HP Pavilion x360 15: Was kann das Mid-Price-Convertible?

von André Nimtz

· 9 min Lesezeit

HP Pavilion x360 15: Was kann das Mid-Price-Convertible?

Vielseitigkeit, Geschwindigkeit, Mobilität. Diese drei Punkte dürften den Grundgedanken hinter jedem Convertible ganz gut zusammenfassen. Die Wandlungsfähigkeit vom Notebook zum Tablet geht dabei meist einher mit geringem Gewicht und schneller Speicherlösung, aber auch mit vergleichsweise geringer Displaydiagonale und deutlich höherem Preis für ein überschaubares Maß an Leistung. Dennoch sind 2in1 die wohl aktuell attraktivsten Notebooks am Markt.

Was aber, wenn der 15-Zoll-verwöhnte Durchschnittsnutzer ebenfalls von den Vorteilen der Wandlungsfähigkeit eines Notebooks inklusive Touch-Bedienung profitieren möchte, ohne dabei knietief in die Tasche greifen zu müssen? Hierfür haben Hersteller wie HP Notebooks wie das Pavilion x360 15 entwickelt, das Freunden klassischer Notebook-Formate aktuelle Technik, satte Ressourcen und ein hochauflösendes Touch-Display an die Hand gibt. Auf dem Papier zumindest steht das Pavilion seinen Notebook-Konkurrenten in nichts nach und setzt auch beim Preis von 599 Euro einen treffenden Akzent. Werfen wir also einen Blick darauf, was das 2in1 kann.

Gutes Gesamt-Paket

PRO
    Gute Optik & Verarbeitung
    Lautstärkewippe wie beim Tablet
    Full-HD-Display mit guten Kontrasten & Farben
    Aktuelle Hardware inkl. Core i5
    8 Gigabyte RAM
    Tastatur mit Nummernblock
    Sehr guter Sound
    Generell geringe Betriebsgeräusche
    Ausdauernder Akku
CONTRA
    Maximale Displayhelligkeit gering
    Display spiegelt stark
    Kein SSD-Turbo
    Keine dedizierte Grafik
    Ungewöhnliche Tastenanordnung
    Keine Hintergrundbeleuchtung
Gesamtbewertung 4

Unboxing ohne Überraschungen

Woran erkennt man bereits beim Unboxing, dass es sich um ein Notebook der mittleren Preisklasse handelt? Richtig, nach der braunen Transport-Pappe kommt die Technik und nicht etwa ein weiterer Notebook-Karton. Das ist beim Pavilion x360 ebenso der Fall.

Auch das Zubehör zeigt sich aufs Wesentliche reduziert. Neben dem Notebook finde ich im Karton lediglich das Ladekabel in zwei Teilen und ein paar dünne Beileger-Heftchen. Adapter, Sleeves und Co. gibt es nicht, braucht es aber auch nicht, da das 2in1 mit Anschlüssen in klassischer Bauform daherkommt und in jede 15-Zoll-Notebooktasche passt.

Der Transport-Karton offenbart sich als einzige Verpackung.
Der Transport-Karton offenbart sich als einzige Verpackung.
Der Lieferumfang ist überschaubar.
Der Lieferumfang ist überschaubar.
Ladekabel in zwei Teilen
Ladekabel in zwei Teilen

Optik & Anschlüsse Hübsches Äußeres & gutes Anschluss-Portfolio

Optisch sticht das Pavilion x360 vor allem durch sein silbernes Chassis aus dem grau-schwarzen Plastik-Einerlei heraus. Das ist nicht ungewöhnlich für ein HP-Notebook, wobei sich hinter dem ansprechenden Äußeren aber auch nur Plastik verbirgt. Akzente bringt das Book in Form des silbernen HP-Logos sowie des schwarz abgesetzten Keyboards mit. Letzteres wurde links und recht des Touchpads durch silberne Streifen verziert – ein bisschen Optik ohne tiefere Bedeutung, aber ganz nett anzuschauen.

