
Elektromobilität ist eines der Top-Themen der letzten Jahre. Wer darüber nachdenkt, sich ein eigenes Elektroauto zu kaufen oder bereits eines besitzt, wird an der Frage nach dem effizientesten Weg des Aufladens nicht vorbeikommen. Eine Wallbox ist hier oft die ideale Wahl. An Haus oder Garage befestigt, ladet ihr euer Fahrzeug bequem von zuhause aus auf und seid nicht auf öffentliche Ladesäulen angewiesen.
Doch was kann eine Wallbox eigentlich, was solltet ihr bei Kauf und Installation beachten und wie sieht es mit Förderungen aus? Diese und weitere häufige Fragen beantworten wir in diesem Beitrag.
Die Basics: Was ist eine Wallbox?
Mit einer Wallbox (auch deutsch: Wandladestation) habt ihr die Möglichkeit, euer E-Auto ganz bequem daheim aufzuladen. Der kleine Kasten ist sozusagen euer eigener privater Ladepunkt, der sich beispielsweise direkt an eurer Garagen-Wand befinden kann. Im Vergleich zu öffentlichen Ladestellen ist diese Lösung einerseits bequemer, andererseits auf Dauer günstiger.
Natürlich könnt ihr euer Elektroauto daheim auch über eine reguläre Steckdose laden, allerdings sollte das eher die Ausnahme darstellen, denn Ladestationen bringen einige Vorteile mit. Beispielsweise dauert der Ladevorgang an Steckdosen deutlich länger. Zum Vergleich: Während euer Elektrofahrzeug an einer normalen Haushaltssteckdose gut und gerne 24 Stunden zur vollen Aufladung benötigen kann, ist ein Ladevorgang an einer 11 Kilowatt (kW)-Wallbox etwa fünfmal so schnell, dauert also nur um die fünf Stunden. Private Ladestationen optimieren die Ladeleistung also deutlich.
Gleichzeitig ist das Laden über die eigene Wallbox sicherer. Weil sie den Strom kontrolliert zum Elektrofahrzeug überträgt, wird beispielsweise euer Stromnetz weniger stark belastet und das Risiko für Brände oder Ausfälle wird minimiert. Außerdem werden die Kabelbuchsen während des Ladevorgangs gesperrt und können erst abgezogen werden, wenn sie nicht mehr unter Spannung stehen.
Nicht jede E-Ladestation ist gleich. Die Ladesäulen unterscheiden sich in ihren Eigenschaften. Zur Wahl der für euch passenden Wallbox, solltet ihr euch vor dem Kauf über folgende Punkte informieren.
Ladeleistung
Wie schnell euer Elektrowagen tatsächlich geladen werden kann, hängt von der Leistung eurer Wallbox ab. Je höher die Ladeleistung, desto schneller ist euer Elektroauto wieder aufgeladen. Auf der anderen Seite sind geringere Leistungen schonender für euren Akku. Am gängigsten sind Leistungen von 11 kW beziehungsweise 22 kW. Es gibt aber auch Varianten mit deutlich niedrigeren Werten ab 3,7 kW.
Welche Ladeleistung für euer Elektroauto geeignet ist, ist auch von eurem Modell abhängig. Ist die maximale Ladeleistung eures Wagens beispielsweise auf bis zu 7,4 kW pro Stunde begrenzt, bringt es euch nichts, eine 22 kW-Wallbox zu kaufen. Außerdem solltet ihr beachten, dass Wallboxen mit 22 kW Ladeleistung durch euren Netzbetreiber genehmigt werden müssen. Aber dazu später mehr (s. Installation & Anmeldung).
Wie lange euer E-Fahrzeug am Ende genau zum Laden benötigt, könnt ihr mit folgender Formel errechnen: Ladezeit = Batteriekapazität : Ladeleistung * 1,3. Wenn die Batterie eures E-Autos also beispielsweise 50 Kilowattstunden (kWh) fasst, benötigt ihr bei einer 11 kW-Wallbox zur vollen Aufladung eine Ladezeit von etwa sechs Stunden.
Ladestecker
Im Wesentlichen unterscheidet man zwischen vier verschiedenen Ladestecker-Typen: Typ 2-Stecker, Combo-Stecker, CHAdeMO-Stecker und Typ 1-Stecker.
Europaweit wurden Typ 2-Ladekabel als Standard definiert. Die sind für dreiphasiges Laden ausgelegt und bereits an allen gängigen öffentlichen Wechselstrom-Ladesäulen (= AC-Ladestation) zu finden. Ladet ihr euer Elektrofahrzeug an einer Gleichstrom-Ladesäule (= DC-Ladestation), werdet ihr auch Combo-Stecker vorfinden können. Sie erweitern den klassischen Typ 2-Stecker um zwei Kontakte und können mit bis zu 350 kW eine besonders hohe Ladeleistung erreichen, das Laden geht also deutlich schneller. Dafür sind sie allerdings auch etwas schädlicher für die Lebensdauer eures Akkus.
