Sonntagsausflug an einem wunderschönen Herbsttag
Wandertag Teil 2
Vor einigen Wochen berichtete ich im CyberBloc voller Stolz über meine neuzeitliche Lust an der Freilichtbetätigung mittels Wanderns. Das letzte Wochenende brachte nicht nur den Herbstanfang sondern zugleich fantastisches Wetter für eine erneute Tour durch das Elbsandsteingebirge. Wanderschuhe an und los…
Erst einmal galt es die Großstadt Dresden hinter sich zu lassen und die S-Bahn zu besteigen. Man hätte es ja eigentlich wissen müssen, bei solchem Wetter wird man nicht der einzige Kandidat für einen Sonntagsausflug sein. So verwunderte es nicht allzu stark, dass mich auf der Hinfahrt in Richtung Bad Schandau kleine Kinder und andere Plagen umgaben. Aber was will ich mich aufregen, schließlich fuhr die Zukunft mit in der Bahn und ein Kinderlächeln zaubert einem doch den blanken Frohsinn aufs Gemüt und fällt es noch so lautstark aus. Aber Krach kann mit Gegenkrach zerstört werden, eine physikalische Weisheit, die kraft des iPods seine Gültigkeit unter Beweis stellen konnte. Angekommen in Schandau ging es weiter nach Hinterhermsdorf, eine kleinere Ortschaft, die sich im Jahre 2002 mit der Benennung „Schönster Ort Deutschlands“ auszeichnen durfte. Startpunkt für meine Tour war der Parkplatz der Buchenparkhalle, Ziel die Obere Schleuse der Kirnitzsch. Früher wurden hier Baumstämme nach Bad Schandau geflößt, die Zeiten sind lange vorbei, heute finden sich gegenwärtig nur noch Touristen, die „hinunter getrieben“ werden.
Die Strecke hin zur Schleuse kann als sehr leicht bezeichnet werden, ähnelt letztendlich einem Waldspaziergang. Feste Wege die hin und wieder von Mitarbeitern des Forstes befahren werden dienen besonders faulen Zeitgenossen als Wegstrecke um sich mit einer Pferdekutsche chauffieren zu lassen. Ich zog es natürlich vor den kleinen Abstecher mit meinen eigenen Beinen in Angriff zu nehmen.

Die „Waldstraße“.
Achtung: Pferdeäpfel säumen den Weg.
Sandsteine wohin man blickt, daher die Bezeichnung des Gebirges ;-].
Nach ca. 2,5 km erreicht man die Schleuse, hier kann man sich entscheiden ob man entlang der Kirnitzsch weiter laufen möchte, oder aber die 700 m mit einem Boot absolviert. Letztere Option wählte ich, da ich meine Freude schon in der Böhmischen Schweiz daran hatte. Die „Witze“ des Bootsfahrers waren im Übrigen ähnlich gelagert wie bei seinem tschechischen Kollegen, hier scheint es wohl diverse „Absprachen“ zu geben.

Willkommen im Märchenwald, König Arthus wartet hinterm zweiten Baum von links.
Nach der erholsamen Fahrt heißt es einen Aufstieg zu meistern. Auch hier hat man die Qual der Wahl, leicht oder schwer, dafür jedoch umso interessanter. Den leichten Weg lasse ich hinter mir und wähle die Herausforderung. Es geht durch eine schmale Schlucht die es zu überwinden gilt. Ich erkenne schnell die Notwendigkeit meinen Rucksack abzunehmen, ansonsten droht akute Verstopfung. Ein Zustand der auch in der freien Natur nicht schön anzusehen ist. Nach der Qual wartet die Urkraft der Schöpfung auf mich, ein beeindruckender Blick schweift über den Gipfeln. Hier lässt sich’s aushalten! Die anschließende Tour zurück zum Parkplatz ist nicht weiter der Rede wert, lässig gleite ich durch den Wald. Nach insgesamt ca. 6 km und etwas mehr als drei Stunden findet mein Sonntagsausflug ein zufriedenes Ende. Mutter Natur ich komme wieder, ganz bestimmt.

Hoch hinauf…
…und mittendrin statt nur dabei.
Über den Gipfeln ist ruh.