Was die Anschlüsse angeht ist das Pavilion durchaus vorzeigbar ausgestattet. Neben einmal USB 2.0 bringt das HP-Notebook auch einen HDMI-Anschluss sowie zwei USB-3.0-Ports mit. All das kommt in Standard-Bauweise, sodass es keine speziellen Adapter braucht. Auch ein Anschluss für das Ethernet-Kabel, ein Kopfhörerausgang sowie ein SD-Kartenleser sind an Bord. Linkerhand gibt es dann noch den (für meinen Geschmack unnötigen) Windows-Button, rechterhand den Power-Button und eine Lautstärkewippe, über die ich die Lautstärke deutlich komfortabler einstelle als über irgendwelche Funktionstasten.

Auf ein DVD- oder Blu-ray-Laufwerk verzichtet das x360 in klassischer 2in1-Manier. Diese Entscheidung ist für meinen Geschmack nachvollziehbar, denn wer braucht in Zeiten von „Netflix“, „Amazon Prime“ und Co. noch ein Laufwerk? Photoshop gibt’s auch aus der Cloud und ein externes Laufwerk ist je nach gewünschtem Medium schon ab 30 Euro erhältlich.

Hübsches & klassentypisch schweres 2in1
Hübsches & klassentypisch schweres 2in1
Power-Button, Kensington Lock, USB-Port, SD-Slot, Lautstärkewippe
Power-Button, Kensington Lock, USB-Port, SD-Slot, Lautstärkewippe
Ethernet, USB & HDMI in Standard-Größe
Ethernet, USB & HDMI in Standard-Größe
Gute Spaltmaße & saubere Verarbeitung
Gute Spaltmaße & saubere Verarbeitung
Gummifüße sorgen für einen rutschfesten Stand
Gummifüße sorgen für einen rutschfesten Stand

Full HD, gute Farben & Kontraste

Full HD ist bei einem 15-Zöller eigentlich ein Muss, dennoch kommt nicht jedes Notebook in diesem Segment mit einem entsprechend hochauflösenden Display daher. Das Pavilion x360 begeht diesen Fehler glücklicherweise nicht und bringt 1.920 mal 1.080 Pixel auf die Multimedia-Waage. Auch die Reaktionszeit des Bildschirms kann überzeugen, in nur 7 Millisekunden wechselt das Pavilion Bilder. Über Multi-Touch brauchen wir nicht groß philosophieren, denn wie es sich für ein 2in1 gehört, reagiert das Display zügig und präzise auf Touch-Eingaben.

Auch die Blickwinkelstabilität kommt ohne Makel daher, aus allen Richtungen ergibt sich ein klares, farbechtes Bild. Generell fällt die Farbwiedergabe des Displays sehr positiv auf und auch die Kontraste liegen auf konkurrenzfähig hohem Niveau. Das größte Manko des Bildschirms und der bis hierhin im Test einzige wirkliche Patzer des Notebooks ist die Displayhelligkeit. Die geht zwar für den Einsatz im Büro oder Home-Office noch in Ordnung, reicht aber für den Outdoor-Einsatz nicht aus. Hier spiegelt zudem das Display zu stark, als dass ich bei Sonnenschein im Park noch übermäßig viel auf dem Notebook erkennen könnte. Schade.

Full-HD-Display, das sehr schnell reagiert
Full-HD-Display, das sehr schnell reagiert
Sehr gute Blickwinkelstabilität
Sehr gute Blickwinkelstabilität
Leider spiegelt das Display stark ...
Leider spiegelt das Display stark ...
... und hat bei der maximalen Helligkeit noch Luft nach oben.
... und hat bei der maximalen Helligkeit noch Luft nach oben.

Windows 10 als produktive 2in1-Grundlage

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Ohne das passende Betriebssystem kommt kein 2in1 aus. Und da sich das Pavilion x360 ja im Format-Segment klassischer Notebooks ansiedelt, ist selbstverständlich auch Windows 10 an Bord. Das Microsoft-OS trägt einen großen Teil zum flotten Start des HP-Convertibles bei und verrichtet souverän und reibungslos seinen Dienst – auch beim Wechsel vom Notebook- in den Tablet-Modus.