Kauft ihr eure Wallbox in Deutschland, sollte der Ladestecker bereits dem genormten Typ 2-Anschluss entsprechen. Ab und zu findet sich auch die Bezeichnung „Mennekes-Stecker“, die vor allem bei Tesla Superchargern verwendet werden.
Ladekabel
Viele Wallboxen werden direkt mit einem passenden Kabel verkauft. Dabei kann das Kabel fest oder abnehmbar sein. Besonders bei fest verbauten Kabeln solltet ihr im Vorhinein überlegen, welche Länge ihr benötigt. Längere Kabel lassen sich beispielsweise problemlos um das Auto herum legen, um die andere Seite zu erreichen, können jedoch zu Ladeverlusten führen. Hier gilt es im Voraus genau zu planen, was ihr benötigt.
Solltet ihr das Ladekabel separat zur Box erwerben oder ein zusätzliches Kabel kaufen wollen, achtet unbedingt darauf, dass das Kabel auch die Ladeleistung eurer Ladesäule unterstützt. Ein 11 kW-Kabel an eine 22 kW-Wallbox zu schließen ergibt beispielsweise wenig Sinn.
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News & Trends Aktualisiert am: 24. Mai 2022
Extras
Neben einfachen Wallbox-Modellen, die sich auf das Laden beschränken, gibt es auch Versionen mit smarten Zusatzfunktionen.
Einige Ladestationen können beispielsweise via App verbunden und bedient werden, was euch den Ladevorgang aus der Ferne unterbrechen oder Lade-Statistiken einsehen lässt. Andere besitzen ein Display, auf dem ihr verschiedene Daten ablesen könnt oder eine LED-Anzeige, die leuchtet, wenn ihr euer E-Auto ladet.
Wer seine Box gegen Fremdzugänge schützen will – beispielsweise weil sie sich an einem öffentlich zugänglichen Bereich befindet – kann auf Modelle mit Sicherheits-Funktion setzen. Bei diesen lässt sich das Ladekabel beispielsweise erst dann abstecken und an das Elektrofahrzeug anschließen, wenn ihr zuvor eine NFC- oder RFID-Karte an das Gerät gehalten habt.
Manche Wallboxen besitzen einen internen Zähler, der die Ladevorgänge erfasst und aufzeichnet. Ein solches Modell zu kaufen lohnt sich beispielsweise, wenn ihr euren Firmenwagen über den privaten Strom ladet und dies abrechnen wollt. Auch hier gibt es Varianten mit Smartphone-App-Integration.
Habt ihr eine Solaranlage und wollt den Strom direkt zum Laden eures Elektroautos nutzen? Hierfür gibt es Wallbox-Lösungen, die ein eigenes Energiemanagement besitzen und beispielsweise den Strom von der Photovoltaikanlage bevorzugt nutzen.
Wenn ihr eure Wallbox im Außenbereich anbringen wollt, solltet ihr auf die Wetterfestigkeit achten. Einige Modelle besitzen dazu eine IP-Zertifizierung. Die korrekte Planung ist also schon vor dem Kauf das A und O.
Wallboxen im Shop
Installation & Anmeldung: Wie schließe ich meine Wallbox an?
Bevor die eigentliche Wallbox-Installation starten kann, sind einige Vorbereitungen zu treffen.
Zuerst gilt es, die Rahmenbedingungen sicherzustellen. Natürlich solltet ihr einen Platz aussuchen, der für euer E-Auto leicht befahrbar ist, beispielsweise eine Garage, ein Carport oder sonstigen Stellplatz. Der Ladepunkt muss an einen Starkstromanschluss angeschlossen werden, benötigt also mindestens 400 Volt Spannung. Außerdem müsst ihr einen Fehlerschutzschalter einbauen lassen. Dieser ist gesetzlich vorgeschrieben und schützt euer Stromnetz vor Rückstrom.
Alle Punkte abgehakt? Sehr gut, dann geht es an die Formalitäten.
Befindet ihr euch in einem Mietverhältnis und mietet auch einen Stellplatz, seid aber nicht Grundstückseigentümer, müsst ihr vor der Installation einen Antrag für die Anbringung der Wallbox beim Vermieter einreichen. Laut Paragraph 554 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) haben Mieter ein sogenanntes „Recht auf Wallbox„. Das heißt, dass der Vermieter einen nachvollziehbaren Grund nennen muss, um die Installation abzulehnen. Die Kosten für die Installation selbst müsst ihr in den meisten Fällen jedoch selbst übernehmen.
