Kingston Fury Renegade im Test – Schneller als die Playstation erlaubt

von Jenny Gringel

· 7 min Lesezeit

Kennt ihr das auch, ihr kommt nach Hause mit einem neuen Spiel in der Hand, freut euch, den Feierabend beim Zocken ausklingen zu lassen, aber sobald die CD im Laufwerk landet, erscheint der „Nicht genug Speicherplatz vorhanden“-Screen. Was soll nun von der Festplatte gelöscht werden? Denn, sind wir mal ehrlich, auch wenn man sie nie spielt, alle Games müssen spielbereit installiert sein. Der nicht mal ein Terabyte große Speicher meiner Playstation 5 gibt auch nicht gerade viel her. Und die ein Terabyte große NVMe SSD, die ich schon nach einem Jahr einbauen musste, ist auch schon so gut wie voll. Kein Wunder bei Spielen wie Spiderman 2, die gut 90 Gigabyte einnehmen.

Die Lösung? Eine größere SSD muss her! Hier kommt die Kingston Fury Renegade SSD mit starken vier Terabyte Speicher genau richtig. Sie kann jedoch nicht nur mit der Speicherkapazität glänzen, sondern soll die Lese- und Schreibgeschwindigkeit der ohnehin schon sehr schnellen SSD der Playstation 5 überbieten können. Ob das wirklich der Fall ist, wie die SSD in der PS5 Platz findet und auch wie sie am PC abschneidet, erfahrt ihr jetzt.

schnell, schneller, Kingston Fury Renegade

Pro
  • volle 4 TB Speicherkapazität
  • sehr hohe Lese- und Schreibgeschwindigkeit
  • langlebig und mit 5 Jahren Garantie
  • mit Kühlkörper
Contra
  • (durch Kühlkörper klobiger als normale NVMe SSDs aber auch ohne erhältlich)
Unsere Gesamtbewertung5

Was sagt das Datenblatt?

Schauen wir uns erstmal die technischen Spezifikationen der Kingston Fury Renegade an. Mit einer Lesegeschwindigkeit von bis zu 7.300 Megabyte pro Sekunde und einer Schreibgeschwindigkeit von bis zu 7.000 Megabyte pro Sekunde ist sie eine der schnellsten auf dem Markt. Als Schnittstelle kommt PCIe 4.0 zum Einsatz. Falls ihr euren PC umrüstet, achtet darauf, dass euer Mainboard die richtige PCIe-Schnittstelle besitzt.

An Speicherkapazität habt ihr die Auswahl zwischen 500 Gigabyte und ein, zwei oder vier Terabyte. Mir steht für diesen Test die  Version mit vier Terabyte zur Verfügung. Die Lebensdauer wird mit 500 Tera- bis vier Petabytes TBW (Total Bytes Written = wie viele Bytes beschrieben werden können) und 2.000.000 Stunden MTBF (Mean Time Between Failures = durchschnittliche Dauer, bis ein Fehler auftritt) angegeben und es gibt fünf Jahre Garantie. Heruntergebrochen bedeutet das: Ihr solltet für einige Jahre keine Sorgen haben, dass die SSD ausfallen könnte. Ein Kühlkörper ist ebenfalls bereits an der Kingston Fury Renegade installiert, sodass sie gleich in die PS5 wandern kann.

Einbau in der Playstation 5

Apropos Playstation 5, kommen wir als nächstes zum Einbau. Bei der Konzeption der Konsole hat Sony wirklich mitgedacht. Der Schacht für die einzubauende SSD ist einfach zu erreichen und man muss nicht die halbe Konsole zerlegen. Um den Schacht offen zu legen, schiebt oder – wie ich es lieber mache – hebelt ihr die Abdeckung auf der Seite des Laufwerks, beziehungsweise der Unterseite, auf. Schaut in welche Richtung die Haken zeigen, die die Platte mit der Basiseinheit verbinden und hebelt die Platte in dieselbe Richtung auf. Habt ihr das geschafft, braucht ihr nur noch einen Schraubendreher und entfernt die Platte über dem Schacht. Jetzt nur noch die SSD richtig herum reinstecken und sie mit einer Schraube im Schacht befestigen. Setzt zum Schluss die Abdeckung wieder obendrauf und die SSD ist einsatzbereit. Wie ihr eine SSD in einem PC installiert, erklärt euch Marcel im Testbericht zur Kingston NV1.

Test in der Playstation 5

Genug über Daten geredet, kommen wir zum eigentlichen Test. Ich fange mit der Playstation an, schaue, welche Geschwindigkeit sie mir ausgibt und vergleiche das Ganze sowohl mit der internen SSD als auch mit meiner WD_BLACK SN850, die damals von Sonys Chefarchitekt Mark Cerny persönlich empfohlen wurde. Ein paar Vergleiche mit Ladezeiten dürfen auch nicht fehlen.

