Internet Explorer 8 – Test
Internet Explorer 8 – Test
Microsofts Neuer
Damit wir den Wünschen unserer Leser Rechnung tragen und nicht nur über Apple-Produkte berichten, gibt es heute auch einen kleinen Test zu Microsofts neuester Errungenschaft, dem Internet Explorer in der Version 8. Auch unabhängig von unserer Leserschaft muss schlicht und ergreifend der Marktdominanz des Internet Explorers Rechnung getragen werden, schließlich ist der IE Marktführer mit 65%. Microsoft hat lange Zeit die Bedeutung des Internets verschlafen und dann in einem Browserkrieg den Marktführer Netscape niedergerungen und ist im neuen Jahrtausend auf neue Konkurrenz gestoßen. Firefox, Chrome, Opera und Safari heißen die neuen Herausforderer, die Stück für Stück dem Marktführer die Marktanteile abknabbern.
Innovationen
Mit Web Slices möchte Microsoft eine Innovation in den Internet Explorer bringen. Ein Web-Slice ist ein Teil einer Webseite, die ein Benutzer abonnieren kann. Ändern sich der Inhalt dieses Ausschnitts, so wird der Inhalt automatisch nachgeladen. Praktisch ausgedrückt kann so eine Auktion beobachtet werden, ändern sich z.B. der Preis, so wird diese Information automatisch neu angezeigt, die gesamte Seite muss nicht neu geladen werden. Ähnlich wie Lesezeichen kann sich der Nutzer die Links zu Web-Slices im Favoritenmenü hinterlegen und diese direkt ansteuern. Mittels eines grünen Icons wird angezeigt, ob ein Webseitenbetreiber diese Funktionalität unterstützt.
Mit Schnellinfos kann der Nutzer das Internet noch schneller nutzen. Soll z.B. ein Begriff im Internet gesucht werden, so kann dieser markiert werden und dann erfolgt mittels Klicken der rechten Maustaste der Aufruf eines Kontextmenüs. Hier kann der markierte Begriff direkt an die Suchmaschine von Microsoft übergeben, übersetzt oder gebloggt werden. Hier stehen eine Reihe von Schnellinfos zur Verfügung. Neu ist diese Innovation nicht wirklich, nicht nur Opera benutzt diese Technik schon seit einiger Zeit.
Such-Vorschläge bei der Eingabe eines Begriffs in die Suchbox vom Internet Explorer – hier wird nicht nur die gewählte Suchmaschine, auch Wikipedia, und andere Suchanbieter lassen sich auswählen – angefragt, sondern auch das gesuchte Wort in den bereits besuchten Seiten gesucht. Ein nettes und praktische Feature, dass es dem Suchenden viel einfacher macht, dass zu finden was gesucht ist. Weil wir gerade bei der Suche sind, auch die inkrementelle Suche innerhalb der geöffneten Webseite erfolgt nun so wie es beim Firefox bekannt war. Der bisherige Suchdialog war einfach nur schlecht und lachhaft, schön das Microsoft auch hier mit der Konkurrenz gleichgezogen hat.
Tabs sind ein nettes Feature, so dass innerhalb einer geöffneten Webbrowserseite mehrere Webseiten aufgerufen werden können und dass kein Fensterchaos entsteht. Microsoft hat Jahre sehr geflissentlich über dieses Thema hinweggesehen und jetzt im Internet Explorer 8 endlich Tabs eingeführt. Die Tabs werden gruppiert und farblich gekennzeichnet, so dass ein einfacheres Arbeiten mit den Tabs möglich ist. Werden von einer Webseite mehrere Links in Tabs geöffnete, so werden diese gruppiert und in einer eigenen Farbe gekennzeichnet. Auch können Lesezeichen-Ordner in Tab-Gruppen geöffnet werden. Hier bietet die Konkurrenz „out of the Box“ noch nichts, aber es werden sicherlich die entsprechenden Add-Ons nicht lange auf sich warten lassen. Auch wird für jeden Tab ein eigener Prozess geöffnet, so wie in Google Chrome. Stürzt also eine Webseite ab, so muss nicht der gesamte Browser geschlossen werden, sondern nur der Tab der Webseite. Das erspart dann doch manchen Ärger. Auch dieses Feature klappt so zuverlässig wie bei den Konkurrenzbrowsern.
