Einen Touch anders: JBL Tour Pro 2 In-Ears im Test

von André Nimtz

· 18 min Lesezeit

Touch-Panels sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Und das nicht nur, weil wir sie im Smartphone oder Tablet ständig vor uns hätten. Die Infotainment-Systeme in modernen Autos funktionieren oft nur noch mit Touch, mein smartes Wandthermostat braucht keine Knöpfe mehr und selbst der Vollautomat liefert den Latte Macchiato per Fingertipp aufs Display. 

Touch-Displays funktionieren intuitiv und sind bequem zu bedienen, warum sollte man sie also nicht einmal in einem Bereich einsetzen, wo vielleicht niemand ad hoc daran denken würde. Auftritt: die JBL Tour Pro 2 In-Ear-Kopfhörer. Das Besondere an diesen kompakten Ohrhörern ist auf den ersten Blick weder der Klang noch das Noise Cancelling. Vielmehr bringt die Ladeschale ein kleines Touch-Display mit, über das ich die Kopfhörer bis ins Detail justieren und steuern kann. 

Gut 270 Euro ruft JBL aktuell für die Kombi aus modernen In-Ears und innovativem Smart Case auf und wenn man den Herstellerangaben glauben darf, dann erwartet mich ein wahres Feuerwerk an Funktionen und Leistung. Ich bin gespannt, ob die JBL Tour Pro 2 dieses Versprechen halten können.

Ideale Alltags-In-Ears

Pro
  • Richtig guter Sound
  • Nützliches Touch-Display
  • Gute Verarbeitung, schickes Design
  • Vielseitige, coole Features
  • Gutes Noise Cancelling
  • Brauchbare Sprachsteuerung
Contra
  • Schwächere Sound-Leistung beim Gaming
  • Relativ hohes Gewicht
  • Akkulaufzeit könnte länger sein
Unsere Gesamtbewertung5

Unboxing: Gewöhnlicher Lieferumfang für ungewöhnliche In-Ears

Am Anfang war das Unboxing und bei In-Ears fällt das meist sehr klassisch aus. Die JBL Tour Pro 2 machen da keine nennenswerte Ausnahme, wenn wir rein auf den Lieferumfang schauen. Die Verpackung ist allerdings schön bebildert und zeigt mir mit ganz vielen Piktogrammen, was ich zu erwarten habe. Auf der Rückseite wird die kleine Pappschachtel unterbrochen von einem transparenten Plastik-Tray, durch das ich einen Blick auf die Tour Pro 2 In-Ears beziehungsweise die Ladeschale nebst Display erhaschen kann.

Die Innenverpackung kann ich nach unten aus der Box herausziehen und bekomme hier abermals in schicken Zeichnungen vorgeführt, was die In-Ears alles können sollen. Klappe ich diese Verpackung auf, finde ich ein kleines Begrüßungsblättchen, das mir das Pairing erklärt, und natürlich die JBL Tour Pro 2 – also das Smart Case und die In-Ears, auf die bereits ein paar Ohrpassstücke aufgezogen ist. Grabe ich tiefer, offenbart sich mir eine ziemlich vertrackt gefaltete Schachtel, in der ich zwei Paar Ohrpassstücke und ein kurzes USB-A-zu-USB-C-Kabel entdecke. An Letzterem finde ich besonders neckisch, dass das Plastik in den USB-Steckern im JBL-Orange gehalten ist.

Dann hätten wir da natürlich noch die üblichen Papierbeileger, die in ziemlich klassischer aber ansprechend gestalteter Manier daherkommen. Alles in allem bekomme ich nicht mehr und nicht weniger als bei den meisten True-Wireless-In-Ear-Konkurrenten. Erwartet also an der Stelle noch nichts Spektakuläres.

Design: Große Ladeschale mit kompakten In-Ears

Eigentlich sind True-Wireless-Ohrhörer in den vergangenen Jahren immer kompakter geworden – zumindest was die Ladeschale angeht. JBL muss bei den Tour Pro 2 den umgekehrten Weg gehen, denn wer ein Display in ein Smart Case verbaut und das Ergebnis auch noch per Touch bedienbar machen möchte, der braucht Platz. 1,45 Zoll misst die Bildschirm-Diagonale und die fordert vor allem bei der Ladeschalenhöhe ihren Tribut. Ich ziehe hier einmal meine Jabra Elite 85t zum Vergleich heran, die ohne Display auskommen (müssen): Die Ladeschale der JBL Tour Pro 2 ist zwar gut 0,5 Zentimeter kürzer, dafür aber gut 1,7 Zentimeter höher.

