Sicherheit aus der Ferne

von sven-kaulfuss

· 2 min Lesezeit

Notebook nach Hause telefonieren?
Schon der alte Sokrates wusste zu sagen: „Der Mensch handelt schlecht, wenn er das Gute nicht weiß.“ Nun ja, auch wenn seit meinem Studium der Rechtswissenschaften schon eine gefühlte Ewigkeit vergangen ist, so meine ich mich zu erinnern, dass auch Unwissenheit nicht vor Strafe schützt. Pech für all die Gadget-Diebe dieser Welt, die meinen sich auf diese Art und Weise dem Strafvollzug zu entziehen. Doch was nützt all dieses theoretische Geplänkel, wenn man tatsächlich mal Opfer eines solchen Langfingers wurde? Die Wahrscheinlichkeit ist mitnichten so gering, wie manch einer vielleicht denken mag. Wie die Computerwoche schon im August berichtete, verschwinden auf den acht größten Lufthäfen Europas wöchentlich 3.300 Notebooks, in den USA im selben Zeitraum sogar über 12.000. Auch wenn hiervon in etwa die Hälfte „nur“ liegengelassen wird, beunruhigend sind diese Zahlen allemal – nicht mitgerechnet noch all die Telefone und Smartphones, denen ein ähnliches Schicksal widerfährt. Besonders brisant wird es, wenn sich auf den Geräten vertrauliche Daten aus dem Privat- und Businessbereich befinden. Doch die Gerätehersteller erkennen diesen Trend und bieten vermehrt Serviceleistungen für ihre Kunden an…
So erhalten bspw. Nutzer des iPhones, wenn sie eine MobileMe-Mitgliedschaft besitzen, die Möglichkeit im Fall der Fälle ihr gutes Stück aus der Ferne zu orten und Nachrichten zum verlorengegangenen bzw. gestohlenen iPhone zu senden, inkl. Warnton. Ebenso lässt sich das Gerät lokalisieren und aus der Ferne alle persönlichen Daten löschen (weitere Infos hier). Apple verlangt für diesen Service jährlich 79 Euro, natürlich nicht nur für die hier erwähnten Sicherheitsfeatures. Leider gibt es diese Möglichkeit derzeit nur für das iPhone, MacBook-Besitzer können hiervon noch nicht profitieren. Dies ist bedauerlich, bedenkt man, dass Wettbewerber wie HP schon lange auf diesen Zug aufgesprungen sind.

HP nennt sein Sicherheitsprodukt „HP Compaq eCare Pack Tracking & Recovery Service“. In diesem ebenfalls inklusive, die Fernortung. Über WLAN-Position des Hotspots, Wifi-Triangulation, IP- oder GPS-Tracking wird der Aufenthaltsort des Rechners bestimmt. Allerdings werden diese Daten direkt an HP gesendet, an ein sicheres Monitoring Center. Der Kunde hinterlegt beim Serviceteam weitere Details (Polizeibericht), zusammen mit den Daten des aktuellen Standorts tritt im Anschluss das A-Team Wiederbeschaffungsteam in Aktion und besorgt zusammen mit den offiziellen Ordnungshütern das gestohlene Netbook wieder. Ebenso mit inbegriffen , ist eine Fernlöschfunktion für alle Daten auf dem gestohlenen Rechner. Der jährliche Preis mit 49,90 Euro ist für diesen Service sehr überschaubar, und könnte sich in Anbetracht der „Alternative“ schnell rentieren. Ein Infovideo und noch mehr Informationen findet man hier. Auch Fujitsu plant mit „Advanced Theft Protection“ ein ähnliches System, hier kann dann gleich der gesamte Rechner außer Kraft gesetzt werden.

Es bleibt zu hoffen, dass auch andere Hersteller nachziehen und ähnliche Lösungen ihren Kunden in Zukunft anbieten werden, denn auf den Menschen und sein „gutes Gewissen“ ist nicht immer Verlass, auf Technik schon mehr. Natürlich, kann jedoch auch hiermit Missbrauch betrieben werden, denn nicht nur Langfinger werden geortet, in den falschen Händen finden wir uns dann in einem Big-Brother-Szenario wieder – auch keine schöne Vorstellung.

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