Produkttest: Huawei E5830 Wireless UMTS-Router am iPad und Co (Update)

von sven-kaulfuss

· 5 min Lesezeit

Produkttest: Huawei E5830 Wireless UMTS-Router am iPad und Co (Update)

Mobiles Internet übers WLAN…
Die Problematik ist bekannt, viele Geräte verfügen zwar heutzutage über WLAN, eine entsprechende Vorbereitung für UMTS sucht man jedoch vergebens. So zum Beispiel verzichtet Apple bis heute auf integrierte 3G-Lösungen bei seinen MacBooks. Aber auch der iPod touch bzw. das „normale“ WiFi-iPad können mobil nur eingeschränkt genutzt werden, denn leider findet sich nicht überall ein WLAN-Hotspot. Tethering ist hierfür keine Problemlösung, da oftmals von Apple oder auch T-Mobile nicht gewollt und dementsprechend auch nicht unterstützt, zudem schränkt die Übertragungsgeschwindigkeit von Bluetooth diese Option noch umso mehr ein. Ideal für solche Fälle ist daher die Verwendung eines mobilen UMTS-WLAN-Routers. In Insiderkreisen bekannt und beliebt ist hier bspw. das Novatel MiFi. Auch wir bieten dieses Modell in einer speziellen Version von Vodafone an, besonders der nicht vorhandene SIM- und Netlock und die komplett deutsche Konfigurationsoberfläche sprechen für dieses Gerät, der Preis von über 200 Euro eher dagegen. Mit dem Huawei E5830 Wireless UMTS-Router existiert indessen ein ähnlich gutes Gerät zum Sparpreis, wenn auch mit einigen Besonderheiten.
Was ist das überhaupt, ein mobiler UMTS-WLAN-Router?
Zunächst stellt sich die Frage, wofür ein solches Gerät geeignet ist. Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich dabei um einen kompakten WLAN-Router wie man ihn zu Hause vom DSL- oder Kabelanschluss kennt. Allerdings besitzt dieser einen SIM-Slot wie ein Handy bzw. Smartphone und für die Mobilität einen integrierten Akku. Man verfügt also über ein persönliches WLAN überall, zu jeder Zeit und an jedem Ort. Es ergeben sich eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten, von denen ich hier einige aufzählen möchte:

  • Mobiler Internetzugang fürs iPad (WiFi) oder den iPod touch.
  • Alternative zum UMTS-Stick am MacBook bzw. Notebook (ist weniger auffällig und erhöht die Akku-Leistung des Rechners, da nur per WLAN aufs Netz zugegriffen wird).
  • Betrieb auch am iPhone 3G(s) oder an anderen Smartphones (können im 2G-Netz betrieben werden, was effektiv Strom spart).
  • Das alte iPhone 2G profitiert hiermit von schnellen UMTS-Verbindungen und muss sich nicht nur mit EDGE zufrieden geben.
  • Kombination von günstigen Prepaid-Tarifen und Internet-Flatrates (Prepaid-Karte im freien iPhone, Internetkarte im Huawei E5830).
  • Umgehung der Downloadbegrenzung von 20 MB im Apple App-Store bei UMTS-Verbindung (das iPhone, iPad oder der iPod touch ist ja per WLAN verbunden).

    Da ein solcher Router wie der Huawei E5830 bis zu fünf Geräte gleichzeitig bedienen kann, sind diese Szenarien natürlich auch beliebig kombinierbar.

