Produkttest: Asus Transformer Pad Infinity
Tablet mit Tastaturdock im Test
Tablets sind aktuell der große Hit, denn sie sind klein, leistungsstark, sehr schick und haben eine lange Akkulaufzeit. Dazu sind die sehr einfache Bedienung mit Touch-Gesten und die vielen günstigen Apps im Store zu erwähnen. Unangefochten die Nummer eins sind weiterhin die verschiedenen iPad-Modelle von Apple, die durch intuitive und flüssige Bedienung sowie hohe Qualität überzeugen. Aber auch Asus bringt mit dem Transformer Pad Infinity ein Modell ins Rennen, das ganz besondere Ausstattungsmerkmale vorweist.
Ausgepackt
Eine kleine, unscheinbare schwarze Kiste verbirgt das eigentliche Transformer Pad sowie das Netzkabel und eine kleine Anleitung. Das Besondere: Außerdem ist noch ein Tastaturdock vorhanden. Dieses macht aus dem Pad im Handumdrehen ein fast vollwertiges Notebook. Dazu muss das Pad nur auf die Halterung gesteckt werden.
Der erste Eindruck von Pad und Tastaturdock ist gut, die Spaltmaße sind äußerst gering, die Verarbeitung ist solide, es sieht edel aus und fühlt sich ebenso an. Teilweise muss man aber aufpassen, dass sich die Rahmen um die Stecker nicht verbiegen, da sie sehr dünn sind. Das 10-Zoll-Tablet wiegt 598 Gramm und hat ein Aluminiumgehäuse spendiert bekommen. Auf der Rückseite befinden sich eine 8-Megapixel-Kamera mit Blitzlicht sowie das Asus-Logo. Viel interessanter ist aber die Vorderseite, die das Super-IPS-Display enthält. Dieses liefert eine Full-HD-Auflösung mit super Helligkeit sowie Kontrast und ist durch Gorilla Glass 2 geschützt. Eine 2-Megapixel-Kamera für die Videotelefonie ist oberhalb des Displays verbaut. Das Tastaturdock ist ebenso gut verarbeitet und enthält eine vollwertige QWERTZ-Tastatur ohne Nummernblock und ein Touchpanel mit zwei Maustasten und Multitouch-Funktion. Ein Anschluss für das Ladekabel und ein SD-Kartenlesegerät sind an den Seiten zu finden.
Technische Daten
Für genug Speicherplatz sorgt eine 64 Gigabyte große eMMC (embedded Multimedia Card, die im Inneren verbaut ist und keine Geräusche verursacht. Der Tegra 3 Quad-Core Prozessor von NVIDIA mit 1,6 GHz liefert die nötige Leistung und wird bei Spielen von einem 12-Kern-Grafikchip von NVIDIA unterstützt. Somit ist jederzeit ausreichend Leistung vorhanden, um alle Situationen zu meistern. Mit 1 GB Arbeitsspeicher, der mit 1.600 MHz getaktet ist, sollten somit auch bei vielen geöffneten Programmen keine Probleme auftreten.
Das Display
Das Display ist durch Corning Gorilla Glass 2 geschützt, was besonders kratzfest ist und gut vor Stößen schützen soll. Das 10-Zoll-WUXGA-Display löst Full HD mit 1.920 x 1.200 Pixeln auf und stellt Farben und Kontraste mit einem Blickwinkel von bis zu 178 Grad sehr gut dar. Ein abgespielter Film sieht auch dank der hohen Helligkeit sehr gut aus und die Bedienung erfolgt über den kapazitiven 10-Finger-Touchscreen des IPS+ Panels sehr leichtgängig.
Anschlüsse und Verbindungen
Das Pad besitzt einen 40-Pin-Anschluss für Strom und zum Verbinden des Tastaturdocks, ein Micro-HDMI für den Anschluss eines Fernsehers und einen MIC- und Kopfhöreranschluss. Das Dock ist mit einem weiteren Stromanschluss und einem SD-Kartenlesegerät ausgestattet. Für die Verbindung zum Internet steht WLAN im schnellem N-Standard ebenso wie Bluetooth 3 für die Datenübertragung zur Verfügung. Ein USB-Anschluss ist am Tastaturdock vorhanden, dieser verbirgt sich hinter einer Gummi-Muffe die abgezogen werden muss. Bei meinem Testgerät erwies sich das jedoch recht schwierig und ich vermute das eine lose herumliegende Abdeckung sehr schnell verloren geht. Hier könnte man sich vielleicht etwas besseres einfallen lassen. Um die vielen Online-Möglichkeiten nutzen zu können, wird ein Google-Account benötigt, ohne den praktisch auf dem Tablet gar nichts funktioniert.
Pad oder Notebook?
