Produkttest: 4G Systems XS Box GO – Mobiler UMTS-WLAN-Router
Produkttest: 4G Systems XS Box GO – Mobiler UMTS-WLAN-Router
Ernsthafte Konkurrenz für Huawei E5 und Co.
Wir hatten sie schon alle – so oder so ähnlich könnte man meine bzw. unsere Begeisterung für die Produktklasse der mobilen UMTS-WLAN-Router umschreiben. Im Frühjahr importierten wir auf eigene Faust den Huawei E5830, dem folgte das offizielle, auch in Deutschland vertriebene Nachfolgemodell Huawei E5. Ebenso Erwähnung fanden bis jetzt der Huawei-Klon von TrekStor und das eher schwache Gerät von D-Link. Mit der 4G Systems XS Box GO schickt sich ein weiterer Kandidat an, WLAN-Geräte wie iPod touch, iPad und Co. Mobil ins Internet zu bringen, auch ohne eigenes UMTS-Modul – diesmal sogar im schicken „Mac-Design“. Bereitwillig opferte ich mich für einen weiteren Produkttest und nahm mich dem Kandidaten an.
Technik, Verarbeitung und Design
Die 4G Systems XS Box GO kann ihre nahe Verwandtschaft zum Huawei E5 bzw. dessen Vorgänger Huawei E5830 nicht leugnen. Allerdings im Gegensatz zum Gerät von TrekStor haben wir es nicht mit einem plumpen Klon zu tun. Das Gehäuse versprüht einen adretten Retro-Style, der sich angenehm vom technischen Vorbild abhebt. Im Gegensatz zum Huawei E5 verfügt die XS Box GO zwar nicht über ein Punktmatrixdisplay, setzt aber wie der Vorgänger Huawei E5830 auf vier LEDs. Diese sind indes dezent im oberen Bereich vertikal angeordnet und informieren über Netzempfang, Datenverkehr, WLAN-Zustand und Betriebsbereitschaft. Doch keine Sorge, die Lichterorgel erscheint nur beim Start des Routers bzw. auf Wunsch des Anwenders.
Im Inneren des Gerätes findet sich nicht nur der Platz für die SIM-Karte, sondern (ein Unterschied zur externen Anordnung des Huawei) auch für eine Micro-SD-Card. Der Akku erscheint auf den ersten Blick baugleich zum Modell von Huawei – doch Vorsicht, nach einem Praxistest musste ich feststellen, dass der Akku der XS Box GO minimal kleiner ausfällt. Apropos, auch die 4G Systems XS Box GO sollte bis zu fünf Stunden angeschlossene Geräte mit einer Internet-Verbindung versorgen können. Die Verarbeitung überzeugt durchgängig, auch wenn anfangs das öffnen des Gehäusedeckels etwas Übung abverlangt. Auch fielen mir noch zwei Lüftungsschlitze auf, die laut Hersteller unverdeckt bleiben sollten – kurios, verzichten doch darauf die Konkurrenten. Zumindest dürfte sich somit die Wärmeentwicklung in Grenzen halten.
Feature: Es atmet…
Wir Mac-User sind stets verliebt in Details unserer Rechner. So verbaut der kalifornische Hersteller nicht nur einfach eine LED für die Ruhezustandsanzeige, sondern lässt diese auch sanft pulsieren – wunderbar! Dieses Verhalten dürfte sich die 4G Systems XS Box GO abgeschaut haben, „atmet“ hier doch ebenso eine LED während des Betriebes. Im folgenden Video habe ich dieses Schauspiel einmal eingefangen – faszinierend und vollkommen ohne Sinn und Zweck, aber schön ;-).
Lieferumfang
Bevor ich noch einige Worte zum Webinterface verliere, noch ein kurzer Blick in den Inhalt – der recht schmucklosen – Box. Neben dem Router erhält man ein passendes USB-Kabel und – sehr löblich – ein USB-Netzteil. Die beiliegende kurze Anleitung dürfte die wichtigsten Fragen beantworten. Übrigens: Diese liegt komplett in deutsch vor, und nur in dieser Sprache. Eine wohltuende Ausnahme in dieser globalisierten Welt, in der Benutzerbücher meist den Umfang der heiligen Schrift einnehmen und ein babylonisches Sprachenwirrwarr aufweisen.
Konfiguration der 4G Systems XS Box GO
Wie auch bei der Konkurrenz erfolgt die Konfiguration mittels Webinterface (zu erreichen über http://192.168… bzw. http://xsboxgo). Auch dieses ist komplett in deutscher Sprache gehalten und eine Eigenentwicklung des Herstellers. 4G Systems bemüht sich ohne Zweifel wesentlich besser und erfolgreicher als bspw. TrekStor bei der Adaption der Huawei-Technik – die XS Box GO ist tatsächlich ein eigenständiges Produkt und kein Klon. Ein wichtiger Hinweis sollte nicht unerwähnt bleiben, der Hersteller liefert den Router ohne aktive WLAN-Verschlüsselung aus. Man tut gut daran, nach Inbetriebnahme diese im Webinterface einzustellen – WPA2-Unterstützung bietet das Gerät übrigens. Ebenso sind im Webinterface mehrere APN-Voreinstellungen der Netzprovider sicht- und wählbar. Allerdings erkennt die XS Box GO SIM-Karten auch automatisch und wählt zunächst selbstständig die passende Einstellung. Selbstverständlich lassen sich die APN-Einstellungen auch manuell verwalten.
Eine weitere Besonderheit fiel mir auf, die mich vor allem auch als Mac-User begeistert. Sollte eine Micro-SD-Karte eingelegt sein, kann diese am Rechner über SMB gelesen und beschrieben werden. Hierzu gibt man unter Mac OS X > Gehe zu > Mit Server verbinden einfach die IP (192.168…) des Routers ein und schon erscheint die SD-Karte als Laufwerk auf dem Desktop. Hat man keine Sicherung eingestellt, lauten Benutzernamen und Passwort einfach „admin“ – eine Sicherung mit eigenem Passwort und Namen (im Webinterface einzustellen) ist jedoch ratsam.
Fazit
Die 4G Systems XS Box GO ist eine gute Alternative zum Huawei E5. Wer auf das Punktmatrixdisplay verzichten kann (was unter Sonnenbestrahlung eh nutzlos ist), erhält mit der XS Box GO einen leistungsfähigen UMTS-WLAN-Router. Die gute (deutsche) Dokumentation und der günstige Preis von derzeit 119,90 Euro machen die Entscheidung nochmals einfacher – zumal der Huawei E5 immer noch nicht wieder lieferbar ist, die XS Box GO obgleich schon.


