    Huawei E5830 – Teil 1″

    Das Testgerät: Huawei E5830
    Zur Zeit vertreibt der britische Provider 3 den Huawei E5830 exklusiv in England und Österreich, ein offizieller Bezugskanal existiert in Deutschland dafür nicht. Man muss also bspw. in der Bucht hierfür Ausschau halten und derzeit mit einem Importpreis aus UK von ca. 90 bis 100 Euro rechnen. Zu diesem Preis bekommt man ein SIM- und Netlockfreies Gerät, was ursprünglich von 3 als Prepaid-Lösung gedacht war. Neben dem Router, findet sich noch ein Mini-USB-Kabel, ein Netzteil und eine Kurzanleitung in Kartenform im Lieferumfang. Vor dem ersten Betrieb sollte der Akku 12 Stunden geladen werden, entweder per Mini-USB am Rechner oder über das mitgelieferte Netzteil. Allerdings verfügt dieses nur über einen UK-Stecker, passende und günstige Adapter funktionieren aber ohne Probleme, wie ich selbst feststellen konnte.

    Huawei E5830 – Teil 2″

    Inbetriebnahme und Konfiguration
    In der aktuellen Version verfügt der Huawei E5830 über ein Webinterface in englischer Sprache (http://192.…) über das sich der Router weitestgehend konfigurieren lässt. So definiert man bspw. das WLAN-Passwort, die automatische Eingabe der SIM-PIN und ähnliche Einstellungen. Allerdings lässt sich mit der Firmware von netvigator keine APN-Einstellung vornehmen. Nutzer einer o2-Flatrate muss dies nicht weiter kümmern, akzeptiert der Provider doch sämtliche Eingaben für die APN. Wer jedoch über T-Mobile, Vodafone oder E-Plus surft, kommt nicht umhin die APN über die eigentliche, vorinstallierte Software einzugeben (Options -> Profile Management). Diese läuft „natürlich“ nur unter Windows. Alternativ existiert noch eine zweite Firmware-Version, die es ermöglicht, auch den APN übers Webinterface zu konfigurieren, verzichtet aber bspw. auf die Akku-Anzeige innerhalb der Website. Für die Installation dieser bedarf es jedoch erneut eines PCs ;-). In diesem Blogeintrag finden sich zahlreiche Infos zu beiden Firmware-Updates.

    Huawei E5830 – Teil 3″

    Praxistest
    Hat man die Konfiguration des Huawei E5830 abgeschlossen, steht einer Nutzung nichts mehr im Wege. Geräte verbinden sich auf übliche Weise mit dem Huawei und können ab sofort auf die Internetverbindung zugreifen. Wer möchte konfiguriert den Huawei vollautomatisch, sprich der Router baut selbständig die WLAN- und UMTS-Verbindung auf, auf Wunsch lassen sich diese auch per Knopfdruck ein- und ausschalten. Die fünf LED-Info-Buttons informieren über die Güte des Netzes, der Akkuleistung, ob WLAN an oder aus ist und über die Verbindungsart (grün = GPRS, blau = UMTS). Der Akku hielt in meinen Test stets mindestens zwischen drei und vier Stunden, es empfiehlt sich natürlich den Huawei nur dann anzuschalten, wenn eine Verbindung tatsächlich benötigt wird. Wer dies beherzigt, kann den Router sicherlich auch über mehrere Tage zeitweise nutzen.

    Fazit
    Der Huawei E5830 vollführt seine Aufgabe nahezu perfekt, nur die Inbetriebnahme könnte für reine Mac-User unter Umständen etwas kompliziert sein. Da man diese Konfiguration meistens jedoch nur einmal am Anfang vornimmt, lässt sich diese kleine Unannehmlichkeit leicht verschmerzen. Ein mobiler UMTS-Router ist in der Praxis ein wahres Universaltalent was man nicht mehr missen möchte. Tethering und UMTS-Sticks sind für mich persönlich Schnee von gestern!

    PS: Jawohl, wie im Video ersichtlich, sind wir bei Cyberport schon im Besitz eines iPads – wohlgemerkt kein deutsches Gerät. In den nächsten Tagen werde ich mich sicherlich diesbezüglich mit dem einen oder anderen interessanten Artikel noch zurückmelden.

    Update vom 17.05.2010: Der Huawei E5830 ist nun mittlerweile auch in Deutschland in Form seines Nachfolgers Huawei E5 über o2 zu beziehen. Auch wir (Cyberport) werden das Gerät anbieten und verkaufen. Der Hauptunterschied betrifft vor allem das neue Punktmatrixdisplay. Siehe hierzu meinen neusten Blog-Eintrag zum Huawei E5.

