Jawbone BIG JAMBOX im Test

von Ben Walther

· 6 min Lesezeit

Großer Komfort, großartiger Klang und das Gefühl, live auf dem Konzert zu sein
Dass großartiger Klang nicht zwangsläufig etwas mit Größe zu tun hat, bewies Mitte Februar die Jawbone JAMBOX in unserem Produkttest. Umso größer war meine Freude, als mein geschätzter Kollege aus dem Cyberport-Produktmanagement vorbeischaute und mir die Jawbone BIG JAMBOX vorbeibrachte. Die große Schwester der kleinen, handlichen JAMBOX also? Keine drei Sekunden später war die Produktverpackung weg und die BIG JAMBOX lag in meiner Hand. Ja, sie ist größer geworden, passt aber immer noch locker in eine Hand. Wenn der Klang genauso zugelegt hat wie die Maße und das Gewicht, dann kann ich mich auf etwas gefasst machen – und die Kollegen im Marketing ebenso.

„Fast 200 Euro sind natürlich kein Pappenstiel, aber der Preis wird gerechtfertigt durch die Top-Verarbeitungsqualität, den sehr guten Sound wie auch den innovativen Mehrwert, der mir durch MyTalk geboten wird.“ (Produkttest Jawbone JAMBOX)

Bevor ich mich der neuen BIG JAMBOX genauer widme, heißt es, beide Vertreter von Jawbone zu vergleichen.

JamboxBigJambox
Größe151 x 57 x 40 mm256 x 80 x 93 mm
Gewicht0,34 kg1,23 kg
Akkulaufzeit10 Stunden15 Stunden
Passive Bassradiatoren12
LiveAudioKostenlose Aktualisierung auf MyTALKIntegriert
Farben/DesignsRed Dot, Black Diamond, Blue Wave, Grey HexRed Dot, Graphite Hex, White Wave
Tasten und BedienelementeTalk, Lautstärke senken/erhöhen, Ein/Aus-/Pairing-SchalterTalk, Abspielen/Anhalten, Weiter, Zurück, Lautstärke senken/erhöhen, Ein/Aus, Pairing-Taste
ZubehörUSB-Kabel, Stereokabel, Ladegerät, SchutzhülleUSB-Kabel, Stereokabel, Ladegerät, (Tragetasche separat erhältlich)

Der erste Eindruck zählt: Die BIG JAMBOX hat ordentlich zugelegt

Mit ihren Abmessungen von 256 x 80 x 93 mm bietet die BIG JAMBOX ca. 5,5-mal so viel Volumen, woraus sich ein hoffentlich brachialer Sound entwickelt. Dass sich nicht nur die Größe geändert hat, beweist ein Blick auf die Waage. Waren es bei der kleinen Schwester noch süße 340 Gramm, sind es hier stattliche 1,23 Kilogramm: ein Plus von über 360 Prozent. Nur gut, dass uns solch ein Schock beim allmorgendlichen Tritt auf die Personenwaage erspart bleibt.
Ansonsten hat sich in Sachen Design wenig getan, warum auch? Schon bei Test im Februar gefiel mir das schlichte Äußere. Verdoppelt hat sich die Anzahl der Buttons auf der Gehäuse-Oberseite. Neben dem gewohnten Talk-Button und den beiden Lautstärketasten sind noch Play/Pause- sowie Vor- und Zurück-Button dazugekommen. An der rechten Gehäuseflanke sitzen die Ein/Aus- und die Pairing-Taste, der Klinken- und Mikro-USB-Eingang sowie der Anschluss für das Ladegerät. Gummierte Füßchen sorgen für sicheren Halt.

Im Lieferumfang ist (fast) alles enthalten, was die Jawbone BIG JAMBOX benötigt: Netzteil, Mikro-USB-auf-USB-Kabel, ein schickes Flachband-Klinkenkabel. Einzig eine Tragetasche wie bei ihrer kleinen Schwester fehlt der BIG JAMBOX. Diese ist separat erhältlich.

