Apple MacBook – das Mini-MacBook im Test

von Dirk Lindner

· 6 min Lesezeit

Apple MacBook – das Mini-MacBook im Test

Äußerst schlank und leicht, dafür eher durchschnittliche Performance und ein einziger USB-Port – das verrät der schnelle Blick aufs Datenblatt des MacBook. Ob das stimmt und wie es sich im Testbericht schlägt, erfahrt ihr jetzt.

Apple brachte im letzten Jahr nach langer Abstinenz wieder ein MacBook ohne den üblichen Namenszusatz „Pro“ oder „Air“ heraus. Im Gegensatz zum vorhergehenden „MacBook“ – das übrigens 2010 eingestellt wurde – handelt es sich hierbei jedoch nicht mehr um ein vergleichsweise günstiges 13-Zoll-Einsteiger-MacBook mit Plastik-Unibody-Gehäuse. Mit 12-Zoll-Bildschirm, weniger als einem Kilogramm Gewicht, einem einzigen USB-C-Port und hubarmer Tastatur unterscheidet sich das MacBook in so ziemlich jeder Hinsicht von seinen Artgenossen, die auf Namen wie „Pro“ oder „Air“ hören.

Kleines, aber feines MacBook mit Einschränkungen

PRO
    Geringes Gewicht
    Lange Akkulaufzeit
    Kompakte Abmaße
CONTRA
    Mittelmäßige CPU-Leistung
    Nur ein USB-C-Port
    Facetime-Kamera löst nur in 480p auf
    Preis-Leistungsverhältnis unausgewogen
Gesamtbewertung 4

Unboxing & Ersteindruck Alu-Flachmann ausgepackt

Unboxings von Apple-Produkten wohnt immer ein besonderer Zauber inne. Und so zieht auch das MacBook ganz von allein die Aufmerksamkeit meiner Kollegen auf sich. Vor deren neugierigen Augen finde ich in der Verpackung neben der edlen Alu-Notebook-Skulptur lediglich noch ein 29W-Netzteil, ein einzelnes USB-C-Kabel und das typische Handbüchlein. Und da wären wir auch schon bei der ersten Besonderheit des MacBooks: Da das MacBook – mit Ausnahme der Kopfhörerbuchse – tatächlich nur noch über einen einzigen USB-C-Anschluss verfügt, gibt es leider auch kein MagSafe-Ladekabel mit Sollbruchstelle mehr. Gleichzeitig gereicht das dem MacBook jedoch auch zur Stärke, denn so lässt es sich mit jedem handelsüblichen USB-C-Ladegerät laden.

Die Haptik des MacBooks ist apple-typisch hervorragend: Spaltmaße sind quasi nicht existent, nichts wackelt oder knarzt. Das edle Aluminiumkleid tut sein Übriges. Überraschend voll tönt der „Chong“-Bootsound aus den Lautsprechern. Einziger Fauxpas: Das Apple-Logo leuchtet nicht!

Typisch weiße Apple-Verpackung
Typisch weiße Apple-Verpackung
Das MacBook zeigt seine ersten Reize
Das MacBook zeigt seine ersten Reize
Spärlich bemessener Lieferumfang
Spärlich bemessener Lieferumfang
Die Tastatur reicht von Rand zu Rand
Die Tastatur reicht von Rand zu Rand

Hardware-Ausstattung: 1,1 GHz, 8 GB RAM und 256 GB SSD

Apple stattet das MacBook mit energiesparenden Prozessoren aus Intels Core-m-Serie aus. Zur Wahl stehen folgende CPU-Varianten:

  • Intel Core m3 M3-6Y30 mit 1,1 GHz (Boost: 2,2 GHz)
  • Intel Core m5 M5-6Y54 mit 1,2 GHz (Boost: 2,7 GHz)
  • Intel Core m7 M7-6Y75 mit 1,3 GHz (Boost: 3,1 GHz)

Mein Testgerät ist mit dem 1,1-GHz-Prozessor ausgestattet.

