Gaming-Notebook hautnah: OMEN by HP 17-w111ng im Praxistest

von André Nimtz

· 9 min Lesezeit

Gaming-Notebook hautnah: OMEN by HP 17-w111ng im Praxistest

Wie die Zeit vergeht: Als 1999 „Shadow Man“ für PC released wurde, musste ich unbedingt meine Hardware upgraden, um das heiß ersehnte Game spielen zu können. Doch nach dem Studium waren die mit „Morrowind“, „Gothic“ und dergleichen durchzockten Nächte passé, der Krawall-Tower wurde ausgesondert und ich ging am Notebook seriöseren Dingen nach. Bis ich die Gelegenheit bekam, ein aktuelles Gaming-Notebook unter die Lupe zu nehmen.

Okay, bei Letzterem denkt vielleicht jeder zuerst an MSI, ROG, Predator oder vielleicht noch Schenker. Aber auch Hersteller, von denen man es nicht ad hoc erwartet, wagen sich mehr und mehr auf das mobile Schlachtfeld, allen voran HP, die sich mit der OMEN-Serie in technisch zeitgemäßen aber doch überraschend erschwinglichen Gefilden tummeln. So habe ich mir ein Quad-Core-Book mit GeForce GTX 1070, 16 Gigabyte RAM und 1.256 Terabyte Hybridplatte rausgesucht, das sich aktuell bei angemessenen 1.649 Euro ansiedelt. Wie es dabei mit dem Zocken klappt, verrate ich im Test.

Gelungenes Gaming-Book

PRO
    Tolles Display
    Hervorragende Leistungsdaten
    Hybrid-Festplatte
    Gute Verarbeitung
    Alle nötigen Ports an Bord
    Hoher Tipp-Komfort
CONTRA
    Unzureichendes Touchpad
    Leistungseinschränkungen im Akkubetrieb
    Mäßiger Sound
Gesamtbewertung 4

Zurückhaltend in Lieferumfang & Optik

Während der Karton an sich noch recht Eindruck schindend daherkommt, zeigt sich das OMEN by HP beim Lieferumfang als Sparfuchs: Denn neben dem Notebook bekommt ihr nichts weiter als das stattlich große Netzteil nebst Kaltgerätestecker sowie ein paar Beileger.

Auch bei seinem äußeren Erscheinungsbild gibt sich das OMEN zurückhaltend. Wären da nicht das auffällige Logo auf dem Display-Deckel und die rot abgesetzten Tasten, würde der 17-Zöller auch als klassisches Multimedia-Notebook durchgehen. Optisch hervorstechende Lautsprecher, auffallende Lüfterkonstruktionen oder farbig gruppierte Tasten sucht ihr hier vergebens.

Wer also mit dem Äußeren seines Gaming-Notebooks Aufsehen erregen möchte, muss wohl eher bei der höherpreisigen Konkurrenz suchen.

Nomen est OMEN.
Nomen est OMEN.
Ein formatfüllendes Infoblatt begrüßt mich im Karton.
Ein formatfüllendes Infoblatt begrüßt mich im Karton.
Darunter wartet das HP-Notebook.
Darunter wartet das HP-Notebook.
Neben dem Book gibt es nur das Ladegerät & die üblichen Beileger.
Neben dem Book gibt es nur das Ladegerät & die üblichen Beileger.
Das Ladegerät ist deutlich größer als der Standard.
Das Ladegerät ist deutlich größer als der Standard.

Verarbeitung Fast nur Plastik, aber das auf hohem Niveau

3,3 Kilogramm bringt das OMEN by HP 17-w111ng auf die Waage, was an sich kein unüblicher Wert für einen voll ausgestatteten 17-Zöller ist. Sein Äußeres präsentiert das Gaming-Notebook in recht robustem Plastik, vor allem die Gehäusewanne gibt sich äußerst stabil und verwindungsresistent. Auch der Display-Deckel ist stimmig gearbeitet, gibt aber schneller nach und wirkt ein klein wenig instabiler.