Bei der Tiefe nehmen sich Jabra und JBL kaum etwas, allerdings wiegt die Schale der Tour Pro 2 mit 73 Gramm fast 30 Gramm mehr als die Schale der Elite 85t. Und diesen Gewichtsunterschied spüre ich durchaus. Allerdings muss ich auch ein wenig relativieren: Wer, wie ich, ein 200+ Gramm schweres Smartphone in der Hosentasche mit sich herumträgt, der wird die 30 Gramm Extragewicht der JBL-In-Ears kaum bemerken. Immerhin sind die In-Ears selbst mit 6,1 Gramm pro Ohrhörer ziemlich leicht – und leichter als die Jabras.

Das vorangestellt kann ich über Design und Verarbeitung eigentlich nur Gutes sagen. Die Ladeschale der True-Wireless-In-Ears ist rundherum handschmeichelnd abgerundet und aus griffig-rauem, robusten Plastik gefertigt. Ein kleiner glänzender Streifen mit “Tour Pro 2”-Schriftzug trennt die Klappe vom Unterteil und erzeugt einen sportlichen, ansprechenden Kontrast. Das Display ist ein ganz klein wenig ins Gehäuse eingelassen, wodurch es besser vor Schäden geschützt sein dürfte. Ladeanschluss und Reset-Knopf finde ich auf der Unterseite, während die Rückseite ungewohnt gummiert daherkommt. Bei genauerer Betrachtung ergibt das aber absolut Sinn: Wenn ich das Touch-Display bediene, während die Ladeschale auf dem Tisch liegt, sorgt die Gummierung dafür, dass die Schale nicht wegrutscht. Clever gemacht. Weniger clever finde ich allerdings, dass ich die Box nicht aufrecht hinstellen und aufklappen kann. Dabei kippt sie immer nach hinten über. 

Die In-Ears selbst präsentieren sich in eher klassischer Bauweise mit ergonomischem Klangkörper und dem gewohnten Zipfel zum Festhalten. Darin verbaut sind die Mikrofone für die Sprachsteuerung und die Umgebungsgeräusch-Analyse. Ein Sensor am Klangkörper deutet darauf hin, dass es eine Trageerkennung gibt, und eine kleine LED oben am In-Ear zeigt mir den Status der Ohrhörer an. An sich kann ich nichts Schlechtes über die In-Ears von JBL sagen: Sie sind leicht, sauber verarbeitet, passen dank Ohrpassstück-Auswahl ziemlich gut und bringen das ein oder andere Style-Element mit, das aber wohl keine besondere Funktion hat. Sie sind eigentlich unscheinbar – im positiven Sinne.

Display: Steuerung auch ohne Smartphone: das Display im Smart Case

Braucht man ein Display in einer In-Ear-Ladeschale? Wenn ich bedenke, wie ich In-Ears sonst steuere, scheint mir der Gedanke gar nicht so abwegig. Denn ohne das Display hätte ich zwei augenscheinliche Möglichkeiten für die Bedienung der JBL Tour Pro 2 In-Ears: Nummer 1 ist die grundlegende Steuerung über die Touchflächen der beiden Ohrhörer. Aber da bin ich auf einige wenige Befehle eingeschränkt. Nummer 2 ist der Weg über die App, die ich aber immer erst starten und verbinden und der ich nicht zuletzt damit einige Sekunden Lebenszeit schenken muss.

