Produkttest: Huawei E5 (aka E5832) vs. E5830
Produkttest: Huawei E5 (aka E5832) vs. E5830
Mobiler UMTS-WLAN-Router in der zweiten Revision
Seit mehreren Wochen, gar Monaten nutze ich nun hochzufrieden einen Huawei E5830 – einen dieser kleinen, mobilen UMTS-WLAN-Router die eine Vielzahl von Möglichkeiten in der Anwendung offenbaren. Der Huawei E5830 bietet sowohl dem iPod touch, als auch dem iPhone und ebenso meinem MacBook eine schnelle UMTS-Verbindung über WLAN – ich spare Strom (dank 2G-Nutzung am iPhone bzw. WLAN am MacBook), Geld (nur ein Vertrag und eine SIM) und vor allem Nerven. Unglücklicherweise gab und gibt es dieses Modell nur als Importware von der britischen Insel. Hocherfreut war ich dagegen, als bekannt wurde, dass o2 in Deutschland den Nachfolger Huawei E5 auf den Markt bringen wolle. Mittlerweile ist dies geschehen und auch bei Cyberport wurden die ersten Vorbesteller schon beliefert. Natürlich ließ ich es mir nicht entgehen, einen kurzen Vergleichstest durchzuführen.
Unterschiede in der Hardware
Über die grundsätzliche Funktionsweise eines solchen mobilen UMTS-WLAN-Routers verlor ich im Testbericht zum Huawei E5830 schon so manches Wort. Auch der Huawei E5 unterscheidet sich hierbei nur marginal in einigen äußeren und inneren Punkten. Unverkennbar ist zunächst das verwandtschaftliche Verhältnis der beiden Kontrahenten. Augenscheinlich fällt zuerst das neue Punktmatrixdisplay ins Gewicht. Im Gegensatz zu den einzelnen bunten LED-Leuchten am Vorgänger, offeriert der Huawei E5 eine höhere Informationstiefe. So lässt sich sofort erkennen mit welchem Netz er verbunden ist, wie hoch die Empfangsleistung ist und auch der Akkuzustand lässt sich genauer ablesen. Leider spiegelt das Display sehr – so sehr, dass bei Sonnenschein in der Tat nichts zu erkennen ist. Der E5830 macht es dem Anwender diesbezüglich einfacher, denn die bunten LED-Leuchten erkennt man auch noch wunderbar in solchen Alltagssituationen.
Das Gehäuse des E5 wirkt insgesamt mehr wie aus einem Guss, auch die Oberflächenstruktur wirkt glatter. Der E5830 täuscht an dieser Stelle einen Brushed-Metal-Look vor – eine umlaufende Einkerbung inklusive. Unter der „Haube“ gleichen sich E5 und E5830 wie Zwillinge, beide verwenden den gleichen Akku und der SIM-Slot behält ebenso seine Position. Übrigens, im Inneren des E5 erfährt man durch einen Sticker dann auch seine „Zweitbezeichnung“: Huawei E5832.
Ansonsten sind sämtliche Knöpfe des E5 an der selben Stelle wie beim E5830, auch der microSD-Slot weicht nicht von seiner Position. Ein kleines „Schmankerl“ gibt es dann doch noch. Im oberen linken Bereich, lässt sich ein Schlüsselanhänger anbringen – für den einen praktisch, für den anderen die perfekte Gelegenheit „Handyschmuck“ und andere Unarten der heutigen Teenagerbewegung vorzuführen.
Unterschiede in der Software
Viel interessanter und aufschlussreicher ist hingegen ein genauer Blick auf die Software des Huawei E5. Die Einrichtung erfolgt für Mac-User üblicherweise per Webinterface. Auch soll eine Konfiguration über eine reine Windows-Software möglich sein – aus bekannten Gründen und auch aufgrund der Tatsache der Nichtnotwendigkeit, ersparte ich mir indes die Überprüfung dieser Aussage. Nichtsdestotrotz finden sich auf dem Gerät auch für Mac-User noch entsprechend Treiber, um den E5 als normales USB-UMTS-Modem zu nutzen – was nützlich sein kann, wenn man bspw. vergessen hat den Akku zu laden.
