Produkttest: HP Pavilion w2804h vs. Samsung SyncMaster 2493HM

von Ben Walther

· 7 min Lesezeit

Produkttest: HP Pavilion w2804h vs. Samsung SyncMaster 2493HM

Zwei 24-Zoll-TFTs mit HDMI-Schnittstelle für HD-Genuss
Fast drei Monate ist es inzwischen wieder her – man, wie die Zeit vergeht, als Glücksfee Martin u.a. mich für einen Wild-Card-Produkttest zog. So hatte ich die Möglichkeit, mir ein Produkt im Wert von bis zu 1.500 Euro für einen Test auszuwählen. Wenn man schon so ziemlich alles hat, was man an technischen Geräten braucht, fällt die Qual der Wahl umso schwerer. Aber dann sah ich jeden Tag diesen globigen 19″ Röhrenmonitor, der mir seit vielen Jahren als Zweitmonitor für die Bildbearbeitung, zum DVD schauen und zocken diente. Nun endlich sollte er weichen und Platz schaffen für ein ordentliches TFT. Da ich auch Besitzer einer Xbox 360 bin, sollte der zukünftige Monitor auf alle Fälle über einen HDMI-Port verfügen. So stachen mit letztlich mit dem HP Pavilion w2408h und dem Samsung SyncMaster 2493HM zwei 24 Zoll TFTs ins Auge.
Die beiden Monitore nehmen sich in punkto Bildschirmhelligkeit (400 cd/m²), Reaktionszeit (5 ms), Betrachtungswinkel (160°/160°), Auflösung (1920 x 1200 (WUXGA)) und integrierten Lautsprechern (2 W) nichts, aber neben den USB-Anschlüssen (4x beim HP, 2x beim Samsung) gibt es noch weitere Unterschiede.

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Im Lieferumfang der beiden TFTs befinden sich:

HP: Monitor, Netzkabel, HDMI-Kabel, VGA-Kabel, Audiokabel, USB-Kabel, CD mit Dokumentation und Garantiekarte
Samsung: Monitor, Netzkabel, DVI-Kabel, Audiokabel, CD mit Dokumentation und Garantiekarte

HP Pavilion w2408h
Mit dem w2408h ist HP ein durchaus attraktiver 24″-Zoll-TFT-Monitor gelungen, der elegant, nicht zu schlicht und eintönig daherkommt. Während der Standfuß im grauen Kleid daherkommt, wird der schwarz-glänzende Rahmen des TFTs lediglich durch die oben und unten sicht- und fühlbaren Buttons im Silberton unterbrochen. Sämtliche Tasten zum Ein-/Ausschalten und Einstellen des Monitors heben sich vom restlichen Gehäuse ab, was einerseits gut für die Bedienung ist, andererseits auch nicht so elegant wirkt, wie die Lösung von Samsung – dazu aber später mehr. Anfällig für Fingerabdrücke sind aufgrund der verwendeten Materialien beide Modelle, aber das ist bei allen Geräten der Fall, die der „Klavierlack“-Schiene folgen. Ist der Monitor einmal ausgerichtet, alle Kabel angeschlossen und die Front gereinigt, lässt man wohlüberlegt die fettigen Finger vom Gerät. Denn sonst heißt es putzen, putzen, putzen.

Den Standfuß hat man bei HP so designed, dass man problemlos eine Tastatur verstauen kann. Da ich selber lediglich mit meinem MacBook Pro arbeite, nutzte ich den Platz lieber, um meine LaCie auf dem Sockel thronen zu lassen. Mit diesem Design spart man auf alle Fälle einiges an kostbarem Platz auf dem Schreibtisch. Die Verarbeitung der Anschlüsse auf der Rückseite gefällt mir persönlich nicht, da es irgendwie ein wenig billig und nicht so stimmig wie beim Test-Konkurrenten daherkommt. Alle Anschlüsse erfüllen ihrer Bestimmung, doch wenn ich mir so die USB-Anschlüsse betrachte (Bild 4) … naja, wie gesagt, mir sagt diese Verarbeitung nicht zu.

