit, sodass eine ausreichend Auswahl vorhanden ist.
Vergleich mit der Konkurrenz
Tja, wie schlägt sich das LG Arena im Vergleich zum T-Mobile G1 und zum berühmt berüchtigten iPhone? Prinzipiell nicht schlecht. Natürlich ist das Interface ein anderes, die Umgewöhnungsphase hat mich am Anfang doch etwas vom LG Arena Abstand nehmen lassen, aber eigentlich ist das LG Arena ein wirklich gutes Handy. Allein die Features, das Display und die Verarbeitungsqualität (im Vergleich zum Plastikrücken des iPhones) machen es den beiden Konkurrenten bei Weitem überlegen – wenn, ja wenn es ein ordentliches Betriebssystem hätte.
Ich bin durch die relativ leichte Erweiterbarkeit des G1 und in Maßen auch durch das iPhone und die diversen Symbian-Handys in Sachen Softwareauswahl einfach sehr verwöhnt. Inzwischen gibt es ja auch die App Stores, in denen ich mir die meisten meiner Softwarewünsche erfüllen kann. Ich kann mir im schlimmsten Fall etwas selbst programmieren und ich weiß, dass ich ein richtiges Betriebssystem auf dem Handy habe, mit allen Vor- und Nachteilen.
Beim Arena handelt es sich in meinen Augen um ein kastriertes System, dass ich nicht so verändern kann, wie ich will. Etwas Proprietäres ist für mich nichts Ganzes, und da können die Features noch so verführend sein, die Technik noch so toll, ich persönlich mache da einfach zu. Gut, vor meinem technischen Hintergrund mag diese Entscheidung in gewissem Maße nachvollziehbar sein. Wer etwas unvoreingenommener als ich an das LG Arena rangeht, der bekommt ein Telefon, das in Sachen Features, Bedienung und UI leicht an die Spitzengruppe iPhone und G1 anschließen kann.
Fazit
Das LG Arena ist ein wirkliches angenehmes Handy (wenn über das Betriebssystem hinweggesehen wird), aber es ist kein „Smartphone“ im eigentlichen Sinne. Die Features und die Technik überzeugen, aber es wird nicht mein Lieblingstelefon werden, es gibt zu viele Kleinigkeiten, die mich stören. Es können nur 300 E-Mails gespeichert werden, die Kontakteverwaltung ist gut, aber nicht perfekt und irgendwie habe ich mein G1 lieber. Es ist einfach schwer zu erklären, warum ein Telefon mit so tollen Features so „schlecht“ bei mir wegkommt, warum ich nicht so euphorisch sein kann, obwohl es vieles von dem hat, was ich beim iPhone oder beim G1 vermissen.