Prinzipiell geht das über das Display schneller, denn es ist – wenn die Ladeschale vor mir auf dem Tisch liegt – schnell erreichbar, es ist immer im Stand-by und es bietet deutlich mehr Funktionen als die Touch-Steuerung an den In-Ears. Schauen wir uns die Details an. Über das 1,45-Zoll-Display kann ich:

  • die Wiedergabe starten und stoppen sowie vorwärts und rückwärts skippen
  • Anrufe annehmen und beenden
  • die Lautstärke regeln
  • die Sound-Modi ändern und das Noise Cancelling zu- und abschalten
  • die Equalizer-Presets aktivieren und wechseln
  • einen Timer einstellen
  • die räumliche Klangkulisse auf Musik, Film oder Spiel abstimmen
  • die Bildschirmhelligkeit einstellen
  • das Wallpaper des Lockscreens anpassen
  • die Empfindlichkeit der Spracherkennung aktivieren und feintunen
  • die Trageerkennung aktivieren und deaktivieren
  • Benachrichtigungen aktivieren und stumm schalten
  • die In-Ears suchen
  • und den Bildschirm komplett weiß ausleuchten, um ihn als Taschenlampe zu nutzen.

Alles in allem ist das schon eine ganze Menge, was ich über das Display der JBL Tour Pro 2 bedienen kann. In der App finde ich noch zahlreiche weitere Einstellungen, auf die ich über den Bildschirm nicht zugreifen kann, aber im Sinne einer alltäglichen Nutzung der In-Ears auch nicht zugreifen muss. Letzten Endes kann ich sagen, dass ich das Display als äußerst hilfreiches Feature empfinde, das auch technisch durch eine angenehme, ruckelfreie Bedienung und durch eine für Outdoor-Einsätze ausreichende Helligkeit überzeugen kann.

Die JBL App: JBL Headphone App für Einstellungen bis ins Detail

Ich bitte einmal kurz um Handzeichen: Wem sind das noch nicht genügend Einstell-Möglichkeiten? Falls eine oder einer von euch jetzt die Hand gehoben hat, dann habe ich eine gute Nachricht. In der „JBL Headphones App“ gibt es noch mehr Features, die ihr an den Tour Pro 2 feintunen könnt. Hier geht es vor allem um die grundlegenden Einstellungen und die App ist nicht ausschließlich auf diese In-Ears gemünzt. Vielmehr könnt ihr eine ganze Bandbreite an JBL-Kopfhörern koppeln und dann ganz bequem die Grund-Settings ändern.

In einem schicken leichten Design kann ich mich Zeile für Zeile durch alle möglichen Details arbeiten. Da wäre zunächst die automatische Einrichtung der JBL Tour Pro 2 mittels Passformerkennung, Gehörgangtest und Co. So ermittelt die App, ob die Ohrhörer gut sitzen und den besten Klang entfalten können. Dann kann ich hier ANC, Ambient Aware und Talk Through nicht nur aktivieren, sondern auch noch ein paar Detaileinstellungen vornehmen. Außerdem hätten wir da noch die Festlegung der Gesten pro Ohrhörer oder aber die Einstellung des Sprachassistenten nebst Ausgabesprache.

Einige besonders clevere und nützliche Funktionen stechen zudem in der App hervor. Besonders gut gefallen hat mir die “Smart Audio & Video”-Funktion, mit der ich festlegen kann, ob ich Musik höre oder einen Film schaue. Das Coole daran: Während ich bei Filmen mit den meisten anderen Bluetooth-Kopfhörern einen leichten Versatz zwischen Bild und Ton habe und damit Filme fast nie mit Kopfhörer schauen kann, gleicht diese Funktion einfach einmal Ton und Bild an. Ein geniales Feature. Ebenfalls toll: Die Funktion “Silent Now” erschafft eine stille Umgebung, indem die Bluetooth-Verbindung getrennt und ANC aktiviert wird. Start und Dauer lege ich selbst fest, ebenso wie einen Alarm – das perfekte Tool für eine Meditation oder einen Power Nap.

Ebenfalls unbedingt erwähnenswert – weil einzigartig – ist das Feature „Personi-Fi 2.0“. Hiermit kann ich den Klang genau auf mich und meine Gewohnheiten zuschneiden. Dazu gebe ich mein Geschlecht und Alter sowie meine Erfahrung als Musikhörer an. Klingt komisch, ergibt aber Sinn, denn ein Gelegenheitshörer hört anders als jemand, der zum Beispiel ein Tonmeister-Studium absolviert hat. Die Software prüft danach die Umgebungsgeräusche und wie stark die In-Ears „abdichten“. Zudem analysiert sie, wie gut ich verschiedene Frequenzen hören kann. Aus den gesammelten Daten generiert die App mein ganz persönliches Sound-Profil und speichert es in meinen JBL Tour Pro 2.

