Produkttest: LG GT505 Pathfinder

von sven-kaulfuss

· 6 min Lesezeit

Produkttest: LG GT505 Pathfinder

Zuviel versprochen, mein Kleiner!
An dieser Stelle möchte ich mich zunächst für den verspäteten, nun folgenden Testbericht zum LG GT 505 Pathfinder entschuldigen, denn schon Anfang letzten Monats schrieb ich hierzu meinen Ersteindruck nieder. Doch wie immer in letzter Zeit, so waren auch hier die „Cyberheads“ verantwortlich, bzw. die knappe Zeitplanung zur Berichterstattung der Eröffnung des cyberportSTOREs in Berlin Steglitz. Doch nun zurück zum Testbericht, der Ersteindruck versprach zunächst mehr, als das tatsächliche Ergebnis halten konnte. Um es kurz zu fassen – dieses Mobiltelefon ist ein Blender! Die technischen Daten wie UMTS, W-LAN und sogar A-GPS im Zusammenhang mit dem günstigen Preis von derzeit 209,90 Euro lassen den Sparfuchs aufhorchen, indes die Umsetzung enttäuschte mich trefflich.
Verarbeitung und Design
Dieses Kapitel besprach ich schon recht ausführlich im Ersteindruck, es sollte sich herausstellen, dass dies von allen Funktionsmerkmalen noch den besten Anschein hinterließ. Klein, kompakt mit relativ großem 3-Zoll-Touchscreen – das LG GT505 ist mit Sicherheit kein Supermodel, entspricht mehr dem unauffälligen Businesstyp. Auch im Langzeittest bescherte es mir keine bösen Überraschungen innerhalb der Hosentasche. Selbst der Touchscreen sieht noch verhältnismäßig gut aus, trotzt schwarzem Gehäuse ist das LG GT505 somit kein Dreckfänger. Sicherlich findet sich überhall reichhaltig Plastik, dies jedoch in guter Verarbeitung. Die wichtigsten Knöpfe befinden sich logisch angeordnet auf der Front und an den Seiten. Wie schon erwähnt verzichtet LG auf Standardanschlüsse wie Mini-USB oder Klinkenstecker, dafür kocht man wieder sein eigenes Süppchen – hierfür ein Minuspunkt. Insgesamt schneidet das LG bezogen auf diese Thematik durchschnittlich gut ab.

LG GT505 Pathfinder – Teil 1″

Betriebssystem und Bedienung
Wie schon das Samsung Star verlässt sich LG auf ein eigenes System. Dies birgt wie schon bekannt sein dürfte, seine Vor- und Nachteile. Ein Vorteil dürfte sein, dass es keine Sicherheitsschwachstellen gibt, dafür ist das Mobiltelefon zwar „out of the box“ nutzbar, nicht jedoch erweiterbar. Auf den ersten Blick gibt es augenscheinliche Ähnlichkeiten zum Samsung Star. Es finden sich ebenso einige Widgets, diese jedoch zahlenmäßig im Vergleich unterlegen zum Star. Diese können auf dem Homescreen frei verteilt werden, aber eben auch nur auf einem Homescreen. Per „Fingerwisch“ erhält man zwar den Zugriff auf drei weitere „Homescreens“, diese nehmen jedoch keine klassischen Widgets auf, sondern nur Kontakte für den Schnellzugriff. Übrigens, den „Cube-Effekt“ beim Wechsel der Screens (wie bei anderen LG-Telefonen) vermisste ich beim Pathfinder. Per Dock im unteren Bereich gelangt man in die weiteren Einstellungen, auch dies ähnlich zum Samsung Star.

Für die Texteingabe bietet das LG GT505 mehrere Möglichkeiten. Neben dem altbekannten Nummernblock, bietet das LG auch eine virtuelle QWERTZ-Tastatur im Querformat. Leider ein trauriges Kapitel. Konnte ich beim Samsung Star nahezu fehlerfrei mit zwei Fingern tippen, war dies beim LG gänzlich nicht möglich. Der Hersteller gestaltete die Tastatur so winzig, dass dies beim besten Willen nicht gelang. Alternativ beherrscht das LG noch die Eingabe per Stift mit anschließender Handschrifterkennung, dies gelingt überraschend gut, jedoch leider nicht ausreichend schnell. Eine SMS oder gar eine E-Mail möchte man damit beileibe nicht schreiben. Gut zu bewerten ist der Umstand, dass jede Eingabe per Vibrationseffekt ein Feedback hinterlässt. Zusammenfassend möchte ich sagen, dass das System an sich logisch zu bedienen ist, die unbefriedigende Texteingabe jedoch trübt dieses Empfinden nachhaltig.