Die strukturierte und leicht gummierte Display-Rückseite fühlt sich sehr angenehm an und geht fließend in die Display-Umrandung über. Auch bei Handballenauflage und Tastatur-Einfassung zeigen sich keine Verarbeitungsmängel und ein äußerst geringes Spaltmaß hin zur Gehäusewanne. Zugeklappt liegt das Display bündig auf der Wanne auf und hat ordentlich Gegendruck, sodass es nicht zu leicht aufklappt. Dafür tragen auch die beiden hochwertigen Metall-Scharniere Sorge.

Das Einzige, was mir negativ aufgefallen ist, ist die Verarbeitung des Touchpads. Das ist links, oben und rechts ordentlich in die Handballenauflage eingelassen, wölbt sich aber an der unteren Kante zur Mitte hin deutlich aus der Wanne heraus. Das stört beim täglichen Einsatz doch ganz schön.

Fast schon zurückhaltend im Design
Fast schon zurückhaltend im Design
Das Gehäuse präsentiert sich nahezu komplett in Plastik.
Das Gehäuse präsentiert sich nahezu komplett in Plastik.
Ein kleiner Wartungsschacht gewährt Zugriff auf den RAM.
Ein kleiner Wartungsschacht gewährt Zugriff auf den RAM.
Metallscharniere & Lüftungsschlitze auf der Rückseite
Metallscharniere & Lüftungsschlitze auf der Rückseite

Konnektivität Alles Nötige an Anschlüssen

Das Schöne an einem Gaming-Book, das nicht auf sein Gewicht oder ein möglichst schlankes Design achten muss, ist immer noch die gute Anschluss-Ausstattung: Das OMEN bringt einen HDMI- und drei USB-3.1-Ports mit und hat daneben auch einen klassischen Ethernet-Anschluss an Bord. Ein SD-Kartenleser ist ebenso verbaut wie ein DisplayPort-Ausgang. Darüber hinaus sind noch zwei Klinken für Kopfhörer und Mikrofon dabei.

Auf der Unterseite des Gaming-Boliden finde ich eine kleine Wartungsklappe, die mit zwei Schräubchen fixiert ist und mir Zugriff auf den RAM ermöglicht. Für weitere Hardware-Updates muss ich allerdings die gesamte Wanne demontieren. Was trotz des reichlichen Platzangebots fehlt, ist ein physisches Laufwerk. Allerdings werde ich das kaum vermissen, kommen heutzutage die Games doch ohnehin von Steam, Uplay und Co.

Alles in allem passt das Gesamtpaket für meinen Geschmack. Klar, mancher Konkurrent hat mehr USB-Ports oder bringt gar noch einen S/PDIF mit. Letztlich reicht die Anzahl der Anschlüsse für meine Belange aber absolut aus, lediglich der Abstand zwischen den Ports könnte ein wenig größer ausfallen.

Audio-Ports & 1x USB
Audio-Ports & 1x USB
Noch mehr USB plus HDMI plus Kartenleser etc.
Noch mehr USB plus HDMI plus Kartenleser etc.

Entspiegelt, ordentlich hell, kontraststark: das Display

Beim Display hat HP aus Sicht des Gamers alles richtig gemacht: Das Panel kommt mit Full-HD-Auflösung daher, ist entspiegelt und setzt auf IPS-Technologie. Somit liefert es eine Auflösung, die aktuelle Games von ihrer besten Seite zeigt. Die matte Displayoberfläche geht einher mit einer beachtlichen und angenehm gleichmäßigen Helligkeit, was das OMEN 17 durchaus auch für Outdoor-Sessions prädestiniert.

Eine hohe Blickwinkelstabilität versteht sich dank IPS von selbst, zudem genieße ich bei dem Panel sehr gute Schwarzwerte und damit satte Kontraste. Schlieren und Bewegungsunschärfen konnte ich während des Test nicht feststellen, auch wenn sich die Bildwiederholfrequenz bei durchschnittlichen 75 Hertz einpegelt. Alles in allem macht das Display eine durchweg überzeugende Figur, hier habe ich nichts zu meckern.