Die Adressleiste zeigt beim Eintippen einer neuen Adresse bereits besuchte Adressen und die Lesezeichen an – hier erfolgt dann eine meist schnellere Auswahl – denn die vorgeschlagenen Webseiten können dann schnell und zügig ausgesucht werden. Natürlich kann es die eine oder andere Überraschung geben, wenn etwas eingetippt wird, was vielleicht eine zuschauende Person nicht sehen soll – aber so ist halt das Leben. Auch hier hat Microsoft mit anderen Konkurrenten gleichgezogen.
Sicherheit
In Sachen Sicherheit war Microsoft noch nie berühmt, dies ist zum einen darauf zurückzuführen dass Microsoft nicht sicher programmiert hat (dass passiert auch jedem anderen Softwarekonzern), zum anderen auf die häufige Nutzung des IE im Internet, welche natürlich die Arbeit von kriminellen Elementen schneller bezahlt gemacht hat und zum dritten durch die User, die einfach alles anklicken was sich im Internet bewegt, ohne vorher nachzudenken. Microsoft hat hier bei dem neuen Internet Explorer 8 vieles eingebaut, was das tägliche Surfen sicherer macht. Es gibt Malware-Filter und einen verbesserten Phishing Schutz gegen Angriffe auf die Daten von Usern. Werden „gefährliche“ Seiten angesteuert, so erfolgt eine deutliche Warnung an den Nutzer.
Schnelligkeit
Wie schnell im Internet gesurft werden kann ist nicht nur eine Frage des Internetanschlusses, sondern auch eine Frage wie schnell der Browser den Seiteninhalt darstellen kann – gemeint ist hier das Rendern. Hier hat Microsoft die Engine deutlich verbessert und an mehr Webstandards angepasst. Damit werden Webseiten, die an die nicht ganz korrekten Webstandards von Microsoft angepasst wurden, nicht mehr richtig dargestellt, weil das Alte richtig, das Heutige falsch ist.
Benchmarks
Um Browser gegeneinander vergleichen zu können und um festzustellen, wie genau sich Browser an Webstandards halten, gibt es eine Reihe von Tests und Benchmarks. Der Acid3-Test überprüft die Einhaltung von fest definierten Webstandards. Hier schneidet der Internet Explorer 8 (wie die meisten anderen Browser) nicht gut ab, denn es werden nun mal nicht alle geforderten Webstandards eingehalten. Die Höchstpunktzahl beträgt bei diesem Test maximal 100 Punkte. An Benchmarks wurde die V8BenchmarkSuite und Peacekeeper genutzt. Im Vergleich sind der Internet Explorer 8, Firefox 3.07 und Chrome 2.0.16.91 (beta).
Fazit
Im Vergleich zu früheren Versionen ist Microsoft mit dem Internet Explorer 8 ein guter Wurf gelungen, der vieles besser und teilweise schneller macht. Aber, im Vergleich zu den Konkurrenten sieht Microsoft kein Land. Auch in Sachen Rendern wird Microsoft nicht so schnell vorne mitschwimmen, zu lange haben sie sich auf ihren Lorbeeren ausgeruht und sich auf die Kraft der Marktführerschaft verlassen. Jetzt werden sich wieder viele Menschen freuen, dass Microsoft nichts gebacken bekommt, aber für die Größe dieser Firma legt Microsoft doch noch ein gewisses Tempo an den Tag und lässt die Schmach sicherlich nicht so einfach auf sich sitzen. Und Microsoft hat hier an dieser Stelle den Willen gezeigt, im Rennen mitzumachen.










