Taxi: 48 Euro – Zugfahrt: 37 Euro – Eine Nacht auf dem Flughafen…
– priceless!
Ich gebe es an dieser Stelle gerne offen zu, die von uns konstruierte „Cyberhead-Story“ war und ist eine PR-Geschichte – wer hätte das gedacht? Natürlich werde ich weder von Aliens, noch von den Illuminaten verfolgt, auch „floh“ ich nicht übers Wochenende nach Belgien, sondern pflegte „nur“ meine Fernbeziehung zu meiner besseren Hälfte. Indes seit den Geschehnissen des letzten Abends/Nacht hege ich gar meine Zweifel, es scheint die „dunklen Mächte“ verfolgen mich tatsächlich. Wie so oft, trat ich am gestrigen Abend meine Heimreise vom Airport Brüssel an, Ziel die beschauliche Bundeshautstadt Berlin, nach Plan sollte mich später ein Bus in das Heimatdorf Dresden bringen. Soweit, so gut – jedoch das Glück war mir diesmal erneut nicht hold.
Nach halbstündiger Verspätung startet der Easyjet-Flug EZY4706 zwischen 18:30 und 19:00 Uhr, in diesem Moment machte ich mir berechtigterweise noch keine Sorgen, schließlich fuhr mein Bus erst gegen 21:15 Uhr. Ein wenig Beunruhigung machte sich unter den Passagieren breit, als der genannte Flug seine „Wiederholungsrunden“ über Berlin Schönefeld zog. Der Pilot versuchte uns mit der Erkenntnis in Sicherheit zu wiegen, dass zwar die Start/Landebahn derzeit blockiert sein, dies jedoch ein vollkommen, normales Prozedere darstelle. Nach einer weiteren haben Stunde in der Luft, entschloss dich der Captain zur Landung in Berlin Tegel? Moment, wo? Spätestens jetzt war das sprichwörtliche Exkrement am dampfen. Denn schließlich sollte mich mein Bus von Schönefeld aus ins traute Heim bringen.
Da fiel mir ein, besagter Bus startet ursprünglich von Tegel aus. Erneute Hoffnung machte sich breit. Diese wurde jedoch alsbald zerschlagen, denn bis wir den Flieger verlassen konnten, war mein Bus natürlich schon weg – freilich erst fünf Minuten. Ein spaßiger Buschauffeur meinte, wenn ich einen schnellen Taxifahrer fände, könnte ich das Gefährt noch einholen. Der Taxifahrer ward gefunden, zusammen mit der Erkenntnis, dass der zügige Weg über die Stadtautobahn mittlerweile gesperrt war. 21:20 Uhr kam ich in Schönefeld an, der Bus erfreute sich in der Zwischenzeit an seiner Pünktlichkeit. Will heißen, Bus weg, ebenso 48 Euro Taxikosten. Wer jetzt meint, alles nicht so schlimm, es findet sich doch sicherlich noch ein Bus oder Zug der zu späteren Stunde nach Sachsen aufbricht, der sieht sich getäuscht. Leider ist es so, dass sowohl die Bundeshauptstadt, als auch unsere Landeshauptstadt verkehrstechnisch noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen sind. Nachtzüge oder ähnliches sind den Stadtvätern bzw. der Deutschen Bahn gar fremd.
Im Ergebnis erwarb ich für weitere 37 Euro eine Zugkarte für die frühen Morgenstunden. Doch auch hier stellte ich fest, dass der angehende „Weltflughafen“ Berlin-Brandenburg aka Schönefeld eher einer Dorfdisko, denn einem Lufthafen mit Renommee gleicht. Letztes Jahr, als mir ähnliches zustieß, konnte ich zumindest direkt mit dem D-Zug von Schönefeld ab ca. 5:00 Uhr in der Frühe nach Dresden aufbrechen, diesmal verschlug es mich über Umwege in den Ostbahnhof.
Im Ergebnis sitze ich nun hier, ohne eine Stunde Schlaf, vollgepumpt mit Kaffee und der erneuten Erfahrung, dass Berlin einfach eine besch*** Stadt ist. Wie schön, dass ich am Donnerstag erneut dahin aufbreche um von der Eröffnung unseren dritten Stores zu berichten – diesmal jedoch mit Mietwagen und Kollegen. Wie formulierte es der regierende Bürgermeister so schön: Berlin – arm aber sexy! Mitnichten Herr Wowereit, unter „sexy“ stelle ich mir so manches vor, nicht jedoch eine Nacht auf dem Dorfflughafen Schönefeld. Wie passend, dass ich nächsten Monat direkt mit dem gelben Kranich über Frankfurt ins Königreich Belgien aufbreche – oder wie sagt man so treffend in den feinen, sexy Gegenden von Berlin: Ihr könnt mich am A***…