Durchdachtes Konzept mit interessanten Zusatzfunktionen und kleinen Problemen

Wisst ihr, was mich bei gewöhnlichen Speaker Docks für meine iOS-Geräte am meisten stört? Das Dock. Was nützt mir das Dock, wenn es auf der anderen Seite des Raumes steht und ich weder sehe, wo ich mich in der Playlist befinde noch, wie der Song heißt, der gerade für Stimmung sorgt? Auch Steve Jobs wird dies gestört haben, weshalb seit zwei Jahren Apple AirPlay nicht nur für kabelloses Musikgenuss sorgt. Der Tod für Bluetooth? Keineswegs. Jawbones JAMBOXen unterstützen kein AirPlay oder WLAN, weshalb man auf Bluetooth zurückgreifen muss. Damit die zusätzlichen Treiber in der BIG JAMBOX nicht die Akkulaufzeit der Box verschlechtern, wurde nachgerüstet. 15 Stunden lassen sich sehen, aber vor allem hören. In meinem Test kam ich annähernd an diesen Wert heran. Genug Power also, um bei einer langen Partynacht nicht schlapp zu machen.

Beindruckend fand ich bereits bei der Original-JAMBOX, dass ich sie dank MyTalk zu meiner ganz persönlichen JAMBOX machen kann. Nicht nur für Software-Updates und Zusatz-Apps ist MyTalk da, ich kann damit auch die Stimme meiner JAMBOX ändern, die mir sagt, dass das Bluetooth-Gerät verbunden wurde, oder die Einstellungen ändern. Sogar einen eigenen Namen kann ich ihr geben. Ich kann über sie auch E-Mails oder Textnachrichten diktieren. Außerdem dient sie mir als perfekte Freisprechanlage für Telefongespräche oder Videochats mit FaceTime. MyTalk, die perfekte Verschmelzung von Musiker/in und Sekretär/in? Klingt gut.

Womit wir schon beim guten Klang wären. Leider steht mir die JAMBOX aus dem damaligen Produkttest nicht mehr zur Verfügung, sodass kein direkter Vergleich möglich ist, doch den brauche ich auch nicht. Verglichen mit größeren Speaker Docks aus dem Cyberport-Sortiment, muss sich die BIG JAMBOX nicht verstecken. Ganz im Gegenteil, es müssten sich ganz andere Kontrahenten in die Ecke stellen und schämen. Angesichts der geringen Größe kann man nur den Hut ziehen. Chapeau!

Schon der eigentliche Klang ist berauschend, doch LiveAudio sorgt für Gänsehaut und einen Sound, als stünden die Turntablerocker, Lana Del Rey oder Iron Maiden direkt vor mir auf der Bühne. LiveAudio sorgt für ein dreidimensionales Hörerlebnis mit toller Detailtreue und Tiefe, so wie ich sie von meinen teuren Kopfhörern gewohnt bin. Realistischer habe ich Musik auf meinen aktuellen Boxen nicht gehört. Wow!
Laut Jawbone ist die JAMBOX der weltweit erste im Handel erhältliche Speaker mit 3D-Audio. Dafür verantwortlich ist die BAACH 3D-Soundtechnologie von Edgar Choueiri, Professor an der Princeton University. Der Unterschied ist wirklich nicht in Worte zu fassen. Wie Tag und Nacht. Einmal ausprobiert, wechselt man nicht mehr zurück. Vor allem bei Iron Maidens Album „Flight 666“ ist der Unterschied gigantisch. Als würde man mit den Jungs um die Welt touren. Ich weiß, es ist schwierig, euch das Sound-Erlebnis zu vermitteln…

Kurzum: Der Klang ist beeindruckend. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie es wäre, wenn Jawbone sich entscheiden sollte, die JAMBOX auf die Größe einer Geneva Lab L anwachsen zu lassen. Und selbst die hat größere Schwestern hinter sich stehen. Ich habe versucht, die BIG JAMBOX mal voll aufzudrehen, aber keine Chance, wenn man sich in einem kleinen Raum befindet. In größeren Räumlichkeiten und mit genügend Abstand ist es sicher möglich, allerdings muss man aufpassen, dass die Box nicht übersteuert.