Entscheidet ihr euch für ein Modell, das 11 kW Ladekapazität oder mehr besitzt, müsst ihr eure Ladestation vorab zudem beim zuständigen Netzbetreiber anmelden – das gilt für Mieter und Eigentümer. Die allgemeine Meldepflicht ist jedoch eine reine Formalität, bei der der Netzbetreiber nur zustimmen kann. Bei einem 22 kW-Wallbox sieht das Ganze anders aus. Hier ist die gesetzliche Grenze von 12 kW überschritten und ihr müsst zusätzlich eine Genehmigung beantragen. Diese kann auch versagt werden. Ist das der Fall könnt ihr aber immer noch auf eine 11 kW-Version umsteigen.
Bei der Installation selbst ist es notwendig, Fachpersonal mit dem nötigen Know-How zu Rate zu ziehen, da der Umgang mit Starkstrom lebensbedrohlich ist. Führt den Anschluss also niemals selbst durch. Der Elektroinstallateur führt einen Vor-Ort-Check durch, installiert die Ladestation fachgerecht und steht für Fragen zur Verfügung.
Förderung: Welche finanziellen Zuschüsse gibt es für Wallboxen?
Natürlich sind Kauf und Installation einer Wallbox alles andere als günstig. Eine finanzielle Förderung ist daher gern gesehen. Die durch den Bund beschlossene Wallbox-Förderung der Kreditanstalt für Wideraufbau (KfW) ist für private Wallboxen im Herbst 2021 ausgelaufen. Dennoch gibt es Möglichkeiten, seine eigene Ladesäule fördern zu lassen.
KfW-Förderung für Unternehmen
Freiberufler, kommunale Betriebe, gemeinnützige Organisationen und Unternehmen haben weiterhin die Chance auf eine KfW-Förderung. Pro Ladepunkt könnt ihr bis zu 900 Euro erhalten, vorausgesetzt die Ladestation dient zum Aufladen von Firmenfahrzeuge oder Privatwagen von Beschäftigen und wird mit Ökostrom geladen.
Zuschüsse auf Landesebene
Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen zählen zu den Bundesländern, die Wallboxen unter bestimmten Voraussetzungen weiterhin bezuschussen.
In Bayern gibt es das Förderprogramm „Nicht öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Bayern“. Dabei können Unternehmen einen Antrag auf finanzielle Unterstützung einreichen, wenn Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen ihren elektrischen Dienstwagen zuhause aufladen wollen. Der Ladepunkt muss sich dabei auf einem nicht öffentlich zugänglichen Gelände innerhalb Bayerns befinden. Pro Ladesäule werden maximal 1.500 Euro bezuschusst.
Der sogenannte „BW-e-Solar-Gutschein“ beinhaltet in Baden-Württemberg Förderungen in Höhe von bis zu 1.000 Euro für vollelektrische Elektrofahrzeuge sowie bis zu 500 Euro für Wallboxen. Voraussetzung ist das Betreiben einer Photovoltaikanlage, die die Wallbox mit Strom versorgt.
Weniger kompliziert ist die Förderung in Nordrhein-Westfahlen. Hier könnt ihr als Privatperson einen Zuschuss von bis zu 1.500 Euro für den Kauf, Einbau oder Anschluss eurer Ladestation erhalten. Voraussetzung ist unter anderem, dass die Wallbox eine mindest-Ladeleistung von 11 kW besitzt und durch regenerative Energiequellen betrieben wird. Alle Details findet ihr auf der Website für ElektroMobilität NRW.
Wallbox-Förderungen durch Städte oder Gemeinden
In einigen Städten bezuschussen Energieversorger E-Ladestationen – schließlich profitieren sie von Kunden, die durch das Aufladen ihrer E-Autos zusätzliche Einnahmen generieren. Beispielhaft zu nennen sind folgende Anbieter:
FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Thema Wallbox
Fazit: Euer Auto-Ladegerät für Zuhause
Fassen wir zusammen: Wer sein Elektroauto bequem, kostengünstig und effizient laden will, sollte über die Anschaffung einer Wallbox definitiv nachdenken. Abzuraten ist von einer Aufladung über die reguläre Steckdose, da dieser Weg deutlich länger dauert und zu unsicher ist.
Zur Installation solltet ihr unbedingt die nötigen Formalien beachten und euch zum Anschluss an einen Elektriker mit entsprechendem Know-How wenden. Ob eure Ladestation förderfähig ist, hängt von eurem Wohnort und dem Nutzungszweck eures Elektrofahrzeugs ab.
Habt ihr noch Fragen zum Thema E-Mobility oder Ladesäulen? Schreibt sie uns gern in die Kommentare. Wenn ihr euch über die unterschiedlichen Wallbox-Modelle genauer informieren wollt, schaut gern einmal in unserem Online-Shop vorbei.