Eingabe Gute Tastatur, mäßiges Touchpad

Für die Eingabe vertraue ich auf eine klassische Chiclet-Tastatur mit auffälliger roter Tastenumrandung und ebenso roter Hintergrundbeleuchtung. Große Namen wie SteelSeries oder auffällige Gimmicks wie seperat abgesetzte WASD-Keys hat das OMEN zwar nicht zu bieten, dafür punktet das HP-Notebook mit präzisem Tastatur-Feedback, das dank gutem Druckpunkt der Tasten und nicht übermäßig lautem Nutzungsgeräusch durchaus überzeugt. Dass Pfeil- und Entertasten etwas winzig ausgefallen sind, kann ich dabei verschmerzen.

Weniger verschmerzbar ist die Leistung des Touchpads. Klar, es reagiert auf Gesten und Klicks und setzt diese ordentlich um. Allerdings ist es ziemlich klapprig und klackt auch schonmal, ohne dass ich eine Taste gedrückt habe. Generell macht es keinen nutzerfreundlichen Eindruck und legt das Anschließen einer Maus zu jedem Zeitpunkt nahe. Zum Glück ist die fürs Zocken ohnehin unentbehrlich.

Die Tastatur kommt mit Nummernblock daher.
Die Tastatur kommt mit Nummernblock daher.
Tastenbeschriftung & -ränder vermitteln Gaming-Flair.
Tastenbeschriftung & -ränder vermitteln Gaming-Flair.
Der Tipp-Komfort geht durchaus in Ordnung.
Der Tipp-Komfort geht durchaus in Ordnung.

Alles, was Leistungs-Rang & -Namen hat

Was im Inneren des OMEN by HP 17-w111ng werkelt, kann sich wahrlich sehen lassen: Neben dem Intel-Quad-Core-Prozessor Core i7-6700HQ bringt das Gaming-Schmankerl zukunftstaugliche 16 Gigabyte RAM und eine aktuelle NVIDIA GeForce GTX 1070 mit satten 8 Gigabyte Grafikspeicher mit. Die mit 1 Terabyte eher durchschnittlich große Festplatte wird erfreulicherweise ergänzt durch 256 Gigabyte m.2-SSD-Ressourcen.

Damit startet das Notebook rasant und ohne jegliche Bottlenecks. Windows 10 ist selbstverständlich vorinstalliert und liefert den systemischen Grundstein, der durch Software wie „NVIDIA Experience“ oder die NVIDIA-Systemsteuerung ergänzt wird.

Viel interessanter ist allerdings die Performance beim Gaming. Die schaue ich mir am Beispiel von „Tom Clancy’s Ghost Recon Wildlands“ und „For Honor“ an.

Schon nach kurzem Zocken steht fest: Das HP OMEN lockt ihr mit nahezu keinem aktuellen Game hinter dem Ofen hervor. Meine Testspiele schafft das Notebook mit maximalen Details – ohne die geringsten Ruckler, Ladeverzögerungen oder sonstige Einschränkungen. Die Bildqualität ist beeindruckend, der Gaming-Spaß langanhaltend. Einzige Voraussetzung: das Netzteil ist angeschlossen. Im Akkubetrieb möchte die Grafik gern Ressourcen sparen und bringt vor allem „Wildlands“ doch ein spürbares Ruckeln bei. Wer also draußen und fernab des Ladegeräts auf Sicario-Jagd gehen will, sollte die Details im Akkubetrieb deutlich runterschrauben.

Der 17-Zöller zeigt sich von seiner stattlichen Seite.
Der 17-Zöller zeigt sich von seiner stattlichen Seite.
Designtechnisch zwar nicht das aggressivste, aber doch ein stimmiges Book.
Designtechnisch zwar nicht das aggressivste, aber doch ein stimmiges Book.
"Wildlands" bringt das OMEN nicht ins Schwitzen.
"Wildlands" bringt das OMEN nicht ins Schwitzen.
Display-Reflexionen halten sich in Grenzen.
Display-Reflexionen halten sich in Grenzen.
"For Honor" stemmt das HP-Notebook ...
"For Honor" stemmt das HP-Notebook ...
... mit maximalen Details.
... mit maximalen Details.