Der Prozessor wird passiv gekühlt und es gibt auch sonst keine Lüfter oder mechanischen Bauteile im Gehäuse des MacBooks. Das Notebook ist also selbst unter Volllast immer vollkommen unhörbar und absolut leise. Obendrauf gibt’s stets 8 GB Arbeitsspeicher und wahlweise 256 oder 512 GB SSD-Speicher.

In puncto Display stellt das MacBook auf seinem 12″-Retina-Screen 2.304 mal 1.440 Pixeln dar, was sehr guten 226 ppi entspricht. Auch aus der Nähe lassen sich hier keine Pixel erkennen. Die Farbdarstellung des Displays ist hervorragend!

Das MacBook misst 28,05 mal 19,65 Zentimeter. Die Höhe skaliert von 0,35 bis 1,31 Zentimetern. Das Macbook bringt federleichte 920 Gramm auf die Waage.

kw1616_c-apple-macbook-pro-notebook-macbook-retina-_d23900i1

Benchmark-Ergebnisse Apple MacBook im Benchmark-Parcours

Das MacBook erreicht in Geekbench 3 (32-Bit) eine Punktzahl von 2365 Punkten im Single-Core-Modus und 4505 Punkte im Multi-Core-Modus. Damit liegt die 2016er-Ausgabe etwa zwölf Prozent über der Vorjahresmodell. Mit dieser Punktzahl rückt das kleine MacBook deutlich näher an die Basisversionen des MacBook Air bzw. iMac. Greift man zum 1,3-GHz-Modell des MacBooks, schlägt dieses dann iMac und MacBook Air und liegt etwa gleichauf mit dem 13“-MacBook Pro. Auch die SSD-Benchmarks des MacBooks können sich sehen lassen: Mit einer Leserate von reichlich 930 MB/s und einer Schreibrate von über 670  MB/s werden die Werte des Vorjahresmodells mehr als verdoppelt. Und das spürt man: Booten, Programmstart, Dateien kopieren – alles geht noch einen Tick schneller.

Geekbench 3: 2365 Punkte (Single-Core) bzw. 4505 Punkte (Multi-Core)
Geekbench 3: 2365 Punkte (Single-Core) bzw. 4505 Punkte (Multi-Core)
Blackmagic Speed Test: 670 MB/s Schreiben, 930 MB/s Lesen
Blackmagic Speed Test: 670 MB/s Schreiben, 930 MB/s Lesen

Die Sache mit dem Anschluss Ein Port für alle Fälle

Apple stattet das MacBook mit einem neuartigen USB-C-Port aus. Genügt ein Port zum Aufladen und Anschließen allen Zubehörs? Genau daran scheiden sich die Geister: Das MacBook verfügt abseits dieses Ports lediglich noch über eine Kopfhörerbuchse, ansonsten finden sich keine weiteren Ein- oder Ausgänge. Kritiker werfen dem MacBook an dieser Stelle vor, dass man selbst für den Anschluss eines simplen USB-Sticks einen Adapter benötigt. Gleiches gilt für den Anschluss eines externen Bildschirms oder das Lesen einer Speicherkarte – ohne Adapter läuft beim MacBook nichts. MacBook-Optimisten entgegnen den Kritikern nun zumeist, dass die Zukunft sich sowieso in Netz, Cloud und überhaupt drahtlos abspielt. Außerdem gibt’s für den Fall der Fälle wirklich praktische Adapter, die Ports en masse bereitstellen, wie zum Beispiel der MiniX Neo C.

Nichtsdestotrotz sollte jeder interessierte Käufer genau prüfen, ob er mit der eingeschränkten Port-Ausstattung des MacBooks zurecht kommt.

