Eine heiße Vorweihnachtssaison beginnt!

von joerg-pittermann

· 5 min Lesezeit

iPhone und Co auf den Vormarsch
In spätestens 90 Tagen beginnt wieder die Weihnachtsaison mit dem ersten Christstollen und den ersten Dominosteinen. In dieser Woche beginnt aber der absolute Reigen der Smartphone-Vorstellungen. Das iPhone, der Palm Pre (in den USA) und eine fast unendliche Flut an Android-Smartphones (mindestens noch 18 Smartphones dieses Jahr). Und natürlich wird der Weltmarktführer Nokia mit dem Nokia N97 und weiteren intelligenten Telefonen nicht hinten anstehen wollen. Dazu kommen die ganzen „iPhone-Wannabes“, die ich gar nicht alle aufführen, geschweige denn testen kann und will. Dieses Jahr ist das erste Jahre von vielen, wo die Konsumenten in einen Updatekreis gezwängt werden sollen, wo jedes Jahr ein noch besseres, schöneres und schnelleres iPhone samt der Menge an Konkurrenzmodellen herauskommen wird. Apple hat es mit dem iPod und den Macs vorgemacht und auch beim iPhone zieht man kräftig nach, die Konkurrenz lässt sich natürlich auch nicht lumpen. Das von heute ist schon veraltet, weil es bald was Neues gibt. Aber es geht auch darum, dem Konsumenten die Entscheidung zwischen einem 300 Euro Netbook und einem ähnlich teuren Smartphone immer schwerer zu machen, sprich das Netbook zu verdrängen.
Praktisch betrachtet sind die Gewinnmargen beim Smartphones höher, das iPhone hat gezeigt, dass mit dem App-Store auch noch nach dem Smartphone-Kauf mehr Geld vom Konsumenten abzuschöpfen ist – ganz zu schweigen von der Zusatzhardware, die sich der Konsument stolz kauft. Hier werden wir zusammen mit den neuen Smartphones noch eine viel größere Welle an Plastikspielzeug finden als heutzutage. Weiterhin verdient beim Smartphone auch der Mobilfunkanbieter mit, dessen (Daten)-Netz wird besser ausgelastet und damit steigt auch der Profit. Und letztendlich werden die Konsumenten, die einen Zweitcomputer suchen auch am Ende mit den Füssen abstimmen, und der Sieger wird am Ende das Smartphone sein, dass (fast) alles besser kann (und können wird) als ein Netbook. Auch das Internet wird sich verändern – Cloud-Computing macht die Daten, E-Mails und Programme immer und überall verfügbar und Dienste wie Twitter, Facebook und Co sind für die Nutzung auf Smartphones optimiert.

Vor zehn Jahren wurde eines der ersten Internetfähigen Handys aus der Taufe gehoben, das Nokia 7110 mit einem langsamen (0,0096 Mbit/s) WAP-Zugang, es hatte ein großes monochromes Display und eine Tastaturabdeckung, die auf Knopfdruck aufsprang. Ganz ähnlich dem Matrixphone aus dem ersten Film der Reihe. 2002 gab es die ersten Handys mit Farbdisplay, die auf das WAP zugreifen konnten, mit GPRS und einer Geschwindigkeit von 0,056 Mbit/s, es konnte MMS verschicken und im WAP-Portal des Mobilfunkriesen Vodafone konnte man sogar seine E-Mails abfragen – das war absolut revolutionär. Die Kosten damals (ohne Flatrate) lagen bei 9 Cent für 10 Kbit, sprich bei 9 Euro pro MB. 2004 war der erste kommerzielle Start von UMTS, hier konnte mit einer Geschwindigkeit von 0,3 Mbit/s auf das Internet zugegriffen werden. Heute sind theoretische Geschwindigkeiten von bis zu 7,2 Mbit/s und mehr drin, meine UMTS-Flatrate hat höhere Übertragungsraten als mein DSL Anschluss. Die Telefone habe sich in den letzten zehn Jahren immer weiterentwickelt, von einfachen Handys mit Internetzugang sind wir jetzt bei Internetzugängen, die nebenbei noch Telefonieren können, dazu MP3 abspielen und vieles mehr, von so elementaren Dingen wie E-Mails checken und GPS-gestützt Routen berechnen einmal ganz abgesehen. Eine Flatrate kostet im Schnitt gerade mal nur noch unter 30 Euro.

