Produkttest: Huawei E5830 Wireless UMTS-Router am iPad und Co (Update)
Produkttest: Huawei E5830 Wireless UMTS-Router am iPad und Co (Update)
Mobiles Internet übers WLAN…
Die Problematik ist bekannt, viele Geräte verfügen zwar heutzutage über WLAN, eine entsprechende Vorbereitung für UMTS sucht man jedoch vergebens. So zum Beispiel verzichtet Apple bis heute auf integrierte 3G-Lösungen bei seinen MacBooks. Aber auch der iPod touch bzw. das „normale“ WiFi-iPad können mobil nur eingeschränkt genutzt werden, denn leider findet sich nicht überall ein WLAN-Hotspot. Tethering ist hierfür keine Problemlösung, da oftmals von Apple oder auch T-Mobile nicht gewollt und dementsprechend auch nicht unterstützt, zudem schränkt die Übertragungsgeschwindigkeit von Bluetooth diese Option noch umso mehr ein. Ideal für solche Fälle ist daher die Verwendung eines mobilen UMTS-WLAN-Routers. In Insiderkreisen bekannt und beliebt ist hier bspw. das Novatel MiFi. Auch wir bieten dieses Modell in einer speziellen Version von Vodafone an, besonders der nicht vorhandene SIM- und Netlock und die komplett deutsche Konfigurationsoberfläche sprechen für dieses Gerät, der Preis von über 200 Euro eher dagegen. Mit dem Huawei E5830 Wireless UMTS-Router existiert indessen ein ähnlich gutes Gerät zum Sparpreis, wenn auch mit einigen Besonderheiten.
Was ist das überhaupt, ein mobiler UMTS-WLAN-Router?
Zunächst stellt sich die Frage, wofür ein solches Gerät geeignet ist. Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich dabei um einen kompakten WLAN-Router wie man ihn zu Hause vom DSL- oder Kabelanschluss kennt. Allerdings besitzt dieser einen SIM-Slot wie ein Handy bzw. Smartphone und für die Mobilität einen integrierten Akku. Man verfügt also über ein persönliches WLAN überall, zu jeder Zeit und an jedem Ort. Es ergeben sich eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten, von denen ich hier einige aufzählen möchte:
Da ein solcher Router wie der Huawei E5830 bis zu fünf Geräte gleichzeitig bedienen kann, sind diese Szenarien natürlich auch beliebig kombinierbar.
Das Testgerät: Huawei E5830
Zur Zeit vertreibt der britische Provider 3 den Huawei E5830 exklusiv in England und Österreich, ein offizieller Bezugskanal existiert in Deutschland dafür nicht. Man muss also bspw. in der Bucht hierfür Ausschau halten und derzeit mit einem Importpreis aus UK von ca. 90 bis 100 Euro rechnen. Zu diesem Preis bekommt man ein SIM- und Netlockfreies Gerät, was ursprünglich von 3 als Prepaid-Lösung gedacht war. Neben dem Router, findet sich noch ein Mini-USB-Kabel, ein Netzteil und eine Kurzanleitung in Kartenform im Lieferumfang. Vor dem ersten Betrieb sollte der Akku 12 Stunden geladen werden, entweder per Mini-USB am Rechner oder über das mitgelieferte Netzteil. Allerdings verfügt dieses nur über einen UK-Stecker, passende und günstige Adapter funktionieren aber ohne Probleme, wie ich selbst feststellen konnte.
Inbetriebnahme und Konfiguration
In der aktuellen Version verfügt der Huawei E5830 über ein Webinterface in englischer Sprache (http://192.…) über das sich der Router weitestgehend konfigurieren lässt. So definiert man bspw. das WLAN-Passwort, die automatische Eingabe der SIM-PIN und ähnliche Einstellungen. Allerdings lässt sich mit der Firmware von netvigator keine APN-Einstellung vornehmen. Nutzer einer o2-Flatrate muss dies nicht weiter kümmern, akzeptiert der Provider doch sämtliche Eingaben für die APN. Wer jedoch über T-Mobile, Vodafone oder E-Plus surft, kommt nicht umhin die APN über die eigentliche, vorinstallierte Software einzugeben (Options -> Profile Management). Diese läuft „natürlich“ nur unter Windows. Alternativ existiert noch eine zweite Firmware-Version, die es ermöglicht, auch den APN übers Webinterface zu konfigurieren, verzichtet aber bspw. auf die Akku-Anzeige innerhalb der Website. Für die Installation dieser bedarf es jedoch erneut eines PCs ;-). In diesem Blogeintrag finden sich zahlreiche Infos zu beiden Firmware-Updates.
Praxistest
Hat man die Konfiguration des Huawei E5830 abgeschlossen, steht einer Nutzung nichts mehr im Wege. Geräte verbinden sich auf übliche Weise mit dem Huawei und können ab sofort auf die Internetverbindung zugreifen. Wer möchte konfiguriert den Huawei vollautomatisch, sprich der Router baut selbständig die WLAN- und UMTS-Verbindung auf, auf Wunsch lassen sich diese auch per Knopfdruck ein- und ausschalten. Die fünf LED-Info-Buttons informieren über die Güte des Netzes, der Akkuleistung, ob WLAN an oder aus ist und über die Verbindungsart (grün = GPRS, blau = UMTS). Der Akku hielt in meinen Test stets mindestens zwischen drei und vier Stunden, es empfiehlt sich natürlich den Huawei nur dann anzuschalten, wenn eine Verbindung tatsächlich benötigt wird. Wer dies beherzigt, kann den Router sicherlich auch über mehrere Tage zeitweise nutzen.
Fazit
Der Huawei E5830 vollführt seine Aufgabe nahezu perfekt, nur die Inbetriebnahme könnte für reine Mac-User unter Umständen etwas kompliziert sein. Da man diese Konfiguration meistens jedoch nur einmal am Anfang vornimmt, lässt sich diese kleine Unannehmlichkeit leicht verschmerzen. Ein mobiler UMTS-Router ist in der Praxis ein wahres Universaltalent was man nicht mehr missen möchte. Tethering und UMTS-Sticks sind für mich persönlich Schnee von gestern!
PS: Jawohl, wie im Video ersichtlich, sind wir bei Cyberport schon im Besitz eines iPads – wohlgemerkt kein deutsches Gerät. In den nächsten Tagen werde ich mich sicherlich diesbezüglich mit dem einen oder anderen interessanten Artikel noch zurückmelden.
Update vom 17.05.2010: Der Huawei E5830 ist nun mittlerweile auch in Deutschland in Form seines Nachfolgers Huawei E5 über o2 zu beziehen. Auch wir (Cyberport) werden das Gerät anbieten und verkaufen. Der Hauptunterschied betrifft vor allem das neue Punktmatrixdisplay. Siehe hierzu meinen neusten Blog-Eintrag zum Huawei E5.


















