Rocky Balboa
The Italian Stallion is back!
The last round of your life – Rocky Balboa ist zurück!
Wer hätte gedacht, dass Rocky Balboa jemals wieder in den Ring steigen würde? Die Filmreihe war eigentlich mit dem fünften Teil abgeschlossen, dennoch wagte sich Sylvester Stallone an die Verfilmung eines sechsten Teils, nannte ihn aber einfach nur „Rocky Balboa“ (wohl weil „Rocky VI“ zu sehr nach „Ich bin alt und brauche das Geld!“ klingt). – Der Film läuft seit dem 08. Februar in den deutschen Kinos und ist durchaus sehenswert!
Zur Story
Rocky Balboa – The Italian Stallion – lebt weiterhin in South Philadelphia, das noch mehr heruntergekommen auszusehen scheint, als es dies schon 1976 in „Rocky“ tat, und seine Frau Adrian ist mittlerweile verstorben. Rocky findet keinen wirklichen Weg, um über den Tod seiner Frau hinwegzukommen und lebt von Erinnerungen an die glückliche Vergangenheit. Er betreibt ein kleines italienisches Restaurant „Adrian“, das mit allerlei Box-Memoirien ausgestattet ist und in dem er allabendlich die Gäste des Lokals mit Anekdoten seiner Boxkämpfe unterhält. Sein erwachsener Sohn meidet seinen Vater, um unabhängig vom Nachnamen (alle sehen ihn nur als Rocky Junior) Erfolg im Leben zu haben. Rockys Schwager Paulie arbeitet wie eh und je in der Fleischfabrik, in der Rocky früher schon mit den berühmten Rinderhälften trainierte.
Ein virtueller Boxkampf auf einem Sportsender lässt Rocky gegen den aktuellen, aber bei Publikum und Presse sehr unbeliebten Boxchampion Mason Dixon antreten, und Rocky gewinnt nach Expertenmeinung und Computeranalyse diesen virtuellen Kampf! Ein gefundenes Fressen für die Manager von Mason Dixon. Sie wittern die Chance, das Image des Champion in einem echten Showkampf gegen Rocky umzukrempeln.
Rocky, mit 60 Jahren nicht mehr gerade im idealen Boxeralter, lässt sich überreden und tritt schließlich gegen den jungen Mason Dixon in Las Vegas an – er möchte sich noch einmal beweisen und vor allem für Adrian kämpfen, auch wenn niemand eine Chance für ihn sieht. Er hofft, nach diesem letzten Kampf mit sich und seiner Familie ins Reine zu kommen.
Wie der Kampf ausgeht möchte ich hier nicht verraten – er ist jedoch großartig choreographiert und lässt nichts an Spannung und Action vermissen!
Kritik
Als ich das erste Mal davon hörte, dass es einen neuen Rocky-Film geben soll, war ich ziemlich skeptisch! Wie kann das gut gehen? Der Film kann nur ein großer Reinfall werden. Stallone, letztes Jahr 60 geworden, will noch einmal Rocky sein? Niemals!
Mit dieser Skepsis habe ich auch den Film gesehen, man erwartet immer irgendwie, dass der Film einfach nur peinlich wird – doch das Gegenteil ist der Fall! Schon wenn man im Vorspann des Films die bekannte Melodie „Theme from Rocky“ von Bill Contigonna hört, bekommt man eine Gänsehaut. Man erinnert sich die meiste Zeit an den ersten Rocky Film, der 1976 zur großen Überraschung den Oscar als bester Film gewann, zum Beispiel gegen „Taxi Driver“, und auch die Figur Rocky scheint sich besonnen zu haben und hat zu seinen Wurzeln zurückgefunden. Rocky trägt seinen alten Hut, sinniert und philosophiert über das Leben, hat für alles und jeden eine Weisheit parat. Im ganzen Film sieht man Erinnerungen an den ersten Film, die Tierhandlung, in der Adrian gearbeitet hat, die Eishalle (mittlerweile abgerissen), in der er mit Adrian bei einem Date war usw. Die ersten Minuten des Films schwelgen nur so in Erinnerungen. Stallone schafft es, Rocky wieder von der gleichen menschlichen Seite zu zeigen wie schon damals im ersten Teil. Gerade das hat mich sehr positiv überrascht.
Sehr beeindruckend auch, in welcher Physis sich Stallone präsentiert, einen so agilen 60-jährigen Muskelberg hätte ich nicht erwartet. Doch selbst dieses Thema verarbeitet der Film sehr elegant : „To beat this guy you need speed – you don’t have it […] so what we’ll be calling on is good old fashioned blunt force trauma! Horse power! […] Let’s start building some hurting bombs!“” Also trainiert der Italian Stallion seine Power auf gute alte Art und Weise: Jogging (wer möchte nicht einmal rennend die Stufen des Philadelphia Museum of Art erklimmen?), Hanteln, Ketten, Fässer, Rinderhälften! Rocky-Feeling pur! Spätestens dort wird einem klar: Dieser Film ist wirklich gut. Die Trainingsszenen waren schon immer ein Highlight der Rocky-Serie.
Rocky Balboa ist für mich jetzt schon die Überraschung des Jahres und nicht nur für Rocky-Fans (wobei diese den Film sicherlich mehr genießen werden als andere) sehenswert!
It’s not over‚ ‘till it’s over!
Einen Trailer mit den Höhepunkten gibt es hier; ich habe den Film in der originalen Fassung gesehen und kann diese nur empfehlen. Der Film ist dadurch viel authentischer. – Stallone arbeitet zur Zeit auch an einer Fortsetzung der Rambo-Reihe; wenn ihm dabei ähnliches gelingt, wie hier bei Rocky, kann man sich schon darauf freuen.