  • Kommentare

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    Gepostete Kommentare

    Matze 21.04.2010, 15:26 Uhr

    voll geil, der huawei...wann kommt der denn in den shop und für welchen preis??? *habenwill*

    Sven Kaulfuß 21.04.2010, 15:30 Uhr

    @ Matze: Tja, dies war die eigentliche Intention die mit dem Testgerät verbunden war, sprich es lag die Idee im Raum das Gerät zu importieren und entsprechend für unsere Kunden zu lokalisieren (Netz-Adapter und Anleitung). Leider hatte man sich dann aus Support-Gründen im Hause dagegen entschieden. Aber wer weiß, wenn sich genügend positive Meinungen hier einfinden, wird vielleicht auch diese Entscheidung nochmals überdacht – ich persönlich würde mich freuen, schaun mer mal :).

    wlanboy 21.04.2010, 19:21 Uhr

    Habe mir diesen Router über ebay.co.uk besorgt. Es gibt auch Versionen mit einer neuen Firmware, die die Konfiguration via Weboberfläche erlaubt. Dann ist auch die "Mac-Hürde" genommen. Bin mit dem Gerät sehr zufrieden.

    LexX Noel 21.04.2010, 21:20 Uhr

    Zu diesem MiFi von Novatel, gibt es dazu auch noch mal so einen tollen Bericht wie über das Gerät von Huawei hier? Das wäre so als vergleich dann nämlich schon gut.

    Sven Kaulfuß 22.04.2010, 08:22 Uhr

    @ wlanboy: Vom Webinterface schrieb ich ja, nur kann man halt leider bei der Version von netvigator den APN darüber nicht einstellen. Oder gibt es schon wieder eine neue Version von diesem Webinterface bzw. liefern andere Händler den Router standardmäßig mit der Firmware von Brightpoint aus, die wie beschrieben, den APN auch übers Webinterface konfiguriert? @ LexX Noel: Ich hatte den MiFi in der Version von Vodafone auch schon mal getestet, einen Bericht hatte ich damals verworfen, da wir uns (wie im ersten Kommentar von mir beschrieben) dann später auf den Huawei konzentrieren wollten. Ich gebe aber gerne noch mal kurz meine Erfahrung zum MiFi kund. Die Funktionalität und Akkuleistung ist nahezu identisch, die Konfiguration des MiFi ist durch die Vodafone-Software (Webinterface) in deutsch sehr einfach und dank APN-Konfig im Gegensatz zum Huawei auch gleich "out of the box" für Mac-User geeignet. Ebenso kann man sich beim Support und der Garantie zurücklehnen, da dieser ja komplett hier im Inland abgewickelt wird. Negativ fiel mir dagegen die Akkuabdeckung auf. Diese lässt sich nur sehr schwer öffnen, überhaupt scheint der Akku nicht ganz perfekt zu sitzen, meine Vermutung. Da ich feststellen konnte, wenn ich den MiFi etwas härter absetzte, schaltete er sich auch gerne mal komplett aus. Wenn man ihn etwas pfleglicher behandelt, ist diese Problematik natürlich obsolet. Zusammenfassend kann ich sagen, wer lieber auf Nummer Sicher geht (Support, Software etc.) und für wen der Aufpreis keine Rolle spielt, der greife zum MiFi. Wer dagegen etwas Geld sparen möchte, und den Import über Ebay nicht scheut, der kann ebenso bedenkenlos zum Huawei greifen.

    tseter 22.04.2010, 09:26 Uhr

    ein symbian-phone (e71) und "joiku spot" und fertig ist der mifi der immer dabei ist! kein extra geschleppe und viel geld gespart! läuft stundenlang, dank des guten akkus des e71! http://www.joikuspot.com/aboutJoikuSpot.php

