Produkttest: Kingston SSD-Einbaurahmen (2,5 Zoll auf 3,5 Zoll)

von sven-kaulfuss

· 3 min Lesezeit

Produkttest: Kingston SSD-Einbaurahmen (2,5 Zoll auf 3,5 Zoll)

Solid State Drive für Desktop-Rechner am Beispiel des Apple Mac Pro
Über die Vorteile einer SSD (Solid State Drive) muss ich spätestens seit meinem letzten Testbericht zur Intel X25-M G2 Postville SSD (Teil 1; Teil 2) kein weiteres Wort verlieren – enorme Geschwindigkeit plus flüsterleiser Betrieb sprechen für sich. Besonders für den mobilen Einsatz in Notebooks empfehlen sich solche Laufwerke, daher verwundert es nicht, dass 99,9 Prozent aller SSDs im 2,5-Zoll-Format angeboten werden. Doch warum die Vorteile einer SSD nicht auch dem heimischen Desktoprechner spendieren? Dass dies auch ohne komplizierte Halteschienen und sonstige Bastellösungen funktioniert, beweist der smarte SSD-Einbaurahmen von Kingston in meinem Test.
Die Problematik
Normale Desktoprechner wie bspw. der Mac Pro von Apple, aber auch diverse Server, verwenden derzeit ausschließlich Festplatten im gebräuchlichen 3,5-Zoll-Format. Seit vielen Jahren hat sich diese Bauform als Standard etabliert, in mobilen Rechnern findet man indes kleinere Laufwerke mit einer Baugröße von 2,5 Zoll. Schnelle SSDs greifen hauptsächlich auf dieses Format zurück, sind sie doch besonders für den portablen Einsatz gedacht. Nun ist es jedoch so, dass moderne SSD-Laufwerke ohne weiteres auch die sonst schnelleren 3,5-Zoll-Laufwerke in ihre Schranken verweisen. Ein Einsatz auch in Desktoprechnern ist also durchaus denkbar und zukünftig von Kundenseite gewünscht. Für den passenden Einbau in einem freien 3,5-Zoll-Schacht bedarf es nun normalerweise komplizierter Halteschienen, wie sie auch der Intel X25-M G2 Postville beilagen. Jedoch artet dies meist in Frustration aus, nicht nur bei ungeübten Bastlern. Existiert hierzu nun eine einfachere Alternative?

Einbau der SSD“

Die Lösung: Kingston SSD-Einbaurahmen
Der von mir getestete SSD-Einbaurahmen von Kingston verfolgt einen anderen, sehr einfachen Ansatz für die Lösung des genannten Problems. Die SSD im 2,5-Zoll-Formfaktor wird einfach in das Leergehäuse eingelegt. Schließt man es, werden durch einen Mechanismus die Anschlüsse der SSD in die Bridge geschoben. Außen am Einbaurahmen befinden sich ebenso SATA-Anschlüsse – vereinfacht ausgedrückt, hält man dann eine 3,5-Zoll-Festplatte inkl. aller Standardbohrungen in den Händen. Für diesen simplen Eingriff sind weder Schrauben noch spezielles Werkzeug notwendig – bestechend unkompliziert.

So vorbereitet wagte ich den Einbau in einen Mac Pro. Hiefür entnahm ich eine freie Halteschiene des Rechners und montierte mit den vier vorhandenen Schrauben den Einbaurahmen auf selbige. Im Anschluss schiebt man einfach das Konstrukt in den Mac Pro – fertig! Nach dem Neustart erblicke ich sodann meine SSD auf dem Desktop und kann diese nutzen. Faszinierend – es gelang mir sogar die SSD als Startvolume zu wählen und vom vorinstallierten Mac OS X des MacBook Pro zu starten.

Montage in den Mac Pro“

Natürlich lies ich auch hier Xbench laufen – die Standard-Festplatte des Mac Pro (eine Western Digital) erreichte hierbei 80,14 Punkte, dies ist zwar verglichen mit dem mobilen Pendant (ca. 50 Punkte) des MacBook Pro schneller, indes in Relation zur SSD von Intel (um 200 Punkte) immer noch ein ganzes Stück langsamer – der Einbau könnte sich also lohnen.

Anwendungs-Szenarien
Da Apple nach wie vor bei seinen Mac Pro auch im BTO-Bereich immer noch keine SSD-Laufwerke anbietet, ist der SSD-Einbaurahmen von Kingston meiner Meinung nach die ideale Lösung diesen Missstand zu beheben. Mann muss auch nicht unbedingt zur SSD mit der höchsten Kapazität greifen – ein schneller 64 GB Flashspeicher ist bspw. vollkommen ausreichend um das Betriebssystem und die gewünschten Programme zu erfassen, größere Datenmengen können dann immer noch auf Standardfestplatten ausgelagert werden – immerhin bietet der Mac Pro mit insgesamt vier Laufwerksschächten genügend Erweiterungsplatz. Selbstverständlich lässt sich der Einbaurahmen auch in PC-Desktops oder Servern verwenden – halt überall da, wo normalerweise eine 3,5-Zoll-Festplatte ihre Arbeit verrichtet.

Fazit
Ich bin begeistert, ein solches kleines Plastikteil zum Preis von ca. 18 Euro eröffnet für viele Anwender neue Möglichkeiten. Dank des SSD-Einbaurahmens von Kingston, kann man nun unkompliziert und ohne Bastellösung schnelle SSD-Speicher bspw. in den Mac Pro verbauen. Wer sich schon mal für eine zukünftige Anschaffung inspirieren möchte, der werfe einen Blick auf unsere aktuellen SSD-Verkaufscharts ;-). Halten wir fest: Daumen hoch, Operation gelungen!

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