Was für Eltern oder jüngere Nutzer interessant sein könnte: Die App bringt einen Lautstärken-Begrenzer auf 85 Dezibel mit. Das verhindert Hörschäden und prädestiniert die JBL Tour Pro 2 auch als – zugegeben teure – In-Ear-Alternative für Kinder. Weitere Sound-Features, Smart-Case-Einstellungen und ein Energiesparmodus runden das hervorragende App-Paket ab. Damit bringen die In-Ears nicht nur viele, sondern viele richtig gute und nützliche Funktionen mit.

Noise Cancelling & Co.: Gelungenes Gesamtpaket von ANC bis Sprachsteuerung

Bevor es um den eigentlichen Klang geht, werfen wir noch einen Blick auf dessen Abwesenheit. Die JBL Tour Pro 2 bieten – und das erwartet man heute auch von True-Wireless-Kopfhörern nicht anders – ein sehr gutes Active Noise Cancelling. Ob es auf einem Niveau mit den Boses oder Sonys dieser Welt ist, will ich mangels Vergleichsgeräten nicht beurteilen. Meinen Jabra Elite 85t sind die JBL-In-Ears aber mindestens ebenbürtig. Das heißt in der Praxis schlicht und einfach: Die Ohrhörer filtern einen sehr großen Teil der Umgebungsgeräusche konsequent heraus. Stimmen und das Tippen auf der Tastatur klingen zwar immer noch durch, werden aber hörbar abgeschwächt, sodass mein Musikgenuss kaum getrübt wird. Hinzu kommen Features wie adaptives ANC entsprechend der Umgebungsgeräusche und eine Verlust- und Gehörgangskompensation, die noch ein kleines My mehr Klangqualität bei aktivem ANC herauskitzeln.

Ergänzend bieten die JBL Tour Pro 2 sehr gute Aufmerksamkeits-Modi. Da hätten wir als Erstes ein stufenlos einstellbares “Ambient Aware”, das nur einen selbst definierten Teil der Umgebungsgeräusche herausfiltert und es mir beim Musikhören erlaubt, meine Umgebung noch ausreichend wahrzunehmen. “Talk Through” – der zweite Awareness-Modus – macht letzten Endes das Gleiche, nimmt aber noch weniger Bässe weg, sodass ich ein ziemlich natürliches Sprechgefühl habe, während ich die In-Ears im Ohr habe.

Ebenfalls erwähnen möchte ich an dieser Stelle die Sprachsteuerung, die zum ersten Mal in einem meiner Kopfhörer-Tests auch wirklich funktioniert hat, wie sie sollte. Zur Auswahl stehen mir auf Android der Google Assistant und Amazon Alexa. Die iPhone-App bringt wohl konsequenterweise eine Siri-Option mit. Ich habe sowohl Google als auch Alexa gestestet und bin mit beiden Ergebnissen zufrieden. Am häufigsten genutzt habe ich letzten Endes Amazon Alexa, weil ich mit ihr auch wie gewohnt in Amazon Music navigieren konnte. Die In-Ears erkennen dabei meine Anweisungen zumeist problemlos und setzen sie in die Tat um. Selbst ein paar Befehle zur Steuerung des ANC der JBL Tour Pro 2 konnte ich per Alexa umsetzen lassen. Aber hier war die Treffergenauigkeit nicht allzu hoch und jenseits des ANC habe ich nicht viel mehr hinbekommen. Dennoch empfand ich die Integration der Sprachassistenten als durchaus gelungen.

Sound-Leistung: Toller Sound in fast jedem Szenario

Bis hierhin bin ich ziemlich angetan von den JBL Tour Pro 2. Und das noch nicht einmal primär wegen des innovativen Displays, sondern vor allem wegen der zahlreichen Features, die mein Sound-Erlebnis perfektionieren. An diesem Punkt wird es also höchste Zeit, genau diesem Sound-Erlebnis auf den Zahn zu fühlen.