Zum gelungenen Windows-Auftritt gehören selbstverständlich auch grundlegende Anwendungen wie die intelligente Assistentin „Cortana“, die bei Terminplanungen, Recherchen oder auch bei der Wetterauskunft weiterhilft. Ebenso unterstützt mich „Windows Hello“ beim sicheren Log-in per Fingerabdruck, Gesichts- oder Iris-Erkennung – eines von zahlreichen nützlichen Security-Features, die das Pavilion x360 dabei hat. Hinzu kommen einige vorinstallierte Apps wie „HP Lounge“, „CyberLink Power Director“ oder „Netflix“, die die Multimedia-Ausrichtung des Notebooks unterstreichen.

Hardware Technisch aktuell, aber mit Festplatten-Bottleneck

Bei den technischen Details zeigt sich ein stückweit, welchen Kompromiss man beim Kauf eines 2in1 eingehen muss. Denn während das Pavilion x360 ebenso auf einen Intel Core i5 der aktuellen Kabylake-Generation und 8 Gigabyte Arbeitsspeicher setzt wie klassische Notebooks in seinem Preisbereich, muss es auf im Gegenzug zu diesen auf eine dedizierte Grafikkarte verzichten. Für den Alltag rund um Office, Webbrowsing und Multimedia reicht die gebotene Leistung des Pavilion aber vollkommen aus. Auch Photoshop und ähnliche Kreativprogramme laufen rund. Lediglich mit anspruchsvollen Games kann die Intel HD-Grafik 620 nicht viel anfangen.

Einen kleinen Geschwindigkeits-Kompromiss müsst ihr auch bei der verbauten Festplatte in Kauf nehmen, denn HP hat sich beim Pavilion x360 entschieden, eine günstigere aber eben auch langsamere HDD anstelle einer SSD zu verbauen. Für sich genommen ist die Festplatte zwar technisch top und bringt stattliche ein Terabyte Speicher mit. Vergleichbare 2in1 haben aber meist auch zumindest einen kleinen SSD-Speicher an Bord, der für eine deutlich flottere Prozess-Abarbeitung bürgt. Zu Beginn meines Tests schaffte das Notebook dennoch Systemstarts in zirka 30 Sekunden, was gar nicht so viel schlechter als SSD-Speed ist. Nur auf Dauer dürfte die mehr und mehr gefüllte Festplatte zum Bottleneck werden.

Keyboard Gute Tastatur mit Nummernblock

Positiv überrascht war ich beim ersten Blick auf die Tastatur. Die kommt im Insel-Layout mit normal-großen Tasten daher und bringt erfreulicherweise einen Nummernblock mit. Allerdings stelle ich auch schnell fest, dass das Keyboard ein paar kleine Fallstricke ausgelegt hat. Im Gegensatz zur gelernten europäischen Tasten-Anordnung finde ich die Größer-Kleiner-Taste nicht links, sondern rechts neben Space und Alt. Auch die Enter-Taste ist recht klein und wird oberhalb von der Raute flankiert. Das führt anfänglich zu einigen Fehleingaben und auch nach längerem Schreiben treffe ich Enter nicht immer zuverlässig.

Das Tippen an sich geht aber recht gut von der Hand. Hub und Druckpunkt gehen in Ordnung, wenngleich das Schreibgefühl etwas ruppig ausfällt. Bei der Geräuschentwicklung gibt es sicherlich leisere Alternativen, dennoch fällt das Klacken der Tasten nicht allzu sehr ins Gewicht. Auf eine Hintergrundbeleuchtung wurde verzichtet – sicherlich auch des Budgets wegen.

So gesehen ist die Tastatur zwar nicht das Highlights des Pavilion x360, unbrauchbar ist sie aber bei Weitem nicht – vor allem, da sie von einem sehr präzisen und angenehm zu bedienenden Touchpad abgerundet wird. Vielschreiber sollten aber zur Sicherheit vorab testen, ob ihnen die Tastatur zusagt.