Neigung, Höhe und Pivotposition lassen sich fast völlig unproblematisch durch das seitlich ausgerichtete V-Form-Gelenk justieren, aber eben nur fast. Das Display blind in die Pivotausrichtung drehen ist nämlich nicht möglich, da der Rahmen spätestens am Sockel hängenbleibt. Das Display muss also zunächst nach hinten geneigt werden, eh man es in die gewünschte Position drehen kann. Dafür lässt sich das TFT aber so positionieren, dass es mir frühmorgens als Tablett dient – auch eine Möglichkeit, mir im sonntäglichen Ritual das Frühstücksei und Croissant ans Bett bringen zu lassen. Da schlage ich doch gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Wofür ich den zur Decke ausgerichteten Monitor sonst noch sinnvoll verwenden könnte, erschloss sich mir auch nach langem Kopfzerbrechen nicht.

HP Pavilion w2408h“

Die vorgegebenen Einstellungen des Monitors für Office, Movies oder Gaming kamen mir absolut seltsam vor, denn allein in der Gaming-Einstellung fehlte es völlig an Kontrast. Das Bild zu hell, Schwarzwerte zu grau und auch sonst wollte mich das Bild nicht überzeugen. Besser wurde es, als ich in den Film-Modus switchte, auch wenn es damit immer noch nicht an das Bild seines Kontrahenten herankam. Ansonsten kann man über die Technik zur Bilddarstellung nicht meckern, da es selbst bei schnellsten Spielszenen nicht zur Schlierenbildung kam. Wie in vielen anderen Geräten heutzutage, verbaute auch HP beim Pavilion w2408h mit der BrightView Technology eine spiegelnde Displayoberfläche. Leider empfand ich das Spiegeln etwas schlimmer als beim Samsung oder dem iMac auf Arbeit. Somit sollte man sich schon vor dem Kauf überlegen, wo man den Monitor platzieren möchte.

Schließt man die Konsole per HDMI an, sollte man tunlichst die integrierten Lautsprecher umgehen, da der Klang absolut grausam ist. Die Boxen vom Samsung-Modell sind auch nicht leistungsstärker, der Klang ist aber wesentlich angenehmer, auch wenn ich froh war, dass ich an den Samsung-Monitor direkt meine Prodipe Pod3 anschließen konnte. Diese Möglichkeit fehlt dem HP Pavilion allerdings ebenso wie ein DVI-Anschluss, so dass ich mit meinem MacBook Pro auf einen DVI-auf-VGA-Adapter angewiesen war.

Gut hingegen finde ich die beiden Kabelführungsschienen entlang des Fußes. So führen nicht sämtliche Anschlusskabel kreuz und quer über den Schreibttisch. Diese fehlt beim Samsung leider, was für wesentlich mehr Kabelchaos sorgt, wenn es keine Kabelbinder gäbe.

Samsung SyncMaster 2493HM
Schon in der Betrachtung des HP-Modelles erwähnte ich den ein oder anderen Vorteil des Kontrahenten. Die Südkoreaner schicken mit dem SyncMaster 2493HM einen auf dem Papier doch überlegenen Gegner ins Renner, der optisch fast komplett von Kopf bis Standfuß in schwarz-glänzender Optik daherkommt, die nur durch die silber-glänzende Zierleiste am unteren Ende des Displays unterbrochen wird. Diese Schlichtheit gefällt mir wahnsinnig gut – keine altherkömmlichen Knöpfe unterbrechen mehr die Front, denn Samsung verbaute hier Berührungstasten – sogenannte Customzied Keys. Die optische Lösung hin oder her, hätte Samsung sich wirklich, wie von anderen Kritikern gewünscht, mehr einfällen lassen sollen, damit man auch in dunklerer Umgebung die richtigen „Tasten“ beim Einstellungsbedarf findet? Wie oft muss man denn bitteschön etwas am Display einstellen? Beleuchtet wird beim 2943HM lediglich die On/Off-Taste und ich, als eine Person, die sich nach kurzer Eingewöhnungszeit auch im stock-dusterem Haus zurecht findet, stehe nicht vor dem Problem, hier keine spürbaren Tasten vorzufinden. Wie um Gottes Willen hätte man es sonst lösen sollen? Drucktasten kann ich im Dunkeln auch nur durch Merken der Position und Abtasten der Position finden. Mir gefällt diese Lösung wirklich um einiges Besser als die altherkömmliche. Die Menüs sind, wie auch beim HP, selbsterklärend und einfach strukturiert, sodass die Einstellungen leicht vorgenommen sind.

