Ersteindruck: Apple MacBook Pro 17 Zoll Antiglare (blendfrei)

von sven-kaulfuss

· 4 min Lesezeit

Ersteindruck: Apple MacBook Pro 17 Zoll Antiglare (blendfrei)

Das letzte, oder erste seiner Art?
Als die neue MacBook(Pro)-Reihe im Herbst letzten Jahres vorgestellt wurde, gab es neben zahlreichen Diskussionsansätzen (kein FireWire mehr im kleinen MacBook, durchgängig nur Spiegeldisplays), und Innovationen (Unibody-Gehäuse, Dual-Grafik im Pro-Modell) noch den Umstand zu beachten, dass das große 17-Zoll-Modell unangetastet im Sortiment verblieb. Offiziell änderte sich dies mit der Vorstellung der neuen Generation im Januar, faktisch Mitte/Ende April mit der tatsächlichen Verfügbarkeit. Auf einen ausführlichen Testbericht möchte ich zunächst verzichten, dies hat zwei Gründe. Zu einem sind die meisten Details (Unibody, Trackpad, Tastatur und Dual-Grafik) identisch mit dem 15-Zoll-Modell (siehe hierzu Teil 1 und Teil 2 meines damaligen Testberichtes), zum anderen wird am Freitag noch ein passender CyberBloc-TV-Beitrag folgen, ich möchte also nicht allzu vorweg greifen. Letztendlich reduzieren sich die Hauptunterschiede zum „kleinen“ MacBook Pro auf zwei Merkmale: Display und Akku.

Apple MacBook Pro 17 Zoll Antiglare Teil 1″

Allgemeine Bemerkungen
Doch zunächst einige Dinge die mir auffielen. Der 17-Zoller war und ist das Spitzenmodell in der mobilen Produktpalette bei Apple. Sein Hauptargument: die schlichte Größe, die jedoch für einen Rechner dieser Dimension angenehm dezent verpackt ist. Knappe drei Kilogramm Gewicht bringt das gute Stück auf die Waage, bei einer Höhe von gerade einmal 2,5 cm. Nichtsdestotrotz handelt es sich bei diesem Modell zwar immer noch um einen portablen Rechner, maximale Mobilität steht jedoch nicht im Vordergrund. Bei meinem persönlichen „Schosstest“ (siehe Bilderserie) nahm das MacBook nahezu die gesamte Fläche ein. Was allerdings mehr für meine Größe bzw. Leibesfülle spricht, als für die „knappen“ Abmessungen, mit anderen Worten, für grazile Persönlichkeiten (z.B. Frauen, bitte nicht missverstehen) könnte es problematisch werden – eine feste Unterlage wird somit zur Pflicht.

Es ist halt so, dass dieses Modell nicht für den ultramobilen, digitalen Nomaden geschaffen wurde, sondern vielmehr für den kreativen, Medienschaffenden Profi. Aus diesem Grund wird die vorinstallierte iLife-Suite wohl bei den meisten Käufern unangetastet auf dem Rechner verbleiben (von iTunes mal abgesehen) – Final Cut Studio anstatt iMovie und iDVD, Aperture anstatt iPhoto, Logic Audio statt GarageBand. Das eine oder andere Programm von Adobe wird sich auch noch bei den Besitzern finden lassen. Diese Anwender bewegen sich zwar auch mobil, müssen aber den neuesten Imagespot nicht unbedingt am Flughafen schneiden, sondern ziehen dafür eine passende Location vor.

Und was benötigt so ein Profi? Genau, ein großes Display und jede Menge Leistung!

Apple MacBook Pro 17 Zoll Antiglare Teil 2″

Das Display: Spiegel oder matte Oberfläche?
Das aktuelle Modell verfügt nun durchweg über eine Full-HD-fähige Auflösung von 1.920 x 1.200 Pixel, bei den oben genannten Anwendungen ist dies auch sicherlich nötig. Natürlich kann man noch mehr Platz schaffen, indem man einen zusätzlichen Bildschirm über den Mini DisplayPort anschließt. Wer jedoch ein 30 Zoll Cinema Display mit dem MacBook Pro verbinden möchte, muss zwangsweise zu einem ca. 100 Euro teuren Adapter greifen. Die eigentliche „Revolution“ besteht jedoch nun darin, dass der Kunde erstmals seit der Vorgängerversion wieder die Wahl hat zwischen einem Spiegeldisplay (Standard) und einer matten Ausführung. Leider muss der Kunde jedoch für ein nichtspiegelndes Display einen geringen Aufpreis einkalkulieren. Da Apple das Standard-Modell mit einer Glasscheibe komplett überzieht, muss diese hierfür entfernt werden, das Ergebnis ist ein klassisches, schon bekanntes Rahmen-Design. Doch was bringt dies nun? Ich denke die Bildergalerie sagt hier mehr als tausend Worte. Scheint die Sonne nicht allzu stark, ist bei der matten Version sogar an „Frischluftarbeit“ zu denken, ein Unterfangen was mit dem Standardmodell nicht gelingt. Ansonsten sind die beiden Bildschirme identisch.

Bleibt es nun bei diesem derzeit einzigartigem Zugeständnis von Apple, wird die nächste Revision diese Option immer noch beibehalten oder wird diese BTO-Politik sogar noch auf das kleinere Modell erweitert? Werfe ich zur Klärung dieser Frage einen Blick auf unsere Verkaufszahlen, so stelle ich fest, das beide Modelle sich in etwa die Waage halten, mit einer leichten Tendenz zur matten Version. Betriebswirtschaftlich muss Apple logischerweise diese Politik erweitern, zumindest bezogen auf die Pro-Serie. Aber was hat Logik schon mit Apple zu tun? ;-)

Apple MacBook Pro 17 Zoll Antiglare Teil 3″

Akku und der Rest der Innereien
Ein weiterer Unterschied zum kleinen Modell ist die fest verbaute Batterie, die nur von Apple selber gewechselt werden kann. Man begründet dies mit einer höheren Kapazität, einem intelligenteren Power-Management und einer daraus resultierenden längeren Haltbarkeit (dreifache Anzahl Ladezyklen). In einem Ersteindruck kann man dies sicherlich weder bestätigen noch dementieren. Nur soviel, unser Aussteller-Modell zeigte mir bei 96 % Akkukapazität eine Laufzeit von ca. 6 Stunden an. Dieser Wert ist sichtlich von den proklamierten 8 Stunden seitens Apple entfernt. Zur Verteidigung muss gesagt werden, dass die Rechner bei uns im Store eigentlich immer laufen und somit keine wirkliche Chance erhalten das Power-Management ordentlich zu reseten. Einen Blick ins Innere habe ich mir bisher noch verkniffen, allerdings werden wir wohl für den kommenden Film den Schraubendreher zücken. Ansonsten ist der Rest (CPU, Grafik und Co) vergleichbar mit dem 15-Zoll-Modell.

Vorzeitiges Fazit
Fürwahr, der 17-Zoller ist ein Prachtstück. Allerdings sollte man sich wirklich fragen, ob man diese schiere Größe tatsächlich benötigt. Wer indes ein mattes Display bevorzugt, hat bei Apple momentan keine andere Wahl, hier gilt es abzuwägen zwischen Preis, Gewicht und dem Wunsch ergonomisch zu Arbeiten. Ich persönlich würde zwar zum kleineren Modell greifen, vielleicht sogar auch nur zum einfachen MacBook, aber ich bin ja auch kein echter Profi ;-).

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