Powerline im Praxistest: devolo dLAN 550+ Starter-Kit

von Dirk Lindner

· 5 min Lesezeit

Powerline im Praxistest: devolo dLAN 550+ Starter-Kit

Die Mehrheit der Deutschen – knapp 60 Prozent um genau zu sein – wohnt zur Miete. Und wer wie ich als gewöhnlicher Mieter gern von einem schnellen Netzwerk profitieren möchte, stößt zwangsweise irgendwann auf folgendes Problem: LAN-Kabel liegen nur sehr selten schon vorverlegt in der Wohnung. Selbstständiges Verlegen um Türrahmen herum und durch Schwellen und Co. hindurch ist aufwändig und oft mit optischen Unschönheiten verbunden. Fachgerechtes Kabelverlegen mit Fräßkanälen im Boden und neuen Steckdosen in der Wand stößt unweigerlich auf mietrechtliche Implikationen.

Was tut also der vom unzuverlässigen WLAN geplagte Internetnutzer? Er schaut sich nach Alternativen um. Und genau so eine Alternative stellt devolo mit dem dLAN 550+ WiFi Starter-Kit zur Verfügung.

Einfache Einrichtung, alltagstaugliche Performance

PRO
    Einfache Einrichtung
    Praktische App zur Konfiguration
    Verschlüsselte Verbindung
    alltagstaugliche Geschwindigkeit
CONTRA
    LAN-Ports unterstützen nur 100 MBit/s
Gesamtbewertung 4

Powerline-Set ausgepackt

Das Starter-Kit kommt im kompakten Papp-Karton daher und ist schnell ausgepackt. Darin finden sich neben den beiden dLAN-Adaptern noch ein kurzes Netzwerkkabel und eine Kurzbeschreibung – so weit, so spartanisch. Hier hätte devolo ruhig noch ein zweites Netzwerkkabel beilegen können, damit der Nutzer auf der Gegenseite gleich das zu verbindende Gerät per Kabel anschließen kann.

Das devolo-Set kommt im kompakten Karton daher...
Das devolo-Set kommt im kompakten Karton daher...
...und präsentiert sich mit spartanischem Lieferumfang
...und präsentiert sich mit spartanischem Lieferumfang
Die beiden Zwischenstecker überzeugen...
Die beiden Zwischenstecker überzeugen...
...mit guter Verarbeitung
...mit guter Verarbeitung

Ausstattung und Funktionsumfang

Das devoloStarter-Kit geht mit einem guten Funktionsumfang an den Start: Das Set besteht aus zwei Steckern, die beide auch die eigentliche Steckdose durchschleifen. Im Gegensatz zu manch anderen Powerline-Adaptern geht hier also schon mal keine Steckdose verloren und obendrein fungieren beide Zwischenstecker auch noch als Netzfilter – sehr gut.

Eine der beiden Steckdosen des Starter-Kits ist zum Anschluss an den Router gedacht, die zweite soll verbessertes WLAN am Einsteckort zur Verfügung stellen und bringt gleich noch einen LAN-Port mit.

Aufbau & Einrichtung Einstecken & Loslegen

Aufbau und Einrichtung des Starter-Kits gestalten sich einfach: Einstecken, Verbinden und Anlernen per Knopfdruck – Das war’s. Die Netzwerkverbindung steht schnell zur Verfügung und ist bereits mit dem Pairing per Knopfdruck verschlüsselt. Zusätzlich lässt sich per WPS mit einem Knopfdruck die bestehende WLAN-Konfiguration des Routers übernehmen.

Dabei spannt der Devolo-Stecker zwar ein zweites Netzwerk auf, übernimmt dabei jedoch per WiFi Clone perfekt die Rolle der Netzwerkerweiterung ein: Hier müssen keine Geräte neu eingebucht oder neue Passwörter vergeben werden. Notebook und Tablet profitieren so ganz einfach von der vergrößerten WLAN-Reichweite.

Ein Stecker gehört in die Nähe des Routers
Ein Stecker gehört in die Nähe des Routers
Während das Gegenstück die Verbindung dann per (W)LAN bereitstellt
Während das Gegenstück die Verbindung dann per (W)LAN bereitstellt
Fertig angeschlossen und betriebsbereit
Fertig angeschlossen und betriebsbereit

Geschwindigkeit im Praxisbetrieb

Kommen wir zum wichtigsten Teil des Testberichtes: Die erreichbare Geschwindigkeit. Eins vorne weg: Powerline ist für eher die Mittel- und Langstrecke geeignet, das heißt für Umgebungen in der bisher nur schlechter oder gar kein Internet-Empfang vorhanden war, wie in sehr großen Wohnungen oder Einfamilienhäusern. Dank der Datenübertragung über die Stromleitung bietet sich Powerline auch für Wohnungen und Häuser mit dicken Wänden oder Stahlbeton an.