Insel-Tastatur mit Nummernblock
Insel-Tastatur mit Nummernblock
Gutes Touchpad & etwas gewöhnungsbedürftige Tastenanordnung
Gutes Touchpad & etwas gewöhnungsbedürftige Tastenanordnung

Audio Toller Sound & gelegentliche Nebengeräusche

Im Hinblick auf Klangtechnik und Audiotreiber setzt HP beim Pavilion x360 einmal mehr auf die Kooperation mit Bang & Olufsen. Das Ergebnis ist durchaus vorzeigbar und rückt das 2in1 deutlich in Richtung Multimedia. Mitten und Höhen erweisen sich als überaus plastisch und vermitteln ein gutes räumliches Klangbild. Vom Bass ist deutlich mehr erhalten geblieben als bei manch Konkurrenten, sodass der Sound insgesamt auch ein ordentliches Stück Tiefe erhält. Sicherlich dürft ihr hier keinen Subwoofer-Bass wie im Heimkino erwarten, allerdings ergibt sich durch die Audio-Settings des Bang-&-Olufsen-Treibers ein ausgewogenes Gesamtklangbild, das für so manchen Blockbuster taugt.

Gestört wird dieses Klangbild recht selten von den Betriebsgeräuschen des Pavilion-Convertibles. Ein konstantes Hintergrundrauschen des Lüfters ist präsent, hört sich aber auf Dauer definitiv weg. Bei anspruchsvollen Anwendungen tourt der Lüfter hörbar hoch, das blieb aber im gesamten Test eher eine Ausnahme. Hinzukommt ab und an noch ein leichtes Rattern der Festplatte – ebenfalls absolut undramatisch. Hier bin ich einmal mehr froh, dass das HP-2in1 kein DVD-Laufwerk hat, das sich lautstark bemerkbar macht.

Akku Überraschend ausdauernder Akku

4,5 Stunden durchschnittlicher Nutzung inklusive Web-Browsing und YouTube-Streaming sind um, 50 Prozent der Akkuleistung sind noch übrig, 5 Stunden Rest-Akkuzeit werden mir noch angezeigt. Damit sind die 10 Stunden, die HP für sein Pavilion x360 ausspricht, zumindest bei sparsamer Nutzung machbar. Ein Blick auf das Notebook-Portfolio von Cyberport zeigt, dass dieser Wert überaus stattlich ist: Nur 70 von über 500 15-Zöllern schaffen (auf dem Papier) 10 Stunden oder mehr.

Im Übrigen geht auch das Laden des Akkus recht flott, nach gut 3 Stunden ist die Batterie wieder voll einsatzbereit.

Fazit Ansprechendes Consumer-2in1 zum angemessenen Preis

Mit dem Pavilion x360 zielt HP auf den Mittelklasse-Sektor und positioniert sich durchaus respektabel zwischen all den Lenovos, Acers und Dells. Dabei macht das Convertible einige Dinge goldrichtig: Die Leistung ist klassentypisch und multimediatauglich, der Speicher punktet mit Masse, das Display gibt sich kontrastreich und mit zuverlässigem Touchscreen. Auch die stimmige Verarbeitung überzeugt über die vier 2in1-Modi (Tablet, Notebook, Tent, Stand) hinweg. Wirklich beeindruckend sind zudem Sound und Akkuleistung ausgefallen.

Natürlich muss man in dieser Preisklasse auch Kompromisse eingehen. So fehlt der SSD-Turbo, das Display könnte etwas heller sein und die Tastatur benötigt Eingewöhnung. Außerdem werden all die, die nicht auf ein physisches Laufwerk verzichten können, mit dem Pavilion x360 wohl weniger glücklich. Mich persönlich stört Letzteres aber kaum, sodass ich im HP-Convertible ein stimmiges Multimedia-Notebook im 15-Zoll-Format finde. Die aktuell aufgerufenen 599 Euro sind dafür absolut angemessen.

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