LG GT505 Pathfinder – Teil 2″

Internet und Navigation
Neben UMTS (aufgrund einer E-Plus-Karte verzichte ich mal lieber auf den Test) bietet das LG GT505 zusätzlich noch ein W-LAN-Modul. Das hört man gern, schließlich lässt sich so das Gerät kostengünstig zu Hause bzw. auch im Firmennetzwerk betreiben. Die Einrichtung eines oder mehrerer WLAN-Netzte funktioniert auch tadellos. Soweit zur Hardware, soweit so gut. E-Mail-Konten vermag das Mobiltelefon noch zufriedenstellend verwalten, das surfen im Netz jedoch ist eine Pein. Der Browser ist zunächst sehr träge und langsam, kein Vergleich bspw. mit den mobilen Safari-Browser des iPhones. Die Bedienung enttäuscht jedoch noch mehr. Von wegen, Doppelklick um zu zoomen. Umständlich muss man eine Lupe mit verschiedenen Zoomstufen zu Rate ziehen, dies in Verbindung mit der Reaktionsschnelligkeit eines Elefanten frustriert zunehmend – nein Surfen möchte man mit diesem Gerät nicht.

Aber vielleicht tröstet mich ja die GPS-Fähigkeit des Handys? Nun ja, GPS ohne passende Softwareunterstützung macht keinen Sinn. Dies erkannte auch LG und bietet vorinstalliert die Navi-Lösung „Wisepilot“ an. Im Gegensatz zu TomTom und Co handelt es sich dabei um eine Software, die die Karten nicht von Hause aus mitbringt, sondern zwingend eine Datenverbindung verlangt, um die Navigationsanweisungen dem Anwender zuzuspielen. Um es vorweg zu sagen, mir gelang dies nicht. Ich weiß nicht, ob es an der 30-Tage-Testversion oder an meiner fehlenden Geduld lag. Überhaupt, wer „Wisepilot“ weiterhin nutzen möchte, muss eine Jahresgebühr in Höhe von 99 Euro veranschlagen. Insofern ist der Pathfinder kein wirklicher Scout auf der Straße, zumindest nicht für den Einstandspreis von 209,90 Euro. Persönlich habe ich es lieber, die Karten direkt auf meinem Gerät zu haben. Insbesondere im europäischen Ausland ist die Lösung von „Wisepilot“ sehr sinnfrei, betrachtet man sich die aktuellen Roamingpreise, die ja zur Jahresgebühr dann noch hinzukommen. Alternativen zu „Wisepilot“ existieren auch nicht, da das LG ja ein geschlossenes System ist – na wunderbar! Nein LG, sowohl die Internet- als auch die Navigationsmöglichkeiten sind einfach nur pure Augenwischerei – die Hardware mag überzeugen, die Umsetzung der Software indes einfach nur enttäuschen.

Kamera
Diesen Teil möchte ich schnell abhandeln, den Test der Videofunktionen lasse ich beiseite, da das gute Stück nur mit 320 x 240 Pixel aufnimmt, insofern sind die Ergebnisse vergleichbar zum Samsung Star. Auch die Fotofähigkeiten sind analog, die zwei weiteren Megapixel im Vergleich zum Star fallen hierfür nicht weiter ins Gewicht. Positiv – es existiert ein kleines Blitzlicht.

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Beispielfoto (Innenaufnahme), 2.592 x 1.944 Pixel, 408 KB – Für Originalansicht bitte auf das Bild klicken.

Akkuleistung
Aufgrund der Tatsache, dass das LG GT505 im UMTS-Netz funkt machte ich mir keine allzu großen Hoffnungen. Und tatsächlich, mehr als drei bis vier Tage Standby-Zeit war einfach nicht drin. Dies mag noch zu verschmerzen sein, denn auch wesentlich teurere Smartphones halten kaum länger, öfters noch kürzer. Was mich trotzdem wirklich störte, war die unzuverlässige Akkuanzeige. Zunächst signalisiert das Gerät seinen Batteriestatus nur mit drei Balken. Allerdings sollte man sein Ladegerät immer dabei haben, denn wenn ich früh Morgens vergnügt das Haus mit ein bis zwei Balken verlies, machte das Gerät meistens am Nachmittag schlapp und schaltete sich ab. Auch dies kein Ruhmesblatt für den Pathfinder.

LG GT505 Pathfinder – Teil 3″

Fazit
Was soll man nur von diesem Telefon, dem LG GT505 Pathfinder halten? Die Hardwarezutaten klingen vielversprechend, vor allem im Bezug auf den Preis. Die Umsetzung währenddem lässt dieses Gerät im Alltag scheitern, eine Kaufempfehlung kann und möchte ich nicht abgeben. Im Gegensatz zum Samsung Star entpuppt sich das LG auf ganzer Linie als Blender, denn nur von Features allein kann man noch nicht Telefonieren, Surfen oder Navigieren.

Doch bevor die Kollegen von LG nun uns die Freundschaft bzw. die Geschäftsbeziehung kündigen, es gibt noch Hoffung. Seit einer Woche habe ich das LG GW300 im Test, das Ergebnis verspricht etwas versöhnlicher zu werden. Oder wie formulierten wir (Cyberport) es selbst mal vor zehn Jahren auf einen Mitarbeiter-Button: Jeden Tag werden wir besser! ;-)

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