Tastatur Ich habe Schmetterlinge in meiner Tastatur

Kein Angst, das ist nicht wortwörtlich gemeint, aber dazu gleich mehr. Nicht nur bei der Port-Ausstattung geht Apple beim MacBook neue Wege, auch die Tastatur ist mit ihrer Butterfly-Mechanik eine Neukonstruktion. Ebenso wie bei den Ports gilt hier: „Weniger ist mehr“. Tippen fühlt sich auf dieser Tastatur auf jeden Fall ungewöhnlich an. Die Tasten haben einen extrem flachen Anschlag und ähneln von Weg und Auslösehärte eher Maustasten als herkömmlichen Tastaturen. Ich komme mit dem neuen Design jedoch gut klar und habe keine Schwierigkeiten bei der Umgewöhnung. Doch nicht nur deswegen habe ich den Testbericht nahezu vollständig auf dem MacBook selbst geschrieben. Auch wenn das MacBook noch so kompakt ist, hat das nämlich auf die Abmessungen der Tastatur keine negativen Einflüsse. Seht selbst:

Die MacBook-Tastatur ist normal groß
Die MacBook-Tastatur ist normal groß
Extrem flacher Tastenhub
Extrem flacher Tastenhub

Apple merzt viele Schwächen des Vorgängers aus

Gegenüber dem 2015er-Modell hat Apple an wesentlichen Kritikpunkten nachgebessert: Die SSD glänzt mit nahezu verdoppelten Schreib- und Leseraten, die CPU mit höherer Leistung bei gleichzeitig geringerem Stromverbrauch und der Akku wartet mit vergrößerter Kapazität auf. Insgesamt darf man dem MacBook so mehr Leistung, weniger Stromverbrauch und eine um eine Stunde verlängerte Akkulaufzeit bescheinigen. Obendrein gleicht Apple mit einer Roségold-Variante das Farb-Lineup der MacBook-Reihe an jenes der iPhones an.

Zusammenfassend bleibt die Erkenntnis, dass Apples MacBook eine Nische besetzt und innerhalb dieser hervorragend abschneidet. Maxmimale Mobilität? Check. Genügend Leistung für normale Alltagsaufgaben? Check. Reichlich Akku? Check. Vollwertiges Bertriebssystem für produktiven Einsatz? Check.

Das MacBook polarisiert: Wer zum MacBook greift, weiß genau was er (oder sie) kauft. Der geneigte Käufer übt bewussten Port-Verzicht, begnügt sich mit einem hervorragenden 12“-Bildschirm und mittelmäßiger, aber keineswegs überragender Leistung und bezahlt dafür den gewohnten Apple-Premium-Preis. Alle Interessenten, die regelmäßig viele Ports oder mehr Leistung brauchen und vielleicht nicht so viel Geld ausgeben können oder wollen, sind beim MacBook Air bzw. MacBook Pro besser aufgehoben.

Das neue Apple MacBook ist  ab 1.329€ bei Cyberport erhältlich.

Thumbnail Beitrag Samsung Galaxy S25 FE

Tablet & Smartphone im Test

von Simone Hartmann

Samsung GALAXY S25 FE im Test

Tumbnail Test Google Pixel 10

Tablet & Smartphone im Test

von Simone Hartmann

Google Pixel 10 Test – KI-stark und eines der besten Smartphones 2025

Nothing Phone 3 Test

Tablet & Smartphone im Test

von Simone Hartmann

Nothing Phone im Cyberport Produkttest

Lautsprecher & Kopfhörer im Test

von André Nimtz

Nachhaltig und klangstark? Our Pure Planet Signature Headphones im Test

Haushaltsgeräte im Test

von André Nimtz

Kompakter Kühl-Profi: Dometic CFF 18 Kompressorkühlbox im Test

Fernseher im Test

von Johannes Geissler

AWOL Vision LTV-3000 Pro: Der Ultrakurzdistanzbeamer mit 150 Zoll Diagonale im Test

Gadgets im Test

von André Nimtz

Nie mehr allein zuhause: enabot EBO X Überwachungsroboter im Test

Gaming-Hardware im Test

von Sarah Park

ROG Ally im Test: Was taugt das erste Gaming-Handheld mit Windows 11?

Monitore & Bildschirme im Test

von André Nimtz

Office-Ergonomie pur: EIZO FlexScan EV3240X 4K-Monitor im Test