Produkttest: ARCHOS 5 Internet Tablet
Produkttest: ARCHOS 5 Internet Tablet
Ein besserer iPod touch?
Archos war mir bisher eigentlich mehr als MP3-Player-Produzent und als Personal-Music Player-Produzent bekannt, hatte dann aber doch im Frühherbst mit der Ankündigung überrascht, das Smartphone-Betriebssystem Android auf ein Internet-Tablet zu übertragen. Sven hatte auch schon von der Ankündigung berichtet. Das Android für mehr als nur Smartphones genutzt werden kann, dies ist schon länger bekannt, interessant ist nur ein technisches Detail gewesen. Die Anzahl der Pixel: 800 x 480. Bisherige Android-Smartphones waren auf 320 x 480 Pixel limitiert, Android konnte nicht mehr. Jetzt, mit dem neuen Android 1.6 und 2.0 sind höhere Displayauflösungen kein Thema mehr. Spannend war also die Frage der Umsetzung, zu einem Softwaretechnisch als auch von der Hardware und ob der von Sven gezogene Vergleich zum iPod touch auch wirklich aufgeht.
Das Konzept des Internet-Tablets stand bei mir nicht so hoch im Kurs, weil es a.) noch kein Tablet von Apple gibt und somit die Benchmark noch nicht gesetzt wurde und b.) ich mit dem iPhone ein wunderbares Surfgadget gefunden habe – auch beim Couchsurfing. Aber da ich neuen Dingen durchaus nicht abgeneigt bin, habe ich es einfach mal probiert und das Archos 5 Internet Tablet bestellt, in der Version mit 160 Gb . Lieber hätte ich noch die Version mit einer SSD gehabt, aber die gab’s noch nicht.
Übrigens möchte ich an dieser Stelle nochmal betonen, dass ich kein gläubiger Apfel-Jünger bin, aber der Workflow mit Apple-Produkten halt einfacher ist. Und da Zeit Geld ist…Trotzdem halte ich noch an meinem jungen Dell E6400 und Windows 7 fest, wenigstens noch für ein paar Monate.
Kommen wir aber nun zum Testbericht vom Archos 5 Internet Tablet:
Die technischen Daten führe ich nur in aller Kürze auf, die liegen bei der Nicht-SSD Version bei 143,2 x 78,8 x 20 mm, 286g. Die SSD-Version ist schon wesentlich schlanker und leichter: 143,2 x 78,8 x 10,4 mm, 182g.
Look&Feel
Auf den ersten Blick sieht das Internet Tablet wirklich gut aus und auch der zweite Blick kann überzeugen – die Haptik ist gut. Nicht iPhone-gut, aber gut. Lediglich der resistive Touchscreen fühlt sich Plastik-mässig an, auf den HTC-Geräten und natürlich auch den Apple-Produkten kann man mit dem Finger besser über die Oberfläche gleiten. Nimmt man einmal das Internet Tablet etwas fester in die Hand, so kann man dem Archos kein Knacken und Knirschen entlocken, lediglich die Rückseite klingt etwas hohl – wenn man klopft. Und wenn wir das Tablet schon mal in der Hand halten, die Fingerabdrücke auf dem Displayrahmen sehen ekelhaft aus, hier muss Archos noch deutlich mehr nachbessern. Das vielzitierte iPhone oder den iPod touch kann man in die Hosentasche stecken und sich danach auch noch bewegen, dass ist mit dem 5-Zoll-Display und den damit verbundenen, größeren Abmaßen nicht mehr unbedingt der Fall, hier muss man dann doch zum Rucksack oder Messenger-Bag greifen und hat damit wieder mehr in der Hand, damit ist der Aspekt der Portabilität für mich vollkommen unter den Tisch gefallen.
Features
Viel zu viele! GPS, MicroSD Slot, sehr viele Video und Audioformate, die Möglichkeit DVB-T zu empfangen, einen FM-Receiver und,und, und. Aber einen Simkarten-Slot habe ich dann doch vermisst, so muss ich immer WLAN um mich herumhaben um das Ding zum Surfen zu nutzen. Schade!
Android
Das war eigentlich der Moment wo ich mich am meisten drauf gefreut habe. Android mit einem kräftigen Prozessor und ein richtig feines Display – im wahrsten Sinne des Wortes. Mit 800 x 480 Pixeln auf 4,8 Zoll ist das Display einfach nur scharf und gigantisch, ein iPhone hat gerade mal 480 x 320 Pixel im direkten Vergleich. Die angepasste Android-Version ist auch zusammen mit dem Display absolut super, solange man nicht in den Appstore schaut oder mit dem resistiven Display rumhantieren muss – die fehlende Multitouchfähigkeit will ich an dieser Stelle gar nicht mehr beweinen. Warum gibt’s nicht ein ordentliches, kapazitatives Display? Ist das so schwer? Und der Appstore ist ein Jammer. Wohl auf Grund der Displayauflösung ist der Appstore ausgedünnt und schwach besetzt – so macht Android keinen Spaß.
Fazit
Idee super, Hardware super, aber das Erlebnis nach dem Kauf ist einfach nur schlecht. Ein Touchscreen-Device will angefasst werden, dass muss Spaß machen und nicht altbacken wirken. Ich habe das Archos 5 Internet Tablet daher enttäuscht zurückgeschickt.










