iPad-App-Test: WIRED

von joerg-pittermann

· 2 min Lesezeit

iPad-App-Test: WIRED

Gutes Beispiel für zukünftige Zeitschriftenformate
Mit dem iPad kommen viele neue Medienformate auf uns zu: Bücher, Magazine, Zeitungen – alle in digitaler Form und folgerichtig ein wenig anders und mit speziellen Extras als bisher. Sicherlich ist das iPad nur ein erstes Bespiel für das was noch kommen wird, indes bei mittlerweile mehr als drei Millionen verkauften Exemplaren hat Apple schon in der kurzen Zeit ein komplettes Marktsegment aufgerollt und einen Marktführer hervorgebracht, an dem die Medienwelt wohl nicht mehr vorbei kommen wird. Im Übrigen nicht nur wegen der vielen Kunden, die von Apple brav auf das Bezahlen von Inhalten konditioniert worden, sondern auch aufgrund der schon recht guten digitalen Magazine für das iPad, wie das Beispiel „WIRED“ aufzeigt.
WIRED
WIRED ist ein US-Amerikanisches Magazin, das beständig aufzeigt, wie Technologie in allen Facetten unser täglichen Leben, unsere Kultur, die Wirtschaft und die Politik verändert und beeinflusst. Ich lese Wired sehr gerne, auch wenn es in Deutschland leider nicht überall erhältlich ist bzw. zum Standardportfolio der Zielgruppe gehört. Aber jetzt gibt’s ja endlich die digitale Version, die ich jederzeit über den App-Store kaufen kann. Eigentlich ist es schon fast ein Witz, dass ein so Technologie-orientiertes Magazin so lange Zeit auf traditionellem Papier publiziert werden musste, bevor es erstmalig mit der Juni-Ausgabe digital wurde.

iPad-App von WIRED“

Der Kauf
Bisher konnte man einfach im App-Store auf „Kaufen“ klicken und 527 MB später konnte man einfach auf die App klicken und das grandiose Cover mit Toy Story 3 (Ausgabe Juni) erscheint. Mittlerweile erfolgt der Erwerb der Ausgaben (bisher für Juni und Juli) über kostenpflichtige In-App-Käufe der kostenlosen WIRED-App fürs iPad. Pro Ausgabe wird hierfür ein Obolus von 2,99 Euro fällig. Direkt auf dem Cover gibt es schon den ersten digitalen Bonus, ein kurzer Ausschnitt aus dem grandiosen Film Toy Story 3. Weiterhin kann auf dem Cover direkt schon per Link zu den entsprechenden Reportagen gesprungen werden.

Das Lesen
Egal ob im Portrait- oder Landscape-Modus; dass Lesen macht auf dem iPad viel Spaß. Allerdings muss man sich etwas umgewöhnen, denn es gibt viele verschiedene Arten, das Wired-Magazin zu lesen. Ob Herumscrollen oder in der Listenansicht zu der gewünschten Seite springen oder einfach im Thumbnail-Modus die Wunschseite auswählen – man kann sich praktisch ständig neu entscheiden. Die Hauptattraktion ist natürlich die Interaktion, die man mit der App geliefert bekommt. Ob 360-Grad-Fotos beim Artikel über die Mars-Invasion oder Videos bei anderen Geschichten, es wird der Eindruck erweckt, manchmal mehr eine Website zu durchstöbern als eine klassische Zeitschrift. Toll sind die hochauflösenden Bilder in den Artikeln, die man bestaunen kann. Die Farben sind knackig und kommen wirklich gut an, ich finde sogar wesentlich besser als in der Papierausgabe. So macht das Lesen richtig Freude.

Das Negative
Es ist verdammt viel Werbung dabei. In einer normalen Zeitschrift verstehe ich das, schließlich fallen Kosten für Papier, Auslieferung, Vertrieb und so weiter und sofort an, aber bei einer digitalen Ausgabe? Hier spart sich der Verlag doch die jeweiligen Zusatzausgaben. Aber dies entspricht demselben Dilemma wie in der Musik- und Filmindustrie. Etwas anderes was mich stört, ist der Umfang der App – mit über 500 MB ist das Ding wirklich sehr groß und der Download kann manchmal was länger dauern. Dafür ist aber auch ordentlich Content drin.

Fazit
Ja, der Kauf lohnt sich – denn die Inhalte sind eh sehr gut (wie immer bei WIRED) und der zusätzliche Content erfreut den Leser. Zeitschriften sollten ab jetzt immer so dargeboten werden, der eingeschlagene Weg ist definitiv der Richtige.

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