    Sven Kaulfuß 22.04.2010, 09:43 Uhr

    @ tseter: Wer ein solches Smartphone schon besitzt, für den mag die Software sicherlich eine Alternative sein. Wer sich jedoch schon mit MacBook und iPhone ausgestattet hat, für den lohnt sich die Anschaffung eines solchen UMTS-Routers aber immer noch, auch finanziell.

    tseter 22.04.2010, 09:54 Uhr

    bin doch auch apple-kunde (ipod touch) und habe so mit der besagten kombi für unterwegs ein schönes, günstiges mid! zusammen mit dem neuen opera für iphone-os noch besser! bin ein anhänger der two-device-strategy! ;)

    Sven Kaulfuß 22.04.2010, 10:23 Uhr

    @ tseter: Das du Apple-User bist, hätte man anhand deiner "Kommentar-History" ja nun nicht gleich angenommen ;-) aber trotzdem schön zu hören. Beim Opera Mini bin ich geteilter Meinung, das Rendering der Webseiten (in der Vollansicht) sieht halt recht bescheiden aus, auch die Navigation (Zoomen etc.) ist noch nicht ganz rund, dafür isser sehr schnell. Wenn ich genügend Speed habe, ziehe ich den Safari immer noch vor, nur wenn mir o2 nur GPRS zur Verfügung stellt, greife ich auch mal gern zum Opera.

    Dirk Haase 22.04.2010, 18:15 Uhr

    Drei bis Vier Stunden sind ja nicht wirklich outdoor geeignet. Aber es spricht sicher nichts gegen ein laden während des Betriebs, oder? Dann wäre so ein Gum Pro doch ganz nützlich. Und schon wieder wird mein touch brauchbarer. :-)

    Sven Kaulfuß 23.04.2010, 08:12 Uhr

    @ Dirk: Das sollte wohl funktionieren, zumindest lässt die blickende Akkuanzeige auch beim Netzbetrieb dies vermuten. Die drei, vier Stunden beziehen sich ja auf die Dauernutzung, normalerweise wird man ja kurz online gehen, danach schaltet man das Gerät wieder aus, so meine Erfahrung. Mit dem touch ist der Router wirklich genial, unterwegs z.B. last.fm hören und in Städten funktioniert auch die Ortung bei WLAN ganz gut, insofern kann man prima Google Maps und andere Dienste wie Qype Radar etc. nutzen.

    aksylt 27.04.2010, 10:57 Uhr

    Es gibt das Ding jetzt auch in Deutschland, hier: http://www.wlan-unterwegs.de/

    Dirk Haase 28.04.2010, 14:10 Uhr

    @ Sven: wenn du denn schon einmal dabei bist das iPad zu testen - erkennt es selbstständig Gesichter und Orte (z.B. von der HX5 oder der TZ10) in der Photo-App? Oder geht das nur über iPhoto am Mac?

    Sven Kaulfuß 28.04.2010, 14:43 Uhr

    @ Dirk: Konnte ich noch nicht testen. Habe aber gerade eh eine TZ10 zum Test, werde diese übers Wochenende mit nach Antwerpen nehmen und fleißig Fotos schießen. Nächste Woche gibt es dann die Auflösung :).

    Helge 03.06.2010, 20:08 Uhr

    @tseter das surfen in Verbindung mit der JoikuSpot (Nokia) Variante ist sowas von bescheiden. Habs am Montag selbst mal testen dürfen und war sehr Enttäuscht. Es gibt 2 Versionen. Eine free und eine "Pro". Hatte die Free Version verwendet. Die lief überhaupt nicht gut und flüssig. Die Pro Version für 10Euro kaufen... ne danke! Die Akku laufzeit fürs Handy ist zurück zuck bei 0.

    Sascha 02.01.2011, 20:46 Uhr

    Eine Anleitung ohne Webinterface gibt's hier: http://geekroom.de/windows/huawei-e5830-vodafone-umts-einrichten/

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