Neuseeland 2010: Tongariro National Park – Teil 5

von dirk-haase

· 5 min Lesezeit

Vulkane und Seen – schon wieder ;-)
Von New Plymouth führte der Weg zwei Stunden nach Süden, um kurze Zeit später mit einem weiteren Bus wieder zwei Stunden nach Norden zu fahren. Und alles nur um sich am Ende gerade etwas mehr als 100 Kilometer weiter östlich zu befinden, im National Park Village, im Tongariro National Park. Bei der Ankunft im National Park Village war es mit gefühlten fünf Grad doch recht kalt und ein starker Südwind blies. Dieser hatte aber auch sein Gutes, denn die noch vorhandenen Wolken wurden weitergeschoben und am späten Nachmittag strahlten die drei, teilweise schneebedeckten Gipfel im Sonnenlicht. Der Ort selber besteht nur aus einer kleinen Ansammlung von Häusern, die meisten davon für Touristen, entsprechend hoch ist deren Anzahl.
Für den ersten Tag stand das Tongariro Crossing auf dem Plan, das Wetter spielte mit und so ging es acht Uhr zum Startpunkt des Weges. Wir sind den Weg wie vorgeschlagen vom Süden her, im Mangatepopo-Tal angegangen. Wir waren die zweite Gruppe, welche aus unserer Unterkunft dorthin gefahren wurden – insgesamt ca. 40 Personen alleine aus dieser Lodge. Im Vorfeld hatte ich mich über die im Wikipedia-Artikel angegebene Zahl von bis zu 700 Wanderern pro Tag gewundert, am Startpunkt dann nicht mehr. Kleinbus um Kleinbus „kippte“ seine Ladung aus, so ähnlich muss man sich wohl eine Völkerwanderung vorstellen. Das Wetter war sogar so gut, das man den Mt. Taranaki in 120 Kilometer Entfernung wunderbar sehen konnte. Der erste Teil des Weges, vorbei an der Mangatepopo-Hütte, bis zu den Soda-Quellen verlief relativ flach, dann ging es aber mit einem mal knapp 300 Meter in die Höhe und wir standen im Südkrater des Mt. Ngauruhoe. Von dort aus gab es die Möglichkeit den Mt. Ngauruhoe zu erklimmen, bei mir ist es allerdings bei dem Versuch geblieben. Irgendwo muss ich wohl vom nicht markierten Weg abgekommen sein und in ca. 1900 Meter Höhe war mir der noch zu bewältigende Teil zu steil um ihn über lockeren Sand und loses Gestein zu erklimmen. Irgendwie hatte ich gerade keine Lust den Hang herunterzukullern. Aber auch von diesem Punkt war die Aussicht phantastisch. Zurück im Südkrater ging es über den vom Kratersee her aufgeweichten schlammigen Boden zum anderen Ende um wieder aus dem Krater herauszuklettern.

Auf dem Weg nach oben, im Hintergrund der Mt. Ngauruhoe.
Blick vom Mt. Ngauruhoe in den Südkrater.
Der Aufstieg aus dem Südkrater ist geschafft.
Zentralkrater
Zentralkrater
Neuseeland: Tongariro National Park – Teil 1″

Bevor es aber hinab in den Zentralkrater ging, wurde noch ein kleiner Abstecher in Richtung Mt. Tongariro unternommen. Für dessen Gipfel selbst reichte dann leider die Zeit nicht mehr. Während des Abstiegs in den Zentralkrater waren an dessen Rand schon der Rote Krater und die Emerald Lakes zu sehen. Unten im Krater musste eines von mehreren Schneefeldern überquert werden um zum Blauen See zu gelangen. Ab da ging es sowohl mit der Höhe als auch mit den landschaftlichen Reizen stetig bergab. Die letzten Stunden hatten einfach zu viel von beidem geboten. Besonders die letzten Kilometer zogen sich gewaltig, erst in Serpentinen den Berg hinunter, dann durch neuseeländischen Busch, den ich am Mt. Taraniki noch so reizvoll fand. Am Ende war ich nur noch froh, die Wanderschuhe auszuziehen und eine heiße Schokolade genießen zu dürfen :-).

Tongariro Crossing at EveryTrail

Die Strecke wurde mittels im Hintergrund laufendem Trails aufgezeichnet und anschließend zu everytrails.com kopiert. Sehr gut macht sie sich in der 3D-Ansicht von Google Earth.