Der Darstellungsbereich als solches wirkt durch den viel schmaleren Rahmen im Gegensatz zum HP größer. Das TFT als solches lässt sich nicht so einfach nur mit einem bloßem, geschulten Auge ausrichten. Kein Klicken beim vollständigen Ausrichten in der Horizontalen oder Vertikalen, aber auch hier gilt bei mir – 1x ausgerichtet, bin ich keiner, der den Monitor permanent hin- und herschwenkt. Leider liefert Samsung lediglich Treiber für Windows aus. Unter Mac OS X Leopard tut sich nichts, wenn man das Display dreht. Ich benutze das TFT allerdings nicht im Hochbildformat, sondern in der normalen Ausrichtung zum DVD-Schauen, Xbox-Zocken oder für die Bildbearbeitung. Zwar kommt die Information, dass ich das TFT um 90° gedreht habe, aber das Bild dreht sich nicht – ebenso wenig wie die Maus in ihren Bewegungsrichtungen.

Samsung SyncMaster 2493HM“

Die Qualität des Bildes, auch in den Voreinstellungen, ist der des HP-Modelles um einiges überlegen. Das Bild ist extrem kontrastreich, die Schwarzwerte sehr gut und die Farben schön knackig, wie es auch sein muss. Die integrierten Boxen sind zwar wirklich besser, als die des Konkurrenten, aber umgehen sollte man diese als Klangenthusiast aber ebenso. Samsung hat hierfür den nötigen Ausgang verbaut.

Was mir ein Fragezeichen ins Gesicht schrieb, war die Tatsache, dass Samsung zwar alle notwendigen Kabel mitliefert, aber für eine CD-Hülle hat es anscheinend nicht gereicht, denn diese lag einfach so neben dem Papierstabel bei. Bei HP hat es da noch für eine Papierhülle gereicht. Auch fraglich bleibt die Lösung der Höhenjustierung beim 2493HM. Wer in Gottes Namen hat beschlossen diesen halben Zelthering dafür zu verwenden? Es gibt schließlich bessere Lösungen hierfür.

Fazit:
Der HP Pavilion w2408h ist ein preislich attraktiver 24-Zöller sowohl für Gamer, als auch für Office-Anwendung und Filmfans, der leider ein paar Schwächen aufweist. Für aktuell unter 400 Euro sollte man aber wirklich darüber nachdenken, nicht doch diesen Monitor zu nehmen, anstatt eines 19″- oder 22″-Zöllers. Die Größe bietet eine ideale Arbeitsbedingung und genügend Platz zur Arbeiten. Selbst für Hardcore-Gamer ist dieser Monitor eine Überlegung wert.

Der Samsung SyncMaster 2493HM ist zur Zeit noch mal 30 Euro günstiger als sein Kontrahent und sollte, auch aufgrund der besseren technischen Ausstattung, den vielfältigeren Anschlussmöglichkeiten und den meineserachtens schöneren Designs dem HP vorzuziehen sein. Samsung ist mit dem 2493HM wirklich ein Schmuckstück gelungen – sowohl für Hardcore-Gamer, Filmenhusiasten und sonstige Arbeiten am Rechner. Lediglich die Mac-Unterstützung der Pivot-Unterstützung trübt leicht das ansonsten durchweg positive Bild. Für mich ist er der Testsieger und steht seitdem auch als Ersatz für den alten, globigen 19″ Röhrenmonitor auf dem heimischen Schreibtisch, angeschlossen an MacBook Pro als Zweitdisplay und an der Xbox 360 Elite zum Zocken.

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