Musik: Wir beginnen ganz klassisch beim Musikerlebnis. In Sachen Rock habe ich die Prog-Metal-Perle “Of Matter” von Tesseract als Referenz herausgesucht. Dieser 15-Minüter bietet von sphärischen Flächen und Gesangspassagen über hämmernde Bass-Drums bis hin zu verspielten, rhythmischen Riffs jede Menge Abwechslung und ist zu einem meiner Lieblinge geworden. Entsprechend erwarte ich von den JBL Tour Pro 2 ein mitreißendes und stimmiges Klangkonzept. Und das schaffen sie durchaus. Die Bässe wummern dabei nicht allzu übermächtig, aber drückend genug. Sphärische Passagen klingen angenehm weit und auch in Sachen Details ist alles nuanciert zu hören, was ich hören will. 

Da ich inzwischen auch schon ein paar Jährchen auf dem Buckel und ich mir vorgenommen habe, mich nicht mehr unnötig aufzuregen, habe ich mir als Ausgleich zum Metallischen eine Playlist mit entspannten Pop-Songs angelegt. Darunter sind Titel wie Lizzy McAlpines “Ceilings”, der auf den JBL Tour Pro 2 als eine sehr angenehme Mischung aus weichen Mitten, herrlich-warmen, punktgenauen Bässen und schmachtenden Streichern zur Geltung kommt. AVECs “I Don’t Pray” ist zwar mehr Upbeat als “Ceilings”, wird aber ebenso angenehm ohrschmeichelnd auf den JBL-In-Ears zum Besten gegeben. Auch Pearl Jam tummelt sich in dieser Playlist mit “Pendulum”. Hier schaffen die Ohrhörer eine ziemlich schöne Bühne, die die Percussions und Gitarren um mich herum schweben lässt. Alles in allem liefern die JBL Tour Pro 2 eine rundum gelungene Pop-Show.

Machen wir noch einen kurzen Abstecher in klassischere Gefilde. In meinem Fall heißt das dieses Mal exemplarisch Ludwig Göranssons Score zu “Black Panther”.  Man nehme treibende Percussions, traditionelle Gesangspassagen, schmetterndes Blech, epische Chöre – das alles in schnellen Wechseln, mal aufbrausend-brachial, mal schwelgerisch-zurückhaltend. Ich mag diesen Score sehr und auf Kopfhörern muss diese Vielfalt in jeder Nuance zur Geltung kommen. Die JBL Tour Pro 2 machen auch hier einen hervorragenden Job. Tiefen, Mitten und Höhen sind ausgewogen präsent, ich höre keine übertriebenen Bässe oder überspitzten Höhen – zumindest nicht dort, wo sie nicht sein sollten. Alles klingt rund und mitreißend. 

Kurzes Zwischenfazit: Im Hinblick auf die Musikwiedergabe kann ich die JBL Tour Pro 2 über die diversen Genres hinweg uneingeschränkt empfehlen.

Filme: Da die JBL Tour Pro 2 einen eigenen Video-Modus mitbringen, der den Bluetooth-typischen Sound-Versatz zwischen Bild und Ton ausgleicht, konnte ich mit den In-Ears tatsächlich auch sehr gut Filme und YouTube-Clips schauen. Ich habe mich durch diverse Streifen auf Netflix und Prime Video gearbeitet und wurde meist mit einer angenehmen Sound-Kulisse belohnt. Je nach Genre und Produktionsqualität war das Ergebnis durchaus mitreißend und bei Action-Titeln wie “Mad Max: Fury Road” schaffen die Tour Pro 2 einen ziemlich satten Klang-Bombast, ohne dass die (spärlichen) Dialoge untergehen. Hin und wieder schienen die Mitten ein wenig zu sehr betont zu werden, aber auch das war nicht bei allen Filmen und Serien der Fall. Zudem bringt der Spatial Sound noch einmal einen Zugewinn bei der Räumlichkeit des Klangs. Alles in allem empfand ich die JBL Tour Pro 2 als sehr gute Begleiter beim gepflegten Bingen.