Sound Annehmbarer Klang meets lauten Lüfter

Zu jeder guten Gaming-Session gehört auch ein angemessener Klang. HP setzt beim OMEN wie auch bei vielen seiner anderen Notebooks auf Audiotechnik von Bang & Olufsen. Und wie auch bei vielen anderen HP- beziehungsweise Konkurrenz-Notebooks reicht der Ressonanzkörper nicht aus, um satten Sound zu erzeugen. Mitten und Höhen gehen in Ordnung, Bässe hingegen kann ich nur erahnen. Auch der Umweg über die Soundsoftware bringt keine sinnvolle Verbesserung.

Wer also auf satten, bassstarken Klang Wert legt, kommt um ein gutes Headset oder externe Boxen nicht drumrum. Fürs Gaming zwischendurch taugen die Lautsprecher jedoch allemal und erzeugen ein ausreichend differenziertes Klangbild. So schleicht es sich durchaus adrenalinförderlich durchs Unterholz.

Was dabei nicht zu verschweigen ist: Die Lüfter des OMEN touren äußerst schnell hoch und erzeugen eine stattliche Rauschkulisse, die das Game-Audio bei geringeren Lautstärken übertünchen kann. Dass das Book so laut ist, möchte ich ihm nicht zur Last legen, schließlich muss der Gaming-Bolide auch einiges an Hochleistungshardware kühl halten. Dennoch empfiehlt sich auch in dieser Hinsicht der Einsatz eines Headsets.

Akku Akku okay, aber doch lieber mit Kabel

Dass der Akkubetrieb auf die Leistung des OMEN by HP drückt, habe ich bereits erwähnt. Etwas fraglich schienen mir in diesem Kontext die 7,5 Stunden, die das Notebook laut Datenblatt ohne Ladegerät schaffen soll. Und tatsächlich konnte ich diese Werte während meines Tests nicht nachstellen.

Beim kabellosen Gaming mit maximaler Displayhelligkeit ging dem OMEN nach gut 2 Stunden die Puste aus, beim Alltagsgemisch aus Surfen, Multimedia und Office schafft es das Book immerhin auf 4,5 bis 5 Stunden. So gesehen ist das für einen 17-Zöller mit solch massiver Leistung dennoch ein ordentlicher Wert.

Fazit Satte Gaming-Leistung, die einfach Spaß macht

Das OMEN 17 ist sicherlich nicht gerade der bunteste Vogel im Gaming-Zirkus. Auch ist er nicht in jeder Hinsicht perfekt. Kleinere Schwächen wie das mäßig gelungene Touchpad, die teils zu geringen Abstände zwischen den Ports, die lediglich durchschnittliche Klangleistung und die Kompromisse, die das Book im Akkubetrieb eingeht, fallen auf, aber glücklicherweise nicht allzu heftig ins Gewicht, betrachtet man einmal die Stärken des HP-Notebooks.

Und die liegen eindeutig in der Hardware des OMEN: Das Display überzeugt in puncto Kontrast, Farbwiedergabe und Blickwinkelstabilität. Beim Prozessor setzt mein Test-Book zwar noch auf die sechste Intel-Core-Generation, aber die vier Rechenkerne des i7 meistern zusammen mit der GTX 1070 und ihren 8 Gigabyte Grafikspeicher jedes Game in bester Qualität. Für ausreichend Ressourcen-Rückhalt stehen zudem 16 Gigabyte RAM, 1 Terabyte HDD und 256 Gigabyte SSD bereit. All das sorgt dafür, dass das Zocken auf dem HP OMEN 17 rundum Spaß macht. Der Preis von aktuell 1.649 Euro ist dabei absolut angemessen.

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