Produkttest: Beurer PM 26 Pulsuhr
Immer in der richtigen Zone unterwegs…
Braucht man als „normaler“ Mensch eine Pulsuhr? Vor einigen Wochen hätte ich noch „Nein“ gesagt, ich bin ja schließlich kein Leistungssportler und will auch keiner werden. Mittlerweile sehe ich dies anders und nutze die Beurer PM 26 regelmäßig bei meinen sportlichen Betätigungen – als Orientierungshilfe, ob ich mich in der richtigen Puls-Zone bewege. Denn je nach Höhe des Pulsschlages wird das Herz-Kreislaufsystem gestärkt, Fett verbrannt, die allgemeine Fitness verbessert oder die Ausdauer gesteigert.
Da sich die Zonen überschneiden kann man ohne Probleme in zwei Zonen gleichzeitig trainieren. Ist das eigentliche Ziel die Fettverbrennung so soll laut Handbuch im Bereich von 55-75 Prozent der maximalen Herzfrequenz trainiert werden. Die Fitnesszone deckt aber fast denselben Bereich (65-80 Prozent) ab, so dass sich auch dort eine Verbesserung einstellen sollte. Doch bevor das Training beginnen kann, sind einige Einstellungen vorzunehmen. Der Blick ins Handbuch ist dabei notwendig, denn ohne, weiß man nicht wirklich wo was einzustellen ist.
Einrichtung
Die Reihenfolge der einzelnen Schritte bei der Einstellung ist übersichtlich in Diagrammen dargestellt. Nur kann sich das Handbuch nicht für eine Sprache entscheiden, zum Beispiel sind die Beschreibungen für die Grundeinstellungen in Deutsch, während sie im Diagramm für die Trainingseinstellungen in Englisch sind. Nach Eingabe der Grundwerte (Geschlecht, Größe, Gewicht…) werden die Grenzen für die jeweiligen Zonen automatisch berechnet. Diese lassen sich aber auch individuell anpassen. Sinnvoll ist es die Warntöne beim Verlassen der eingestellten Zone zu aktivieren, so muss man nicht ständig auf die Uhr schauen. Je nach Sportart, wurde die Uhr am Fahrradlenker befestigt – die Halterung für die Beleuchtung eignet sich ideal dafür. Oder am Crosstrainer auf dem Querbügel, so das sie sich immer im Blickfeld befand.
Inbetriebnahme
Nachdem alles eingestellt ist, kann das erste Training beginnen. Der Brustgut (zur eigentlichen Pulsmessung) besteht aus zwei Stücken – dem „Plastikteil“ mit den Sensoren und der Elektronik und einem Spanngurt aus Stoff. Der Kontakt wird erstaunlich schnell hergestellt und der aktuelle Puls auf der Uhr angezeigt. Wenn dies zu lange dauert, kann der Sensorbereich auch etwas mit Wasser angefeuchtet werden. Zwischen Uhr und Brustgurt sollten nie mehr als eine Armlänge liegen (laut Hersteller 70 cm) um einen zuverlässigen Empfang zu ermöglichen. Ebenso sind andere Störungsquellen fernzuhalten – Computertechnik, Handys, ansonsten zeigt die Uhr Phantasiewerte an. Damit sind weitere Uhren desselben Typs sicher auch ein Problem, besonders wenn bei Veranstaltungen viele Sportler/innen zusammentreffen.
Anwendung
Befindet man sich in richtigen Trainingsbereich, wird dies mit Anzeige von [ZONE] signalisiert. Auf eine Unter- bzw. Überschreitung wird mit einem Pfeil in die jeweilige Richtung hingewiesen. Für meinen Geschmack hätten die Symbole etwas deutlicher ausfallen können – komplett ausgefüllt. Aber dank der Möglichkeit Signaltöne zu aktivieren, kann man sich über diese informieren lassen. Sie sind auch bei Straßenlärm gut zu hören. Je nach Sportart lässt sich der Trainingsbereich nicht immer einhalten: Fährt man mit dem Rad zum Beispiel bergauf, geht natürlich auch der Puls in die Höhe. Ebenso auf ebenen Strecken, wenn man mit etwas mehr Geschwindigkeit unterwegs ist, schließlich will man sich den Spaß am Radfahren nicht nehmen lassen und langsamer fahren nur um den Puls wieder in die Zone zu drücken. An stationären Geräten, im Fitnessstudio lässt sich die Trainingszone viel einfacher einhalten.
Es wird immer nur ein Training gespeichert, auch wenn für dieses mehrere Runden getrennt erfasst werden können. Profisportler werden daher sicher zu einem leistungsfähigeren Gerät greifen. Am Ende des Trainings können die dafür gespeicherten Daten abgerufen werden: Trainingszeit, Zeit unter/in/über der gewählten Zone, durchschnittliche und maximale Herzfrequenz, verbrauchte Kalorien und Menge des verbrannten Fetts. Bedingt durch die Segmentanzeige ist Anfangs nicht gleich ersichtlich welcher Wert gerade angezeigt wird, daher sollte man vor dem ersten Training einfach mal durch die Anzeigen schalten. Da keine Daten vorhanden sind, werden nur die Symbole der Bereiche angezeigt.