Dank dem Tastaturdock lässt sich das Pad zum Notebook umzurüsten und man erhält ganz andere Möglichkeiten für die Verwendung. Das Dock passt sich perfekt an das Pad an und sieht zusammengeklappt genau so aus wie ein übliches Notebook im 10-Zoll-Format. Schreiben von größeren Texten ist somit kein Problem mehr und auch das Surfen im Internet funktioniert dank des hochwertig verarbeiteten Touchpads inklusive der zwei Maustasten perfekt. Um es dennoch als vollwertiges Notebook ansehen zu können, fehlt allerdings die richtige Software. Auch wenn Android viele Apps im Play Store zur Verfügung stellt, ist das Transformer Pad kein vollkommener Ersatz zum Notebook oder PC. Für kleinere Arbeiten ist das Tastaturdock gut geeignet, auch wenn es ein kleines Problem gibt: Die Tastatur ist im Verhältnis zum Pad etwas zu leicht. Besonders auf weichem Untergrund oder bei Bedienung der Touch-Oberfläche fällt es sehr leicht um, was ich wiederum als störend empfand. Eine größere E-Mail lässt sich mit dieser Tastatur dennoch wesentlich besser schreiben als auf der Touch-Oberfläche des Displays. Das Pad allein kann man wieder nutzen, indem man den Sicherungsriegel zur Seite schiebt und das es vorsichtig aus der Halterung zieht. So lässt es sich auch sehr leicht in der Hand halten und wird ausschließlich mit der Touch-Oberfläche bedient.
Bedienung und Praxis
Aktuell steht Android in der Version 4.0.3 zur Verfügung, die schon sehr schick aussieht, viele Funktionen und natürlich den großen Play Store bietet. Alle Eingaben werden schnell umgesetzt, auch wenn es hier und da in den Apps oder beim Surfen doch zu leichten Verzögerungen und Rucklern kommt, die ich aber auf das System selbst schieben würde. Das Transformer Infinity hat genug Leistung, um auch das grafiklastigste Spiel aus dem Play Store problemlos und ruckelfrei spielen zu können. Das macht viel Spaß, da das Tablet leicht genug ist, um es auch längere Zeit in der Hand halten zu können. Der Ton könnte um einiges lauter und klarer sein und wirkt bei actionreichen Filmszenen oft übersteuert und blechern. Dass die Lautsprecher an der Seite verbaut sind, wirkt beim Filme ansehen auch etwas merkwürdig, da es nicht mittig zum Bild ist. Das Surfen im Internet macht weniger Spaß, da man auf dem Display mit dem Format 16:9 leider sehr viel scrollen muss, hier leidet die Übersicht deutlich gegenüber dem Format 4:3, auf das die meisten Webseiten optimiert sind. Besonders beim Scrollen treten öfters Ruckler und leichte Verzögerungen auf, die den Spaß daran deutlich mindern. Ob es hier noch ein Update geben wird, kann ich nicht sagen, und ob es das Problem beheben würde, ist zweifelhaft.
Mini-Media
Auch wenn das Display für Filmgenuss optimiert ist, kann man das Tablet keinesfalls als Multimedia-Tablet bezeichnen. Der Versuch, Daten auf das Tablet zu bringen, ist eine Herausforderung. Die USB-Schnittstelle steht nur zum Anschluss für externe Geräte bereit und dient nicht zum Anschluss an einen PC. Daher hat Asus auch keine Software für den PC bereitgestellt und das macht es äußerst schwierig, Daten überhaupt auf das Tablet zu bekommen. Vorausgesetzt wird hier ein anderer PC, auf dem die Daten liegen und der sich im selben Netzwerk befindet. Dort müssen manuell alle nötigen Ordner im Netzwerk freigegeben werden und können dann nur über eine App, die man sich selbst suchen und installieren muss, gefunden werden. Ein Synchronisieren ist dabei aber nicht möglich, sondern ein manuelles Kopieren jeder einzelnen Datei wird notwendig! Das macht nicht nur Arbeit, sondernd ist auf Dauer auch sehr nervig. Mal eben neue Playlisten verwalten und kopieren ist somit praktisch unmöglich. Hier sollte Asus dringend nachbessern. Es macht keinen Spaß, damit nur eine Datei zu kopieren. Eine Software wäre hier dringend notwendig gewesen. Man kann dafür zwar auch eine SD-Karte verwenden, diese ist aber im Regelfall immer zu klein, wenn es sich um eine kleine Musikdatenbank handelt oder um ein paar Filme. Das ewige hin und her Kopieren vom PC auf die Karte und von der Karte auf das Tablet dauert nicht nur lange, sondern ist auch mühsam.
Leistungstest
Genau das, was mir beim Surfen auch aufgefallen ist, wird beim Benchmark-Test deutlich. Hier schneidet das Transformer Infinity etwa gleich mit dem HTC One S oder dem Acer Iconia W500 ab. Es liegt jedoch teilweise extrem deutlich unter dem älteren iPad 2, das oft die doppelte Punktzahl erreicht und das, obwohl es wesentlich weniger Leistung zur Verfügung hat und auch viel weniger kostet. Schade, dass Android aus der vielen Leistung, die Asus zur Verfügung stellt, so wenig in Performance umsetzen kann.