Die Verbindung per Bluetooth zwischen iPhone und JAMBOX funktionierte problemlos. Einzig der Arbeits-iMac zickte ein wenig, die Lautstärke änderte sich permanent ohne erkennbaren Grund. Die Verbindung per Klinkenkabel sorgt für einen störungsfreien Musikgenuss. Was mich allerdings stört, ist das Feature Simultanes Multipoint. Dieses ermöglicht eine Verbindung von zwei Geräten gleichzeitig mit der BIG JAMBOX. Ist gut gedacht, um schnell mal von einem auf das andere Gerät zu wechseln, ohne Zeit für das Pairen zu vergeuden. Aber wenn ihr solche Kollegen um euch habt wie ich, kann das schnell zum Problem werden: Kollege A beschallt das Büro mit seiner Musik und zack, funkt Kollege B dazwischen und übernimmt das Ruder. Drückt Kollege A erneut auf Play, ist er wieder am Zug. Einzige Lösung: BIG JAMBOX ausschalten. Das tue ich aber ab sofort nur noch sehr ungern.

Fazit: Größe ist nicht alles. Wahre Größe kommt von innen

Wow! Mehr bedarf es nicht, um in Worte zu fassen, was ich nach dem Test der BIG JAMBOX von Jawbone zu sagen habe. Knackiger Sound, egal ob Hiphop, Elektro, Klassik oder Rock. Aktiviert man auch noch LiveAudio, legt sich auf die Wiese und schaut zum Klang von Lana Del Reys zerbrechlicher Stimme in den Himmel, kommt man ins Träumen und Schwärmen. Man fühlt sich, als schwebe sie um einen herum und singe nur für einen selbst. Ein Traum, der zu schön ist, um wahr zu sein.
Einzig die Möglichkeit, dass sich ein zweites Gerät mit der JAMBOX verbinden und meinen Musikgenuss unterbrechen kann, sowie die fehlende Transporttasche trüben ein wenig den sehr guten Gesamteindruck. Ansonsten ist mein Rat: kaufen, auch wenn die 299,90 Euro auf den ersten Blick viel erscheinen. Die Jawbone BIG JAMBOX ist es wert. Für 100 Euro weniger bekommt ihr mit der Jawbone JAMBOX die kleinere Version, die sich trotzdem nicht verstecken muss.

Folgendes YouTube-Video zeigt den Unterschied zwischen der Original-JAMBOX und der BIG JAMBOX:

Xiaomi 17 im Test bei Cyberport

Produkttest

von Stephanie Beyer

Xiaomi 17 im Test: Kompakteres Flaggschiff mit Premium-Anspruch

Xiaomi 15TPro

Tablet & Smartphone im Test

von Stephanie Beyer

Xiaomi 15T Pro im Test: Oberklasse ohne Kompromisse?

Samsung Galaxy Tab A11+ 5G

Tablet & Smartphone im Test

von Stephanie Beyer

Samsung Galaxy Tab A11 Plus 5G im Test

Motorola Edge 70

Tablet & Smartphone im Test

von Stephanie Beyer

Motorola edge 70 im Test

Thumbnail Beitrag Samsung Galaxy S25 FE

Tablet & Smartphone im Test

von Simone Hartmann

Samsung GALAXY S25 FE im Test

Tumbnail Test Google Pixel 10

Tablet & Smartphone im Test

von Simone Hartmann

Google Pixel 10 Test – KI-stark und eines der besten Smartphones 2025

Nothing Phone 3 Test

Tablet & Smartphone im Test

von Simone Hartmann

Nothing Phone im Cyberport Produkttest

Lautsprecher & Kopfhörer im Test

von André Nimtz

Nachhaltig und klangstark? Our Pure Planet Signature Headphones im Test

Haushaltsgeräte im Test

von André Nimtz

Kompakter Kühl-Profi: Dometic CFF 18 Kompressorkühlbox im Test