Emerald Lakey
Im Zentralkrater.
Blick über den Lake Rotoaira und Lake Taupo.
In Serpentinen den Berg hinab.
In Serpentinen den Berg hinab.
Neuseeland: Tongariro National Park – Teil 2″

Nicht das der Vortag schon genug an Reizen geliefert hätte, denn so ging es auch am zweiten wieder auf Wanderschaft. Während die nächsten Wanderer zum Tongariro Crossing gefahren wurden, wurde ich unterwegs im Whakapapa Village ausgeladen, denn ich wollte die Tama Lakes auf der anderen Seite des Vulkans sehen. Diese hatten wir zwar schon Anfang 2007 besucht, damals allerdings mit tief hängenden Wolken und einer Sichtweite die nicht erwähnenswert ist.

Tama Lakes at EveryTrail

Von Whakapapa Village führte der Weg oberhalb der Taranaki Falls in vielen Windungen, großteils über offenes Gelände zunächst zum unteren Tama Lake. Fantastisch wie er so in seinem Türkisblau vor sich hinstrahlte. An dessen südlicher Flanke ging es steil bergauf um hinter dem Kraterrand den oberen Tama Lake zu entdecken. Unsere „Pausenunterkunft“ (ein Ring von zum Windschutz aufgetürmten Steinen) von 2007 wiederzufinden war kein Problem, denn diesmal gab es weder Nebel noch tief hängende Wolken. Genau der richtige Platz für die Mittagspause – direkt voraus der See, auf der linken Seite der Mt. Ngauruhoe und auf der rechten der Kraterrand des unteren Tama Lakes. Trotz der Lage genau zwischen dem Mt. Ngauruhoe und dem Mt. Ruapehu war es teilweise absolut windstill und völlig lautlos – Entspannung pur.

Auf dem Weg zu den Tama Lakes.
Unterer Tama Lake.
Oberer Tama Lake.
Detail am Wegesrand.
Detail am Wegesrand.
Neuseeland: Tongariro National Park – Teil 3″

Auf dem Rückweg führte der Weg direkt zu den Taranaki Falls und die letzte Stunde des Weges auf einer anderen Strecke zurück ins Whakapapa Village. Sehr beeindruckt hat mich mal wieder, wie die Neuseeländer die Wanderwege in Schuss halten, egal ob beim Tongariro Crossing oder anderen, weniger begangenen Wegen. Große Teile sind mit Holzbohlen abgesichert, teilweise sind sie mit Schotter verfestigt und das in meistens unwegsamen Gelände. Respekt! Am Abend gab es noch einen „App-Effekt“, kurz vor 20 Uhr kamen plötzlich immer mehr Leute auf die Straße heraus, um die in den letzten Sonnenstrahlen liegenden Berge zu fotografieren. Schön das man heutzutage vieles vorausberechnen kann. Nur bekommt weder das iPhone noch die Real 3D W3 die Farben richtig hin, zumindest nach dem Bild im kleinen Display zu urteilen. Noch etwas aus der Technik-Rubrik: Nach White Island und dem Tongariro Crossing hat mir mal wieder der Gum-Pro-Zusatzakku den Tag gerettet. So ein iPhone braucht eben doch mehr Strom wenn das GPS im Hintergrund den Weg aufzeichnet und parallel dazu noch Videos und Fotos gemacht werden.

Sonnenuntergang Mt. Tongariro / Mt. Ngauruhoe
Sonnenuntergang Mt. Ruapehu
Wanderweg unterhalb des Mt. Ruapehu
Gefederter Wandersteig, Sachen gibt’s hier...
Gefederter Wandersteig, Sachen gibt’s hier...
Neuseeland: Tongariro National Park – Teil 4″

Für den letzten Tag gab es keinen wirklichen Plan, ich hätte eine Herr der Ringe-Tour machen können, am Ende hätte ich dabei wohl die selben Vulkane noch einmal aus der Nähe gesehen. Daher entschied ich mich für eine Kombination aus mehreren kleinen Wegen unterhalb des Mt. Ruapehu und am Ende ein Stück Straße. Denn genau an dieser gibt es ein besonderes Warnschild vor einem Skifahrenden Kiwi und das musste ich auf einem Foto festhalten ;-).

Weiter ging es dann mit dem Overlander in einer sechsstündigen Fahrt südliche Ende der Nordinsel, nach Wellington – bis zum alsbald zum nächsten Bericht.

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