Warum der Inhalt einer Webseite, die bereits geladen ist und sich nur außerhalb des Sichtbereichs befindet, jedes Mal erneut geladen wird, wenn man zurückscrollt, verstehe ich nicht. Ich vermute, dass so versucht wird, die RAM-Auslastung zu begrenzen. Das könnte noch damit zusammenhängen, dass es das Android auch für günstige Telefone mit wenig RAM gibt. Dass darunter aber gute und teure Tablets leiden, ist sehr schade und für mich unverständlich. Eine anderes Anwendungsgebiet sind E-Books. Wenn ich schnell durch mein E-Book blättern möchte, weil ich eine bestimmte Seite suche, kommt das Transformer Infinity bereits nach wenigen Seiten nicht mehr mit dem Laden der Seite hinterher, die Animationen setzen zum Teil sogar ganz aus.
Sicher sind das Extremsituationen, aber genau deswegen verbaut man inzwischen Quad-Core-Prozessoren mit 1,6 GHz, um auch dann uneingeschränkte Leistung zu haben, die hier ohne Frage anliegt. Dagegen zeigt der Prozessor beim Spielen seine ganze Leistung. Ein Autorennen macht schon richtig Spaß, da es weder ruckelt noch zu anderen Problemen kommt.
Die Ausdauer
Angegeben wird für das Tablet eine Akkulaufzeit von etwa 9,5 Stunden. Schließt man das Tastaturdock an, erhöht sich die Laufzeit auf bis zu 14 Stunden, was schon beeindruckend wäre. In der Praxis sieht es ähnlich aus wie bei allen anderen Geräten: Die tatsächliche Akkulaufzeit ist um einiges geringer, da die theoretischen Werte nur bei maximaler Ersparnis und ohne das Abrufen von Leistung erreicht werden. Dennoch ist die Akkulaufzeit beeindruckend und ein klarer Pluspunkt für das Transformer Infinity.
Zubehör
Das Thema Zubehör kann man sehr kurz fassen, da es bis auf den Netzstecker, eine Kurzanleitung und ein Putztuch in der Verpackung nichts weiter zu finden gibt. Weder das Mini-HDMI-Kabel zum Anschluss eines Fernsehers noch ein Kabel zur Datenübertragung ist vorhanden. Hier hätte ich mir in diesem Preissegment deutlich mehr versprochen.
Fazit
Mit dem Transformer Infinity Pad bringt Asus ein Tablet auf den Markt, das sowohl optisch als auch technisch ganz oben in der Liga mitspielt. Es gibt kaum ein anderes Gerät mit diesen Leistungsdaten in dieser Qualität. Als perfekte Ergänzung kommt die Docking-Tastatur dazu, die das Pad fast zum vollwertigen Notebook macht und die Akkulaufzeit noch einmal erhöht. Uneingeschränkt kann man hier die Arbeit von Asus loben und eigentlich auch bedingungslos empfehlen, wenn da nicht die Software von Android wäre, die sich zwar optisch gut einfügt und auch einiges bietet, aber gleichzeitig die Handbremse bis Anschlag anzieht. Die Hardware wirkt an vielen Ecken stark ausgebremst und trübt das Gesamtbild deutlich. Vielleicht sollte sich Asus in Richtung Windows 8 umsehen, was auch besser zur Tastatur passen würde. Android ist eine Glaubensfrage und so kann man nur hoffen, dass es vielleicht noch ein Update geben wird, das ein leistungsstarkes Pad zu dem machen würde, was es ist. Ebenso werten die fehlerhafte USB-Schnittstelle und das magere Zubehör das Transformer Infinity nicht weiter auf. Wer sich dadurch nicht gestört fühlt und bereit ist, satte 719 Euro zu bezahlen, dem kann man dieses Pad von Asus sehr empfehlen, auch wenn man sich genau überlegen sollte, was man damit vorhat.
Alternativen
Für diejenigen, die mehr Performance in Apps und beim Browsen wünschen und die leichter Multimediadaten synchronisieren möchten, würde ich klar zum iPad raten. Auch wenn es oft eine Glaubensfrage sein mag, ist das iPad in der Bedienung deutlich intuitiver und Daten lassen sich wesentlich einfacher verwalten. Das Surfen im Internet macht auf dem 4:3-Format mehr Spaß und die Qualität ist doch noch ein wenig höher. Das iPad 2, das ich im Vergleich genutzt habe und das im Benchmark deutlich besser abgeschnitten hat, kostet bei Cyberport aktuell nur 380 Euro und ist somit auch wesentlich günstiger. Eine Tastatur ähnlich wie beim Transformer Infinity gibt es dazu ebenfalls für schlanke 60 Euro im Zubehör. Soll es trotzdem ein Android-Gerät sein, aber der Preis scheint doch zu hoch, kann ich auf einen anderen Bericht hinweisen. Hier handelt es sich um das Acer Iconia Tab A700, das bei Cyberport für 449 Euro zu haben ist: mit ähnlicher Ausstattung, aber ohne Tastaturdock.













