Ersteindruck: Sony VAIO P-Serie
Ersteindruck: Sony VAIO P-Serie
Schick und sonst?
Lange wurde im letzten Jahr übers Sonys Netbook spekuliert – mit dem Ergebnis, dass das letztendliche Produkt als „Nicht-Netbook“ auf den Markt kam. Nun, was versteht man darunter? Die Japaner nutzen eine Netbook-CPU, stecken diese allerdings in ein ungewöhnliche Chassis, mit einem noch ungewöhnlicheren Bildschirm (8 Zoll im Ultrawide-Format mit 1.600 x 768 Bildpunkten), verbauen alles was lieb und teuer ist (UMTS, GPS, Bluetooth, W-LAN etc.), schmeißen ein T-Mobile-Netlock drauf und verlangen dafür knappe 1.000 Euro! Noch Fragen? Sicherlich! Denn lohnt es sich wirklich diesen Preis für ein „Nicht-Netbook“ auszugeben? Ich hatte die Gelegenheit, mir heute hierzu einige Gedanken zu machen, da ich ein solches „Wunderwerk“ der Technik hier auf meinem Schreibtisch liegen habe…
Zugegeben, schick ist es ja. Keine 700g leicht und in den äußeren Abmessungen einer größeren Brieftasche nicht unähnlich. Ohne Frage ist das Vaio P ein „sexy Product“, doch der Schein mag auch trüben bei näherem Blick auf die Details. Doch zunächst einige Worte zur Verarbeitung, hier gibt es tatsächlich nichts zu bemängeln. Als Qualitätszeichen prangt im Inneren des Gehäuses das Hinweis gebende „Made in Japan“. Ob man das spiegelnde Metallic-Finish mag, sei dahingestellt, zumindest legt Sony ein kleines – wahrscheinlich notwendiges – Putztuch mit bei. Klappt man das Sony Vaio P auf, so wird man zunächst das Touchpad vermissen. Stattdessen setzt man auf einen Trackpoint, Freunde der Thinkpads werden dies begrüßen, der Rest der Kundschaft kann sich auf eine gehörige Umstellung gefasst machen. Denn so einfach ist die Bedienung damit nicht, besonders schmerzlich vermisse ich dabei die Multitouch-Fähigkeiten meines MacBooks, und sei es nur zum scrollen von Webseiten. Allerdings bringt diese Konstruktion wiederum den Vorteil mit sich, eine richtige Tastatur vor sich zu haben, da an der Unterseite kein Platz verschenkt wird für eine Handballenauflage. Eine Einrichtung, die wahrscheinlich bei der Größe des Vaio P sowieso sinnlos erscheinen würde.
Das Display hingegen ist zwar scharf wie ein mexikanisches Hauptgericht, allerdings ist längeres Arbeiten damit nicht wirklich möglich. Mann muss förmlich in das Display hineinkriechen um etwas zu erkennen – nur zum Vergleich, eine Displaybreite von 1.600 Pixel findet man normalerweise in 20- oder 22-Zoll-Displays, hier handelt es sich um einen 8-Zoll-Winzling!!! Vielleicht wollte Sony ja einen E-Book-Reader daraus machen, die Pixeldichte würde es zumindest erlauben ;-). Sony verbaut indes noch einen kleinen Zusatzschalter, der offene Fenster automatisch so ausrichtet, dass die Bildschirmbreite effizient genutzt werden kann. Grundsätzlich keine schlechte Idee, dies scheint allerdings nur dann zu funktionieren, wenn es sich um „passende“ flexible Fenster handelt, man sollte also darauf achten, keine Fenster mit fixen Größen offen zu lassen, dann sieht es nicht mehr so schön aufgeräumt aus, sondern erinnert mehr an die Expose-Ansicht von Mac OS X. Nicht großartig zu erwähnen ist dabei die Tatsache, dass das Display auch noch spiegelt, aber daran hat man sich im Netbook/Notebook-Markt ja mittlerweile schon gewöhnt.
Sinnvoll ist sicherlich das integrierte UMTS, weniger dagegen der „mitgelieferte“ Netlock. Diesen konnte ich zwar noch nicht auf „Echtheit“ prüfen (verwende momentan eine offizielle T-Mobile-Karte), allerdings schränkt dies die Vertriebsreichweite doch ordentlich ein. Nicht jeder möchte seine Datenflate beim rosa Riesen abschließen, doch diese Problematik kennt man ja schon vom iPhone. Der verbaute Akku ist auch noch etwas, was verbesserungswürdig erscheint. Sony spricht von 4 Stunden Laufzeit, das aufgespielte Windows Vista teilte mir mit, dass ich bei verbliebenen 17 Prozent Kapazität noch 19 Minuten arbeiten könnte, nach dem bekanten Dreisatz macht dies etwas mehr als 111 Minuten aus, also keine zwei Stunden – nun ja. Bisher hinterlässt Sonys Schmuckstück einen durchwachsenen Eindruck. Wie dem auch sei, wir werden in den nächsten Tagen das Vaio P noch etwas näher unter die Lupe nehmen, natürlich auch wieder in Bild und Ton, CyberBloc-TV lässt grüßen.
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