Schauen wir uns im Vergleich die Netbooks an. Vor knapp zehn Jahren hatte ich ein Notebook, dass war groß und schwer, hat mit Akku vielleicht eine Stunde durchgehalten. Die Notebooks wurden kleiner und leichter, bis hin zu einem Netbook, dass wirklich den Namen verdient hatte, dem Asus EEE 701 und dann wurden sie wieder größer. Die Technik hat sich nicht grundlegend geändert, natürlich sind Net- und Notebooks schneller, leichter, ausdauernder und preiswerter geworden, aber auf die letzten zehn Jahre gesehen, hat dort wirklich keine echte Revolution stattgefunden. Ganz im Gegensatz zu den Smartphones, die sich von Jahr zu Jahr weiterentwickeln und in immer schnelleren Entwicklungszyklen auf den Markt gebracht werden.

Auch die Menschen ändern sich, für viele jungen Menschen ist das Handy oder das Smartphone das Ding, was man neben dem Schlüssel ebenso selbstverständlich mitnimmt wenn man das Haus verlässt. Nicht den Computer, das Netbook, sondern das Smartphone. Das ist der Schlüssel zu Freunden und Bekannten, zum Leben. Das Rad wird man nie mehr zurück drehen können als Handys nur aufgrund der Telefonfunktion genutzt wurden und der MP3-Player fürs Musikhören und die Digicam für den Schnappschuss – das Handy kann alles (nicht) besser, aber es ist integriert und immer dabei. Genauso ist das Internet immer dabei, ebenso wie E-Mails und die Daten. Wie oben schon erwähnt, ist es dank Cloud-Computing keine große Herausforderung mehr. Es ist vielmehr eine Frage der Organisation, aber genauso wie das Leben und die Freunde über Facebook und Co organisiert werden, werden in Zukunft die Daten auch im Internet organisiert, weil es selbstverständlich ist.

Somit markiert dieses Jahr den Beginn der Schlacht um Marktanteile, Geld und Zukunft. Nur derjenige dem es gelingt den Konsumenten zu überzeugen, der kann nachher auch das erwünschte Geld vom Abnehmer einstreichen. Und dass der Konsument gerne Geld ausgibt – Krise hin oder her – ist mit dem iPhone in den letzten zwei Jahren hinreichend nachgewiesen worden. Apple hat also nicht nur Hardware- und Softwaretechnisch die Latte angehoben, sondern auch gezeigt, dass es durchaus gelingen kann, den Konsumenten mit Diensten und Kleinigkeiten nach dem Kauf Geld abzunehmen. Apple hat das vom Kunden akzeptierte Modell für die Zukunft aufgezeigt, dieses gestattet, die Profitabilität von Handyhersteller und Mobilfunkgesellschaft in neue Höhen zu tragen. Und Apple hat auch auf der Keynote der Developer Conference veranschaulicht, dass sie im Smartphone das Modell der Zukunft sieht, neben dem neuen iPhone 3G S wurde auch das „alte“ iPhone 3G noch für einen günstigeren Preis im Modellsortiment beibehalten – zusammen mit der neuen iPhone OS 3.0 Software ist es eine hervorragende Alternative zu einem Netbook, dass dann meistens eh nur Zuhause rumliegt und verstaubt, besonders da jetzt auch die Tastatur in allen Apps im Querformat genutzt werden kann.

Freuen wir uns als auf eine spannende Vorweihnachtssaison mit vielen neuen Gadgets, Möglichkeiten und Chancen.

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