Verarbeitungsqualität
Zur Qualität habe ich noch keine eindeutige Meinung, denn das erste Gerät war direkt defekt – die Dichtung der Batterieabdeckung, welche sich auf der Innenseite des Brustgurtes befindet war undicht. Durch eingedrungenen Schweiß wurde die Batterie kurzgeschlossen und Schluss war mit der Messung/Aufzeichnung. Das zweite Gerät funktioniert dagegen bisher fehlerfrei, da hatte ich wohl mal wieder ein „Montagsgerät“ erwischt.
Die auch von Cyberport noch angebotene PM 25 unterscheidet sich laut Hersteller neben dem Design darin, das die maximale Herzfrequenz und die Rundenzeiten nicht gespeichert werden. Ebenso ist sie nur bis 30m statt 50m wasserdicht. Letzteres ist aber unwichtig, da der Empfang unter Wasser nicht funktioniert. Wer diese Dinge nicht benötigt, kann auch bedenkenlos zu PM 25 greifen. Stiftung Warentest hat diese im April 2011 mit Gut bewertet. Ebenso wurde sie Testsieger im Einsteiger-Bereich bei Runners World. Übrigens: Mittlerweile ist die hier getestet Beurer PM 26 bei Cyberport erhältlich, ebenso zahlreiche, weitere neue Modelle wie die PM 52, PM 70 und PM 90.
Fazit
Für mich ist die Beurer PM 26 Pulsuhr eine gute Hilfe um das Training zu optimieren, denn der Körper soll nicht überfordert, aber auch nicht unterfordert werden. Durch die optischen und akustischen Hinweise ist es möglich die Trainingszone einzuhalten und so das Optimum aus den sportlichen Aktivitäten heraus zu holen. Dank der erfassten Daten, wenn sie in einer Tabelle oder App der Wahl manuell archiviert werden, lässt sich auch der Fortschritt dokumentieren. Auf der negativen Seite steht das für meinen Geschmack etwas zu kleine Zonen-Symbol und das „Montagsgerät“ der ersten Lieferung, ferner die Nichtreaktion auf Nachfragen seitens des Herstellers.
Nachtrag: Genauigkeitsvergleich mit Apps und Co
Bis vor wenigen Wochen habe ich die Daten per runtastic-App (auch für Android, BlackBerry und Windows 7 erhältlich) oder Webseite erfasst. Aber irgendwie scheinen die berechneten verbrannten Kalorien viel zu hoch – aktuelles Beispiel: 1,5 Stunden auf einem Crosstrainer ergeben laut dessen Anzeige 487 kcal, die Pulsuhr liefert 932 kcal und runtastic 2919 kcal! Besonders komisch wird es, wenn ich bei der Eingabe zuerst nur eine Stunde eingebe, dann sind es 4062 kcal. Scheint wohl ein größerer Bug bei der Berechnung zu sein. Für mich persönlich habe ich entschieden, dass die Pulsuhr die genausten Werte liefert, schließlich misst sie direkt am Körper und berechnet die Werte anhand der vorher hinterlegten Grundeinstellungen (Alter, Gewicht, Größe und Geschlecht). Aktuell erfasse ich die Werte im AOK Plus Fitnessmanager (iOS), einer abgespeckten Version von iBody (iOS). Demnächst werde ich sicher auf iBody umsteigen, da sich dort noch mehr Werte erfassen und verwalten lassen. Ebenso lassen sich diese exportieren, was bei runtastic nur über eine Gold-Mitgliedschaft möglich ist. Die Daten auch unterwegs erfassen zu können erleichtert das Ganze ungemein – man spart sich den Notizzettel und hat auch die älteren Daten immer Griffbereit.
Mit dem Wahoo Fitness Run Pack oder dem 60beat könnte man die Daten direkt unter iOS (60beat auch Android) erfassen, aber das würde die ganze Angelegenheit nur komplizierter machen. Beim Wahoo-Produkt wird der Empfänger-Dongle über den Dock-Anschluss des iPhone angeschlossen und dieses passt damit nicht mehr in jede Hülle/Halterung. Der 60beat ist zwar ein ganzes Stück preiswerter, wird aber den Bildern nach zu urteilen nur über die Kopfhörerbuchse am Gerät gehalten. Ob diese die zusätzliche Belastung lange aushält? Zusätzlich verbraucht die Live-Erfassung natürlich Strom – zum einen für die GPS-Streckenaufzeichnung und zum anderen zur Verbindung zum Brustgurt (Wahoo). Mit der Pulsuhr erhalte ich genauso die Trainingszeit, die maximale und durchschnittliche Herzfrequenz. Beim Crosstrainer wird die zurückgelegte Strecke an diesem erfasst und am Fahrrad klemmt so oder so der Fahrradcomputer. Einzig für längere Wanderungen habe ich bisher die GPS-Funktion der Apps genutzt.