Der Hersteller wirbt mit einer Bandbreite von 500 Megabit pro Sekunde, wobei es sich jedoch um eher einen theoretischen Wert zum maximalen Durchsatz handelt. In der Praxis liegen die Werte weit darunter. Auf der WLAN-Seite schafft der devolo 550+ WiFi dank WLAN-n maximal 300 Megabit pro Sekunde und per Fast-Ethernet maximal 100 Megabit pro Sekunde. Das genügt für die meisten Anwendungsfälle im Alltag jedoch vollkommen.

Zum eigentlichen Testaufbau: Ich teste im heimischen WLAN, bereitgestellt von einer FRITZ!Box 6490 an einem Internetanschluss mit einer Download-Bandbreite von 100 Megabit pro Sekunde. Im Laufe des Tests werde ich dabei Up- und Download-Raten von und zu meinem NAS und  den Download vom Internet testen. Im Idealzustand, wenn also der Rechner per LAN-Kabel mit dem Router verbunden ist, werden Lese- und Schreibraten von und zum NAS von netto 45 Megabyte pro Sekunde erreicht, auch die Verbindung ins Internet kommt auf echte 100 Megabit pro Sekunde bzw. 12,5 Megabyte pro Sekunde im Download – soviel also zum maximal erreichbaren Rahmen.

Transferraten

EmpfangenSenden
NAS-Zugriff per LAN-Kabel45 MB/s45 MB/s
Internetdownload per LAN-Kabel12,5 MB/s
NAS-Zugriff per WLAN direkt7,4 MB/s7,7 MB/s
Internetdownload per WLAN direkt11,1 MB/s
NAS-Zugriff per devolo-LAN-Port4,0 MB/s5,5 MB/s
Internetdownload per devolo LAN-Port7,1 MB/s
NAS-Zugriff per devolo-WLAN2,1 MB/s3,5 MB/s
Internetdownload per devolo-WLAN6,5 MB/s

 

In meinem Falle verhilft mir das Devolo-Kit also nicht zu höheren Geschwindigkeiten, die erreichbaren Übertragungsraten sind leider in allen Fallen geringer als die ursprüngliche WLAN-Verbindung. Interessanter Nebenfakt: Die reine Powerline-Verbindung zwischen den Adaptern bringt es durchaus auf rund 300 Megabit pro Sekunde oder mehr – doch einen wirklichen Nutzen hat der Kunde davon mangels dünnem 100-Megabit-LAN-Ausgang nicht. Hierbei sei nochmal auf die Einschränkungen verwiesen, die ich schon weiter oben beschrieben habe.

Konfiguration und Geschwindigkeit immer im Blick
Konfiguration und Geschwindigkeit immer im Blick
Die Leuchtdioden der Stecker lassen sich bei Bedarf deaktivieren
Die Leuchtdioden der Stecker lassen sich bei Bedarf deaktivieren
Die Powerline-Verbindung bringt es im Test auf etwa 300 MBit/s
Die Powerline-Verbindung bringt es im Test auf etwa 300 MBit/s
Doch leider haben die LAN-Ports nur max. 100 MBit/s – schade
Doch leider haben die LAN-Ports nur max. 100 MBit/s – schade

Fazit Einfache Einrichtung, mittelmäßige Geschwindigkeit

Einrichtung und Konfiguration des devolo dLAN 550+ Starter Kit gestalten sich denkbar einfach. Auch Laien gelingt das sicher und schnell. Dank WiFi Clone entfällt die zusätzliche Konfiguration des neu aufgespannten WLANs und so lässt sich die vergrößerte WLAN-Reichweite schnell genießen.

Mit dem devolo-Set lässt sich auch in entlegenen Ecken oder anderen Stockwerken schnell und leicht eine Internetverbindung herstellen. Dennoch bleibt die 100-Megabit-Anbindung der LAN-Anschlüsse der Flaschenhals des Systems. Für den Datentransfer ist das Kit somit eher weniger geeignet, zum Surfen im Internet oder Streamen von Videos reicht es jedoch allemal.

Anspruchsvolle Netzwerknutzer, denen ihre WLAN-Geschwindigkeit nicht mehr ausreicht und die große Datenmengen austauschen wollen, sollten jedoch auf ein schnelleres Powerline-Set setzen. Dafür gibt es zum Beispiel das Devolo 1200-Mbit-Set, dass dann noch mehr Bandbreite herauskitzeln sollte und auch über Gigabit-LAN-Anschlüsse verfügt.

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