Gaming: Ich habe mit den JBL Tour Pro 2 natürlich auch gezockt – und zwar alles, was ich auf dem Rechner gerade installiert hatte. Das Ergebnis würde ich insgesamt als okay bezeichnen. Prinzipiell klingen die In-Ears solide beim Spielen. Das hat mir “Call of Juarez: Gunslinger” gezeigt. Die Soundkulisse ist stimmig und – wo vorhanden – voller Details. Zudem konnten die Shootouts mit sattem Bass-Wumms punkten. Noch besser kam “Titanfall 2” zur Geltung. Hier schafften die JBL-In-Ears ein nahezu immersives Klang-Erlebnis voller Details und Wucht. Aber es gab eben auch Schattenseiten. So klang “Shadow of the Tomb Raider” flach und das Zuschalten des Spatial-Sound-Modus „Gaming“ brachte einen unnatürlich-blechernen Hall bei der Sprachausgabe ins Spiel. Noch schlimmer traf es mich bei “Battlefield V”, denn aus einem mir nicht ersichtlichen Grund gingen die Tour Pro 2 beim Start des Spiels in den Telefonie-Modus. Was bei Video-Calls absolut sinnvoll ist, klingt in einem Spiel unerträglich. Ich habe aber keinen Weg um diesen “Bug” herum gefunden, sodass ich “Battlefield V” letzten Endes nicht mit den In-Ears spielen konnte.

(Video-)Telefonie: Video-Calls per Zoom oder Teams würde ich ebenfalls als Stärke der JBL Tour Pro 2 bezeichnen. Die In-Ears erkennen souverän, dass ich telefoniere und schalten in den entsprechenden Klang-Modus. Die Sprachausgabe empfand ich als sehr angenehm und klar, störende Aussetzer oder Ton-Probleme gab es selten. Auch ich war über die verbauten Mikrofone sehr gut zu verstehen. Auch bei klassischer Telefonie über das Smartphone erlaubten sich die JBL-Ohrhörer keine nennenswerten Schwächen. Einziges, aber nicht klang-spezifisches Manko: Ich kann zwar zwei Geräte gleichzeitig mit den In-Ears verbinden, aber wenn ich einen Telefonanruf während eines Video-Calls bekam und annahm, dann switchten die Tour Pro 2 leider nicht automatisch zum Telefon. Das bin ich von meinen Jabra Elite 85t besser gewohnt.

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Akkulaufzeit: JBL Tour Pro 2 mit guter Akkulaufzeit und zügigem Laden

Lasst uns abschließend über den Akkuverbrauch reden. JBL gibt selbst bis zu 40 Stunden Akkulaufzeit ohne ANC und bis zu 32 Stunden mit ANC an. Ich habe die Akkulaufzeit nur mit aktiviertem ANC bei Lautstärke 10 von 30 getestet und dabei sowohl Musik gehört als auch an diversen Online-Meetings teilgenommen. Nach fünf Stunden hatten die Tour Pro 2 noch 25 Prozent ihrer Akkuladung übrig. Rein rechnerisch sollte ich auf knapp sieben Stunden kommen, bis die In-Ears in die Ladeschale müssen. Das Smart Case selbst hat in dieser Zeit ebenfalls gut 25 Prozent Kapazität verloren – bei gelegentlicher Displaynutzung.

Nach 35 Minuten in der Ladeschale sind die In-Ears wieder voll geladen, aber das Smart Case lag dann nur noch bei 50 Prozent. Mache ich so weiter wie zuvor, käme ich rein rechnerisch noch ein zweites und mit etwas Glück noch ein drittes Mal auf gut 7 Stunden Laufzeit. Das beliefe sich dann auf gute 21 Stunden Maximalnutzungsdauer, bis alle Akkus erschöpft sind. Der Wert ist angesichts der Technik durchaus okay, aber auch ein ganzes Stück entfernt von den proklamierten mindestens 32 Stunden. Komplett geladen ist die Kombi dann wieder nach 90 bis 100 Minuten, was ich ebenfalls als guten Wert ansehen würde. Zumal ich mit 20 Minuten Ladung die In-Ears wieder ausreichend auf Kurs bekomme, um so lange weiter zu hören, bis das Smart Case wieder voll ist.

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