Nach der Installation und Formatierung zeigt mir die Playstation erstmal die Lesegeschwindigkeit an, 6.488 Megabyte pro Sekunde. Das sieht schon mal nicht schlecht aus. An die versprochenen „bis zu 7.300 Megabyte pro Sekunde“ kommt das allerdings leider nicht heran. Aber das sollte niemanden entmutigen, denn die Praxis ist das, was zählt. Zum Testen habe ich vier mehr oder weniger aktuelle Titel herausgesucht. Einmal God of War Ragnarök, Spiderman 2, Final Fantasy 16 und das schon etwas ältere Cyberpunk 2077, welches mich zum Release damals auf der Playstation 4 schon fast gequält hat mit Ladezeiten.

Getestet habe ich sowohl, wie lange der Start dauert, als auch die Ladezeiten, wenn eine Schnellreise gemacht wird. Es wurde immer derselbe Spielstand genutzt, als auch zu denselben Orten gereist.

Schnell fällt auf: Die Playstation 5 ist schnell, egal, ob mit der eingebauten SSD, meiner WD_BLACK SN850 oder der Kingston Fury Renegade. Bei Spiderman 2 und Final Fantasy 16 bin ich nach wenigen Sekunden sofort im Geschehen. Die WD_BLACK SN850 ist jedoch durchweg die langsamste, hinkt aber auch nur wenige Millisekunden hinterher. Die Kingston Fury belegt den ersten Platz.

In God of War Ragnarök und Cyberpunk 2077 verbringt man etwas länger im Ladebildschirm. Wieder ist die WD_BLACK der Verlierer und die Kingston Fury kann die kürzesten Ladezeiten verzeichnen. Im Vergleich bringt sie euch zirka drei Sekunden schneller in die Welt von God of War. Die Schnellreise ist ein wenig schwierig zu vergleichen, da der Ladebildschirm von einer Art „Zwischenwelt“ übernommen wird, in der nach Beenden des Ladevorgangs ein Portal erscheint, zu dem man rennen muss. Wie genau meine Messungen sind, ist also fraglich. In Cyberpunk 2077 bin ich mit der Kingston Fury fast vier Sekunden schneller als mit der WD_BLACK. Allerdings hat sich das Spiel zwischen meinem Test mit der Playstation 5 SSD und der Kingston Fury aktualisiert, was womöglich erklärt, warum die Ladezeit der eingebauten SSD um 15 Millisekunden kürzer ist als die der Kingston Fury. Alle meine Messergebnisse findet ihr in der nachfolgenden Tabelle.

Test im PC

Für den PC-Test musste ich mir Hilfe in der Form des PCs eines Freundes holen, deswegen fällt der Test an dieser Stelle etwas kleiner aus. Im PC verbaut sind:

Für den Test habe ich CrystalDiskMark durchlaufen lassen sowie Cyberpunk 2077 noch einmal auf Lade- und Startzeit überprüft. Zum Vergleich habe ich mir außerdem die Ladezeiten der verbauten SSD angesehen.

Schauen wir uns die Daten von CrystalDiskMark an. Die versprochenen 7.300 Megabyte pro Sekunde können annähernd gehalten werden. Scheinbar limitiert die Playstation 5 die Kingston Fury Renegade sogar. Auch die angegebene Schreibgeschwindigkeit sehe ich mit 6.953 Megabyte pro Sekunde als erfüllt.

Kommen wir zum letzten Test. Wie schneidet Cyberpunk 2077 nun auf dem PC ab? Die verbaute Samsung 980 NVMe SSD besitzt nur eine maximale Lese- und Schreibgeschwindigkeit von 3.500 Megabyte pro Sekunde und 3.000 Megabyte pro Sekunde, ist also nur zirka halb so schnell wie die Kingston Fury. Das sehen wir auch im Test.

Mehr als fünf Sekunden schneller starte ich in Night City oder Schnellreise durch die Stadt. Im Vergleich zur Playstation 5 wird ebenfalls nochmal zirka eine Sekunde Zeit gespart.

Fazit

Ich fasse zusammen: Die Kingston Fury Renegade ist schneller als alle SSDs die mir bisher untergekommen sind. Zudem ist sie auf Langlebigkeit ausgelegt. Ich bin mir sicher, dass sie auch die Playstation 5 sowohl physisch als auch leistungstechnisch überleben wird und damit eine gute Investition darstellt. Für aktuell 419 Euro kostet euch der Byte kaum mehr als einen Euro.

Würde ich also eine Kaufempfehlung aussprechen? Definitiv! Falls euer Speicher knapp wird oder die alte SSD oder sogar HDD aus dem PC-Gehäuse verschwinden soll, seid ihr mit der Kingston Fury Renegade bestens für die nächsten Jahre versorgt.

Kingston Fury Renegade im Cyberport-Shop

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