Zurück zum Webinterface, zuvor ist es erforderlich einen Rechner oder aber auch bspw. das iPad mit dem Huawei E5 per WLAN zu verbinden. Die notwendige SSID und der voreingestellte WiFi-Schlüssel finden sich hierzu auf der Rückseite des Routers. Das Webinterface erreicht man nach einer erfolgreichen Verbindung über die übliche http://192.168… bzw. über …e5.home. Uns erwartet eine aufgeräumte und komplett eingedeutschte Oberfläche. Ein o2-Branding beschränkt sich allein auf die voreingestellten APNs vom selbigen Provider, ansonsten gibt es keine Rückschlüsse auf den eigentlichen Anbieter in Deutschland. Für die schnelle Einrichtung greift man am besten auf den Assistenten zurück, nutzt man o2, ist man nach drei, vier Klicks schon im Netz. Bei anderen Netzanbietern lassen sich jedoch ebenso neue APN-Profile hinterlegen – ein SIM- oder Netlock existiert also nicht, der Huawei E5 ist somit mit jedem anderen Anbieter zu nutzen. Manuell lassen sich folgend jedwede erdenkliche Einstellungen vornehmen, zum empfehlen hierbei sicherlich die Neuvergabe der Passwörter etc.
Desgleichen findet sich im Webinterface ein sofortiger Überblick zum Akkuzustand und zur Empfangsstärke. Bis jetzt überzeugt das Webinterface mich sehr, räumt es doch die Schwachpunkte der Netvigator-Firmware meines E5830 aus dem Weg. Doch die Firmware bzw. das Webinterface des E5 bietet noch zwei weitere Vorteile. So lassen sich SMS direkt verschicken und empfangen und auch der Zugriff auf die microSD-Karte über WLAN ist von Erfolg gekrönt – wunderbar!
FaceTime – weitere Anwendungsmöglichkeit
Zu den schon im Testbericht des E5830 genannten Vorteilen eines mobilen UMTS-WLAN-Routers, kommt dank Apple noch ein weiterer gewichtiger Punkt zukünftig hinzu, den ich selbst zwar noch nicht testen konnte, dessen Funktion aber nachweislich garantiert sein sollte. Bekanntlich nutzt Apple im neuen iPhone 4 die FaceTime-Technologie. Vereinfacht ausgedrückt, Videotelefonie über WLAN – und nur über WLAN. Möchte man Apple nun ein Schnippchen schlagen und FaceTime wirklich mobil nutzen, kommt zu diesem Zweck nur ein mobiler UMTS-Router wie der Huawei E5 in Frage. Schließlich greift das iPhone dann zwangsweise auf das WLAN des E5 zurück. Das dahinter eine UMTS-Verbindung steht, dürfte dem iPhone egal sein bzw. wird es dies nicht bemerken können – clever!
Fazit
Wer schon einen Huawei E5830 besitzt, für den dürfte sich das „Upgrade“ auf den Huawei E5 nicht wirklich lohnen, denn die Grundfunktionalität blieb identisch, die weiteren Komfortfunktionen rechtfertigen den Austausch sicherlich nicht. Wer jedoch generell Interesse an einem mobilen UMTS-WLAN-Router hat, für den dürfte der Huawei E5 für knappe 130 Euro fast die einzige Alternative sein, denn Novatels MiFi kostet bspw. immer noch gut 100 Euro mehr. Der E5 ist aber nicht nur preislich attraktiv, auch die Funktionen stehen dem nicht nach. Einziger Kritikpunkt meinerseits: Das stark spiegelnde Display. Auch wird der E5 gefühlt merklich wärmer im Betrieb als ein E5830 – warum auch immer.
PS: Demnächst wird es noch zwei weitere Erfahrungsberichte von unseren Gastautoren Hans-Peter Pfeil und Joerg Pittermann zum Huawei E5 hier im CyberBloc geben. Wie man erkennen kann, erfreut sich dieses Gerät einer hohen Beliebtheit und avanciert zum Verkaufsschlager – wer hätte das gedacht ;-).






















